Corporate Identity für Solopreneure - Bild mit vielen Menschen

Zeh iieeh? Warum Corporate Identity auch für Solopreneurinnen wichtig ist

Cor­po­rate Iden­tity ist etwas, das man gemein­hin nur gro­ßen Unter­neh­men zuschreibt. Und so kommt es, dass ich öfters höre, “Zeh iieeh, was ist das denn?”

Zur Cor­po­rate Iden­tity (CI, also eigent­lich “Siii Aiii” 😉 ) eines Unter­neh­mens gehö­ren mehr Fak­to­ren als nur das Logo und die Fir­men­klei­dung — und ja, auch kleine und kleinste Unter­neh­men kön­nen für eine durch­gän­gige, starke Cor­po­rate Iden­tity sor­gen, die ihr Unter­neh­men wie­der­erkenn­bar und ver­trau­ens­wür­dig macht.

Warum ist eine durchdachte Corporate Identity so wichtig?

Zunächst ein­mal sorgt sie natür­lich für Wie­der­erken­nung. Bran­ding ist ein wich­ti­ger Teil Dei­ner Mar­ken­iden­ti­tät — denn nur, wenn Du immer wie­der erkannt wirst, gewöh­nen sich die Men­schen an Dich und Dein Ange­bot. Und woran man sich gewöhnt hat, dem ver­traut man auch. Eine schlüs­sige, auf­ein­an­der abge­stimmte Cor­po­rate Iden­tity strahlt auch Pro­fes­sio­na­li­tät aus. Was Du tust, wirkt nicht mehr belie­big und spon­tan, son­dern wohl über­legt. Wirkt zuein­an­der pas­send. Wirkt hoch­wer­ti­ger als dahin­ge­stop­pelt.

Also im Über­blick, sorgt Deine starke Cor­po­rate Iden­tity für

  • Wie­der­erken­nung
  • Mar­ken­bil­dung
  • Ver­trau­ens­bil­dung
  • einen pro­fes­sio­nel­len Ein­druck

Was gehört zur Corporate Identity dazu?

Bei­des ist in mei­nen Augen für Dich auch als Solo­pre­neu­rin unver­zicht­bar. Dein Fir­men­name kann mit Dei­nem eige­nen Namen iden­tisch sein. Als “Logo” mag Dein Gesicht die­nen, aber Du brauchst in jedem Fall einen “Bezeich­ner” für Dich und Dein Busi­ness.

Hast Du einen prä­gnan­ten und unver­wech­sel­ba­ren Namen, so ist die­ser gerade dann, wenn Du als Trai­ner oder Coach unter­wegs bist, keine schlechte Wahl, denn Du per­sön­lich erbringst ja eine ganz unver­wech­sel­bare Dienst­leis­tung. Wenn Du aber einen so gewöhn­li­chen Namen hast wie ich, dann musst Du Dir schon etwas ande­res ein­fal­len las­sen.

2) Firmenfarben

Legst Du spe­zi­elle Far­ben für Deine Firma fest, die immer wie­der zum Ein­satz kom­men, so machst Du Dir den Mar­ke­ting-All­tag wesent­lich ein­fa­cher. Sie bil­den einen Teil Dei­nes Gestal­tungs­rah­mens und Du musst Deine opti­sche Erschei­nung in den ver­schie­dens­ten Medien nicht immer wie­der neu erfin­den. Dafür ist es hilf­reich, wenn Du Dich früh­zei­tig auf wenige Far­ben fest­legst und Dir für die ver­schie­de­nen Sys­teme, in denen Far­ben gebraucht wer­den, die Farb­codes abspei­cherst. Also die RGB und CMYK-Farb­werte, den Hex­code (für die Dar­stel­lung im Inter­net) und even­tu­ell noch — falls Du sie ver­wen­dest, die Num­mern ganz spe­zi­el­ler Farb­sys­teme wie HKS, Pan­tone oder RAL.

3) Layout

Auch ein immer wie­der­keh­ren­des Lay­out bei Dei­nen Pos­tern oder Pla­ka­ten, Bro­schü­ren und Fly­ern, bei Dei­nen Gra­fi­ken fürs Inter­net und Social Media hilft Dir bei der Gestal­tung und Dei­nen Fans, Fol­lo­wern, Inter­es­sen­ten und Kun­den Dich wie­der zu erken­nen.

3) Schriften

Gerade bei den Schrif­ten wird gern viel expe­ri­men­tiert. Es gibt ja auch so viele schöne und inter­es­sante Vari­an­ten! Doch bes­ser ist es, Du suchst Dir zwei, maxi­mal drei Schrif­ten aus, die Du über­all in immer glei­cher Weise ver­wen­dest. Bei mir ist zum Bei­spiel sind die Haupt­über­schrift immer in der Schrift “Emily’s Candy” gesetzt — eine sehr ver­spielte Schrift, die nicht unum­strit­ten ist. Ich ver­wende sie aber ganz bewusst und gern, weil sie etwas von der zau­ber­haf­ten Leich­tig­keit ver­mit­teln soll, mit der Du Dein Mar­ke­ting tat­säch­lich selbst umset­zen kannst. Dass sie nicht jedem gefällt, nehme ich in Kauf — zumin­dest fällt sie in die­sem doch oft sehr nüch­tern wirt­schaft­lich ori­en­tier­ten Mar­ke­ting-Umfeld auf.

4) Audio

Ja, auch mit Klän­gen kannst Du Deine Cor­po­rate Iden­tity gestal­ten. Man muss nicht gleich die Tele­kom oder Audi sein, um auch akus­tisch wie­der­erkenn­bar zu sein. So kannst Du Dir eine Titel­mu­sik für Dei­nen Pod­cast aus­su­chen und lizen­sie­ren, selbst etwas auf einem Instru­ment, das Du beherrschst, kom­po­nie­ren und spie­len — und sogar ein Schlag­zeug kannst Du zu die­sem Zweck ein­set­zen, so wie Monika Bir­kner es mit ihrem Intro zu ihrem Pod­cast macht.

5) Bildsprache und Motive

Für Deine Wer­bung in Print genau so wie im Inter­net soll­test Du Dir auch früh­zei­tig Gedan­ken über Deine Bild­spra­che machen. Wenn Du immer glei­che The­men und Motive ver­wen­dest, erkennt man Dich schon allein daran. Gerade an die­ser Stelle kön­nen auch wir kleine Unter­neh­me­rin­nen gut von den gro­ßen Mar­ken-Artik­lern ler­nen.

Was ich damit genau meine? Auch ohne, dass das Logo dabei steht, weißt Du, wenn Du ein Bild mit Wild­west-Roman­tik siehst, dass es sich wahr­schein­lich um Marl­boro-Wer­bung han­delt. Siehst Du ein Segel­schiff mit grü­nem Segel ist klar, dass es Wer­bung der Becks Braue­rei ist. Und wenn Du eine schwarze mensch­li­che Sil­hou­ette vor einem ein­far­bi­gen Hin­ter­grund mit einem wei­ßen Ohr­hö­rer-Kabel siehst, wirst Du wahr­schein­lich sofort an App­les iPhone oder iPod den­ken.

Ich habe mich in mei­ner Bild­spra­che für “zau­ber­hafte” Motive im wei­tes­ten Sinne ent­schie­den, gern kom­bi­niert mit Natur-, unbe­han­del­tem Holz- oder “Vintage”-Elementen. Aus­schließ­lich im Bereich der Zau­be­rei und Magie zu blei­ben hätte mich zu sehr ein­ge­schränkt. Wenn ich jedoch ganz will­kür­lich die Bil­der zur Illus­tra­tion mei­ner Blog­ar­ti­kel und Social Media Posts aus­wäh­len würde, hätte ich schon Mühe, erkenn­bar zu blei­ben.

Natür­lich darf man auch mal die Regeln bre­chen, aber zu mehr als 80 Pro­zent sollte man sich schon an den selbst gesetz­ten Rah­men hal­ten.

6) Corporate Wording

Auch die Spra­che, die Du ver­wen­dest, in Dei­ner Kor­re­spon­denz, in Dei­ner Print­wer­bung, Dei­ner Web­site und Dei­nem Blog und in Dei­nen Social Media Posts, gehört zu Dei­ner Cor­po­rate Iden­ti­tiy. Selbst Deine Art zu spre­chen gehört dazu — egal ob Du Dei­nen Anruf­be­ant­wor­ter besprichst, wie Du Dich am Tele­fon mel­dest, wie Du Vor­träge hältst oder in Pod­casts oder Webi­na­ren redest — Deine Wort­wahl, die Ent­schei­dung, ob Du Umgangs­spra­che ver­wen­dest oder sprichst wie gedruckt, Dein Dia­lekt, Deine Art, Sätze zu bil­den (lang, kurz, ver­schach­telt, voll­stän­dig, abge­hackt, mit offe­nen Enden .…) alles das ist Teil Dei­ner Cor­po­rate Iden­tity.

Ich höre bei­spiels­weise sehr gern Pod­casts, um dazu zu ler­nen und mich auf dem Lau­fen­den zu hal­ten. Wäh­rend ich die Stim­men und den Sprach­duk­tus von Pod­cas­tern wie Mar­kus Cerenak, Ivan Blat­ter und Gor­don Schön­wäl­der, Marit Alke oder Mira Gie­sen sofort im Ohr habe, gibt es andere Pod­cas­ter, deren “Klang” ein­fach nicht hän­gen bleibt.

7) Verknüpfung von Dienstleistung mit Ambiente

Denke auch mal über die Umge­bung nach, in der Du Deine Dienst­leis­tung erbringst. Auch die Art der Beleuch­tung, die Qua­li­tät der Aus­stat­tung, Gerü­che und Fak­to­ren wie Geräu­mig­keit kön­nen zu Dei­ner Cor­po­rate Iden­tity gehö­ren.

Ist es in Dei­ner Buch­hand­lung eher dun­kel, eng und trotz­dem gemüt­lich, weil über­all kleine Sitz­ecken und Kis­sen zum Ver­wei­len ein­la­den und es ange­nehm nach frisch gebrüh­tem Kaf­fee und selbst­ge­ba­cke­nem Kuchen riecht? Daran wer­den sich Kun­den erin­nern!

Oder ste­hen Deine Waren in nüch­ter­nen Metall­re­ga­len wie acht­los abge­stellt, riecht es auf­dring­lich nach Putz­mit­teln und besteht Deine Beleuch­tung in grel­len Neon­röh­ren?

Ver­wöhnst Du Deine Kun­din­nen nicht nur mit einer Wohl­fühl­mas­sage, son­dern sorgst Du auch für ange­nehme Tem­pe­ra­tu­ren, Düfte und Hin­ter­grund­mu­sik?

Erscheinst Du pünkt­lich zu Dei­nen Ter­mi­nen, oder kommst Du regel­mä­ßig zu früh oder zu spät?

Wie klei­dest Du Dich?

Du ahnst es:

Alles Teil Dei­ner CI!

8) Preise

Preise und Cor­po­rate Iden­tity? Aber ja! Deine Preis­ge­stal­tung gehört eben­falls zu Dei­ner Unter­neh­mens­iden­ti­tät. Nicht nur, ob Du eher als preis­wert oder als teuer wahr­ge­nom­men wirst, auch, wie Du Deine Preise optisch gestal­test, gehört zu Dei­ner CI.

So habe ich als Mar­ke­ting-Lei­te­rin für das Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­neh­men, für das ich tätig war, im Pri­vat­kun­den­be­reich aus­schließ­lich mit “Schnaps­zah­len” gear­bei­tet — das fiel schon auf. Andere ver­wen­den nur Schwel­len­preise (Du weißt schon, wie 9,99 €) oder wie­der andere nur auf Zeh­ner oder Fün­fer gerun­dete Preise. Wie­der andere schwö­ren auf die “7” am Ende eines Prei­ses. Doch was spricht dage­gen, selbst ein­mal zu tes­ten, wie denn andere Preise bei Dei­ner Ziel­gruppe ankom­men? Ja, sogar dem Kun­den die Wahl zu las­sen, wie viel er zah­len möchte, ist eine mög­li­che Option.

Wo in Deinem Unternehmensalltag kannst Du Deine Corporate Identity einsetzen?

Kleidung und Accessoires

Als Solo­pre­neu­rin bist Du selbst der soge­nannte Mar­ken­kern. Wie Du bist, wie Du Dich gibst, wie Du Dich klei­dest, das gehört genau so zu Dei­nem Unter­neh­men wie Dein Logo und Deine Fir­men­far­ben und alle ande­ren Ele­mente, die ich wei­ter oben auf­ge­zählt habe.

Das kannst Du Dir mit Dei­ner Klei­dung und Dei­nen Acces­soires eben­falls zu nutze machen. Ob Du nun so mini­ma­lis­tisch auf­tre­ten magst wie Steve Jobs oder Mark Zucker­berg oder ob Du es gern etwas auf­fäl­li­ger hast — das ist natür­lich Dir selbst über­las­sen. Aber mach Dir mal die gan­zen Per­sön­lich­kei­ten, die im Grunde ihre eigene Marke sind, ein­mal bewusst:

Was wäre Karl Lager­feldt ohne sei­nen Zopf?

Drucksachen und Außenwerbung, Kfz-Werbung

Klar, hier ist es nahe­lie­gend, dass Du Dein Logo, Deine Far­ben, Deine Schrif­ten, Deine Bild­spra­che zum Ein­satz bringst. Denke aber nicht nur an Deine Flyer und Deine Geschäfts­aus­stat­tung (Visi­ten­karte, Brief­pa­pier usw.), son­dern auch an Ange­bots­map­pen, Pos­ter, Pla­kate, Rol­lup-Dis­plays, Ban­ner und Spann­tü­cher, Fah­nen, Geh­weg­auf­stel­ler und so wei­ter.

Auch Dein Auto bie­tet sich even­tu­ell an, um Wer­bung für Dein Unter­neh­men zu machen und ent­spre­chend gestal­tet zu wer­den. Ob und was Du hier kon­kret machst, hängt aber unmit­tel­bar mit dem Image zusam­men, das Du trans­por­tie­ren möch­test.

Website / Blog und Social Media

Das Inter­net bie­tet Dir viele Gele­gen­hei­ten, Dich und Dein Unter­neh­men zu prä­sen­tie­ren. Weil hier aber Ände­run­gen pro­blem­lo­ser umzu­set­zen sind, als in den recht teuer pro­du­zier­ten Druck­sa­chen, liegt hier auch eine große Gefahr.

Aus der Zusam­men­ar­beit mit mei­nen Kun­den weiß ich, dass vie­len nach bereits rela­tiv kur­zer Zeit das eigene Erschei­nungs­bild lang­wei­lig wird.

Du siehst so viele Mög­lich­kei­ten, wie man ein Bild zum Bei­spiel für einen Face­book-Post oder Dei­nen Blog­bei­trag gestal­ten kannst und möch­test weg von Dei­nem immer glei­chen Schema. Wider­stehe dem Impuls, stän­dig etwas Neues aus­pro­bie­ren zu wol­len. Wenn Du etwas ver­än­dern möch­test, dann mach es mit Sys­tem, ändere immer nur ein Ele­ment und arbeite eine Zeit­lang mit soge­nann­ten A/B-Split­tests. Das bedeu­tet, dass Du genau misst, wel­che Ver­sion bes­ser bei Dei­ner Ziel­gruppe ankommt. Für das erfolg­rei­chere ent­schei­dest Du Dich dann auf der Basis genauer Ergeb­nisse und nicht allein nach Bauch­ge­fühl.

Folien, E-Books, Freebies

Wenn Du auf Dei­ner Web­site oder Dei­nem Blog soge­nannte Free­bies zum Her­un­ter­la­den anbie­test, soll­test Du auch dar­auf ach­ten, diese mit Dei­nem Cor­po­rate Design zu gestal­ten, so dass Deine CI auch hier trans­por­tiert wird. Das kön­nen bei­spiels­weise kurze E-Books sein, Foli­en­prä­sen­ta­tio­nen von Webi­na­ren, die Du gehal­ten hast, Han­douts oder Check­lis­ten und vie­les mehr. Nutze die Gele­gen­heit, auch hier Deine Far­ben, Schrif­ten und vor allem auch Dein Logo zu ver­wen­den, Deine Bild­spra­che anzu­brin­gen und Deine Art zu spre­chen in Dei­nen For­mu­lie­run­gen rüber zu brin­gen.

Sieben goldene Tipps für Deine Corporate Identity

Hier gibt es eine Fort­set­zung zu die­sem Bei­trag. Da stelle ich Dir Sie­ben gol­dene Tipps für Deine Cor­po­rate Iden­tity vor.

Wie hat Dir die­ser Bei­trag gefal­len. Hast Du schon eine “Zeh iiieh”? Oder hältst Du das alles für über­flüs­si­gen Schnick­schnack? Schreib mir gern einen Kom­men­tar!

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Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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