Barcamp InspiCamp Bonn 2017

Barcamps – Magische Veranstaltungen für Dich und Dein Unternehmen

Barcamps sind ein relativ neues Veranstaltungsformat. Das erste soll 2005 „natürlich“ in Kalifornien stattgefunden haben. Ich nehme meine Teilnahme am InspirationCamp in Bonn im Oktober 2017 zum Anlass, um Dir eine Teilnahme an Barcamps schmackhaft zu machen.

Denn ich bin Barcamp-Fan!

Was ist ein Barcamp?

Der Begriff „Barcamp“ erschließt sich leider nicht von selbst. Er hat weder etwas mit Bars noch mit Camping zu tun. Vielmehr sind Barcamps eine Art von Konferenz. Weil aber fast alles anders ist als bei „normalen“ Konferenzen, nennen manche Menschen Barcamps auch Unkonferenzen.

Die Teilnahme ist – vor allem im Vergleich zu „normalen“ Konferenzen, in der Regel ausgesprochen günstig. Eine Teilnahme an einem eintägigen Barcamp kostet manchmal gerade mal 40 oder 50 Euro. Davon aber auf eine schlechte Qualität der Veranstaltung zu schließen, wäre ein Fehler.

Wie funktioniert ein Barcamp?

Barcamps können zu einem ganz speziellen Thema oder aber relativ offen stattfinden. Zu Beginn gibt es normalerweise eine halb- bis einstündige Phase zum Eintreffen, denn viele Teilnehmer reisen oft von weit an. Beim InspirationCamp im Oktober in Bonn kamen die Teilnehmer nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus Österreich und der Schweiz. Am InspiCamp (die liebevolle Kurzform für das InspirationCamp) im März 2017 in Hamburg waren sogar Teilnehmer aus Südfrankreich dabei!

Zur Eröffnung versammeln sich alle Teilnehmer eines Barcamps in einem großen Raum. Der typische Ablauf sieht zunächst eine Begrüßung der Veranstalter vor, dann werden die Regeln für das Barcamp erklärt.

Je nach Teilnehmerzahl gibt es dann eine mehr oder weniger lange Vorstellungsrunde. Beim letzten InspiCamp war die Vorstellung auf den eigenen Namen und ein einziges Stichwort begrenzt. Viel Gelächter gab es bei einigen, die dann doch mehr Worte brauchten und darauf bestanden, dass das „ein Wort mit Bindestrichen“ sei. Du siehst, auch wenn es fixe Regeln gibt, so werden sie immer mit viel Humor und Großzügigkeit ausgelegt.

Ein Barcamp organisiert sich selbst

Nach der Vorstellungsrunde folgt dann ein immer sehr spannender Teil: Die Sessionplanung. Sessions sind die einzelnen Vorträge, Seminare, Workshops oder Diskussionsrunden auf einem Barcamp. Anders als bei kommerziellen Konferenzen liegen die Themen im Vorfeld nämlich noch nicht fest. Jeder kann, darf und soll sich einbringen.

Das Faszinierende ist: Das klappt ausgesprochen gut!

Auch am Freitag und Samstag auf dem InspiCamp blieb bei den beiden Sessionplanungen für die beiden Tage fast kein Session-Slot frei. Irgendwie organisiert sich das alles perfekt wie von selbst.

Das einzige Problem, das sich normalerweise ergibt, ist ein Luxusproblem. So ging es mir auch wieder beim letzten InspiCamp:

An beiden Tagen war ich „spoiled for choice“ und hatte Mühe, mich bei dem tollen und vielfältigen Angebot zu entscheiden. Aber selbst dafür ist vorgesorgt. Es ist nämlich völlig okay, wenn Du während einer Session bemerkst, dass Du lieber in einer anderen wärst. Du darfst dann einfach still den Raum verlassen und Dich in eine andere Session setzen.

Es kann aber auch passieren, dass Du jemanden auf dem Weg dahin triffst und Ihr spontan entscheidet, Euch zu unterhalten oder gemeinsam an einem Thema oder Projekt zu arbeiten. Wie es die Organisatorinnen des InspiCamps, Marit Alke und Katrin Linzbach so schön auf den Punkt bringen: Mit Überraschungen ist zu rechnen!

Zwischen den einzelnen Sessions gibt es natürlich auch Pausen mit Snacks und Getränken, bei ganztägigen Barcamps natürlich auch eine längere Mittagspause. Die Pausen sind übrigens mindestens genau so wichtig wie Sessions selbst. Dazu schreibe ich gleich noch ein wenig mehr.

Irgendwann – und meist viel zu schnell und viel zu früh – ist das Barcamp dann auch wieder vorbei. Am Ende geht man nicht einfach nach Hause, wie man das bei einer normalen kommerziellen Konferenz oft tut, sondern es gibt noch eine Abschlussrunde mit allen Teilnehmern. Diese beinhaltet in der Regel auch eine offene Feedback-Runde, bei der jeder seine Eindrücke, Learnings, Erfahrungen und Stimmung teilen kann. Es ist aber kein Muss, niemand wird gezwungen, etwas zu sagen.

Ich habe noch kein Barcamp erlebt, bei dem man nicht anschließend noch lange damit beschäftigt war, sich gegenseitig zu verabschieden. Noch in letzter Sekunde werden Visitenkarten oder Tipps getauscht. Es gibt Umarmungen, Küsschen und Schulterklopfen. Alle freuen sich, dass nach dem Barcamp schließlich auch vor dem Barcamp ist.

Hier habe ich eine Slideshow mit einigen Impressionen vom InspiCamp 2017 in Bonn zusammengestellt. Klicke einfach auf das Bild!

Warum ist ein Barcamp gut für Dich?

Gerade als selbstständige Solopreneurin bist Du im Alltag ja auch viel auf Dich allein gestellt. Ich weiß aus vielen Gesprächen und auch aus eigener Erfahrung, dass einem die „Kaffeepause mit Kollegen“ und der persönliche kollegiale Austausch darum oft fehlt. Ein Barcamp bietet Dir die Gelegenheit, diese „Kaffeepause“ mal so richtig intensiv auszuleben.

Denn das Wichtige auf einem Barcamp geschieht eben auch nebenher: die Pausen!

Ein Barcamp bietet Dir die Gelegenheit, bestehende Kontakte (zum Beispiel von Facebook, Twitter, XING, LinkedIn und Co.) im „echten Leben“ kennen zu lernen und zu vertiefen. Umgekehrt lernst Du aber auch neue Menschen kennen und normalerweise hältst Du dann über die Social Media Plattformen auch darüber hinaus den Kontakt. Das echte und das virtuelle Leben bereichern sich hier gegenseitig.

Weiterhin bekommst Du natürlich auch wertvolle Informationen, Anleitungen, Tipps, Feedback, Impulse und Inspirationen. Die meisten Barcamp-Teilnehmer sind anschließend noch Tage, manchmal Wochen oder gar Monate damit beschäftigt, alles nachzubereiten und in die Tat umzusetzen, was sie an einem oder zwei Tagen für sich mitgenommen haben.

Warum ist ein Barcamp gut für Dein Marketing?

Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen: Barcamps sind Networking pur. Hier lernst Du viele der Menschen, die Du bisher nur als Profilbildchen und mit Namen kanntest, einmal richtig kennen.

In 3D sozusagen.

Du tauschst Dich aus.

Du findest Möglichkeiten zum Kooperieren.

Du stellst Gemeinsamkeiten fest, von denen Du vorher noch nicht geahnt hast.

Außerdem ist es anschließend viel leichter, jemanden mal um einen Gefallen zu bitten. Sei es, einfach nur mal einen Deiner Blogartikel zu teilen. Oder auch mal etwas Größeres, wie einen Online-Kurs Korrektur zu lesen. Wenn man sich schon mal persönlich getroffen und gesprochen hat, weiß man den Anderen einfach besser einzuschätzen.

Was Du auf einem Barcamp nicht tun solltest

So richtig viel falsch machen kannst Du eigentlich nicht. Zwei Dinge werden aber nicht gern gesehen:

Wenn Du mit einer reinen Konsumentenhaltung zu einem Barcamp kommst

Das bedeutet nicht, dass Du unbedingt eine eigene Session anbieten musst.

Das verlangt niemand.

Aber einbringen solltest Du Dich auf Deine ganz persönliche Art.

Das kann ganz verschieden aussehen. Hilfe wird immer gebraucht.

So kannst Du beispielsweise mithelfen, die Session-Räume in den Pausen wieder ein wenig aufzuräumen, Gläser und Geschirr zum Sammelpunkt bringen, die Fenster öffnen um den Raum zu Lüften, Stühle wieder gerade rücken. Manchmal wird bei der Registrierung Hilfe benötigt. Oder Du dokumentierst das Barcamp, beispielsweise mit Fotos, Videos, mit Interviews, die Du mit Teilnehmern für Deinen Podcast führst. Oder Du twitterst live vom Event. Oder Du schreibst anschließend einen Blogbeitrag darüber, so, wie ich es in der letzten Woche beim keinStartUp-Event gemacht habe.

Wenn Du plump Dein Angebot bewirbst

Auf fast jedem Barcamp gibt es eine Möglichkeit, Deine Flyer, Visitenkarten, Bücher, Kartensets oder was auch immer auf einem eigens dafür reservierten Tisch auszulegen. Wenn Du aber aus Deiner Session eine Verkaufsveranstaltung für Dein Angebot oder Deine Produkte machst, wirst Du Dir auf einem Barcamp keine Freunde schaffen. Ist Deine Session aber nützlich und relevant für die Teilnehmer, kannst Du Dir sicher sein, dass sich bestimmt einige für Dein Angebot interessieren und Dich ansprechen, empfehlen oder später selbst buchen werden.

Was solltest Du noch für Deine Barcamp-Teilnahme wissen?

Weiter oben habe ich schon mal geschrieben: Alles geht, nichts muss. Das bedeutet auch, dass Du Dir Deine eigenen Freiräume schaffen kannst. Auf dem InspiCamp in Hamburg habe ich erlebt, wie eine Teilnehmerin nach einer Session zum Schreiben einer Über-mich-Seite erst einmal auf ihr Hotelzimmer verschwand, um direkt ihre eigene Seite zu überarbeiten. Wenn Du Dich nach einem Spaziergang fühlst, während die Sessions laufen, dann geh. Wenn Du nicht allein gehen willst, findest Du meist auch jemanden, der sich ebenfalls etwas Bewegung verschaffen möchte.

Für mich habe ich festgestellt, dass es mir hilft, wenn ich mir bereits vor dem Barcamp überlege, ob und wozu ich eine Session halten möchte. Dann kannst Du Dich in Ruhe vorbereiten. Ich habe aber auch schon mal ganz spontan eine Session angeboten und dann in der Pause vorher vorbereitet. Alles geht, nichts muss!

Bring Visitenkarten (nein, die sind nicht altmodisch!), Flyer oder sonstige Materialien mit. Es wird auch gern gesehen, wenn Du Bücher, die Dich inspiriert haben oder die besonders gut zum Thema passen, mitbringst. Keine Sorge, auf Barcamps geht normalerweise nichts verloren. Vergessene Notizbücher und sogar die Besitzer von Schals, Kopfhörern oder Stiftemäppchen werden oft in detektivischer Kleinarbeit über das Betrachten von Fotos ermittelt.

Hilf, wo immer Du kannst. Ob Du beim Aufräumen dabei bist oder nach dem Barcamp den Bahnfahrern einen Shuttle-Dienst zum Bahnhof anbietest. Ob Du für einen verhinderten Fotografen einspringst oder im Vorfeld das Barcamp bewirbst. Durch Deine und die Unterstützung der anderen Teilnehmer macht Ihr gemeinsam das Barcamp zu einem angenehmen Event.

Wenn es Dir finanziell und organisatorisch möglich ist, reise am besten bereits am Vortag an und erst am Tag nach dem Barcamp wieder ab. Ich habe das in der Vergangenheit leider auch oft anders gemacht. Du wirst aber feststellen, dass Barcamps unglaublich intensive Erfahrungen sind, die zwar viel Spaß machen, aber auch sehr anstrengend sein können.

Wegen eines Sturms am Vortag waren am Veranstaltungstag viele Bahnverbindungen in Norddeutschland ausgefallen. Für einige Berliner Teilnehmer bedeutete das, dass sie teilweise gar nicht oder erst am Abend dazu kommen konnten. Reist Du einen Tag vorher an, so hast Du immer noch die Chance, das Barcamp in Gänze mitzumachen.

Mich machen Barcamps oft hundemüde. Als introvertierter Mensch liebe ich zwar Begegnungen, brauche aber immer Zeit, um alle Eindrücke zu verarbeiten. Hinzu kommen die neuen Impulse für meine Arbeit und mein Unternehmen. Da kann die Heimfahrt direkt nach dem Barcamp schon mal sehr, sehr anstrengend werden.

Doch nicht nur die Müdigkeit und die rasenden Gedanken und Ideen, sondern auch die Möglichkeiten zum weiteren Networking und dem gemeinsamen Ausklingen lassen und Rückschau halten beim gemeinsamen Abendessen nach dem Barcamp solltest Du Dir nicht entgehen lassen. Ich war jedenfalls am Samstag sehr traurig, nicht noch dabei zu sein – aber eine noch spätere Rückfahrt wollte ich mir nicht zumuten.

Mein Fazit zu Barcamps

Barcamps sind ein Veranstaltungsformat, das ich heiß und innig liebe. Social Media „in 3D“ in Reinform. Meiner Meinung nach kann man nirgendwo sonst so schnell und leicht Kontakte knüpfen und auch „prominentere“ Teilnehmer kannst Du genau so einfach ansprechen wie (Dir noch) Unbekannte. Du bekommst hochwertige und top-aktuelle Informationen und oft sogar Einblick in die geheimen Strategien der Profis in den Sessions. Muss ich extra betonen, dass viel Spaß garantiert ist? 🙂

Schau einfach, wann und wo in der nächsten Zeit Barcamps stattfinden, die Dich interessieren könnten. Melde Dich an und mach einfach mal eines mit. Barcamps werden normalerweise in den zugehörigen Facebook-Gruppen angekündigt und beworben. Außerdem kannst Du Dich auf diesen Websites über Barcamp-Termine informieren:

Eine schlechte Nachricht habe ich aber für Dich: Im nächsten Jahr findet im Frühjahr übrigens kein InspiCamp statt.

Die gute Nachricht: Es wird ein viel größeres Event geben, das InspiCon! Mehr Infos und die Möglichkeit zur Buchung findest Du auf dieser Seite*.

Na, wie findest Du Barcamps? Hast Du schon einmal an einem oder mehreren teilgenommen? Und teilst Du meine Erfahrungen? Oder warst Du noch nie zu einem Barcamp und hast noch eine Frage? Schreib mir gerne einen Kommentar!

PS: Links mit einem Sternchen sind Werbelinks, bei denen ich eine kleine Provision erhalte, Du aber nicht mehr bezahlst.

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, „Wissen wird mehr, wenn man es teilt“. Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein Unternehmen sowohl im Internet als auch im „echten Leben“ bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

follow me on:

Hinterlasse einen Kommentar:

20 comments
Füge Deine Antwort hinzu