Facebook-Profil Bild - wie es nicht aussehen sollte

Dein privates Facebook-Profil geschäftlich nutzen – worauf Du achten solltest

Wenn Du zu einem Geschäftsempfang gehst, ziehst Du Dir dann auch ein witziges Kostüm an, setzt eine Sonnenbrille auf und nimmst Visitenkarten mit einem Fantasienamen mit? Gehst Du dann einfach nach vorn oder auf die Bühne, schnappst Dir das Mikro und stellst Dein Unternehmen vor? Dann ignorierst Du alle Fragen zu Dir als Person und gehst einfach mal wieder? Genau so verhalten sich aber viele, die Facebook zwar geschäftlich nutzen, aber nicht darauf achten, wie ihr Profil und ihr Verhalten so wirken.

Alles, was Du auf Facebook machst, wie Du Dich darstellst, wie Du Dein Facebook-Profil füllst, was Du postest: Alles wird in dem Moment zu Marketing, in dem Du auch geschäftlich auf Facebook aktiv bist. Darum beleuchte ich heute einmal ein paar klassische Fehler, die mir besonders als Gruppen-Administrator immer wieder so auffallen. Und die eigentlich ganz leicht zu vermeiden sind.

Auch wenn Facebook die geschäftliche Nutzung privater Profile untersagt – für uns Solopreneure ist eine Vermischung von privat und geschäftlich unvermeidlich. Spätestens in dem Moment, in dem wir Gruppen beitreten, in denen es um Vernetzung und Vermarktung unserer Unternehmen geht. Da wir nicht mit unseren geschäftlichen Seiten Mitglied werden können (das hat Facebook – noch? – nicht vorgesehen), bleibt uns da nicht viel anderes übrig.

Wichtiger Hinweis!

Mit diesem Beitrag rufe ich natürlich nicht zur geschäftlichen Nutzung Deines privaten Profils auf, sondern weise auf die Thematik aus marketingtechnischer Sicht hin. Du solltest auf jeden Fall wissen, dass es immer eine Gratwanderung ist, die Du da unternimmst. Denn sowohl Facebook als auch unser Gesetzgeber haben für dieses Thema ihre eigenen Vorstellungen. Wichtige Hintergrundinformationen liefert Dir dieser Artikel von Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke, den Du auf jeden Fall ergänzend zu meinem Beitrag lesen solltest.

Jetzt könnte man auf die Idee kommen, einfach zwei Profile zu führen: Eins für privat und die Freunde und eins geschäftlich und öffentlich.

Lass Dir sagen: Das ist keine gute Idee!

Erstens verbietet Facebook das und kann Dir im Zweifel eins oder beide Profile sperren. Dumm, wenn das dann das Profil ist, mit dem Du Deine Seite verwaltest und Du eventuell Gruppen-Admin bist.

Zweitens, weil Du schon nach kurzer Zeit merken wirst, dass sich das schizophren anfühlt und Du Dich immer neu ein- und ausloggen musst (oder mit zwei Browsern arbeiten).

Mach’s also besser gleich richtig und arbeite mit einem einzigen Profil. Über die Zuordnung von Deinen Freunden zu entsprechenden Listen kannst Du prima einstellen, wer welche Inhalte zu sehen bekommen soll.

Mir ist das allerdings zu lästig.

Ich habe zwar eine Liste mit „engen Freunden“ und die ist wirklich klein und enthält keine zwanzig Personen – alle von denen stehen mir sehr nahe. Normalerweise poste ich aber bestimmt 98% öffentlich. Einzig, wenn ich in den Urlaub fahre, erstelle ich eine geheime Gruppe. In die lade ich wenige Menschen und poste dort über meine Reise. Da ich im HomeOffice arbeite, möchte ich nicht, dass mein genauer Reisetermin und meine Abwesenheit öffentlich bekannt ist. Du kannst Dir denken, warum.

Facebook-Profil: Dein Foto

Für die geschäftliche Facebook-Nutzung ist ein ansprechendes Profil-Foto Türöffner Nummer 1! Vor wenigen Wochen habe ich neue Fotos von mir machen lassen und auch eines aus dem Shooting für mein privates Profil ausgewählt.

Mein neues Profilfoto auf Facebook

Die Reaktionen waren unglaublich. So viele Likes und Kommentare habe ich schon lange nicht mehr bekommen.

Was mir bei der Auswahl des Bildes wichtig war: Es sollte

  • meine Persönlichkeit rüber bringen
  • freundlich aussehen
  • gut wiedererkennbar sein
  • Sympathie wecken
  • Vertrauen erwecken

Denn das alles sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass ich neue Interessenten für Marketing-Zauber gewinnen kann.

Das erreichst Du aber nicht mit Profil-Fotos, wie sie mir immer wieder begegnen:

  • Man sieht den ganzen Körper und kann darum das Gesicht kaum erkennen.
  • Es werden nur Teile des Gesichts gezeigt
  • Es wird ein Bild im Profil verwendet, bei dem die Person sich abwendet und man kaum die Nasenspitze sieht
  • Eine Sonnenbrille verbirgt die Augen
  • Es wird „cool“ in die Kamera geschaut, meist wirkt das aber lediglich arrogant oder gelangweilt
  • Es wird eine Comicfigur oder ein Emoji verwendet
  • Zu sehen sind Blumen oder Haustiere
  • Es befindet sich nicht eine Person auf dem Bild, sondern mehrere (gern der Lebenspartner)
  • Es wird gar kein Foto verwendet, sondern nur das Platzhalterbild von Facebook belassen

Obwohl mir völlig klar ist, dass das Foto auch das Bild eines wildfremden Menschen sein könnte, das nichts mit der Person zu tun hat, die sie vorgibt zu sein: Wenn ich das Foto sympathisch finde, fällt es mir leichter, eine Freundschaftsanfrage zu akzeptieren oder denjenigen in eine meiner Gruppen zu lassen.

Also, lass auch für Dein privates Profil ein ordentliches Foto machen (möglichst kein Passfoto und schon gar keines, wie es für den neuen Personalausweis benötigt wird) und nutze die Sympathie, die Du damit gewinnen kannst.

Im Facebook-Profil sind Klarnamen Pflicht

Nicht nur, dass die Verwendung Deines echten Namens von Facebook so verlangt wird (die sogenannte Klarnamen-Pflicht) – auch in der Kommunikation mit anderen ist ein echter Name immer zu bevorzugen. Schließlich gilt auch hier, was für Dein Foto gilt: Glaubst Du, jemand wird in Deinem Webshop einkaufen wollen, wenn Du Dich hinter einem merkwürdigen Pseudonym verbirgst? Seriosität, Verlässlichkeit und Vertrauenswürdigkeit lassen sich eben nicht mit Namen wie „Tigrib Schlutz“, „Bir Gitsch“ oder „Birgit Schu“ erzeugen.

Ebenfalls völlig daneben ist es, wenn der Mittelname für die Berufsbezeichnung verwendet wird. „Birgit Marketingberaterin Schultz“ wäre so ein Beispiel bei dem nicht nur ich lange Zähne bekomme.

Deine Profilangaben auf Facebook

Du musst Dein Facebook-Profil und Deinen „Steckbrief“ nicht so akribisch ausfüllen, wie ich es tue. Aber drei Tipps für Dein (Selbst-)Marketing habe ich trotzdem für Dich:

  • Verknüpfe an dieser Stelle unbedingt Deine geschäftliche Seite mit Deinem privaten Profil. So haben Facebook-Nutzer, die Deine Posts in Gruppen gelesen haben, eine Chance, herauszufinden was Du anbietest. Wenn Du gern in Gruppen anderen hilfst und sie unterstützt, bekommst Du auf diese Art auch immer wieder neue Fans für Deine geschäftliche Seite.
  • Entweder, Du gibst die Schule(n) an, die Du besucht hast, oder Du verzichtest ganz darauf. „Schule des Lebens“ ist weder witzig noch aussagekräftig und zeigt in meinen Augen nur, dass derjenige, der das verwendet, Probleme mit seinem Selbstbewusstsein hat. Für mich impliziert das immer: Keinen Schulabschluss geschafft.
  • Schreibe in Deinen Steckbrief einen kurzen Satz, der kurz knapp und bündig erklärt, was Du einem Interessenten anzubieten hast. Neudeutsch nennt man das auch Elevator Pitch.

Gib in Deinen öffentlichen Posts auch etwas über Dich preis

Profile, in denen außer dem Titel- und Profilbild nichts weiter öffentlich zu sehen ist, machen mich (insbesondere) als Gruppenadministrator misstrauisch. Was ist das für ein Mensch, der da Eintritt in meine Community verlangt? Ohne öffentliche Posts kann ich denjenigen nicht einschätzen. Weder mag ich den in meine Gruppe aufnehmen, noch würde ich dessen Dienstleistung beauftragen oder etwas in seinem Shop bestellen. Also, gib ruhig (etwas) über Dein Leben und Deine Interessen preis. Wenn das dann zu Deinem Business passt, um so besser.

Kleines Beispiel?

Wenn Du auf Facebook mein Profil aufrufst, wirst Du schnell sehen, dass ich ein Fan der Peanuts bin, von schlechtem Wetter und meiner Buchhaltung genervt bin und neben den Posts meiner geschäftlichen Seite gern Tipps und Posts meiner Netzwerk-Kollegen teile.

Wenn mich jemand in einem Post markiert und ich hinter dem stehe, was dort geschrieben wurde, gebe ich auch diese Posts für mein Profil frei. So kann sich jeder, der sich für eine Zusammenarbeit mit mir interessiert, schon ein recht gutes Bild davon machen, was für ein Mensch ich bin.

Sei positiv und vermeide Geheimniskrämerei!

Was ich vermeide (oder dann wirklich vielleicht mal nur an meine Liste „enger Freunde“ poste) sind negative Posts aller Art und sogenannte Mystery-Posts („Bitte alle mal Daumen drücken: Wichtig!“ und dann drei Stunden später „Hat geholfen“ – ohne Auflösung, worum es ging). Wenn ich mein Herz ausschütten will, spreche ich mit meinem Mann, meiner Mutter oder meinen Freundinnen. Solche Themen gehören meiner Meinung nach nicht nach Facebook. Und Mystery-Posts sind für alle, die nicht eingeweiht sind, einfach nur nerviger Spam. Damit machst Du Dich auch nicht interessant – sondern Du nervst. Und mit den neuen farbigen Hintergründen von Facebook werden diese Posts auch nicht besser …

Kurz gefasst, ich poste gern und manchmal auch viel.

Dafür habe ich meine eigene Regel:

Kein Sex, keine Politik, keine Religion und nichts, was ich nicht in drei Meter großen Buchstaben an die Wand gegenüber meinem Elternhaus schreiben würde. 😉

Damit fahre ich sehr gut. Du wirst Deine eigene Regel finden, mit der Du Dich wohl fühlst.

Und noch als letzter Tipp: Deine Freundesliste solltest Du allerdings nicht auf öffentlich stellen – dann ist Dein Profil auch für Spammer und Kriminelle wesentlich weniger spannend.

Edit 27. September 2017: Gerade habe ich einen Beitrag von Lars Hahn auf Systematisch Kaffeetrinken gefunden, der eine wundervolle Ergänzung zu meinem Beitrag hier darstellt. Schau mal rein!

Fazit zu Deinem Facebook-Profil

Wenn Du als Geschäftspartner mit Deinem privaten Profil auf Facebook ernst genommen werden willst und Zugang zu Gruppen erhalten möchtest, die sich mit geschäftlichen Themen befassen, dann überprüfe doch mal Dein Profil. Kleine Anpassungen können da große Wirkung zeigen.

Wie hast Du bisher Dein Facebook-Profil geführt? Wirst Du nun einiges daran verändern? Oder hast Du ganz andere Erfahrungen gemacht? Ich bin neugierig auf Deinen Kommentar!

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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