Erfahrungen & Bewertungen zu Rat & Tat Marketing Birgit Schultz - Marketing-Zauber Dein privates Facebook-Profil geschäftlich nutzen - worauf Du achten solltest
Facebook-Profil Bild - wie es nicht aussehen sollte

Dein privates Facebook-Profil geschäftlich nutzen — worauf Du achten solltest

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Wenn Du zu einem Geschäfts­emp­fang gehst, ziehst Du Dir dann auch ein wit­zi­ges Kos­tüm an, setzt eine Son­nen­brille auf und nimmst Visi­ten­kar­ten mit einem Fan­ta­sie­na­men mit? Gehst Du dann ein­fach nach vorn oder auf die Bühne, schnappst Dir das Mikro und stellst Dein Unter­neh­men vor? Dann igno­rierst Du alle Fra­gen zu Dir als Per­son und gehst ein­fach mal wie­der? Genau so ver­hal­ten sich aber viele, die Face­book zwar geschäft­lich nut­zen, aber nicht dar­auf ach­ten, wie ihr Pro­fil und ihr Ver­hal­ten so wir­ken.

Alles, was Du auf Face­book machst, wie Du Dich dar­stellst, wie Du Dein Face­book-Pro­fil füllst, was Du pos­test: Alles wird in dem Moment zu Mar­ke­ting, in dem Du auch geschäft­lich auf Face­book aktiv bist. Darum beleuchte ich heute ein­mal ein paar klas­si­sche Feh­ler, die mir beson­ders als Grup­pen-Admi­nis­tra­tor immer wie­der so auf­fal­len. Und die eigent­lich ganz leicht zu ver­mei­den sind.

Auch wenn Face­book die geschäft­li­che Nut­zung pri­va­ter Pro­file unter­sagt — für uns Solo­pre­neure ist eine Ver­mi­schung von pri­vat und geschäft­lich unver­meid­lich. Spä­tes­tens in dem Moment, in dem wir Grup­pen bei­tre­ten, in denen es um Ver­net­zung und Ver­mark­tung unse­rer Unter­neh­men geht. Da wir nicht mit unse­ren geschäft­li­chen Sei­ten Mit­glied wer­den kön­nen (das hat Face­book — noch? — nicht vor­ge­se­hen), bleibt uns da nicht viel ande­res übrig.

Wichtiger Hinweis!

Mit die­sem Bei­trag rufe ich natür­lich nicht zur geschäft­li­chen Nut­zung Dei­nes pri­va­ten Pro­fils auf, son­dern weise auf die The­ma­tik aus mar­ke­ting­tech­ni­scher Sicht hin. Du soll­test auf jeden Fall wis­sen, dass es immer eine Grat­wan­de­rung ist, die Du da unter­nimmst. Denn sowohl Face­book als auch unser Gesetz­ge­ber haben für die­ses Thema ihre eige­nen Vor­stel­lun­gen. Wich­tige Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen lie­fert Dir die­ser Arti­kel von Rechts­an­walt Dr. Tho­mas Schwenke, den Du auf jeden Fall ergän­zend zu mei­nem Bei­trag lesen soll­test.

Jetzt könnte man auf die Idee kom­men, ein­fach zwei Pro­file zu füh­ren: Eins für pri­vat und die Freunde und eins geschäft­lich und öffent­lich.

Lass Dir sagen: Das ist keine gute Idee!

Ers­tens ver­bie­tet Face­book das und kann Dir im Zwei­fel eins oder beide Pro­file sper­ren. Dumm, wenn das dann das Pro­fil ist, mit dem Du Deine Seite ver­wal­test und Du even­tu­ell Grup­pen-Admin bist.

Zwei­tens, weil Du schon nach kur­zer Zeit mer­ken wirst, dass sich das schi­zo­phren anfühlt und Du Dich immer neu ein- und aus­log­gen musst (oder mit zwei Brow­sern arbei­ten).

Mach’s also bes­ser gleich rich­tig und arbeite mit einem ein­zi­gen Pro­fil. Über die Zuord­nung von Dei­nen Freun­den zu ent­spre­chen­den Lis­ten kannst Du prima ein­stel­len, wer wel­che Inhalte zu sehen bekom­men soll.

Mir ist das aller­dings zu läs­tig.

Ich habe zwar eine Liste mit “engen Freun­den” und die ist wirk­lich klein und ent­hält keine zwan­zig Per­so­nen — alle von denen ste­hen mir sehr nahe. Nor­ma­ler­weise poste ich aber bestimmt 98% öffent­lich. Ein­zig, wenn ich in den Urlaub fahre, erstelle ich eine geheime Gruppe. In die lade ich wenige Men­schen und poste dort über meine Reise. Da ich im Home­Of­fice arbeite, möchte ich nicht, dass mein genauer Rei­se­ter­min und meine Abwe­sen­heit öffent­lich bekannt ist. Du kannst Dir den­ken, warum.

Facebook-Profil: Dein Foto

Für die geschäft­li­che Face­book-Nut­zung ist ein anspre­chen­des Pro­fil-Foto Tür­öff­ner Num­mer 1! Vor weni­gen Wochen habe ich neue Fotos von mir machen las­sen und auch eines aus dem Shoo­ting für mein pri­va­tes Pro­fil aus­ge­wählt.

Mein neues Pro­fil­foto auf Face­book

Die Reak­tio­nen waren unglaub­lich. So viele Likes und Kom­men­tare habe ich schon lange nicht mehr bekom­men.

Was mir bei der Aus­wahl des Bil­des wich­tig war: Es sollte

  • meine Per­sön­lich­keit rüber brin­gen
  • freund­lich aus­se­hen
  • gut wie­der­erkenn­bar sein
  • Sym­pa­thie wecken
  • Ver­trauen erwe­cken

Denn das alles sind wich­tige Vor­aus­set­zun­gen dafür, dass ich neue Inter­es­sen­ten für Mar­ke­ting-Zau­ber gewin­nen kann.

Das erreichst Du aber nicht mit Pro­fil-Fotos, wie sie mir immer wie­der begeg­nen:

  • Man sieht den gan­zen Kör­per und kann darum das Gesicht kaum erken­nen.
  • Es wer­den nur Teile des Gesichts gezeigt
  • Es wird ein Bild im Pro­fil ver­wen­det, bei dem die Per­son sich abwen­det und man kaum die Nasen­spitze sieht
  • Eine Son­nen­brille ver­birgt die Augen
  • Es wird “cool” in die Kamera geschaut, meist wirkt das aber ledig­lich arro­gant oder gelang­weilt
  • Es wird eine Comic­fi­gur oder ein Emoji ver­wen­det
  • Zu sehen sind Blu­men oder Haus­tiere
  • Es befin­det sich nicht eine Per­son auf dem Bild, son­dern meh­rere (gern der Lebens­part­ner)
  • Es wird gar kein Foto ver­wen­det, son­dern nur das Platz­hal­ter­bild von Face­book belas­sen

Obwohl mir völ­lig klar ist, dass das Foto auch das Bild eines wild­frem­den Men­schen sein könnte, das nichts mit der Per­son zu tun hat, die sie vor­gibt zu sein: Wenn ich das Foto sym­pa­thisch finde, fällt es mir leich­ter, eine Freund­schafts­an­frage zu akzep­tie­ren oder den­je­ni­gen in eine mei­ner Grup­pen zu las­sen.

Also, lass auch für Dein pri­va­tes Pro­fil ein ordent­li­ches Foto machen (mög­lichst kein Pass­foto und schon gar kei­nes, wie es für den neuen Per­so­nal­aus­weis benö­tigt wird) und nutze die Sym­pa­thie, die Du damit gewin­nen kannst.

Im Facebook-Profil sind Klarnamen Pflicht

Nicht nur, dass die Ver­wen­dung Dei­nes ech­ten Namens von Face­book so ver­langt wird (die soge­nannte Klar­na­men-Pflicht) — auch in der Kom­mu­ni­ka­tion mit ande­ren ist ein ech­ter Name immer zu bevor­zu­gen. Schließ­lich gilt auch hier, was für Dein Foto gilt: Glaubst Du, jemand wird in Dei­nem Web­shop ein­kau­fen wol­len, wenn Du Dich hin­ter einem merk­wür­di­gen Pseud­onym ver­birgst? Serio­si­tät, Ver­läss­lich­keit und Ver­trau­ens­wür­dig­keit las­sen sich eben nicht mit Namen wie “Tigrib Schlutz”, “Bir Gitsch” oder “Bir­git Schu” erzeu­gen.

Eben­falls völ­lig dane­ben ist es, wenn der Mit­tel­name für die Berufs­be­zeich­nung ver­wen­det wird. “Bir­git Mar­ke­ting­be­ra­te­rin Schultz” wäre so ein Bei­spiel bei dem nicht nur ich lange Zähne bekomme.

Deine Profilangaben auf Facebook

Du musst Dein Face­book-Pro­fil und Dei­nen “Steck­brief” nicht so akri­bisch aus­fül­len, wie ich es tue. Aber drei Tipps für Dein (Selbst-)Marketing habe ich trotz­dem für Dich:

  • Ver­knüpfe an die­ser Stelle unbe­dingt Deine geschäft­li­che Seite mit Dei­nem pri­va­ten Pro­fil. So haben Face­book-Nut­zer, die Deine Posts in Grup­pen gele­sen haben, eine Chance, her­aus­zu­fin­den was Du anbie­test. Wenn Du gern in Grup­pen ande­ren hilfst und sie unter­stützt, bekommst Du auf diese Art auch immer wie­der neue Fans für Deine geschäft­li­che Seite.
  • Ent­we­der, Du gibst die Schule(n) an, die Du besucht hast, oder Du ver­zich­test ganz dar­auf. “Schule des Lebens” ist weder wit­zig noch aus­sa­ge­kräf­tig und zeigt in mei­nen Augen nur, dass der­je­nige, der das ver­wen­det, Pro­bleme mit sei­nem Selbst­be­wusst­sein hat. Für mich impli­ziert das immer: Kei­nen Schul­ab­schluss geschafft.
  • Schreibe in Dei­nen Steck­brief einen kur­zen Satz, der kurz knapp und bün­dig erklärt, was Du einem Inter­es­sen­ten anzu­bie­ten hast. Neu­deutsch nennt man das auch Ele­va­tor Pitch.

Gib in Deinen öffentlichen Posts auch etwas über Dich preis

Pro­file, in denen außer dem Titel- und Pro­fil­bild nichts wei­ter öffent­lich zu sehen ist, machen mich (ins­be­son­dere) als Grup­pen­ad­mi­nis­tra­tor miss­trau­isch. Was ist das für ein Mensch, der da Ein­tritt in meine Com­mu­nity ver­langt? Ohne öffent­li­che Posts kann ich den­je­ni­gen nicht ein­schät­zen. Weder mag ich den in meine Gruppe auf­neh­men, noch würde ich des­sen Dienst­leis­tung beauf­tra­gen oder etwas in sei­nem Shop bestel­len. Also, gib ruhig (etwas) über Dein Leben und Deine Inter­es­sen preis. Wenn das dann zu Dei­nem Busi­ness passt, um so bes­ser.

Klei­nes Bei­spiel?

Wenn Du auf Face­book mein Pro­fil auf­rufst, wirst Du schnell sehen, dass ich ein Fan der Pea­nuts bin, von schlech­tem Wet­ter und mei­ner Buch­hal­tung genervt bin und neben den Posts mei­ner geschäft­li­chen Seite gern Tipps und Posts mei­ner Netz­werk-Kol­le­gen teile.

Wenn mich jemand in einem Post mar­kiert und ich hin­ter dem stehe, was dort geschrie­ben wurde, gebe ich auch diese Posts für mein Pro­fil frei. So kann sich jeder, der sich für eine Zusam­men­ar­beit mit mir inter­es­siert, schon ein recht gutes Bild davon machen, was für ein Mensch ich bin.

Sei positiv und vermeide Geheimniskrämerei!

Was ich ver­meide (oder dann wirk­lich viel­leicht mal nur an meine Liste “enger Freunde” poste) sind nega­tive Posts aller Art und soge­nannte Mys­tery-Posts (“Bitte alle mal Dau­men drü­cken: Wich­tig!” und dann drei Stun­den spä­ter “Hat gehol­fen” — ohne Auf­lö­sung, worum es ging). Wenn ich mein Herz aus­schüt­ten will, spre­che ich mit mei­nem Mann, mei­ner Mut­ter oder mei­nen Freun­din­nen. Sol­che The­men gehö­ren mei­ner Mei­nung nach nicht nach Face­book. Und Mys­tery-Posts sind für alle, die nicht ein­ge­weiht sind, ein­fach nur ner­vi­ger Spam. Damit machst Du Dich auch nicht inter­es­sant — son­dern Du nervst. Und mit den neuen far­bi­gen Hin­ter­grün­den von Face­book wer­den diese Posts auch nicht bes­ser …

Kurz gefasst, ich poste gern und manch­mal auch viel.

Dafür habe ich meine eigene Regel:

Kein Sex, keine Poli­tik, keine Reli­gion und nichts, was ich nicht in drei Meter gro­ßen Buch­sta­ben an die Wand gegen­über mei­nem Eltern­haus schrei­ben würde. 😉

Damit fahre ich sehr gut. Du wirst Deine eigene Regel fin­den, mit der Du Dich wohl fühlst.

Und noch als letz­ter Tipp: Deine Freun­des­liste soll­test Du aller­dings nicht auf öffent­lich stel­len — dann ist Dein Pro­fil auch für Spam­mer und Kri­mi­nelle wesent­lich weni­ger span­nend.

Edit 27. Sep­tem­ber 2017: Gerade habe ich einen Bei­trag von Lars Hahn auf Sys­te­ma­tisch Kaf­fee­trin­ken gefun­den, der eine wun­der­volle Ergän­zung zu mei­nem Bei­trag hier dar­stellt. Schau mal rein!

Fazit zu Deinem Facebook-Profil

Wenn Du als Geschäfts­part­ner mit Dei­nem pri­va­ten Pro­fil auf Face­book ernst genom­men wer­den willst und Zugang zu Grup­pen erhal­ten möch­test, die sich mit geschäft­li­chen The­men befas­sen, dann über­prüfe doch mal Dein Pro­fil. Kleine Anpas­sun­gen kön­nen da große Wir­kung zei­gen.

Wie hast Du bis­her Dein Face­book-Pro­fil geführt? Wirst Du nun eini­ges daran ver­än­dern? Oder hast Du ganz andere Erfah­run­gen gemacht? Ich bin neu­gie­rig auf Dei­nen Kom­men­tar!

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Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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