Content Curation - so ähnlich wie im Museum

Was ist Content Curation — und warum ist das gut für Dein Unternehmen?

Con­tent Cura­tion ist auch so ein Begriff, der sich nicht unbe­dingt sofort erschließt — und selbst wenn Du weißt, was das heißt, ist nicht unbe­dingt sofort klar, warum Du das tun soll­test.

Was ist Content Curation genau?

Con­tent Cura­tion oder das Kura­tie­ren von Inhal­ten bedeu­tet, dass Du auf Dei­nem Blog, Dei­ner Face­book-Seite, auf Twit­ter und viel­leicht in ande­ren Social Media nicht Deine eige­nen Inhalte ver­linkst, son­dern die von frem­den Blog­gern. Wie der Kura­tor in einem Museum wählst Du also aus, was für die Besu­cher (Leser, Fans, Fol­lo­wer…) inter­es­sant und nütz­lich ist.

Dabei ist es sinn­voll, wenn Du nicht nur einen Link setzt, son­dern auch ein paar Worte dazu schreibst. Warum ver­linkst Du auf den Inhalt? Ist der Bei­trag beson­ders hilf­reich, umfas­send, bie­tet wei­ter­füh­rende Infor­ma­tio­nen? Lass dabei Deine Leser nicht im Unkla­ren, was Du mit dem kura­tier­ten Link beab­sich­tigst.

Warum überhaupt kuratieren?

Mit dem Kura­tie­ren erreichst Du gleich meh­rere Ziele auf ein­mal:

Leben in der Timeline

Was soll ich denn Pos­ten?”

Ich weiß nicht, was ich täg­lich auf Face­book schrei­ben soll!”

Bei Twit­ter feh­len mir ein­fach die Ideen.”

Erkennst Du Dich hier wie­der? Dann kann das Kura­tie­ren von Inhal­ten für Dich eine Lösung sein. So sorgst Du für wert­vol­len Con­tent in Dei­ner Time­line und musst ihn noch nicht ein­mal selbst geschrie­ben haben! Deine Fans, Fol­lo­wer und Leser wer­den es Dir dan­ken weil sie wis­sen, dass sie bei Dir immer aktu­elle Inhalte und neue Impulse erhal­ten wer­den. Damit bie­test Du zusätz­lich zu Dei­nen eige­nen Inhal­ten Abwechs­lung und Mehr­wert. Nütz­lich­keit und Rele­vanz sind auch hier die Schlüs­sel­worte.

Networking

Wenn Du Con­tent Cura­tion betreibst, soll­test Du mög­lichst dar­auf ach­ten, dass das auch bemerkt wird. Tue Gutes und rede dar­über. Kennst Du, nicht wahr? Also: Auf Face­book mar­kierst Du den­je­ni­gen, des­sen Inhalt Du emp­fiehlst, auf Twit­ter ver­wen­dest Du im Tweet sein Twit­ter-Handle und in Dei­nem Blog infor­mierst Du über die Ping­back-Funk­tion. Du kannst auch jeman­den anmai­len und ihn kurz dar­auf hin­wei­sen, dass Du sei­nen Bei­trag XY emp­foh­len hast. So schaffst Du Dir ein Bonus-Konto, das Du anzap­fen kannst, wenn Du mal etwas hast, was Du einem brei­te­ren Inter­es­sen­ten-Kreis vor­stel­len möch­test.

Welche Inhalte bieten sich zum Kuratieren an?

Zunächst ein­mal nur Inhalte, die für Deine Leser auch inter­es­sant sind. Sie soll­ten zu Dei­nem Thema pas­sen. Dabei kannst Du vor allem Rand­the­men wäh­len, die zwar für Dei­nen Bereich wich­tig sind, die Du aber nicht selbst abde­cken kannst oder willst. Bei mir ist das bei­spiels­weise das Thema “Recht”. Gerade im Mar­ke­ting kann man viel aus Unwis­sen­heit falsch machen. Schnell sind dann Ver­stöße gegen das Gesetz gegen den unlau­te­ren Wett­be­werb (UWG), den Vor­ga­ben zum Daten­schutz oder auch das Bür­ger­li­che Gesetz­buch (BGB) began­gen. Wenn man ein­fach nur eine tolle Mar­ke­ting-Methode aus den USA kopiert, geht das schon mal sehr schnell. Also teile ich gern Bei­träge von Anwäl­ten, die sich mit die­ser The­ma­tik befas­sen, bei­spiels­weise auf mei­ner Face­book-Seite.

Es müs­sen aber nicht nur Blog­bei­träge sein. Ich teile bei­spiels­weise auch gern kos­ten­lose Chal­len­ges oder güns­tige Kurse von ande­ren, wenn ich sie per­sön­lich kenne und davon über­zeugt bin, dass die Ange­bote auch für meine Fans, Fol­lo­wer oder Leser sinn­voll und nütz­lich sind.

Soll ich Beiträge von der Konkurrenz kuratieren?

Du kannst auch Bei­träge von Dei­nen Mit­be­wer­bern tei­len, die genau Deine Kern­the­men betref­fen.

Das klingt zunächst ein­mal wider­sin­nig.

Warum soll­test Du Deine Kon­kur­renz emp­feh­len?

Hier musst Du selbst ent­schei­den, wie sou­ve­rän und sicher Du Dich fühlst. Wenn ein Bei­trag eines Mit­be­wer­bers zwar zu Dei­nen Kern­the­men gehört, aber trotz­dem hilf­reich für Deine Leser ist — und Du viel­leicht selbst nichts dazu geschrie­ben hast und das auch in der nächs­ten Zeit nicht tun wirst, dann schau Dir genau an, wen oder was Du da emp­fiehlst.

Dein Mit­be­wer­ber kann zum Bei­spiel eine ganz andere Ziel­gruppe haben — er bedient “die gro­ßen Fische”, Du viel­leicht die klei­nen. Kei­ner Dei­ner Ziel­kun­den wird es sich leis­ten kön­nen, die­sen Mit­be­wer­ber zu beauf­tra­gen. Oder Dein Mit­be­wer­ber hat sich auf eine ganz beson­dere Bran­che spe­zia­li­siert, Du aber auf eine andere. Auch hier kannst Du “gefahr­los” des­sen Bei­träge kura­tie­ren.

Wie Du Dir Content Curation leicht machen kannst

Das Mind­set, regel­mä­ßig Inhalte von ande­ren zu ver­brei­ten, musst Du natür­lich erst ein­mal ent­wi­ckeln. Bei vie­len kommt dann auch noch die Hem­mung dazu, zu befürch­ten, mit zu vie­len Infos die eige­nen Leser, Fans und Fol­lo­wer zu ner­ven. Aber das ist ein­fach zu umge­hen.

Als Quel­len für meine kura­tier­ten Inhalte nutze ich sowohl Feedly, Face­book als auch Twit­ter und manch­mal sind auch News­let­ter die Impuls­ge­ber. Ich bilde mich ste­tig fort und lese darum sehr viel. Bei allem, was ich im Inter­net lese, frage ich mich inzwi­schen auto­ma­tisch:

Ist das für meine Ziel­gruppe auch inter­es­sant?

Ist der Bei­trag auch ver­ständ­lich?

Ist er es nicht, spei­chere ich ihn übri­gens in mei­nem Ever­note im Notiz­buch “Ideen für Blog­bei­träge” ab — und irgend­wann wan­dert das Thema dann in mei­nen Redak­ti­ons­plan.

Da ich gerne beim Früh­stück in Feedly meine abon­nier­ten Blogs lese (meine per­sön­li­che Zei­tung gewis­ser­ma­ßen), würde das sofor­tige Tei­len natür­lich bedeu­ten, dass ich meine Leser mit einer Fülle von Links und Tipps über­schwemme. Das ist keine beson­ders gute Idee. Darum über­lege ich immer sehr genau:

Ist es wich­tig, den Bei­trag jetzt sofort zu kura­tie­ren?

Das wäre bei­spiels­weise der Fall, wenn von einem erfolg­rei­chen Hacking auf einer Platt­form berich­tet würde und eine sofor­tige Ände­rung des Pass­worts von ent­schei­den­der Bedeu­tung wäre.

Wenn das nicht der Fall ist (und das ist bei fast allen Bei­trä­gen so), dann setze ich ein Social Media Pla­nungs­tool ein. Mein Lieb­lings­werk­zeug dafür ist Social Pilot, aber auch mit Buf­fer kannst Du zum Bei­spiel sehr gut arbei­ten. Mit die­sen Werk­zeu­gen sorgst Du dafür, dass Du die Bei­träge schön ver­teilst und nicht als Spamschleu­der auf­trittst (denn auch rele­van­ter Inhalt kann Spam wer­den, wenn es ein­fach zu viel zu einem Zeit­punkt ist).

Wo macht das Kuratieren Sinn?

Inhalte kannst Du an vie­len Stel­len kura­tie­ren. Ich beginne mal mit den “Klas­si­kern”:

Content Curation auf Facebook

Auf Face­book ist das eigene Pro­fil das Nahe­lie­gendste — aber nicht unbe­dingt der beste Ort. Wenn Deine Freunde auch zu Dei­ner Ziel­gruppe gehö­ren, mag das noch eini­ger­ma­ßen sinn­voll sein. Meist sind sie es aber nicht — daher gibt es bes­sere Orte!

Auf jeden Fall ist Deine Face­book-Seite der rich­tige Ort. Wenn Du Admi­nis­tra­tor von einer oder meh­re­ren Grup­pen bist, kön­nen auch die die per­fek­ten Orte für Deine kura­tier­ten Inhalte sein. Aber nicht ein­fach blind­lings quer­beet! Was ich in mei­ner Mar­ke­ting-Zau­ber-Gruppe teile, gehört nicht unbe­dingt auch in die Active­Cam­paign Nut­zer Deutsch­land Gruppe!

Content Curation auf Twitter

Wenn ein sozia­les Netz­werk zum Kura­tie­ren bes­tens geeig­net ist, dann Twit­ter. Nir­gendwo geht es so schnell und unkom­pli­ziert. Ein­fach bei einem Tweet auf Ret­weet kli­cken, noch ein paar Worte dazu schrei­ben und ab geht’s!

Andere Platt­for­men wer­den gern mal ver­ges­sen, darum möchte ich sie Dir hier in Erin­ne­rung rufen:

Content Curation auf Pinterest, XING und LinkedIn

Auch auf XING und Lin­kedIn kannst Du Inhalte von ande­ren emp­feh­len. Wenn Du auf die­sen Netz­wer­ken aktiv bist, soll­test Du die Mög­lich­keit auch hier nut­zen.

Was sich viele nicht bewusst machen: Auch das Pin­nen von Inhal­ten gehört zur Con­tent Cura­tion. Pin­te­rest hat sich für viele Blogs als gro­ßer Traf­fic-Lie­fe­rant eta­bliert — hier las­sen sich je nach The­ma­tik hohe Zugriffs­zah­len beob­ach­ten.

Rechtliches zur Content Curation: Linkhaftung

Wenn Du auf Dei­nen Sei­ten und Pro­fi­len auf andere Inhalte ver­weist und ver­linkst, dann machst Du Dir — nach Auf­fas­sung unse­res Gesetz­ge­bers — deren Inhalte zu eigen. Darum ist es wich­tig, dass Du nicht ein­fach nur einen Link setzt, son­dern auch den Inhalt der ver­link­ten Seite kennst und dar­auf über­prüfst, ob Du tat­säch­lich mit dem kon­form gehen kannst, was dort geschrie­ben steht.

Grund­sätz­lich ist das Ver­lin­ken ande­rer Inhalte auch in Deutsch­land erlaubt. Der Inha­ber der ver­link­ten Seite muss auch nicht um Erlaub­nis gefragt wer­den. Wer­den aber auf der von Dir ver­link­ten Seite Rechts­ver­stöße began­gen, so kannst Du mit in die Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den. Des­sen soll­test Du Dir also bewusst sein — und auch ein Dis­c­lai­mer-Text in Dei­nem Impres­sum schützt Dich da nicht wirk­lich.

Sollte also auf einer von Dir ver­link­ten Seite ein Urhe­ber­rechts­ver­stoß erfol­gen (zum Bei­spiel, indem auf ein ille­ga­les Strea­ming-Ange­bot ver­linkt wird oder auch ein Bild unrecht­mä­ßig ver­wen­det wird oder indem zum Bege­hen von Straf­ta­ten auf­ge­ru­fen wird), dann kannst auch Du in Schwie­rig­kei­ten gera­ten. Mehr Infos dazu fin­dest Du in die­sem Arti­kel der Wiki­pe­dia und im Blog­bei­trag von Rechts­an­walt Dr. Cars­ten Ulb­richt.

Fazit zur Content Curation

Mit dem Kura­tie­ren von Inhal­ten schaffst Du eine echte Win-Win-Win-Situa­tion: Du bie­test zusätz­li­chen Mehr­wert für Deine Leser, Du ver­netzt Dich mit ande­ren Blog­gern und Du belebst Deine Time­li­nes mit Abwechs­lung. Viel falsch machen kannst Du eigent­lich nicht. Achte dar­auf, dass Du nicht ein­fach nur einen Link pos­test, son­dern immer dazu schreibst, warum Du den Inhalt ver­linkst und emp­fiehlst. Ich gehe davon aus, dass Du die ver­link­ten Inhalte auch selbst gele­sen hast und Dir darum sicher sein kannst, dass dort keine erkenn­ba­ren Rechts­ver­stöße began­gen wer­den. Wenn Du nur Inhalte kura­tierst, die Du auch guten Gewis­sens emp­feh­len kannst und es sich um posi­tive Emp­feh­lun­gen han­delt, wer­den sich die von Dir ver­link­ten Urhe­ber über Deine Arbeit freuen.

Wie schaut es aus? Betreibst Du schon Con­tent Cura­tion? Oder war Dir das bis­her kein Begriff? Wirst Du künf­tig mehr Inhalte kura­tie­ren? Schreib mir doch gern einen Kom­men­tar zu Dei­nen Erfah­run­gen damit.

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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