Ideenfndung Marketing zum Beispiel mit der ABC-Liste

Ideenfindung für Dein Marketing – Kreativitätstechniken

Letzte Aktualisierung 27. Dezember 2018

Ideen für Dein Marketing brauchst Du ständig neue – und Kreativitätstechniken können Dir dabei sehr weiterhelfen.

Jedoch fällt bei Kreativitätstechniken und Ideenfindung den meisten nur eines ein:

Brainstorming

Brainstorming kann toll sein (muss es aber nicht), aber es ist nicht die einzige Methode, um auf neue Ideen für Dein Marketing zu kommen.

Tatsächlich gibt es mehr als 350 bekannte Methoden, um auf neue Ideen zu kommen. Aber nicht alle sind „solopreneurtauglich“.

In diesem zweiten Beitrag meiner Reihe zur Kreativität im Marketing für Solopreneurinnen stelle ich Dir drei Methoden vor, wie Du auch ohne ein Team auf neue Ideen kommen kannst.

1. Methode zur Ideenfindung: ABC-Methode

Normalerweise wird die ABC-Methode auch zum Einsatz in Teams empfohlen oder beschrieben. Ich nutze sie aber gern in leicht abgewandelter Form auch für mich alleine. Dabei gehe ich so vor:

Angenommen, ich suche nach neuen und ungewöhnlichen Ideen für Verkaufsargumente für ein Produkt oder eine Dienstleistung. Wenn ich besonders viele Ideen generieren möchte, gehe ich diese Methode ganz klassisch an: Ich nehme mir ein Blatt Papier und schreibe links an den Rand untereinander die Buchstaben A bis Z. Dann versuche ich, einen besonderen Produktvorteil für jeden Buchstaben zu finden. Blockiere Dich hier nicht selbst! Du musst nicht von A nach Z vorgehen. Wenn Dir zuerst ein Vorteil einfällt, der mit zum Beispiel mit R beginnt, ist das prima!

Sei dabei kreativ und habe Spaß dabei – und lasse auch „schräge“ Ideen zu (auch, wenn Du Dir beim Aufschreiben schon fast sicher bist, dass Du die nie verwenden wirst). Denn Ideen sind ja bekanntlich wie scheue Rehe – und schnell vertrieben. Locke sie also, indem Du auch kuriosen Gedankenblitzen ihren Raum gibst. Denn oft fallen Dir danach noch andere Ideen ein.

Wenn ich mit der ABC-Liste arbeite, gebe ich mir die Freiheit, nicht alle 26 Buchstaben füllen zu müssen. Aber ich habe zwei Regeln für mich aufgestellt, die ganz gut funktionieren: Ich stelle mir einen Wecker (am PC) und höre nicht auf, bevor nicht das Signal ertönt. Meist nehme ich 15 bis 25 Minuten. Das kann Dir ganz schön lang vorkommen! Gib trotzdem nicht auf. Die zweite Regel: Ich lege vorher (!) fest, wie viele Ideen das Minimum sind. 13 sollten es schon sein, besser mehr.

Bin ich sehr eilig oder habe ich das Bedürfnis, die Methode einmal anders anzuwenden, so wandle ich sie ab: Ich nehme nicht das Alphabet, sondern den Namen des Produkts oder der Dienstleistung, für die ich die Verkaufsargumente suche, als Anfangsbuchstaben. Das hat dann zur Folge, dass bestimmte Buchstaben möglicherweise zwei oder mehrmals vorkommen – was eine eigene Herausforderung darstellt. Und weißt Du was? Unser Gehirn liebt Herausforderungen bei der Ideenfindung! Ich sage gern, andere machen Kreuzworträtsel oder Sudoku – ich suche Ideen. 😉

Ideenfindung Marketing Beispiel ABC Liste

Ist die Zeit abgelaufen oder hast Du für jeden Buchstaben eine Idee gefunden, musst Du die natürlich sichten und bewerten. Jetzt darf also der kleine Nörgler wieder seine Arbeit tun. Hinterfrage kritisch, ob Deine Ideen realistisch sind und passen. Da Du jetzt mindestens 13 Ideen oder so generiert haben dürftest, darfst Du es Dir nun erlauben, die besten, ungewöhnlichsten oder kreativsten davon zu verwenden. Die anderen haben ihre Schuldigkeit getan.

Wie Du dann mit dem Blatt umgehst, ist eine Frage Deiner Persönlichkeit. Ich bin ja eine bekennende Packrat (Beutelratte, das englische Wort finde ich irgendwie netter) und kann nichts wegwerfen. Darum fotografiere ich die Blätter auch schon mal ab und speichere die Fotos in Evernote. Oder ich bewahre das Blatt im Projektordner für den Kunden auf. Manchmal erkennt man die kleinen Nuggets puren Ideengoldes nämlich erst ein paar Tage oder Wochen später … Aber wenn Du mehr der Aufräumer, Wegwerfer oder Minimalist bist, kannst Du die Blätter auch wegwerfen, nachdem sie ihre Schuldigkeit für Dich getan haben.

2. Methode zur Ideenfindung – SCAMPER

SCAMPER ist toll, wenn Du etwas bereits Bestehendes verändern möchtest. Zum Beispiel stellst Du fest, dass andere beginnen, Dein Produkt nachzuahmen und Du willst es verändern, um es wieder einzigartig zu machen. Gleiches gilt natürlich für eine Dienstleistung. Mit der SCAMPER-Methode kannst Du da sehr systematisch herangehen. Mach die SCAMPER-Übung am besten schriftlich oder nimm Deine Gedanken mit Deinem Smartphone oder einem Diktiergerät auf. Mit der Dictadroid App kannst Du Deine Gedanken festhalten und anschließend sogar kostengünstig transkribieren lassen.

SCAMPER ist ein Akronym und steht für die folgenden Worte:

S – Substitute, C – Combine, A – Adapt, M – Modify, P – Put, E – Eliminate, R – Reverse

Was bedeutet das nun im Einzelnen?

S – Substitute = Ersetzen

Überlege, welche Komponenten in Deinem Produkt oder Deiner Dienstleistung Du ersetzen könntest. Nehmen wir einmal an, Du stellst Hochzeitstorten her. Normalerweise arbeitest Du dabei mit Sahne oder Buttercreme – aber was wäre, wenn Du stattdessen Marzipan verwenden würdest? Wie würde das Dein Produkt verändern? Welche Vorteile, welche Nachteile würden sich daraus ergeben? Könntest Du wegen der hochwertigeren Zutat mehr Geld für Deine Torte nehmen? Wäre das gut oder schlecht? Oder, wenn Du Ernährungsberaterin bist: Normalerweise stellst Du Einkaufslisten für Deine Kunden zur Verfügung. Was wäre, wenn Du wirklich mit ihnen einkaufen gehen würdest? Nicht nur einmal, sondern während der gesamten Dauer der Betreuung? Wäre das vielleicht ein Premium-Dienst für eine ganz spezielle Kundschaft?

C – Combine = Kombinieren

Kombinieren ist ein toller kreativer Ansatz, um auf neue Ideen zu kommen. Was könntest Du mit Bestehendem kombinieren, um Dein Produkt oder Deine Dienstleistung neu oder anders zu machen? Ich habe mich zum Beispiel entschieden, das „klassische“ Format eines Online-Tagesworkshops immer mit einer Vorab- und Nachbetreuung meiner Teilnehmer zu verbinden. So kann ich den Tagesworkshop beginnen und mir zumindest bei den meisten Teilnehmern sicher sein, dass sie schon vorbereitet sind und ich nicht erst noch Dinge erklären muss, die lange aufhalten. Und über die Nachbetreuung kann ich Vertrauen schaffen und glaubhaft machen, dass ich die Teilnehmer nicht nach einem Tag mit ihren Problemen alleine lasse, sondern auch noch „da“ bin, wenn der eigentliche Workshop schon gelaufen ist und später Fragen aufkommen.

A – Adapt = Anpassen

Passe das Produkt, die Dienstleistung oder auch nur ein enthaltenes Element oder Bauteil an. Kameras in Mobiltelefonen gibt es schon seit ungefähr 2003. Aber Hochleistungskameras darin sind relativ neu. Oder: Nutella ist immer noch Nutella, aber die Rezeptur wurde verändert. Oder: Der keksige Schokoriegel ist immer noch derselbe, aber der Name wurde von Raider zu Twix geändert. Oder: Bisher habe ich für meine Einzelstunden und Stundenpakete immer selbst die Rechnungen für meine Kunden geschrieben. Seit diesem Jahr regele ich den Verkauf über digistore24 und mache mir damit das Auslandsgeschäft leichter, indem ich mit der Rechnungsstellung nichts mehr zu tun habe.

M – Modify = Verändern

A und M sind sich relativ ähnlich. Egal! Ich liebe „M“! Hier kannst Du Dich so richtig austoben alle möglichen Varianten durchspielen. Steigere oder vermindere beispielsweise Größe oder den Maßstab, verändere die Gestalt, variiere Attribute (Farbe, Haptik, Akustik). Biete einmal etwas in XXXL an – oder in XXXS! So habe ich seit diesem Jahr neuerdings auch ein mehrwöchiges Programm entwickelt, mit dem ich meine Kunden über acht oder 16 Wochen begleite und auch als Erfolgspartner ganz eng jede Woche mit ihnen zusammen arbeite – als Unterschied zu den individuell und bei Bedarf buchbaren Stunden beispielsweise gibt es hier ein festes Schema, nach dem wir uns regelmäßig treffen.

P – Put = In einem anderen Zusammenhang verwenden

Put to another use – also „in einem anderen Zusammenhang verwenden“ finde ich für Produkte leichter als für Dienstleistungen umzusetzen.

Finde also weitere Verwendungen. Finde einen anderen Zusammenhang zur Nutzung. Formuliere den Anwendungsbereich um. Am besten kommst Du auf solche anderen Nutzungszusammenhänge, wenn Du Deine Kunden befragst, wie sie Deine Produkte nutzen. Oder frag einmal Kinder. Das kann sehr witzig und erleuchtend sein. Wie musst Du Dein Produkt oder seine Verpackung verändern, um einen zusätzlichen Nutzen zu bieten und dadurch einen Mehrwert zu schaffen. Der Nutella Lampendeckel ist ein schönes Beispiel dafür  aber auch die vielen, vielen Hacks, die es mittlerweile für IDEA-Produkte gibt.

E – Eliminate = Entfernen

Was kannst Du neu schaffen, indem Du etwas entfernst? Frage Dich, was Du an Deinem Produkt minimieren kannst. Was kannst Du bei Deiner Dienstleistung weglassen? Für mich wäre es bei meinem Mobilfunkvertrag beispielsweise das Versenden von MMS. Ich habe in meinem Leben nur eine einzige MMS gesendet – als das ganz neu war und noch niemand an WhatsApp oder den Facebook Messenger zu denken wagte. Ich brauch diesen Service einfach nicht.

R – Reverse = Umkehren

Dreh Dein Produkt oder Deine Dienstleistung doch mal auf links! Kehre das innere nach außen, verwende es mal genau anders herum? Macht das Sinn? Lässt sich da eine Variante oder ein völlig neues Produkt draus entwickeln? Stelle alle Annahmen auf den Kopf und denke mal genau gegengesetzt. Du schreibst normalerweise Bücher? Wie wäre es, wenn Du anderen zeigst, wie man Bücher schreibt?! Normalerweise verkaufst Du in Deinem Bauernladen Milch in Flaschen. Wie wäre es, wenn Du keine Milch mehr abfüllst, sondern die Kunden bittest, eigene Flaschen mitzubringen und die Milch selbst zu zapfen? Ich habe bis 2015 meine Kunden fast ausschließlich vis-a-vis persönlich vor Ort beraten. Seitdem ich Marketing-Zauber geschaffen habe, berate ich schwerpunktmäßig nur noch per Videokonferenz im Internet. Eine der besten „Reverse-Aktionen“, die ich je für mein Unternehmen in die Tat umgesetzt habe!

Du siehst, SCAMPER ist schon ein bisschen anspruchsvoller, sorgt aber dafür, dass Du Dein Gehirn mit neuen Denkansätzen einmal ganz anders forderst – und ich bin sicher, es wird Dich nicht enttäuschen. Perspektivwechsel, wie sie diese Methode erzwingt, bringen in der Regel immer neue Erkenntnisse und Ideen.

Ganz ähnlich wie SCAMPER ist übrigens die Osborn-Methode, die Du beispielsweise hier in der Karrierebibel von Jochen Mai beschrieben findest. Jochen hat auch sehr viele andere gute Artikel zum Thema Kreativität auf seiner Website. Stöbere Dich da ruhig mal durch.

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3. Methode zur Ideenfindung – Clustering

Clustering ist dem Mindmapping sehr ähnlich (sie könnten zwei-eiige Zwillinge sein), ist aber doch anders. Mindmapping ist sehr strukturiert und ich habe in einem anderen Blogartikel ausführlich beschrieben, wie ich Mindmaps zum Schreiben meiner Blogartikel einsetze. Ich finde Mindmapping toll, aber zur Ideengenerierung ist es nicht unbedingt geeignet. Darum also Clustering. Wie gehst Du dabei vor?

Auch beim Clustering setzt Du Dein Problem in die Mitte eines möglichst großen Blatts Papier. Dann schreibst Du Deine Ideen an „Äste“, die Du von diesem Mittelpunkt an über das Blatt ziehst. Fällt Dir zu einem „Ast“ etwas ein, ziehst Du von dort einen neuen „Unterast“ und schreibst die Idee da dran. Gleichartige Ideen fügst Du an die passenden Hauptäste an. Mit der Zeit wird sich Dein Blatt immer mehr füllen. Mit zusätzlichen (farbigen) Linien und Umkreisungen kannst Du Bezüge auch zwischen weiter entfernten Ästen herstellen und bei Bedarf auch beschriften.

Ideenfindung Marketing Beispiel Cluster

Ich nutze Clustering ähnlich wie das Mindmapping am liebsten mit Papier und Stiften, obwohl ich zwei tolle Programme habe, mit denen ich arbeiten könnte. Für das Mindmapping verwende ich (wenn dann) XMind, für das Clustering (manchmal) Scapple. Da musst Du ausprobieren, ob Dich die Technik unterstützt oder eher behindert. Kennen gelernt habe ich Clustering übrigens im Buch „Garantiert schreiben lernen“ von Gabriele L. Rico, das leider nur noch gebraucht erhältlich ist.

Wenn Du Spaß an Sketchnotes hast, kannst Du Dein Cluster auch noch mit kleinen Bildchen versehen – da unser Gehirn gut auf Bilder anspricht, kannst Du es damit noch weiter unterstützen, um neue Ideen zu generieren.

Wie Du Deine Ideen managen kannst

Aktualisierung am 5. Juni 2018: Wenn Du dann viele Ideen generiert hast, musst Du diese ja auch irgendwie „speichern“. Von mir wirst Du da auch noch einen eigenen Artikel lesen. Bis dieser fertig ist, empfehle ich Dir, auf jeden Fall im Blog von Claudia Kauscheder vorbei zu schauen. Sie hat einen prima Artikel zum Thema Ideenmanagement für Solopreneure geschrieben.

Fazit – Ideen findet man prima auch allein

Auch wenn Du kein Team hast, gibt es genug Methoden, um allein auf neue und richtig gute Ideen zu kommen. Hier habe ich Dir die ersten drei der von mir eingesetzten Methoden beschrieben. Jetzt interessiert mich: Kanntest Du die schon? Und wenn Du sie kanntest – setzt Du sie auch selbst ein? Und wenn Du sie nicht kanntest – wirst Du ihnen eine Chance geben wollen? Und letztendlich möchte ich gern wissen: Möchtest Du noch mehr und andere Kreativitätstechniken zur Ideenfindung für Dein Marketing von mir vorgestellt bekommen? Schreib mir gerne einen Kommentar!

 

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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