Ein Laborbuch kann Dich bei Deiner Kreativität unterstützen - Kinder im Labor

Wie Du mit einem Laborbuch kreativer wirst

Letzte Aktualisierung 6. Januar 2020

Die Idee, ein Laborbuch zu führen, kam mir selbst erst vor einigen Jahren – und ich habe festgestellt, dass es mir auch hilft, kreativer zu sein und mein Marketing leichter macht.

Was ist ein Laborbuch?

Laborbücher werden in der Regel von Wissenschaftlern geführt und sie darin den Verlauf ihrer Experimente. Wie Du weißt, bin ich ja Notizbuch-Fan. Alles, was irgendwie in Büchern aufgeschrieben wird, fasziniert mich und zieht mich magisch an.

Als ich auf den Begriff „Laborbuch“ stieß, ging die Maschinerie im Hinterkopf los.

Wie konnte ich das Konzept für mich nutzbar machen?

Was ich in mein Laborbuch schreibe

Die Definition, wie Du sie in der Wikipedia finden kannst, war mir ein wenig zu eng. Also habe ich mein Laborbuch etwas anders geführt.

Bis jetzt habe ich folgende Informationen in meinem Laborbuch hinterlegt:

  • Informationen zu meiner Corporate Identitiy, mit Farbcodes, Bildgrößen für das Web und Links, wo sich bestimmte Dateien, die mit meiner CI im Zusammenhang stehen finden.
  • Informationen, welche Tags ich zu welchem Zweck in ActiveCampaign eingerichtet habe – und wie sie weiter verarbeitet werden (Automationen, Digistore, elopage, Zapier …)
  • Verschiedene Elevator Pitches
  • Texte zur Bewerbung meiner Angebote in den Social Media
  • Erfolgreiche Posts in den Social Media – was hat gut funktioniert, manchmal mit den Überlegungen, warum das so war.
  • Erfahrungen und Beobachtungen jeglicher Art, die sich auf mein Unternehmen beziehen. Beispielsweise habe ich dort den Zusammenhang zwischen der höheren Servergeschwindigkeit meines neuen Providers mit der Ladezeit meiner Website und der dadurch verlängerten Verweildauer notiert.

Warum macht mich das Laborbuch nun kreativer?

Das Laborbuch macht mich deshalb kreativer, weil es mir den Kopf frei hält.

Ich muss mir nicht „merken“ wie die Farbcodes meiner Website sind.

Ich muss sie auch nicht mühsam suchen (was Zeit kosten würde – und wenn es nur das Aufrufen der Website, das Starten von PicPick und das Verwenden des Colorpickers ist).

Und ich habe meine Erfahrungen und Beobachtungen gesichert. Und ich habe nun auch keine Angst mehr, dass ich sie vergessen könnte. Denn Angst ist ja schließlich etwas, das den kreativen Prozess behindert, wie wir zuletzt im Gastartikel von Shyney gelernt haben.

Außerdem habe ich eines in langen Jahren Selbstständigkeit gelernt:

Was mir heute noch selbstverständlich und klar in Erinnerung ist, kann ich in einem halben Jahr total aus den Augen verloren haben. Das Blättern im Laborbuch kann daher eine zuverlässige Inspirationsquelle sein. Vor allem dann, wenn Du es konsequent und regelmäßig führst.

Ein Laborbuch fürs Marketing führen – analog oder digital?

Ich liebe Notizbücher und alles, was mit Papier zusammenhängt. Darum war mein erster Impuls auch, ein Leuchtturm 1917* zu nehmen und es als Laborbuch zur führen. Das war im September 2017, wie ich noch am ersten Eintrag erkennen kann.

Mein Laborbuch als klassisches Notizbuch

Das Notizbuch hat für mich Vor- und Nachteile gleichermaßen. Weil es analog ist, kann ich es überall und jederzeit führen. Ich kann hinein scribblen und ich kann auch Dinge einkleben.

Wie ich feststelle, birgt es aber auch Nachteile für mich.

Wenn ich eine Information suche, muss ich es Seite für Seite durchblättern. Links zu Webseiten einzufügen bedeutet mühsames Abschreiben. Und mal eben schnell einen Screenshot einfügen geht auch nicht. Ich müsste diesen erst ausdrucken und dann ausschneiden und einkleben. So herrlich haptisch und kreativ das als Tätigkeit sein kann – ich mach das einfach nicht. Zumal die A5 Größe zum Mitnehmen und zwar zum Schreiben ganz angenehm, für Screenshots dann aber oft einfach zu klein ist.

Kurzfristig habe ich auch noch einen Aktenordner oder ein Ringbuch in A4 als Loseblatt-Variante erwogen, aber das war mir dann doch zu unhandlich. Ein altmodisches Karteikartensystem fand ich zwar ebenfalls originell, fiel dann aber aus ähnlichen Gründen raus.

Auch wenn die Größe meines Laborbuchs zum Mitnehmen ganz okay ist – meist habe ich doch nur mein Smartphone dabei. Noch zusätzlich „für alle Fälle“ mein Laborbuch mitzunehmen, noch dazu unter der Gefahr, es zu verlieren, zu vergessen oder dass jemand Unbefugtes hinein schaut … nein – keine gute Lösung für unterwegs!

Mein digitales Laborbuch

Also, digital musste her! 😉

Nun stand ich hier vor der Qual der Wahl:

Was nehmen?

Einfach nur Word-Dateien, mit dem Datum im Dateinamen und alles in einen Ordner? Neeee, viel zu unpraktisch, so 1990er Jahre … – und außerdem auch ganz schlecht durchsuchbar!

Einfach nur Dateien, mit dem Datum im Dateinamen und alles in einen Ordner in Google Drive? Schon besser, und immerhin einigermaßen durchsuchbar!

Eines der Kanban-Systeme? Also Trello, Zenkit, Asana oder irgendein anderes? Einerseits fand ich die Idee ganz charmant, vor allem weil ich ja ein sehr visueller Mensch bin, der möglichst alles vor sich ausgebreitet sehen will. Aber in diesem Fall alles ausschließlich in der Cloud zu haben – das war mir dann für diesen Zweck unheimlich. Zumal die Druckmöglichkeiten, falls ich dann doch mal was „in die Hand“ nehmen möchte, nicht so gut sind.

Und so landete ich ganz schnell wieder bei meinem Lieblingstool Evernote (Du hast es schon geahnt, gib es zu!), das auch für diesen Zweck optimal ist:

Ich kann durch einfaches Abfotografieren meines Laborbuchs die Inhalte auch relativ leicht nach Evernote sichern.

Wie wichtig das ist, ist mir seit Januar 2018 klar. Damals hat unsere Putzhilfe mein handgeschriebenes, über dreißig Jahre geführtes Kochbuch dem Altpapier überantwortet. Solche Missgeschicke können immer wieder geschehen und Papier kann zwar lange halten, es kann aber auch schnell durch Wasser oder Feuer zu Schaden kommen.

Sehr schön ist, dass Evernote auch Handschrift erkennt – und bei mir ist die Trefferquote sehr hoch. Wahrscheinlich, weil ich seinerzeit eine Handschriftprobe von mir an Evernote geschickt habe. Da habe ich persönlich einen großen Vorteil.

Außerdem kann ich die Inhalte ganz einfach mit Screenshots oder Fotos ergänzen und Links einfügen ist natürlich auch ganz simpel.

Wenn ich mal ganz eilig bin, kann ich auch nur schnell eine Audio-Aufnahme machen und abspeichern.

Die Daten liegen nicht nur in der Cloud, sondern auch lokal (notfalls offline) auf meinen Rechnern und ich kann mobil nicht nur darauf zugreifen, sondern auch bearbeiten. Wenn ich mag, kann ich alles auch wieder ausdrucken. Besonders sensible Daten (Notizen) kann ich durch ein Passwort schützen.

Hybridlösung für mein Laborbuch

Du ahnst es jetzt schon: Von meinem Papier-Notizbuch mag ich aber nicht wirklich lassen – zumal ich gerade meine Erfahrungen und „Learnings“ gern mit Sketchnotes anreichere. Folglich ist mein Laborbuch nun eine Hybrid-Lösung. Und weil ich mindestens eines (Smartphone, PC, Laptop oder Notizbuch) immer bei mir habe, ist es auch kein Problem mehr, Eintragungen zu machen.

Ach ja, damit ich das nicht vergesse, habe ich eine Aufgabe in Todoist: Täglich sehe ich dort „Journal“ und werde so daran erinnert, über den Tag zu reflektieren und auch in meinem Laborbuch zu stöbern, wenn ich mal einen Impuls brauche.

Fazit

Was für Wissenschaftler gut ist, schadet auch beim Marketing und beim kreativen Prozess nicht.

Wichtig sind zwei Dinge: Dass Du Dich aufraffst, ein Laborbuch zu führen – und zwar möglichst regelmäßig – und dass Du es dann auch nutzt, wenn Du für Deine kreativen Aufgaben Impulse brauchst. Die Form ist dabei nachrangig – nimm etwas, das Deinen Bedürfnissen entspricht.

Habe ich Dir jetzt etwas erzählt, das Du schon längst wusstest und machst – oder war das neu für Dich? Schreib mir gerne einen Kommentar! Und wenn Du nur wenig Zeit hast, freue ich mich auch über fünf schnelle Sterne als Bewertung!

5/5 (4 Reviews)

Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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