Auch ein Freebie: Junge an der Wursttheke

Freebie? Lead-Magnet? Und wozu das Ganze?

Letzte Aktualisierung 27. Dezember 2018

Erinnerst Du Dich noch an die Zeit, als Du klein warst? Ich meine jetzt nicht Dein Unternehmen. Ich meine die Zeit, als Du so anderthalb, zwei oder auch noch drei Jahre alt warst und mit Deiner Mutter, Deinem Vater, oder beiden einkaufen warst. Was gab es da an der Wursttheke? Richtig! Ein Stück Fleischwurst oder eine Scheibe Mortadella „für die Kleine“!

Warum eigentlich?

Und warum bekommst Du heute keine Scheibe Wurst mehr? (Naja, manchmal stehen auf der Theke so kleine Häppchen, mit Zahnstochern drin und je nachdem, wie lange der Teller mit den Häppchen da schon steht, sehen die auch nur mehr oder weniger appetitlich aus …)

Gute Frage – denn Sinn machen würde es schon!

Nanu? Ist die Birgit jetzt unter die Wurstverkäufer gegangen?

Mitnichten!

Aber diese kleine Einleitung macht Dir den Sinn und Zweck eines Freebies – manchmal auch Lead-Magnet genannt – deutlich.

Der englische Begriff ist, wenn man den Begriff Lead kennt, auch selbsterklärend. Ein Lead ist ein (lau-)warmer Kontakt. Der Magnet dient dazu, diesen anzuziehen.

Das Prinzip eines Freebies

Das Prinzip eines Freebies besteht also darin, ein kleines, nicht allzu wertvolles aber dennoch geschätztes Geschenk zu machen, damit der Besucher Deiner Website oder der Leser eines Facebook-Posts (ob gesponsert oder nicht), sich näher für Dich und Deine Leistung näher interessiert und Deinen Newsletter abonniert.

Also von kalt zu (lau-)warm.

Mach die Scheibe nicht zu dick! Was ist ein gutes Freebie?

Es ist gar nicht so einfach, sich ein „angemessenes“ Freebie zu überlegen. Die Scheibe Wurst darf also weder zu dünn noch zu dick sein. Frisch und lecker soll sie sein, aber nicht belasten und gut verdaulich sein. Schnell und sauber zu konsumieren, denn Mama und Papa mögen es nicht, wenn die Kleine ewig damit rummatscht, alles vollschmiert und hinterher die Hälfe in den Ritzen des Kinderwagens versteckt. Bestimmte Wurstsorten und zu große Portionen fallen damit raus.

Nimm Dir das auch für Dein Freebie zu Herzen!

Es muss kein ganzes E-Book sein, das Du verschenkst (zumindest nicht im ersten Schritt) – ein eigenständiges Kapitel reicht völlig aus! Es muss keine dreiwöchige E-Mail-Sequenz sein, in der Du den neuen Leser von null auf 100 führst. Und es muss schon gar nicht ein Video-Kurs sein, den Du genau so gut für 50 Euro oder mehr verkaufen könntest! Auch Challenges sind im Grunde ein üppiges Freebie.

Ich selbst muss mir das auch immer wieder bewusst machen.

Ein Freebie ist zwar kostenlos, aber nicht umsonst! Denke immer daran, es nur im Tausch gegen Dein Newsletter-Abo anzubieten. Denn sonst wird Dein Geschenk zwar gerne angenommen – aber Du hast nichts davon!

Huch! Und dann kam die DSGVO!

Halt! War da nicht was?! Richtig! Seit dem 25. Mai 2018 ist eine solche Kopplung eines Freebies nicht mehr zugelassen. Zumindest nicht in der Form, dass Du ein Freebie bewirbst und man sich ungewollt ein Newsletter-Abo „einfängt“. Das macht den Einsatz von Freebies etwas komplizierter – aber nicht unmöglich. Für welche Lösung Du Dich entscheidest, ist tatsächlich Deine unternehmerische Unterscheidung und die Frage, wie risikofreudig Du bist. Dieser Abschnitt stellt meine persönliche Einschätzung und keine Rechtsberatung dar!

Leider gibt es zum Zeitpunkt der Aktualisierung dieses Artikels (August 2018) meines Wissens noch keine richterliche Entscheidung zum sogenannten Kopplungsverbot, das im Rahmen der finalen Einführung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) auf uns Online-Unternehmer gekommen ist. Es gibt Fachleute, die sagen, solange das Freebie nicht im Vordergrund steht und das damit verbundene Newsletter-Abo klar kommuniziert wird, ist die kombinierte Auslieferung in Ordnung. Andere halten das zumindest für eine Grauzone, wenn nicht gar eine Gefahrenzone (Abmahnung!) und raten davon ab, ein Freebie als Dankeschön für ein Newsletter-Abo anzubieten. Aber warum sollte ich meine Abonnenten nicht belohnen dürfen?

Was also kannst Du tun?

Eine Alternative ist, das Freebie komplett unabhängig von einem Newsletter-Abo zum Download anzubieten. Und dann? Einfach so, ohne Gegenleistung verschenken? Auch ich sehe das nicht wirklich ein – ich verschenke ja schon meine ganzen Blogartikel! Ein sorgfältig und mit viel Aufwand erstelltes Freebie einfach so hergeben? Ja, kannst Du machen! Wenn Du denn daran denkst, Dein Freebie ordentlich im Rahmen Deiner Corporate Identity zu gestalten, und auch im Freebie noch einmal auf Deine Newsletter-Abo-Seite zu verlinken und zum Abo zu ermuntern. Niemand hat gesagt, dass das nicht erlaubt ist!

Alle anderen Lösungen, die bisher so durch das Internet geistern sind mir alle zu kompliziert (technisch, aber auch vom rechtlichen her).

Ein einziges Freebie – oder mehrere?

Viele, die zum ersten Mal ein Freebie erstellen, blockieren sich selbst – und nehmen sich viele Chancen – weil sie nach dem Freebie suchen, das ihre Dienstleistung optimal vorbereitet. In meinen Augen gibt es das nicht.

Darum habe ich mich anfangs für einen anderen Weg entschieden, der auch für Dich gangbar ist: Biete doch verschiedene Freebies an!

Ich erstelle gern Freebies, die auch thematisch zu meinen Blogartikeln passen und dort zusätzlichen Mehrwert bieten. So habe ich für folgende Beträge extra Freebies erstellt:

Jeweils am Ende des Beitrags findest Du einen Button, auf den Du klicken und Dich für das Freebie eintragen kannst. Natürlich nur im Austausch gegen Deine E-Mail-Adresse und Deine Einwilligung, Dir meine Zaubersprüche senden zu dürfen. 😉

Inzwischen gibt es die Buttons nicht mehr – der DSGVO geschuldet. Aber meine Newsletter-Abonnenten bekommen diese Freebies immer noch. Den Newsletter kannst Du natürlich hier auf dieser Website abonnieren. 🙂

Der Vorteil der auch als „Content Upgrades“ bezeichneten Freebies war der thematische Bezug. Ich hoffe sehr darauf, dass es zum Kopplungsverbot mal eine eindeutige Rechtsprechung geben wird, die diese Form des Online-Marketings wieder ermöglicht.

Den Nachteil will ich Dir aber auch nicht verschweigen: Du hast damit kein Freebie, das Du prominent auf jeder Seite Deiner Website und Deines Blogs anbieten kannst. Aber das eine schließt das andere ja nicht aus.

Beginne mit kleinen Freebies für Deine Blogartikel

Meine Empfehlung also: Bevor Du ein „Premium-Freebie“ erstellst, beginne erst einmal mit ein paar kleinen, thematisch zu Deinen Blogartikeln passenden Freebies. Dabei sammelst Du schon mal wertvolle Erfahrungen:

  • Was und welche Themen kommen an bei Deinen Lesern, was weniger?
  • Wie realisierst Du den Ablauf des Downloads? Schließlich sollen ja nur Abonnenten Deines Newsletters Dein Freebie erhalten.
  • Wie leicht fällt Dir die Gestaltung Deines Freebies? Vielleicht brauchst Du für Dein „Premium-Freebie“ ja externe Unterstützung.

Ich gebe zu: Der Aufwand mit mehreren kleinen Freebies ist nicht unbedingt geringer, als bei einem übergreifenden großen Freebie. Denn im Falle mehrerer thematisch unterschiedlicher Freebies ist es wichtig, ein tagbasiertes Newsletter-System zu verwenden, damit Du hinterher nachvollziehen kannst, wer sich für welches Freebie-Thema interessiert hat und damit der Empfänger Deinen Newsletter nicht mehrfach erhält. Auf diese Weise siehst du dann aber sehr schön, wer „Wiederholungstäter“ ist, sich immer wieder für Dich und Deine Angebote interessiert.

Das ist dann schon fast ein Stammkunde – zumindest aber ein sehr warmer, wenn nicht gar heißer Lead. Um beim Bild der Wursttheke zu bleiben: Wenn die Kleine beginnt, darauf zu bestehen, nur die Fleischwurst von Metzgerei Meier essen zu wollen, hat Metzgerei Meier die Fleischwurst-Scheibchen gut investiert.

Und noch eine Sache solltest Du wissen:

Manche Interessenten, die mehrere Freebies herunter laden möchten, sind vielleicht auch irritiert, dass sie sich mehrfach für Deinen Newsletter registrieren sollen. Je nach verwendetem Newsletter-System kann es sogar erforderlich sein, dass sie auch den Double-Opt-In-Prozess mehrfach durchlaufen müssen, was natürlich nicht so hübsch ist. Mit einem tagbasierten System kannst Du dieses Problem aber ganz einfach umgehen. Bei einigen meiner Freebies muss ich das im Übrigen auch noch ändern – Du siehst, auch ich habe meine Erfahrungen erst sammeln müssen. 🙂

Fazit

Freebies waren und sind immer noch eine feine Sache, um Deinen Interessenten eine Kostprobe Deiner Arbeit zu geben. Rechtlich ist ihr Einsatz seit Mai 2018 etwas schwieriger geworden, aber sie sind immer noch ein interessantes Marketing-Instrument. Wie sieht es bei Dir aus? Nutzt Du Freebies? Oder nicht (mehr)? Wie findest Du als Interessent Freebies? Schreib mir gern einen Kommentar!

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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