Blumenladen

Nutzt Du diese Chancen, die Dein Geschäft Dir bietet?

Letzte Aktualisierung 27. Dezember 2018

Kürzlich kam ich an einem Ladengeschäft vorbei und dachte – mal wieder – so bei mir: „Schade, dass viele Geschäftsführer die Chancen, die ihnen ein gut gestaltetes Schaufenster bietet, einfach so ignorieren.“ Damit keimte die Idee zu diesem Beitrag.

Denn hier werden so viele Fehler gemacht, dass ich auch Deine Aufmerksamkeit dafür schärfen möchte.

Langweilige Schaufenster-Gestaltung

Meine Kundin Petra, eine super Optikerin, sagt immer, ihr Schaufenster sei Ihr bester Verkäufer (das stimmt nicht wirklich, sie selbst ist eine fantastische Verkäuferin und ihre Mitarbeiterinnen auch). Sie profitiert von einer 1A lage direkt am belebten Marktplatz und da sie von einer etwas schmuddelig wirkenden Stehpizzeria und einer langweiligen Bankfassade eingerahmt wird, sticht ihr Schaufenster tatsächlich hervor. Für die Dekoration gibt sie jährlich mehr Geld aus als für ihre Website! Sie dekoriert häufig um, den Jahreszeiten angepasst und ihre Kollektionen erlauben es ihr, hier wirkliche Augenfänger zu gestalten.

Schlecht einsehbares Ladeninneres

Früher (so vor vierzig Jahren oder mehr) mag es noch üblich gewesen sein, den Blick durch Fenster und Türen ins Ladeninnere zu versperren. Heute, in Zeiten großzügiger Präsentationen und Lichtinstallationen und Transparenz in der Kundenbeziehung passt das einfach nicht mehr. Was hat der Laden denn zu verbergen? – nicht der einzige Gedanke, der sich bei mir und vielen anderen einstellt. Auch zu dunkle Beleuchtung im inneren ist für mich ein Grund, ein Geschäft nur ungern zu besuchen. Es gibt eine Discounter-Kette, die ich genau aus dem Grund der Funzelbeleuchtung aus Prinzip nicht aufsuche – obwohl es dort manchmal interessante Sonderprodukte gibt.

Licht zieht Blicke an

Überhaupt scheint aus Kostengründen gern auf Licht verzichtet zu werden. Dabei sind wir Menschen als Augentiere in Sachen Licht wie die Motten: Es zieht uns magisch an. Wer hier auf den zauberhaften Effekt, den Leuchtschilder außen am Geschäft gerade in der dunklen Jahreszeit erzeugen, verzichtet, verschenkt die Möglichkeiten, die sich hier bieten.

times square

Dein Geschäft muss ja nicht gleich mit den Lichtinstallationen am Times Square wetteifern …

Fahnen und Gehweg-Aufsteller

Ebenso wie Licht wirkt Bewegung auf uns Menschen anziehend. Schon für wirklich kleines Geld lassen sich Fahnenaufsteller oder Hissfahnen bedrucken und sorgen so für freundliche kleine „Winker“ vor der Ladentür. Auch Gehweg-Aufsteller (ich nenne sie immer Kunden-Stopper, weil sie wirklich oft im Weg stehen – aber es funktioniert!) können auf Dein Geschäft und Deine Angebote aufmerksam machen. Als ich am Samstag für diesen Artikel auf Fotosafari war, wollte ich eigentlich ein Foto von einem Gehweg-Aufsteller machen, wie er nicht aussehen sollte.

Vor einer Versicherungsagentur stand seit rund fünf Jahren ein Gehweg-Aufsteller.

Mit demselben Plakat!

Mit der Zeit blich es immer mehr aus, Regenwasser war in den Aufsteller eingedrungen und hatte die Ränder aufquellen lassen. Und das Motiv war auch völlig aus der Zeit gefallen und zeigte Ursula von der Leyen noch als Gesundheitsministerin.

Der Gehweg-Aufsteller war übrigens weg.

Die Versicherungsagentur auch.

Wundert mich nicht.

Schmuddelige Schaufensterscheiben und Unkraut vor der Tür

Ungeputzte Fensterscheiben gehen gar nicht. Ich habe einmal Kristin betreut, die in großzügigen Räumen ihre Galerie temporär untergebracht hatte und dort auch Mal- und Zeichenkurse gab. Als ich das erste Mal bei ihr war, bekam ich einen Schrecken: Die Scheiben waren fast blind vor Staub. Auch wenn die Lage ungünstig war (nahe einem Vorortbahnhof) und dort durch bremsende Züge viel Staub entsteht – ein absolutes No Go. Ihre tollen Bilder waren kaum zu erkennen.

In die gleiche Kategorie gehört Unkraut vor der Tür. Wenn aus den Ritzen auf der Trittstufe nicht nur das Gras sondern gleich schon Raps, Klatschmohn und Weizen wachsen, dann mag das ein schönes Beispiel für den Sieg der Natur über die Stadt sein – Deinem Unternehmen tut das aber allenfalls gut, wenn Du einen Bioladen führst.

Feuerlöscher-Verkauf

Ich kaufe ein „C“! Nun sind Feuerlöscher zwar nicht gerade Lifestyle-Produkte, aber hier würde ich garantiert nicht kaufen.

Flyer, Preislisten, Prospekte

Viele Menschen sind schüchtern.

Schüchterner, als man denkt.

Noch als Twen habe ich einen großen Bogen um Einzelhandelsgeschäfte geschlagen, bei denen ich schon durch das Fenster oder die Tür einen lauernden Verkäufer sehen konnte. „Kann ich Ihnen helfen?“ – für mich damals die Frage des Grauens! Ich wollte vielleicht einfach nur wissen, was ein Produkt kostet und es war mir zu peinlich, dann im Zweifelsfall den Kauf nicht zu tätigen.

Heute sehe ich immer öfter vor Geschäften einen kleinen Ständer oder Acrylglashalter mit Flyern, Preislisten oder Prospekten, die sich ein Passant im Vorbeigehen bei Interesse mitnehmen kann. Auch eine prima Sache nach Ladenschluss. So bekommst Du auch schüchterne Menschen als Kunden.

Schönes Wetter und keine Tische vor der Tür?

Dieser Punkt betrifft vornehmlich die Gastronomie: Aus dem Süden kennen wir es alle und wir lieben es. Ist der Bürgersteig noch so klein, Platz für ein oder zwei Tischchen und jeweils zwei Stühle finden sich eigentlich immer. Schnell setzt man sich, bestellt einen Kaffee oder ein Wasser, ruht sich einen Moment aus, bevor es dann weiter geht. Zack! Wieder etwas Umsatz gemacht! Die wenigen Euro Gebühr, die die Stadt für die Nutzung des „öffentlichen Raumes“ verlangt, sind dadurch sicher schnell wieder herein geholt. In Ullapool in Schottland habe ich sogar erlebt, wie ein winziger Tearoom sogar Tee und Gebäck auf der Kaimauer auf der gegenüberliegenden Straßenseite servierte!

Tea by the sea

Tea by the Sea – oder Dal na Mara – serviert den Tee notfalls auch auf die Kaimauer auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Parkverbot für Kunden

Inzwischen wurde das Schild entfernt, aber ich staunte vor einigen Monaten nicht schlecht, als vor einer kleine Ladenzeile in einem Vorort (ein Florist, eben dieses spezielle Unternehmen und ein Friseur) bei den beiden zum Unternehmen gehörenden Parkplätzen nicht nur ein dickes fettes „Privatparkplatz“ prangte, sondern auch noch ein handgeschriebenes Schild mit sinngemäß: Parkst Du hier geht Dein Auto in Einzelteilen nach ebay.pl! Selbst wenn dieses Unternehmen tatsächlich keinen Kundenbetrieb hat – abweisender und unfreundlicher kann man sich kaum zeigen.

Keine Persönlichkeit

Manche Geschäfte erscheinen so steril, dass man sich wundert, dass dort überhaupt eingekauft wird. Nirgends scheint die Persönlichkeit, die „Handschrift“ des Unternehmers durch. Keine Deko, lieblos in Regale gestellte Produkte – immerhin nimmt diese Erscheinung immer mehr ab.

Geschäft in Südeuropa

Auch mit einfachen Mitteln lässt sich eine einladende Atmosphäre schaffen

Blindes Vertrauen auf Laufkundschaft und Passanten

Bei vielen neuen Geschäften fällt mir außerdem auf, dass sie sich allein auf ihre Lage und ihre Außenwerbung verlassen und keinerlei sonstige Werbemaßnahmen ergreifen. Da gibt es keinen Internet-Auftritt.

Es werden keine Flyer oder Handzettel in der Umgebung verteilt.

Keine Anzeigen in der Lokalpresse.

Keine originellen Werbepromotions in der Umgebung und bei Festen. Keine Präsenz auf Stadtfesten oder ähnlichem.

Nichts.

Die sind dann meist auch nach vier bis sechs Monaten wieder geschlossen. Denn der alte Werberspruch, Wer nicht wirbt, stirbt!, stimmt leider immer noch.

Wie kann es anders gehen?

Wie es auch ganz anders und vorbildlich aussehen kann, siehst Du in dieser kleinen Diashow. Die Aufnahmen habe ich am vergangenen Samstag mit freundlicher Erlaubnis der Geschäftsführung gemacht. Blumen Feldmann hat vor kurzem das gesamte Ladenkonzept erneuert, so dass schon Kunden gefragt haben: „Ist das hier noch Feldmann?“ Neben den wirklich tollen und lange haltbaren Blumen, die ich hier immer wieder gern kaufe, schafft dieses Unternehmen es, die Kunden herzlich willkommen zu heißen, in einem Ambiente, in dem man sich während seines Aufenthalts als Kunde wohl fühlt. Und für die begleitenden Vierbeiner gibt es auch mal schnell und unkompliziert etwas Wasser aus einer Blumenschale!

Klick ruhig mal auf das nachfolgende Bild und schau Dir an, wie dieser tolle Blumenladen es macht!

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Fazit

Wenn Du ein Geschäft führst, dann nimm Dir doch die einzelnen Punkte aus diesem Blogartikel vor und besuche mal Dein eigenes Geschäft mit der Kundenbrille auf der Nase. Vielleicht kannst Du ja doch noch einiges verbessern und so für mehr Wiederholungskäufer sorgen, weil sich Deine Kunden bei Dir wohl fühlen.

Wie ist Deine Meinung zu dem Thema? Findest Du die Erscheinung eines Geschäfts genau so bedeutsam wie ich? Schreib es mir doch in die Kommentare! 🙂

 

 

 

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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