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eClincher – der Musketier unter den Social Media Planungstools?

eClincher ist ein weiteres Planungstool für Social Media, das ich Dir im Rahmen meiner Reihe vorstellen möchte.

Bereits vorgestellt habe ich diese Tools:

Zum Abschluss der Reihe gibt es dann noch einen Vergleich aller vorgestellten Tools. Das sind natürlich nicht alle Tools, die es derzeit auf dem Markt gibt, in meinen Augen aber die, die Du kennen solltest um zu entscheiden, ob und welche Du davon einsetzen möchtest.

Auch den eClincher hatte ich bereits im vergangen Jahr auf dem Schirm, als ich meine Reihe zu den Planungstools für die Social Media Netzwerke gestartet habe. Weil mir die Zeit fehlte, habe ich nie den 14-tägigen kostenfreien Testzeitraum genutzt. Aber spannend fand ich eClincher insbesondere wegen der großen Vielfalt an Netzwerken, die damit zu steuern sind.

Aber, mindestens 15 Dollar im Monat sind eben eine Hausnummer, zumal ich ja auch schon mit Planungstools versorgt war. Dann, Ende März 2017 gab es ein unwiderstehliches Angebot von Appsumo …

Und wieder mal war es um mich geschehen. Lifetime-Zugang zu eClincher für einmalig 49 Dollar? Für mich ein No-Brainer!

Aber wie das dann immer so ist: Statt mir das Tool trotzdem vorher einmal selbst anzusehen, habe ich mehr oder weniger blind gekauft. Klar, es gab und gibt jede Menge Screenshots auf der Website von eClincher. Aber wer schaut schon so genau hin, wenn die Zeit drängt und eine Entscheidung gefällt werden muss? Was letztlich mein Problem mit eClincher war und ist, erzähle ich Dir dann am Ende meines Beitrags.

Kurzbeschreibung von eClincher

eClincher besticht (wie Social Pilot auch) durch die Vielzahl der Netzwerke, die damit gesteuert und geplant werden können:

  • Twitter
  • Facebook
  • Google+
  • LinkedIn
  • Instagram
  • Pinterest
  • YouTube
  • Blogger

So einfach fügst Du in eClincher Deine sozialen Netzwerke hinzu.

Außerdem versucht eClincher nicht nur eine Art Musketier unter den Planungstools zu sein (eines für alle, alle für einen), sondern auch noch die eierlegende Wollmilchsau, indem nämlich die Planungsfunktionen solcher Tools wie Social Pilot und Post Planner, Edgar und Recurpost und der Hootsuite unter einem Dach vereinbart werden. Das klingt doch sehr verlockend, oder? Ob es hält, was es verspricht, dazu komme ich jetzt.

Die positiven Aspekte von eClincher

Die vielen Netzwerke habe ich ja schon benannt. Das ist schon ziemlich cool, auch wenn das deutsche XING in der Liste fehlt.

Dass Beiträge auf normale Art geplant werden können, erwartet man ja von einem Planungstool. Also:

Post schreiben – Zeitpunkt festlegen – fertig!

Das ist die Art, wie die meisten anderen Tools auch ihre Arbeit erledigen.

Doch eClincher kann – ähnlich wie Edgar und Recurpost – auch vorbereitete Posts immer wieder in einer Art Sendeschema oder Stundenplan posten. Was bei Edgar und Recurpost die Libraries (Bibliotheken)sind, sind bei eClincher die Queues (Schlangen). Bis jetzt kenne ich kein anderes Tool, das beides unter einem Dach miteinander vereint.

Die Liste der nützlichen Funktionen ist tatsächlich ebenfalls sehr umfangreich. Hier ein Auszug aus den Funktionen:

Video Anhänge

Ohne Videos geht in vielen Social Media heute gar nichts mehr. Und so ist es besonders praktisch, wenn Du auch Videoposts direkt mit Deinem Planungstool vorbereiten kannst. Mit eClincher ist das möglich!

Canva Integration

Direkt aus der Erstellung eines Posts heraus kannst Du direkt in Deinen Canva-Account wechseln, dort eine Grafik im passenden Format erstellen und sofort in Deinen Post einfügen. Ich finde das unglaublich smart!

Direkt aus der App kannst Du die Erstellung einer Grafik in Canva beginnen.

Medien-Integration

Direkt im Posting-Editor kannst Du außerdem gleich kostenlose Bilder von Pixabay und GIFs von Giphy recherchieren und einfügen. Du hast Zugriff auf die Standard Emojis und einen Linkverkürzer. Bilder hochladen vom PC ist natürlich auch möglich.

Auch Emojis fügst Du ganz umstandslos in eClincher hinzu.

Pocket-Integration

Die Integration mit Pocket war für mich einer der Hauptgründe für den Kauf. Du kannst eClincher mit Deinem Pocket-Account verbinden und direkt dort gespeicherte Inhalte (Links) teilen. Weil ich sehr viele Beiträge von anderen kuratiere und die dafür interessanten Beiträge fast immer in Pocket zwischenparke, ist das für mich eine der interessantesten Funktionen und war letztlich der Kaufgrund. In dieser Form bietet das kein anderes der von mir vorgestellten Tools!

Die Integration von Pocket war für mich ein wichtiger Kaufgrund.

Chrome Extension

Google Chrome ist sowieso mein Browser der Wahl (ja, Google weiß alles über mich! Was Google nicht weiß, wissen Facebook und Amazon. Ich hoffe, die drei fusionieren nicht … 😀 ) – und so finde ich es toll dass es auch für eClincher eine Erweiterung gibt. Findest Du beim Surfen einen spannenden Artikel, den Du teilen möchtest, klickst Du einfach auf das eClincher Symbol in Chrome und schon kannst Du den Beitrag teilen oder planen.

Die Chrome-Erweiterung von eClincher ist eine praktische Sache.

Live Social Feeds

Dieser Bereich erinnert mich doch sehr an die Hootsuite. Hier kannst Du Deine bevorzugten Kanäle verbinden und den Überblick über Deine Feeds und Timelines behalten. Wenn Du also nicht immer zwischen den einzelnen Netzwerken hin- und her switchen möchtest und keine Lust darauf hast, viele Browsertabs geöffnet zu halten, ist das eine sehr praktische Funktion. Für mich habe ich festgestellt, dass ich das früher in der Hootsuite mal sehr oft genutzt habe, inzwischen für mich aber nicht mehr so super spannend ist. Musst Du also für Dich entscheiden, ob Dir das hilfreich ist.

Analytics

Über die Analytics-Funktion kannst Du Dir ein eigenes Dashboard zusammen stellen. So ist ein einfaches Monitoring auf einen schnellen Blick möglich. Erwarte nicht zuviel davon, aber einen netten Ein- und Überblick bekommst Du schon. Nicht für alle Netzwerke sind Analyse-Funktionen verfügbar. Ich habe Zugriff auf Facebook, Twitter und Instagram. Pinterest und Google+ stehen nicht zur Verfügung (obwohl ich für Pinterest einen Business-Account angelegt habe). Um Google-Analytics zu integrieren, müsste ich meinen Account upgraden.

Was mir an eClincher weniger gut gefällt

Bei so vielen positiven Aspekten fragst Du Dich vielleicht schon, warum ich am Anfang dieses Beitrags geschrieben habe, dass ich ein Problem mit eClincher habe. Genauer: Ich werde mit dem Tool einfach nicht richtig warm. Woran liegt es?

Fummelige Oberfläche

Wegen der Komplexität und dem Anspruch, möglichst viel auf eine Seite zu integrieren, ist mir die Benutzeroberfläche einfach zu „fummelig“. Überall gibt es noch kleine Icons hier und ein Hamburger-Menü (die drei Striche) da. Ich kann es nicht genau festmachen, aber das Erscheinungsbild ist mir irgendwie auch „altmodisch“ und ich fühle mich komischerweise eingeengt. Du merkst, das ist sehr subjektiv, mehr ein Gefühl, als dass ich das konkretisieren könnte.

Hilfe vorwiegend als Videos

Auch wenn es eine relativ lange Liste der FAQs gibt (Frequently asked questions = häufige Fragen): Die Anleitungen in der Hilfe bestehen ausschließlich aus Videos. Das ist so gar nicht mein Ding. Bis dass ich in einem Video die gesuchte Info gefunden habe, habe ich schon zehn Texte überflogen und die Antwort auf meine Frage. Klar, Videos sind schnell erstellt und es gibt genug Menschen, die lieber ein Video ansehen als einen Text am Monitor zu lesen. Mir fehlt dafür einfach die Zeit.

Monitoring Keywords & Hashtags

Alles mitzubekommen, was Deine Mitbewerber so posten und für alle Themen auf dem Laufenden zu bleiben, ist gar nicht so einfach. eClincher versucht, Dir auch dabei zu helfen. Dazu musst Du „Feeds“ hinzufügen. Für Facebook gilt hier leider, dass die von mir zu überwachenden Personen meistens nicht gefunden werden oder Menschen mit zwar diesem Namen, aber nicht aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. So findet das Tool zwar Claudia Kauscheder von Abenteuer HomeOffice, meinen Kollegen Jonas Tietgen von WP-Ninjas.de aber nicht.

Content Curation Feeds

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Verwendung der Funktion Content Curation Feeds. Eine Sprache kann nicht festgelegt werden und wenn Du dann so ein Keyword wie „marketing“ oder „social media“ überwachen willst, kommen natürlich nur englischsprachige Quellen. Die zu verstehen ist für mich ja wahrlich nicht das Problem, aber zum Kuratieren für Dich, liebe Leserin, ist das dann nur in Ausnahmefällen geeignet. Sogar bei deutschen Fachbegriffen (Beispiel „suchmaschinenoptimierung“ – siehe Screenshots) wirft eClincher nur englische Posts aus. Das finde ich schon ziemlich ignorant.

eClincher gibt englischsprachigen Quellen den Vorzug. Selbst bei der Eingabe eines deutschen Suchworts.

Autopost with Queues

Diese Funktion erinnert stark an Edgar oder Recurpost. Die Einrichtung finde ich nicht so intuitiv wie bei den anderen beiden Tools. Ist aber machbar. Positiv ist, dass diese Funktion nicht nur für Twitter, Facebook und LinkedIn zur Verfügung steht, sondern auch für Instagram, Pinterest und Google+. Leider kann ich sie mit meiner Appsumo-Version nicht nutzen – hier hätte ich im Vorfeld meines Kaufs besser recherchieren müssen. Da ich diese Funktion mit Recurpost inzwischen abgedeckt habe, besteht für mich auch keine Veranlassung, auf den regulären Individual Plan für 15 Dollar pro Monat upzugraden. Das war seinerzeit meine größte Enttäuschung mit diesem Deal.

Autopost with Queues – dafür wollte ich eClincher eigentlich haben …

Unified Social Inbox

Auch die Social Inbox, die einen schönen Überblick über alle Netzwerke bieten würde, steht mir mit dem Individual Plan nicht zur Verfügung. Ich denke, dass das eine sehr gute Funktion ist, kann dazu aber eben leider keine Aussage machen.

Die Inbox-Funktion steht erst ab dem Basic Plan zur Verfügung

Wie ich eClincher nutze und mein Fazit

Derzeit nutze ich eClincher nur sporadisch und schaue ab und zu mal rein, ob sich an den Funktionen oder der Benutzeroberfläche etwas verändert hat. Der Individual Plan ist für Solopreneure gerade eben so ausreichend, richtig interessant würde in meinen Augen erst der Basic Plan. Doch preislich ist der mit 49 Dollar monatlich schon wieder in Bereichen, der weniger für Solopreneure anderer Branchen als mehr für Social Media Profis gerechtfertigt ist. Hier findest Du übrigens die Preisübersicht von eClincher.

Ich jammere meinen 49 Dollar also nicht hinterher, im Grunde war das kein schlechter Deal. Auch wenn ich nicht genau das bekommen habe, was ich eigentlich wollte, nämlich einen Ersatz für Edgar. Dafür hätte ich auch das etwas veraltete User Interface (die Benutzeroberfläche) in Kauf genommen. So bin ich letztlich bei Recurpost gelandet und zufrieden damit.

Wie schaut es bei Dir aus?

Nutzt Du eClincher (vielleicht auch in der Appsumo-Variante), oder gefällt Dir vielleicht das, was ich hier beschrieben und mit den Screenshots gezeigt habe so gut, dass Du dir den Individual oder gar den Basic Plan gönnen wirst? Ich bin gespannt auf Deinen Kommentar!

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein lokales Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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