Twitter-Follower? Enten folgen einer Ente

Follower Management auf Twitter – 9 Strategien und ein Tool

Letzte Aktualisierung 27. Dezember 2018

Follower Management auf Twitter ist gar nicht so schwer – doch machst Du alles richtig dabei? Hier stelle ich Dir meine neun Strategien und ein Tool vor, mit dem ich meine Twitter-Follower kontrolliere.

Warum ist Twitter für mein Unternehmen sinnvoll?

Twitter ist zwar ungefähr genau so alt wie Facebook, hat aber (gerade in Deutschland) sehr viel weniger Anhänger. Trotzdem bin ich ein großer Twitter-Fan. Warum? Weil sich auf Twitter immer noch viele Menschen tummeln (etwa vier bis fünf Millionen monatlich), weil es ein sehr schnelles und sehr aktuelles Medium ist. Viele Journalisten sind auf Twitter unterwegs, was eine große Chance bedeutet, wahrgenommen zu werden. Und weil es auf Twitter ist viel einfacher ist, Reichweite zu bekommen, als in vielen anderen Social Media Plattformen. Für mich geht es also weniger um das „ob“ als mehr um das „wie“.

Außerdem macht Twitter richtig viel Spaß.

Warum ist Reichweite wichtig? Wenn Du neue Interessenten für Dein Unternehmen suchst, erhöhst Du Deine Chancen, mehr Interessenten zu finden, je mehr Menschen Deine Inhalte sehen.

Der große Vorteil von Twitter ist, dass Du mit jedem Retweet potenziell für die gesamte Followerschaft Deines Retweeters sichtbar wirst.

Ein kleines Beispiel macht Dir dieses anschaulich:

Mein Twitter-Konto für Marketing-Zauber (@marketingzauber) hat aktuell zum Datum der Veröffentlichung dieses Beitrags bescheidene 269 Follower. Mein schon sehr viel länger aktives Konto für Rat & Tat Marketing (@rutm) aber ganz passable 3011 Follower. Wenn ich nun einen Tweet mit @marketingzauber poste und mit @rutm retweete, erhöhe ich meine Reichweite für @marketingzauber schlagartig um über 3000 potenzielle Leser. Wenn nun beispielsweise @steadynews (Eva Ihnenfeldt) meinen retweeteten Tweet nochmals retweetet, so kommen über 2400 weitere potenzielle Leser hinzu. Ich zapfe also auf diese Art die Followerschaft meiner Follower an. Schneller bekommst Du nirgendwo organische (=unbezahlte) Reichweite.

Reichweite ist nicht alles

Aber Reichweite alleine bringt Dir nicht so viel. Wichtig ist vor allem, dass es Dir von Anfang an gelingt, die “richtigen” Follower anzuziehen. Wie das funktioniert, erkläre ich Dir nun in neun strategischen Schritten:

Strategie #1 – Folge denen, die Du Dir als Follower wünschst.

Das ist die einfachste Strategie zum Start. Warum? Weil es fast zum Ehrenkodex von Twitter gehört, zunächst einmal denen zurück zu folgen, die einem frisch gefolgt sind.

Twitterer, die Du Dir als Follower wünschst, findest Du zum Beispiel, indem Du schaust, wer passende Hashtags verwendet. Auch auf Blogs, die Du gern liest, kannst Du schauen, ob dort ein Twitter-Handle angegeben ist. Zudem solltest Du natürlich auf Twitter aktiv sein und fleißg mitlesen. Denn hast Du erst einmal auch nur eine Handvoll von passenden Twittererern gefunden, wirst Du ja ihre Tweets lesen.

Aber pass auf, folge nicht zu vielen auf einmal. Mehr als fünfzig pro Tag sollten es auf keinen Fall sein. Besser ist es hier, eine gewisse Regelmäßigkeit und Konstanz an den Tag zu legen. Sonst könnte Twitter misstrauisch werden und Dich als potenziellen Spammer aussortieren.

Strategie #2 Folge Multiplikatoren, die Deine Tweets weiter verbreiten

Es gibt Tools, die Dir helfen, einen Twitterer besser einschätzen zu können. Wie oft hat er bis jetzt getwittert? Wie vielen folgt er? Wie viele folgen ihm? Folge insbesondere solchen, die auch als Multiplikatoren für Dich in Frage kommen. Du erkennst sie daran:

  • sie haben bereits viel getwittert (mindestens im 3-stelligen Bereich) – viele Tweets bedeuten in der Regel auch viele Retweets – und die willst Du haben.
  • sie haben viele Follower (mindestens 20% mehr als sie selbst folgen) ebenfalls mindestens im dreistelligen Bereich.
  • sie sprechen Deine Sprache! Denn was nützen Dir Follower aus Indien, Australien, Arabien oder Südafrika? Wenn Du nicht gerade als Reiseblogger aktiv bist oder genau dort Deine Zielgruppe zu finden ist, wahrscheinlich gar nichts.

Strategie #3 Folge keinen Medien oder Berühmtheiten

Twitter ist ein schnelles Informationsmedium – von daher würde es Sinn machen, den Medien (angefangen vom Spiegel über den WDR bis zur Zeit vielleicht) zu folgen. Aber wenn Du vielen Medien folgst, ist das schlecht für Dein Follower:Followings Verhältnis. Gleiches gilt für den „Celebrity-Talk“, den „Nachrichten“ aus der Welt der Reichen und Schönen. Das ist zwar vielleicht unterhaltsam, aber ich versichere Dir: Weder Barack Obama noch Justin Bieber oder auch der Papst werden Dir je zurück folgen,

Insofern ganz schlecht für Deine Follower:Followings-Balance.

Besser, Du packst diese in Listen (das geht auch privat, das heißt, niemand kommt Deinem Faible für Queen Elisabeth II. und Madonna auf die Schliche) – dann kannst Du ihre Posts lesen und musst ihnen trotzdem nicht folgen.

Strategie #4 Entfolge konsequent Nicht-Followern

Viele Twitterer folgen Dir nur in der Hoffnung, dass Du ihnen zurück folgst.

Aber sie wollen nur das Eine:

Dass Du ihnen folgst.

Sie interessieren sich nicht für Dich!

Schon nach wenigen Tagen wirst Du wieder entfolgt, das Follower/Following-Verhältnis steht 1:0 für sie. Das muss nicht sein.

Entfolge solch unloyale Followings sofort! (Wir machen so etwas unethisches natürlich nicht, also anderen folgen, um sie sofort nach wenigen Tagen wieder fallen zu lassen wie … den heißen Topfdeckel, den Du versehentlich ohne Lappen angefasst hast – ich finde das jedenfalls keine gute Basis, um in Social Media wertvolle Kontakte aufzubauen).

Strategie #5 Mach bei Ritualen mit

Wahrscheinlich sind Dir schon die Hashtags mit #FF, #Shoutout oder #Twitterkaffee aufgefallen. Mit diesen werden ganz bestimmte Twitter-Rituale gekennzeichnet.

Diese kommen Dir anfangs vielleicht komisch vor. Ich kann Dir aber nur raten, da unbedingt mitzumachen, gerade wenn andere Dich in solch eine Runde hinein holen. Denn diese Rituale helfen, neue Twitterer kennen zu lernen, Beziehungen aufzubauen, zu festigen und zu halten.

Ich habe auf diese Weise viele loyale Follower gewonnen, die jetzt auch noch nach Jahren meine Tweets retweeten – oft völlig unerwartet und ohne, dass ich mich sofort bedanken müsste oder ebenfalls einen Retweet starte (obwohl ich das natürlich oft und gern mache).

Strategie #6 Retweete großzügig

So wie Links die Essenz des Internets sind, sind Retweets die Essenz von Twitter. Klick um zu Tweeten

Nur so ist es möglich, dass ein Tweet „viral geht“, nur so kommst Du aufwandslos an neue Follower, nur so schaffst Du wirklich Reichweite, auch wenn Du selbst noch wenige Follower hast.

Wer großzügig retweetet, erhält dies das auch zurück: Also gehe ruhig in Vorleistung. Aber übertreibe es nicht! Die Mischung aus eigenen Tweets und Retweets muss stimmen.

Strategie #7 Sei unterhaltsam

Niemand schaltet freiwillig das Werbefernsehen ein.

Komm also gar nicht erst in Versuchung, ausschließlich Deine eigenen Blogbeiträge, Produkte und Veranstaltungen zu promoten.

Das Verhältnis sollte etwa 20% Werbung zu 80% anderen Inhalten sein. Und Humor kann nicht schaden. Die Rasselbande will unterhalten sein. 🙂

Strategie #8 – Bewirb Deinen Twitter-Account

Mach Deinen Twitter-Account auch in Deinen anderen Netzwerken und Werbemitteln bekannt: Dein Twitter-Handle (der Twitter-Name) gehört am besten überall hier hin:

  • Deine Website und Deinen Blog
  • Dein XING- und LinkedIn-Profil
  • Deine E-Mail-Signatur
  • Deine Visitenkarte
  • Dein Geschäftspapier und Deine Flyer (wenn Du welche hast)
  • vielleicht auf Dein Firmenfahrzeug
  • auf Deine Werbegeschenke
  • … und und und

Strategie #9 – Nutze Twitter-Ads

Wer nicht gerade das Glück hat, eine eingeführte Marke wie Coca-Cola, Apple oder die Deutsche Telekom zu haben, wird es auch auf Twitter relativ schwer haben, neue Follower zu finden. Mein Twitter-Konto besteht seit März 2009 und 100% der über 3000 Follower, die ich mittlerweile habe und (hoffentlich) gut informiere und unterhalte, sind organisch generiert.

Durch geschicktes Folgen, Entfolgen, Teilnahme an Twitter-Ritualen und einer hohen Bereitschaft zur Kommunikation und Interaktion mit den anderen Twitterern, konnte ich diese Zahl erreichen. Sicher wäre bei mehr Engagement noch mehr drin gewesen – es hätte aber auch sehr viel weniger sein können. Hier habe ich eine ganz nüchterne Kosten-Nutzen-Einschätzung getroffen.

Die Möglichkeit auch auf Twitter Anzeigen zu schalten ist vergleichsweise jung. Aber es ist ein probates und einfach anzuwendendes Instrument insbesondere dann, wenn Du noch relativ wenig Follower hast und Twitter nutzen möchtest, um auf eine bestimmte Aktion hinzuweisen. Ebenso wie auf Facebook kannst Du auch hier Zielgruppen, Altersgruppen, die regionale Verbreitung und so weiter festlegen. Die Preise sind ähnlich wie bei Facebook. Gerade für den Einstieg und für zeitlich begrenzte Aktionen eine gute Strategie.

Extratipp: Die Crowdfire-App für das Follower Management für Twitter

Um diese ganze Folgen-Entfolgen-Prozedur möglichst effizient zu gestalten ist mein Tipp die App Crowdfire: Sie hieß früher JustUnfollow, was den Zweck der App sehr viel besser beschreibt. Die Anwendung Ist kostenfrei nutzbar, die Premiumnutzung beginnt bei moderaten 25 Dollar pro Jahr. In der App kannst Du sehr schon sehen, wer Dir frisch gefolgt ist, wie viele Follower derjenige hat, wie vielen er wiederum selbst folgt und vor allem, wie viele Tweets er bereits in die Welt geschickt hat.

Das geht zwar alles auch mit Bordmitteln auf der Twitter-Website – aber so ist es viel komfortabler. Zumal Du auch noch Whitelists und Blacklists anlegen kannst, um zu verhindern, dass Du jemanden entfolgst, bei dem Du das gar nicht möchtest und umgekehrt, jemandem vielleicht wieder folgst, dem Du gar nicht folgen willst. Ein weiteres schönes Feature: Das funktioniert auch für Instagram!

Fazit zum Follower-Management auf Twitter

Twitter lässt sich sehr viel strategischer nutzen, als Du das bisher vielleicht angenommen hast. Das muss nicht besonders zeitaufwändig sein, Du musst Dich nur an die neun Strategien halten, die ich hier beschrieben habe. Diese sind für Dich besonders interessant, wenn Du mit Twitter noch am Anfang stehst. Du profitierst hier von meinen langjährigen Erfahrungen mit meinem @rutm Konto – das alles nachzubearbeiten, was ich Dir hier empfohlen habe, würde mich viel Zeit kosten (die ich im Moment nicht habe) – aber mit meinem @marketingzauber Twitter-Konto versuche ich selbst, die Fehler zu vermeiden, die ich mit @rutm gemacht habe.

Wie eingangs bereits gesagt, Du kannst Dir die Infos auch gerne noch mal in Form meines Webinars anschauen und anhören. Wenn Du mehr über Twitter lernen möchtest, ist vielleicht mein Twitter-Kurs für Dich interessant, den ich in in der zweiten Jahreshälfte 2016 starten möchte. Wenn Du daran Interesse hast und vielleicht von meinem „Early-Bird-Angebot“ profitieren möchtest, klicke einfach auf den nachfolgenden Button und trage Dich in meinen Newsletter und die Early-Bird-Liste ein. Dann kannst Du den Start auf keinen Fall verpassen – ich werde Dich rechtzeitig informieren.

Hast Du weitere Tipps oder Fragen zu meinen neun Strategien? Dann schreibe sie bitte in die Kommentare und ich werde Dir auf jeden Fall eine Antwort geben.

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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