Augentier

Wie Du gute Bilder für Deinen Blog auswählst

Letzte Aktualisierung 24. Mai 2018

Gute Bilder für Deinen Blog zu verwenden ist für Dich selbstverständlich. Aber hast Du Dich eigentlich schon mal gefragt, was ein „gutes“ Bild eigentlich ausmacht?

Die meisten Blogartikel zum Thema „gute Bilder für deinen Blog“ beschäftigen sich damit, woher Du möglichst kostenfrei Bilder bekommst. Doch letztlich hilft Dir das bei der Entscheidung, was ein gutes Bild ist, nicht wirklich weiter. Ich zeige Dir in diesem Beitrag, was Du bei der Auswahl von Bildern für Deinen Blog (und Deine Flyer, Prospekte, Deine Website) berücksichtigen kannst, damit das Ergebnis professionell wirkt.

Was ist ein gutes Bild für Deinen Blog?

Du hast Dich sicher auch schon oft gefragt, warum manche Fotos einfach richtig toll aussehen und andere einfach … so naja. Wir Menschen sind „Seh-Profis“, oder wie ich immer gern sage, wir sind „Augentiere“. Sehen und verstehen gehen für uns Hand in Hand (sollte ich lieber schreiben, Auge in Auge? 😉 ). Seit Säuglingstagen sind wir auf Sehen eingestellt. Jeder von uns betrachtet täglich unzählige Bilder: In Zeitschriften, im Internet, im Fernsehen, in privaten Fotobüchern und Fotoalben, auf Smartphones und Tablets. Genau so, wie wir hören, ob ein Musikstück von einem virtuosen Musiker gespielt wird, ob ein Bild mit viel Können auf die Leinwand gebracht wurde oder ob ein Flyer professionell designed wurde, sehen wir, ob ein Foto von einem Laien oder einem Profi gemacht wurde. Doch was macht die Professionalität aus? Neben dem Fünkchen an Genialität, das den letzten Kick geben kann (aber nicht muss) sind es letztlich Handwerk und das Kennen und Befolgen von Regeln, die ein gutes Bild ausmachen.

Auf diese Regeln kannst Du ein Bild prüfen, wenn Du es für Deinen Blog auswählst. Natürlich dürfen Regeln auch mal gebrochen werden. Doch der Bruch sollte nicht aus Prinzip oder Selbstzweck erfolgen, sondern um ein bestimmtes Ziel zu verfolgen.

Diese Regeln gelten für Deine eigenen Bilder genau so, wie für Bilder, die Du aus Stockdatenbanken herunter lädst, egal, ob Du kostenpflichtige oder kostenfreie Bilddatenbanken nutzt.

Goldene Regeln für gute Bilder

Technik

Zunächst einmal sollte ein Bild technisch einwandfrei aufgenommen sein. Dazu gehören als Minimalvoraussetzungen, dass

  • das wesentliche Bildelement scharf abgebildet ist,
  • das Bild korrekt belichtet wurde
  • der Horizont wirklich horizontal verläuft

Letztlich gibt es noch unendliche Fehlerquellen mehr, die ein Bild unprofessionell und nach Schnappschuss aussehen lassen: Klassiker sind zum Beispiel Schatten im Gesicht des Models, verrauschte Fotos durch eine falsche ISO-Einstellung oder überblitzte Fotos.

Komposition

Neben den eher technischen Grundvoraussetzungen ist die Komposition oder Bildgestaltung ein entscheidendes Kriterium für ein gutes Bild. Auch hier genügt es, einige wenige Grundlagen zu kennen und das Bild darauf zu prüfen.

  • Ist das Hauptmotiv (Hauptelement) des Bildes auch als solches erkennbar? Gerade bei eigenen Aufnahmen von Bloggern fällt häufig auf, dass es einfach zu viel „Drumherum“ gibt. Der Hintergrund ist unruhig. Das Hauptmotiv ist viel zu klein, kurz: das Motiv wurde nicht „in Szene“ gesetzt. Das merkt jeder Betrachter.
  • Stehen die einzelnen Bildelemente in einem kompositorischen Zusammenhang zueinander? Du kennst vielleicht den Dreiecksaufbau klassischer Stilleben aus der Malerei – genau diese Kompositionsgrundlagen gelten auch in der Fotografie.
  • Befinden sich die Hauptelemente des Motivs an „spannenden“ Stellen im Bild? Ganz klassisch ist die Ausrichtung nach dem Goldenen Schnitt, aber auch eine grobe Ausrichtung an den Drittelpunkten eines Bildes machen schon ein interessanteres Bild als eines, bei dem das Hauptmotiv ganz platt in der Bildmitte steht.
  • Sind in dem Bild Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund vorhanden?

Und es gibt hier noch zwei weitere Effekte, die selbst ein ansonsten gutes Bild zu einem schlechten machen können: Leiten Motiv und Komposition den Blick des Betrachters vielleicht nach links oder oben aus der Seite heraus? Schaut die Person im Bild in die falsche Richtung? Manchmal kann es hier hilfreich sein, das Bild einfach über die Vertikale zu spiegeln. Aber aufgepasst: Bei Personen kannst Du das nicht machen, dann wird daraus ein anderer Mensch.

Motivwahl

Das Beitragsbild sollte thematisch zu Deinem Blogartikel passen. Doch allzu oft findet man zur Illustration wirklich platte Motive. Da schütteln sich Geschäftsmänner steif die Hände, fünf politisch korrekt ausgewählte junge Menschen lächeln gequält mit blendaxweißen Zähnen in die Kamera, einer zeigt mit dem Finger auf einen Laptop und niemand schaut hin. Auch gern genommen sind Fotos von Menschen mit Laptops in der Natur, bei denen  man genau weiß, dass sie bei dem strahlenden Sonnenschein auf dem Display allenfalls ihr makellos geschminktes Gesicht sehen, aber kein Programm erkennen können. Du weißt, welche Art Bilder ich meine. Diese sind zwar in der Regel technisch-handwerklich perfekt und auch kompositorisch ansprechend oder sogar spannend, aber sie sind so gekünstelt und aus jedem einzelnen Pixel ruft es laut „Stockfoto! Mich findest Du auch noch auf Hundert anderen Blogs!“

Solche Bilder möchten wir nicht gerne verwenden.

Aber wie findest Du bessere Motive?

Hast Du eigene Geschäftsräume, ein eigenes Atelier, dann bieten sich hier bereits viele Möglichkeiten, interessante eigene Fotos zu machen. Wenn Du handwerklich tätig bist, kannst Du viele Aufnahmen von Deinen Produkten und vielleicht sogar dem Herstellungsprozess machen.

Frage Deine Lieblingskundin, ob sie bereit ist, sich von Dir (oder einem befreundeten Fotografen) während Deiner Arbeit mit ihr fotografieren zu lassen (und vergiss dann nicht, Dir eine schriftliche Einverständniserklärung zur Veröffentlichung unterschreiben zu lassen).

Eine meiner Kundinnen ist Coach und für ihre Website und ihren Blog verwendet sie wunderschöne Naturaufnahmen, die ihr Mann für sie macht – ein ambitionierter Hobbyfotograf. Da meine Kundin ihre Klienten für die Beratungsgespräche auch nach draußen in die Natur mitnimmt, passt das wunderbar.

Bedienst Du Dich wie ich in Bilddatenbanken, so versuche, jedem Deiner Themen einen neuen und frischen Blickwinkel zu geben. Der Bezug zwischen dem Artikelbild und dem Beitragsthema muss für den Betrachter und Leser nicht auf den ersten Blick erkennbar sein. So kannst Du Deine Botschaft auf einer zweiten Ebene geschickt transportieren. Inzwischen verstehst Du sicher den Zusammenhang zwischen dem Hundewelpen und diesem Artikel, oder?

Ich gebe zu, auch mir gelingt das nicht immer. Manchmal will der zündende Gedanke nicht kommen. Manchmal nützt auch das stundenlange Durchforsten der Bilddatenbanken nichts – Du findest einfach nichts Originelles und trotzdem Passendes. Für solche Fälle ist es gut, wenn Du das eine oder andere „Blanko-Motiv“ zur Hand hast, in das Du das Thema einfach als Text einfügen kannst, so, wie ich es für meinen SEO-Grundlagen Artikel gemacht habe.

Verwende eine einheitliche Bildsprache

Außerdem ist vielfach zu beobachten, dass die verwendeten Bilder kein gemeinsames Thema, keinen Zusammenhalt haben. Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig das sein kann und ich verrate Dir hier, dass ich mit meiner Bildauswahl selbst nicht immer hundertprozentig zufrieden bin. Aber genau so, wie man beim Bloggen seine Schreibstimme erst nach und nach entwickelt, entwickelt sich oft auch erst später eine einheitliche Bildsprache in Deinem Blog. Auch hierzu habe ich für Dich einige Tipps:

  • Um über die verschiedensten Motive eine Einheitlichkeit herzustellen, kannst Du über jedes Foto, das du verwendest, einen Farbfilter legen. Somit haben alle Bilder in Deinem Blog einen einheitlichen Look. Im Moment ist das sehr populär und Du siehst diese Methode zum Beispiel im Affenblog oder bei den WP-Ninjas.
  • Du kannst über jedes Bild einen halbtransparenten Bereich legen und dort Dein Logo und den Titel Deines Blogbeitrags hinterlegen. Das ist auch für das Teilen auf Facebook und Co. eine gute Idee, denn so kannst Du die Augentiere sofort einfangen und ohne, dass sich der Nutzer die Mühe machen muss, den Post zu lesen, weiß er schon grob, worüber Dein geteilter Beitrag berichtet.
    Weil mein Theme aber den Titel des Beitrags an verschiedenen Stellen im Blog über das Beitragsbild legt, mache ich das beispielsweise nicht. Zwar könnte ich für das Teilen nach Facebook ein eigenes Bild in WordPress hinterlegen, aber bislang fehlte mir für solche Extras einfach die Zeit.
  • Je nachdem, wie klar Du Dir über die Ausrichtung Deines Blogs bist, kann Dir dieser Ratschlag leicht oder schwer fallen: Lege einige wenige Grundthemen fest, die immer wieder in Deinen Bildern Verwendung finden. Nehmen wir diesen Blog hier als Beispiel: Mit dem Namen „Marketing-Zauber“ liegen natürlich „magische“ Motive nahe. Doch bei den Themen, die ich behandle, passen diese nicht immer. Ich mag aber auch nicht jedes Bild mit „zauberhafter“ Dekoration (zum Beispiel Sternchenstaub) versehen – das würde mir dann doch zu verspielt. Also habe ich mir die Themen „Holzhintergründe“, „Vintage“ und „Natur“ als Auswahlkriterien meiner Beitragsbilder überlegt.

Wo findest Du gute Bilder für Deinen Blog?

Bilddatenbanken oder Stockfoto-Anbieter gibt es viele – und sie haben alle unterschiedliche Bedingungen für die Nutzung ihrer Fotos. Ich habe seit vielen Jahren die für mich besten Datenbanken gesammelt. Das Beitragsbild ist übrigens kostenfrei von Skuawk herunter geladen. Kennst Du nicht? Dann ist meine kommentierte Sammlung von Links zu 22 kostenlosen und 11 kostenpflichtigen Bilddatenbanken für Dich interessant! Klicke auf den blauen Button, trage Dich für meinen Newsletter, die Zaubersprüche, ein und ich sende Dir eine E-Mail mit dem Link zur der Seite und dem zugehörigen Passwort zu.

Tja, die gab es hier früher, wenn Du meine Zaubersprüche abonniert hast. Weil ich nach gängiger Meinung nun meine Content-Upgrades (oder Freebies) nicht mehr an den Erhalt eines Newsletters koppeln darf, habe ich diese Möglichkeit entfernt. Ich empfehle Dir trotzdem: Abonniere die Zaubersprüche!

Wie immer freue ich mich über Deine Gedanken, Anregungen und Tipps, die Du gern in die Kommentare schreiben kannst!

 

 

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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