Kreativität und Marketing für Solopreneurinnen

Kreativität und Marketing für Solopreneurinnen

Letzte Aktualisierung 27. Dezember 2018

Wenn Du Dich selbst um Dein Marketing kümmerst, wirst Du feststellen, dass Du immer wieder neue Ideen brauchst. Nicht jedem fällt das leicht. Was oft daran liegen kann, dass Du einfach zu wenig kreativ im Alltag arbeitest. Denn Kreativität ist wie ein Muskel, der umso mehr Ausdauer und Schnellkraft entwickelt, je mehr man ihn trainiert.

 

Trotzdem, manchmal stehe auch ich einfach auf der Leitung, blockiere mich selbst, komme einfach nicht weiter. Da ist es hilfreich, zu wissen, wie Kreativität funktioniert. Kennst Du Techniken und Situationen, die Kreativität einladen und hast Du außerdem Ressourcen an der Hand, die den kreativen Prozess erleichtern, wirst Du nie wieder eine Kreativitätsblockade haben.

Darum habe ich mich entschieden, über die kommenden Wochen eine Serie zum Thema Kreativität speziell für Solopreneure hier auf dem Marketing-Zauber-Blog zu veröffentlichen.

Warum speziell für Solopreneure? Weil viele Techniken, die man online oder in Büchern findet, davon ausgehen, dass man in einem Team arbeitet. Informationen und Hilfestellungen speziell für kleinste Unternehmen findet man viel zu wenige. Vorweg schicke ich schon mal, dass es manchmal ganz allein eben nicht geht. Ich stehe Dir darum gern als Sparringspartner in meinen Einzelberatungen oder im Marketing-Zauber-Mastermind-Zirkel zur Verfügung.

Beginnen wir mit etwas Theorie. Wenn Du weißt, wie ein kreativer Prozess abläuft, verliert eine zeitweilige Ideenlosigkeit ihren Schrecken. Das ist wichtig, denn Angst ist eine lebensfeindliche Umgebung für Kreativität, die sich dann fühlt wie ein Stiefmütterchen bei Frost. In Angst kann keine Kreativität gedeihen.

Wie Kreativität funktioniert – 4 Phasen

1. Phase der Kreativität: Sammeln und Jagen

Im Vakuum entstehen keine Ideen. Auf den buchstäblichen Urknall zu hoffen, während Du in einem sterilen Raum verweilst, wird wenig Erfolg zeigen. Darum erlaube Dir, Dich inspirieren zu lassen. Dabei ist es wichtig, dass Du nicht nur direkt zu Deinem Problem recherchierst, sondern auch mal ein wenig vom Weg abkommst. Mache dabei ruhig ein paar Schlenker. Denn Zufälle spielen bei der Entwicklung von kreativen Ideen eine große Rolle. Aber niemand behauptet, dass man die Zufälle nicht einladen darf! Dafür gibt es dafür sogar einen eigenen Begriff: Serendipität. Ich werde im Laufe dieser Reihe immer wieder auf diesen Effekt zurück kommen.

Schau, was andere machen.

Sammle Anschauungsmaterial aus Zeitungen, Zeitschriften, aus dem Internet oder bei Deinem Weg durch die Stadt.

Verbanne die Schere aus Deinem Kopf und stelle Deinen inneren Nörgler kalt, der Dir einzureden versucht, dass alles zu teuer sei, sich sowieso nicht realisieren lässt und es die Kunden außerdem blöd finden werden.

In dieser Phase geht es darum, die Kreativität aus ihrer Höhle zu locken.

Mache es ihr schmackhaft, sich ans Tageslicht zu bewegen!

2. Phase der Kreativität: Ausbrüten

Das ist der Moment Deiner schöpferischen Pause – auch Inkubationsphase genannt. Nimm Abstand von Deinem Problem. Am Besten denkst Du gar nicht mehr daran! Mach etwas völlig anderes! Bewährt haben sich in dieser Phase völlig langweilige und nüchterne Tätigkeiten, aber auch Spaziergänge, Sport oder Beschäftigung mit Musik, Literatur oder Film. Auch wenn Du jetzt scheinbar untätig bist: Dein Unterbewusstsein arbeitet nun auf Hochtouren. Man nimmt an, dass in dieser Phase unterbewusst viele Lösungskombinationen durchgespielt werden. Auf kleiner Flamme sozusagen. Plane diese Phase nicht zu kurz ein – Dein Unterbewusstsein lässt sich nicht hetzen!

3. Phase der Kreativität: Geistesblitzgewitter

Plötzlich sind sie dann da, die Ideen. Wie bei einem Gewitter folgt eine Idee auf die nächste. Halte sie fest! Vertraue nicht darauf, dass Dir später schon wieder einfällt, was Du in dieser Phase gedacht hast. Denn leider vergisst man durch irgendeine Ablenkung wichtige Details, die diese Ideen erst wertvoll machen. Schreibe, zeichne, sprich oder male sie also auf, halte sie fest! Immer noch gilt wie in der ersten Phase: Zensiert wird jetzt noch nicht. Oft erzeugen Ideen neue Ideen. Lass sie kommen und nicht wieder gehen!

4. Phase der Kreativität: Zensur

Jetzt darf der innere Nörgler endlich ran! Betrachte Deine Idee(n) von allen Seiten.

Prüfe sie auf Einsetzbarkeit. Setze Dir die rosarote Brille ebenso auf, wie den Hut des Bundesbedenkenträgers. In dieser Phase entscheidest Du, was Du aus Deinen Ideen machst. Das Beste: Selbst in dieser Phase fallen Dir wahrscheinlich immer weitere neue Ideen ein. Dann geh zurück zu Phase 3 und halte auch sie fest!

7 Kreativitätskiller

Neben den vier Phasen der Kreativität stelle ich Dir auch sieben dominante Kreativitätskiller vor, die Du kennen solltest, damit Du ihnen aus dem Weg gehen kannst:

Kreativitätskiller No. 1: Der Glaube, andere seien kreativer

Der berühmte französische Maler Henri Matisse soll gesagt haben

Kreativität braucht Mut! Klick um zu Tweeten

Recht hat er gehabt! Wenn Du glaubst, selbst nicht kreativ (genug) zu sein und dass andere kreativer seien als Du, dann wird sich das auch als selbsterfüllende Prophezeiung erweisen. Kreativität kann ein zartes Pflänzchen sein. Aber auch zarte Pflänzchen arbeiten sich mutig und beständig notfalls sogar durch den Asphalt. Sei also mutig und habe Vertrauen in Dich selbst.

Also, vergiss Gedanken wie „Männer sind kreativer“, wenn Du eine Frau bist. Oder „Teams sind kreativer“, wenn Du Einzelkämpferin bist. Oder ganz extrem „alle sind kreativer als ich“ – solche Sätze gehören aus Deinen Gedanken verbannt. Weil sie einfach nicht stimmen. Jeder Mensch ist kreativ. Täglich, immer wieder.

Kreativitätskiller No. 2: Zeitdruck

Hetzen geht gar nicht. Wenn Du nur wenig Zeit hast, um auf neue Ideen zu kommen, garantiere ich Dir, werden sie sich verhalten, wie eine Gruppe von Kaninchen, wenn sie von einem Jagdhund aufgestöbert werden. Klar, es lässt sich nicht immer vermeiden, schnell und auf Befehl Ideen parat haben zu müssen und auf Knopfdruck kreativ zu sein. Mit viel Übung und einem ordentlich trainierten Kreativitätsmuskel funktioniert das. Aber besser ist es, Du lässt der Kreativität etwas Zeit.

Kreativitätskiller No. 3: Routine

Immer wieder etwas auf dieselbe Art zu tun bringt garantiert jede Kreativität zum erliegen. „Das habe ich immer so gemacht!“ – ja, und wenn Du es weiter immer so machst, wirst du auch nie etwas Neues, Anderes, Besseres machen. Also lade die Kreativität ein und mach einfach mal etwas anders, als Du es sonst machst.

Kreativitätskiller No. 4: Stress

Gestresste Menschen haben keine neuen Ideen. Darum kommen Ideen auch nicht zu Dir, wenn Du krampfhaft überlegst, sondern gern, wenn Du entspannt bist. Dazu gleich weiter unten noch etwas mehr, im Abschnitt „Lade die Kreativität ein“.

Kreativitätskiller No. 5: Perfektionismus

Insbesondere, wenn Du es bei Phase 3, dem Geistesblitzgewitter, nicht schaffst, Deinen inneren Nörgler (Zensor oder Kritiker) mundtot zu machen, wird Dir Dein Perfektionismus in die Quere kommen. Wie viele gute Ideen wurden schon im Keim erstickt, weil Gedanken wie „das kann ich nicht,“ „dafür habe ich kein Geld,“ „dafür bin ich nicht gut genug“ oder „eine alberne Idee, andere werden mich auslachen“ aufblitzten. Die alle werden uns vom Perfektionisten in uns eingeflüstert und wirken sich verheerend auf ein ordentliches Geistesblitzgewitter aus.

Kreativitätskiller No. 6: Angst vor Neuem und dem Scheitern

Im Spanischen gibt es ein Sprichwort, das diesen Kreativitätskiller super beschreibt:

„Lieber das bekannte Schlechte als das unbekannte Gute!“ – denn es könnte ja etwas schief gehen, bei dem Versuch, etwas Neues auszuprobieren. Leider ist der Mensch so gestrickt und nicht jeder hat ein Entdecker-Gen in sich, das ihn zwingt, in neue Welten aufzubrechen, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Dabei bewundern wir alle die, die sich dann doch mal auf den Weg gemacht haben. Also, überrasche Dich selbst und habe auch keine Angst, zu scheitern. Gescheitert ist nur der, der hinfällt und nicht wieder aufsteht. Aus der Software-Entwicklung kommt die Methode der agilen Softwareentwicklung, das genau solche Fehler-Verbesserungszyklen zur Methode gemacht hat und eine sehr kreative Herangehensweise ist.

Kreativitätskiller No. 7: Bequemlichkeit und Interessenlosigkeit

Ja, etwas Neues auszuprobieren kann anstrengend sein. Die berühmte Komfortzone schlägt dann wieder zu – und leider ist es wahr, dass die interessanten Dinge sehr gern außerhalb dieser Zone passieren. Die Extrameile zu gehen, kann auch im kreativen Prozess für erstaunliche Ergebnisse sorgen.

Hand in Hand mit der Bequemlichkeit geht die Interessenlosigkeit. Neugier hält Kreativität wach, Interesselosigkeit schläfert sie ein und erstickt sie dann, bis sie sich nicht mehr rührt. Also, bleib neugierig, bei allem was in Deiner Branche wichtig ist. Aber vergiss auch nicht, über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Schaffe ein Biotop für Ideen – Lade die Kreativität ein!

Wenn Du die Phase des Sammeln und Jagens abgeschlossen hast, ist es insbesondere für die Inkubationsphase wichtig, etwas anderes zu tun. Kreativität ist ein fortwährender Prozess. Es gibt viele Faktoren, die Kreativität behindern oder im Keim ersticken. Während Routine in unserer Selbstständigkeit Kreativität tötet, können Tätigkeiten, die nichts mit unserer Arbeit zu tun haben und die wir quasi auf „Autopilot“ verrichten, extrem kreativitätsfördernd sein. Darum möchte ich Dir Umgebungen vorstellen, in denen Kreativität besonders gut gedeiht.

Also, mach einfach etwas anderes. Zum Beispiel:

Dösen, Träumen, Wolkengucken – oder richtig Schlafen

Von Leonardo da Vinci (eines meiner größten Vorbilder) weiß man, dass seine kreativen Schaffensphasen auch immer wieder von langen Phasen scheinbarer Untätigkeit unterbrochen waren. Leonardo hat sich gern dem Tagträumen, Dösen und Wolkengucken hingegeben. Auch das Beobachten von Wasser (einem Fluss, dem Meer oder auch nur einem Zimmerbrunnen) kann beim kreativen Prozess helfen. Genauso gut funktioniert bei mir Feuer, ob ein Lagerfeuer, ein Kamin oder auch nur die Flamme einer Kerze.

Auch das „einmal drüber schlafen“ hat sich bewährt. Inzwischen weiß man, dass unser Gehirn nicht nur in den REM-Phasen nachts aktiv ist, sondern auch in den Phasen, in denen man sich im Tiefschlaf befindet. Informationen werden umgebaut, neu sortiert, abgelegt und teilweise auch gelöscht.

Ich stelle mir das immer wie ein großes Aufräumen vor, etwa so, wie ich am Ende meines Arbeitstages die über den Tag gesammelten offenen Browsertabs noch einmal ansehe und entscheide, was ich davon in Evernote speichere, was nur in Pocket gesammelt wird, was ich schließe und dem Vergessen preisgebe und was ich vielleicht morgen weiter bearbeiten will und als Aufgabe nach Todoist exportiere. Am nächsten Morgen ist dann alles frisch sortiert und die Lösung für ein kreatives Problem liegt oft wie auf dem Silbertablett vor mir. Besonders gut funktioniert das, wenn ich bereits beim Einschlafen formuliere, wofür ich gern eine Lösung hätte. Fast wie eine Bestellung im Restaurant!

Meditation

Hast Du keine Zeit, ans Meer zu fahren oder ein längeres Nickerchen zu machen, versuche es doch mal mit Meditation. Nicht nur, dass schon nach nur sieben bis zehn Minuten Meditation der Kopf wieder frischer und wacher ist. Oft wagen sich die ersten Ideen schon während der Meditation selbst aus der Deckung und beginnen, sich Dir aufzudrängen. Wenn Du nicht weißt, wie Du meditierst, hole Dir eine App, die Dir gefällt. Ich nutze seit längerer Zeit die App 7Mind, aber auch Du hast Pause oder Calm sind gute Apps, um das Meditieren zu erlernen und für den kreativen Prozess zu profitieren.

Konsumiere!

Ja, auch das Konsumieren kann im kreativen Prozess hilfreich sein. Schau Dir eine Serie auf Netflix an, lies ein Buch, höre Musik, oder ein Hörbuch oder spiele ein Spiel, egal, ob mit Familie und Freunden oder allein am Computer. Denn auch dabei lenkst Du Dich vom eigentlichen kreativen Problem ab und gibst Deinem Unterbewusstsein die Chance, weiter daran zu arbeiten. Außerdem geben Dir diese Tätigkeiten, so „passiv“ sie auch sein mögen, neue Impulse, die vielleicht das letzte Puzzlestück sind, das für eine kreative Ideenfindung nötig war.

Bewege Dich!

Spazierengehen ist der Klassiker für neue Ideen. Interessanterweise funktioniert das auch besser als die Bewegung auf einem Laufband – wohl, weil es auch hier immer wieder neue Impulse aus der Umgebung gibt. Bei mir funktioniert auch Schwimmen sehr gut. Am besten im Meer, aber das Freibad oder Hallenbad tun es auch. Wandern an Orten, an denen ich noch nie war, setzt bei mir immer was in Gang (der Impuls für Marketing-Zauber entstand übrigens 2015 in den schottischen Highlands!). Und auch das Autofahren wirkt bei mir super gut – vor allem, wenn ich dabei Podcasts höre.

Verändere Deinen Aufenthaltsort

Es hat einen Grund, warum so viele Bücher in Cafés geschrieben wurden (Harry Potter ist ein berühmtes Beispiel, die Idee entstand aber auf einer Bahnfahrt) oder warum Hemingway oder Gaugin gerade auf ihren Reisen besondere Werke geschaffen haben. Ein Ortswechsel ist ein zuverlässiger Booster für kreative Ideen. Ob Du nur mal für zwei Stunden in Dein Lieblingscafé verschwindest oder gleich eine Reise ins Ausland unternimmst – je nachdem, wie Dein Business aussieht werden die Möglichkeiten für Dich unterschiedlich aussehen. Statt den halben Tag am Schreibtisch verzweifelt nach Ideen suchend am Bleistiftende zu kauen, kannst Du auch einfach mal in den nächsten Park oder Zoo fahren.

Besuche Veranstaltungen

Im Grunde auch nur ein Ortswechsel, aber Veranstaltungen wie Messen, Konferenzen, Barcamps oder Unternehmertreffen haben auf meinen kreativen Output immer eine besondere Wirkung. Dabei sind gerade die langweiligen Vorträge, wenn die Gedanken zu wandern beginnen, oft die besten Kreativitätsbooster …

Fazit – Kreativität lässt sich einladen

Kreativität ist ein unglaublich spannendes und umfangreiches Thema. Dieser Artikel ist darum auch nur der Auftakt zu einer Serie und hat Dir hoffentlich ein paar neue Blickwinkel auf das Thema und erste Impulse zur Förderung Deiner eigenen Kreativität liefern können. In den kommenden Wochen werde ich Dir weitere Informationen zum Thema liefern. Beispielsweise stelle ich Dir meine Lieblingsbücher vor, die mich immer wieder inspirieren und mir bei kreativen Prozessen hilfreich sind. Dann gibt es natürlich einige Programme und Apps, die ich mir zunutze mache. Und Übungen und Techniken, die ich bei mir und meinen Kunden einsetze, um auf kreative Lösungen zu kommen. Kurz: Ich packe aus meinem Kreativitätskoffer die besten Tipps und Anleitungen aus, damit auch Du kreativ aus dem Vollen schöpfen kannst.

Wie sind Deine Erfahrungen mit dem kreativen Prozess insbesondere für das Marketing in Deinem Unternehmen? Fällt es Dir leicht, neue Ideen und Lösungen zu entwickeln, oder bist Du mit Dir unzufrieden und schielst neidisch auf die originellen Ideen, die andere haben? Schreib mir gern einen Kommentar!

5/5 (4 Reviews)

Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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