Corporate Identity für Solopreneure - Bild mit vielen Menschen

Zeh iieeh? Warum Corporate Identity auch für Solopreneurinnen wichtig ist

Letzte Aktualisierung 27. Dezember 2018

Corporate Identity ist etwas, das man gemeinhin nur großen Unternehmen zuschreibt. Und so kommt es, dass ich öfters höre, „Zeh iieeh, was ist das denn?“

Zur Corporate Identity (CI, also eigentlich „Siii Aiii“ 😉 ) eines Unternehmens gehören mehr Faktoren als nur das Logo und die Firmenkleidung – und ja, auch kleine und kleinste Unternehmen können für eine durchgängige, starke Corporate Identity sorgen, die ihr Unternehmen wiedererkennbar und vertrauenswürdig macht.

Warum ist eine durchdachte Corporate Identity so wichtig?

Zunächst einmal sorgt sie natürlich für Wiedererkennung. Branding ist ein wichtiger Teil Deiner Markenidentität – denn nur, wenn Du immer wieder erkannt wirst, gewöhnen sich die Menschen an Dich und Dein Angebot. Und woran man sich gewöhnt hat, dem vertraut man auch. Eine schlüssige, aufeinander abgestimmte Corporate Identity strahlt auch Professionalität aus. Was Du tust, wirkt nicht mehr beliebig und spontan, sondern wohl überlegt. Wirkt zueinander passend. Wirkt hochwertiger als dahingestoppelt.

Also im Überblick, sorgt Deine starke Corporate Identity für

  • Wiedererkennung
  • Markenbildung
  • Vertrauensbildung
  • einen professionellen Eindruck

Was gehört zur Corporate Identity dazu?

Beides ist in meinen Augen für Dich auch als Solopreneurin unverzichtbar. Dein Firmenname kann mit Deinem eigenen Namen identisch sein. Als „Logo“ mag Dein Gesicht dienen, aber Du brauchst in jedem Fall einen „Bezeichner“ für Dich und Dein Business.

Hast Du einen prägnanten und unverwechselbaren Namen, so ist dieser gerade dann, wenn Du als Trainer oder Coach unterwegs bist, keine schlechte Wahl, denn Du persönlich erbringst ja eine ganz unverwechselbare Dienstleistung. Wenn Du aber einen so gewöhnlichen Namen hast wie ich, dann musst Du Dir schon etwas anderes einfallen lassen.

2) Firmenfarben

Legst Du spezielle Farben für Deine Firma fest, die immer wieder zum Einsatz kommen, so machst Du Dir den Marketing-Alltag wesentlich einfacher. Sie bilden einen Teil Deines Gestaltungsrahmens und Du musst Deine optische Erscheinung in den verschiedensten Medien nicht immer wieder neu erfinden. Dafür ist es hilfreich, wenn Du Dich frühzeitig auf wenige Farben festlegst und Dir für die verschiedenen Systeme, in denen Farben gebraucht werden, die Farbcodes abspeicherst. Also die RGB und CMYK-Farbwerte, den Hexcode (für die Darstellung im Internet) und eventuell noch – falls Du sie verwendest, die Nummern ganz spezieller Farbsysteme wie HKS, Pantone oder RAL.

3) Layout

Auch ein immer wiederkehrendes Layout bei Deinen Postern oder Plakaten, Broschüren und Flyern, bei Deinen Grafiken fürs Internet und Social Media hilft Dir bei der Gestaltung und Deinen Fans, Followern, Interessenten und Kunden Dich wieder zu erkennen.

3) Schriften

Gerade bei den Schriften wird gern viel experimentiert. Es gibt ja auch so viele schöne und interessante Varianten! Doch besser ist es, Du suchst Dir zwei, maximal drei Schriften aus, die Du überall in immer gleicher Weise verwendest. Bei mir ist zum Beispiel sind die Hauptüberschrift immer in der Schrift „Emily’s Candy“ gesetzt – eine sehr verspielte Schrift, die nicht unumstritten ist. Ich verwende sie aber ganz bewusst und gern, weil sie etwas von der zauberhaften Leichtigkeit vermitteln soll, mit der Du Dein Marketing tatsächlich selbst umsetzen kannst. Dass sie nicht jedem gefällt, nehme ich in Kauf – zumindest fällt sie in diesem doch oft sehr nüchtern wirtschaftlich orientierten Marketing-Umfeld auf.

4) Audio

Ja, auch mit Klängen kannst Du Deine Corporate Identity gestalten. Man muss nicht gleich die Telekom oder Audi sein, um auch akustisch wiedererkennbar zu sein. So kannst Du Dir eine Titelmusik für Deinen Podcast aussuchen und lizensieren, selbst etwas auf einem Instrument, das Du beherrschst, komponieren und spielen – und sogar ein Schlagzeug kannst Du zu diesem Zweck einsetzen, so wie Monika Birkner es mit ihrem Intro zu ihrem Podcast macht.

5) Bildsprache und Motive

Für Deine Werbung in Print genau so wie im Internet solltest Du Dir auch frühzeitig Gedanken über Deine Bildsprache machen. Wenn Du immer gleiche Themen und Motive verwendest, erkennt man Dich schon allein daran. Gerade an dieser Stelle können auch wir kleine Unternehmerinnen gut von den großen Marken-Artiklern lernen.

Was ich damit genau meine? Auch ohne, dass das Logo dabei steht, weißt Du, wenn Du ein Bild mit Wildwest-Romantik siehst, dass es sich wahrscheinlich um Marlboro-Werbung handelt. Siehst Du ein Segelschiff mit grünem Segel ist klar, dass es Werbung der Becks Brauerei ist. Und wenn Du eine schwarze menschliche Silhouette vor einem einfarbigen Hintergrund mit einem weißen Ohrhörer-Kabel siehst, wirst Du wahrscheinlich sofort an Apples iPhone oder iPod denken.

Ich habe mich in meiner Bildsprache für „zauberhafte“ Motive im weitesten Sinne entschieden, gern kombiniert mit Natur-, unbehandeltem Holz- oder „Vintage“-Elementen. Ausschließlich im Bereich der Zauberei und Magie zu bleiben hätte mich zu sehr eingeschränkt. Wenn ich jedoch ganz willkürlich die Bilder zur Illustration meiner Blogartikel und Social Media Posts auswählen würde, hätte ich schon Mühe, erkennbar zu bleiben.

Natürlich darf man auch mal die Regeln brechen, aber zu mehr als 80 Prozent sollte man sich schon an den selbst gesetzten Rahmen halten.

6) Corporate Wording

Auch die Sprache, die Du verwendest, in Deiner Korrespondenz, in Deiner Printwerbung, Deiner Website und Deinem Blog und in Deinen Social Media Posts, gehört zu Deiner Corporate Identitiy. Selbst Deine Art zu sprechen gehört dazu – egal ob Du Deinen Anrufbeantworter besprichst, wie Du Dich am Telefon meldest, wie Du Vorträge hältst oder in Podcasts oder Webinaren redest – Deine Wortwahl, die Entscheidung, ob Du Umgangssprache verwendest oder sprichst wie gedruckt, Dein Dialekt, Deine Art, Sätze zu bilden (lang, kurz, verschachtelt, vollständig, abgehackt, mit offenen Enden ….) alles das ist Teil Deiner Corporate Identity.

Ich höre beispielsweise sehr gern Podcasts, um dazu zu lernen und mich auf dem Laufenden zu halten. Während ich die Stimmen und den Sprachduktus von Podcastern wie Markus Cerenak, Ivan Blatter und Gordon Schönwälder, Marit Alke oder Mira Giesen sofort im Ohr habe, gibt es andere Podcaster, deren „Klang“ einfach nicht hängen bleibt.

7) Verknüpfung von Dienstleistung mit Ambiente

Denke auch mal über die Umgebung nach, in der Du Deine Dienstleistung erbringst. Auch die Art der Beleuchtung, die Qualität der Ausstattung, Gerüche und Faktoren wie Geräumigkeit können zu Deiner Corporate Identity gehören.

Ist es in Deiner Buchhandlung eher dunkel, eng und trotzdem gemütlich, weil überall kleine Sitzecken und Kissen zum Verweilen einladen und es angenehm nach frisch gebrühtem Kaffee und selbstgebackenem Kuchen riecht? Daran werden sich Kunden erinnern!

Oder stehen Deine Waren in nüchternen Metallregalen wie achtlos abgestellt, riecht es aufdringlich nach Putzmitteln und besteht Deine Beleuchtung in grellen Neonröhren?

Verwöhnst Du Deine Kundinnen nicht nur mit einer Wohlfühlmassage, sondern sorgst Du auch für angenehme Temperaturen, Düfte und Hintergrundmusik?

Erscheinst Du pünktlich zu Deinen Terminen, oder kommst Du regelmäßig zu früh oder zu spät?

Wie kleidest Du Dich?

Du ahnst es:

Alles Teil Deiner CI!

8) Preise

Preise und Corporate Identity? Aber ja! Deine Preisgestaltung gehört ebenfalls zu Deiner Unternehmensidentität. Nicht nur, ob Du eher als preiswert oder als teuer wahrgenommen wirst, auch, wie Du Deine Preise optisch gestaltest, gehört zu Deiner CI.

So habe ich als Marketing-Leiterin für das Telekommunikationsunternehmen, für das ich tätig war, im Privatkundenbereich ausschließlich mit „Schnapszahlen“ gearbeitet – das fiel schon auf. Andere verwenden nur Schwellenpreise (Du weißt schon, wie 9,99 €) oder wieder andere nur auf Zehner oder Fünfer gerundete Preise. Wieder andere schwören auf die „7“ am Ende eines Preises. Doch was spricht dagegen, selbst einmal zu testen, wie denn andere Preise bei Deiner Zielgruppe ankommen? Ja, sogar dem Kunden die Wahl zu lassen, wie viel er zahlen möchte, ist eine mögliche Option.

Wo in Deinem Unternehmensalltag kannst Du Deine Corporate Identity einsetzen?

Kleidung und Accessoires

Als Solopreneurin bist Du selbst der sogenannte Markenkern. Wie Du bist, wie Du Dich gibst, wie Du Dich kleidest, das gehört genau so zu Deinem Unternehmen wie Dein Logo und Deine Firmenfarben und alle anderen Elemente, die ich weiter oben aufgezählt habe.

Das kannst Du Dir mit Deiner Kleidung und Deinen Accessoires ebenfalls zu nutze machen. Ob Du nun so minimalistisch auftreten magst wie Steve Jobs oder Mark Zuckerberg oder ob Du es gern etwas auffälliger hast – das ist natürlich Dir selbst überlassen. Aber mach Dir mal die ganzen Persönlichkeiten, die im Grunde ihre eigene Marke sind, einmal bewusst:

Was wäre Karl Lagerfeldt ohne seinen Zopf?

Drucksachen und Außenwerbung, Kfz-Werbung

Klar, hier ist es naheliegend, dass Du Dein Logo, Deine Farben, Deine Schriften, Deine Bildsprache zum Einsatz bringst. Denke aber nicht nur an Deine Flyer und Deine Geschäftsausstattung (Visitenkarte, Briefpapier usw.), sondern auch an Angebotsmappen, Poster, Plakate, Rollup-Displays, Banner und Spanntücher, Fahnen, Gehwegaufsteller und so weiter.

Auch Dein Auto bietet sich eventuell an, um Werbung für Dein Unternehmen zu machen und entsprechend gestaltet zu werden. Ob und was Du hier konkret machst, hängt aber unmittelbar mit dem Image zusammen, das Du transportieren möchtest.

Website / Blog und Social Media

Das Internet bietet Dir viele Gelegenheiten, Dich und Dein Unternehmen zu präsentieren. Weil hier aber Änderungen problemloser umzusetzen sind, als in den recht teuer produzierten Drucksachen, liegt hier auch eine große Gefahr.

Aus der Zusammenarbeit mit meinen Kunden weiß ich, dass vielen nach bereits relativ kurzer Zeit das eigene Erscheinungsbild langweilig wird.

Du siehst so viele Möglichkeiten, wie man ein Bild zum Beispiel für einen Facebook-Post oder Deinen Blogbeitrag gestalten kannst und möchtest weg von Deinem immer gleichen Schema. Widerstehe dem Impuls, ständig etwas Neues ausprobieren zu wollen. Wenn Du etwas verändern möchtest, dann mach es mit System, ändere immer nur ein Element und arbeite eine Zeitlang mit sogenannten A/B-Splittests. Das bedeutet, dass Du genau misst, welche Version besser bei Deiner Zielgruppe ankommt. Für das erfolgreichere entscheidest Du Dich dann auf der Basis genauer Ergebnisse und nicht allein nach Bauchgefühl.

Folien, E-Books, Freebies

Wenn Du auf Deiner Website oder Deinem Blog sogenannte Freebies zum Herunterladen anbietest, solltest Du auch darauf achten, diese mit Deinem Corporate Design zu gestalten, so dass Deine CI auch hier transportiert wird. Das können beispielsweise kurze E-Books sein, Folienpräsentationen von Webinaren, die Du gehalten hast, Handouts oder Checklisten und vieles mehr. Nutze die Gelegenheit, auch hier Deine Farben, Schriften und vor allem auch Dein Logo zu verwenden, Deine Bildsprache anzubringen und Deine Art zu sprechen in Deinen Formulierungen rüber zu bringen.

Sieben goldene Tipps für Deine Corporate Identity

Hier gibt es eine Fortsetzung zu diesem Beitrag. Da stelle ich Dir Sieben goldene Tipps für Deine Corporate Identity vor.

Wie hat Dir dieser Beitrag gefallen. Hast Du schon eine „Zeh iiieh“? Oder hältst Du das alles für überflüssigen Schnickschnack? Schreib mir gern einen Kommentar!

5/5 (1 Review)

Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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