Zu viel Auswahl - eine Landingpage löst das Problem

Was ist eigentlich eine Landingpage?

Letzte Aktualisierung 1. Juni 2019

Du kennst das: Da willst Du einen Joghurt kaufen – und dann stehst Du vor dem Kühlregal und kannst Dich nicht entscheiden.

So viele Marken!

Und jede Marke hat dann noch so viele Sorten!

Und die gibt es dann möglichst noch mit hohem oder niedrigem Fettgehalt.

Als Trinkjoghurt oder zum Löffeln.

Im großen Becher oder in vielen kleinen.

Als Multipack.

Und das Ganze dann möglicherweise auch noch laktosefrei.

Welchen also nehmen?

Die Auswahl kann schon mal dauern. Und nicht wenige Kunden kaufen dann entweder gar nichts oder irgendwas. Manche kaufen auch gleich alle. 😉

Beim Discounter ist das leichter. Zwar ist auch da inzwischen das Angebot größer geworden, aber insgesamt doch extrem beschränkt. Hier geht das Einkaufen schneller und die Kunden müssen weniger Entscheidungen treffen. Das ist (neben den meist günstigeren Preisen) ein Geheimnis ihres Erfolges.

Zu viele Optionen verhindern Entscheidungen

Übertragen wir das also mal auf Dein Angebot:

Wenn Du aus einer Online-Anzeige heraus direkt auf die Startseite Deiner Website verlinkst, geschieht genau das, was auch im Supermarkt am Kühlregal passiert: Mit der Fülle der Möglichkeiten konfrontiert, weiß der Besucher erst einmal nicht, wohin.

Denn was erwartet ihn?

Da ist einmal das normale Menü oberhalb oder links vom eigentlichen Inhalt. Oft gibt es noch eine Seitenleiste, in der der Besucher zusätzliche Hinweise, Angebote und Links findet. Und im Text hast Du auch oft noch Links eingebaut. Definitv zu viele Optionen und zu wenig Wiedererkennungswert.

Besser, Du gibst dem Besucher genau das, was er sucht:

Damit erfüllst Du das Versprechen, das Du in der Anzeige gemacht hast. Und dabei ist es völlig unerheblich, ob es sich um eine Facebook oder Twitter Ad, Google Adwords oder um eine YouTube Anzeige handelt oder ob Du irgendwo (nicht empfehlenswert) eine Banneranzeige geschaltet hast.

Wie sieht so eine Landingpage eigentlich aus?

Keine Navigationselemente

Einen wichtigen Punkt habe ich schon genannt: Eine Landingpage sollte nicht das Menü Deiner Webseiten enthalten. Was Du trotzdem integrieren musst, sind Links auf Dein Impressum und die Datenschutzerklärung – sonst lädst Du Abmahner direkt zu Dir ein.

Nur ganz wenige Handlungsoptionen

Dann solltest Du den Besucher Deiner Landingpage nur ganz wenige Handlungsoptionen geben. Am besten ist eine einzige, drei sehe ich als Maximum an.

Testen Testen Testen!

Auch hier gilt: Teste, was funktioniert.

Je nachdem, womit Du Deine Landingpage erstellst (dazu etwas weiter unten mehr) sind Testmöglichkeiten gleich schon mit eingebaut. Nutze Sie!

Sorge für einen hohen Wiedererkennungsgrad

Am besten wiederholst Du die Texte und das Bildmaterial aus Deinen Anzeigen 1:1. Das mag Dir langweilig oder plump erscheinen, aber so ist der Mensch nun mal gestrickt. Wenn Du auf Deiner Landingpage andere Formulierungen, anderes Bildmaterial und gar andere Versprechungen als in Deiner Anzeige machst, verunsicherst Du den Besucher. Bin ich wirklich auf der richtigen Seite gelandet? ist dann die unausgesprochene Frage, während er sich mit Deinem Angebot beschäftigt. Wenn er das überhaupt macht und nicht sofort wieder verschwindet, weil er denkt, dass da ein Fehler passiert sein muss.

Lange oder kurze Landingpages?

Als ich vor einigen Jahren auf die ersten langen Landingpages amerikanischer Anbieter stieß, war ich ganz schön irritiert.

Was sollte das?

Und vor allem: Wo steht nun endlich, was das kosten soll?

Das war natürlich Absicht. So extrem lange Landingpages wie die von damals sind inzwischen auch bei den Amerikanern wieder out (obwohl ich sie noch ab und zu sehe).

Die Idee, die dahinter steht (und auch funktioniert) ist:

Vorteil: Lange Landingpages ersetzen das Verkaufsgespräch

Mit einer langen Landingpage imitierst Du im Grunde ein Verkaufsgespräch. Du nennst die Vorteile, Du nennst die Fakten, Du nennst Referenzen, irgendwann und irgendwo nennst Du auch den Preis und dann forderst Du auf, doch das Produkt oder die Dienstleistung einzukaufen. Wenn Du eher introvertiert bist oder einfach ein passives Einkommen aufbauen willst, sind lange Landingpages Dein Freund.

Der Nachteil langer Landingpages

Wenn sie nicht gut gemacht sind (und dazu meine ich nicht nur das Layout, sondern auch den Text) verlierst Du viele Besucher sehr schnell wieder.

Der TLDR-Effekt tritt ein.

TLDR?

Das ist eine Abkürzung aus dem Englischen und steht für „too long – didn’t read“ 🙂 Also übersetzt: Zu lang, hab’s nicht gelesen! Eine lange Landingpage muss also dramaturgisch klug aufgebaut sein, damit Du den Besucher auch bis zum „Kaufen“-Button führst.

Meine Empfehlung zu langen Landingpages

Lange Landingpages funktionieren immer (noch) gut, vor allem, wenn Du als Anbieter noch unbekannt bist und Dich erst vorstellen musst und wenn Dein Produkt oder Deine Dienstleistung, die Du auf diesem Weg bekannt machen und verkaufen willst, eher erklärungsbedürftig ist. Hier kannst Du auch bis zu drei Optionen unterbringen.

Der Vorteil kurzer Landingpages

Kurze Landingpages konvertieren schneller und besser. Auch Dein Besucher hat in der Regel wenig Zeit und will nicht viel lesen. Zumindest nicht viel lang am Stück. Darum kommen nun ultrakurze Landingpages, die gerade mal eine Bildschirmseite ohne Scrollen umfassen, immer mehr in Mode.

Der Nachteil kurzer Landingpages

Der Nachteil liegt ebenso auf der Hand: Wenig Platz, wenig Möglichkeiten, etwas zu erklären. So besteht die Gefahr, dass Dein Angebot nicht verstanden wird und darum auch nicht wahrgenommen und geklickt wird.

Meine Empfehlung zu kurzen Landingpages

Wenn Du es klug angehst, können kurze Landingpages genau das sein, was Du brauchst. Mache auf kurzen Landingpages nur ein einziges Angebot mit einer einzigen Option.

Krass könnte man sagen: „Friss – oder stirb!“

Entweder der Besucher akzeptiert, was Du zu bieten hast, oder eben nicht. Kurze Landingpages sind gut für ganz einfach verständliche Angebote oder einfach als Opt In-Seite für ein Newsletter-Abo. Auf kurzen Landingpages kannst Du zum Beispiel gut ein (einziges!) Freebie zum Download anbieten. Oder sie für die Registrierung zu einem Webinar (egal, ob kostenfrei oder kostenpflichtig) nutzen. Wenn Du etwas mehr erklären willst, ohne gleich wieder viel Text verwenden zu müssen, kannst Du gut ein Video auf einer kurzen Landingpage einbauen.

Wie baut man nun eine Landingpage?

Wie immer gibt es mehrere Möglichkeiten, die ihre unterschiedlichen Vor- und Nachteile haben.

Variante 1: Du baust die Landingpage selbst

Mit selbst bauen meine ich, dass Du die Landingpage einfach als Seite in Deinem WordPress erstellst und dann – einige Themes ermöglichen das auf Knopfdruck – die Navigation ausblendest. Hier bist Du in der Gestaltung völlig frei – was für mache aber gleich schon ein Problem darstellt. Denn was soll eigentlich alles drauf auf so eine Landingpage? Als Anfänger bist Du mit einer freien Gestaltung wahrscheinlich überfordert.

Variante 2: Du nutzt ein darauf spezialisiertes Plugin oder Anbieter

Es gibt wirklich viele Plugins für Landingpages für WordPress. Ich stelle Dir hier kurz die drei bekanntesten kostenpflichtigen Anbieter vor:

OptimizePress

OptimizePress ist einer der bekanntesten und ältesten Anbieter von Landingpages und funktioniert als Plugin in WordPress beziehungsweise sogar als spezielle WordPress-Installation. Ich habe auch als erstes mit OptimizePress angefangen. Der Kaufpreis ist überschaubar, die Updates sind recht preiswert und jeder scheint es zu kennen und zu benutzen.

Allerdings hat mich OptimizePress nicht überzeugen können.

Die Bedienung ist langsam und schwerfällig, die Gestaltungsmöglichkeiten sind begrenzt und wenn Du erst einmal selbst damit gearbeitet hast, erkennst Du OptimizePress-Landingpages auf den ersten Blick.

Langweilig!

Leadpages

Leadpages bietet Dir die Möglichkeit, die Landingpage gar nicht auf Deinem Server anzulegen, sondern direkt mit einer Subdomain bei Leadpages selbst. Suchmaschinentechnisch ist das nicht ganz so schlau, wenn Du auch möchtest, dass Deine Landingpage nicht nur über Deine Anzeigen sondern auch organisch über Google und Co. gefunden werden soll.

Erwartest Du aber sehr viele Zugriffe über Deine Anzeigen, so kann das eine kluge Entscheidung sein, denn so wird Dein eigener Server entlastet.

Leadpages bietet eine unglaubliche Fülle an Vorlagen für Landingpages. Von Ultrakurz bis megalang ist da wirklich alles dabei. Es gibt kostenfreie und kostenpflichtige Templates, die besonders auf Conversions (also Verkaufsabschlüsse) getestet sein sollen.

Das alles ist bestimmt nicht schlecht – aber mit einem Mindestpreis von 25 Dollar monatlich (!) bei jährlicher Zahlweise (sonst liegt der Preis noch höher) wahrlich kein Schnäppchen. Wenn Du gerade erst anfängst ist Leadpages vielleicht etwas pricey, wie der Engländer sagt.

Thrive Landing Pages

Das System, das ich einsetze, ist das von Thrivethemes. Ich hatte das leider erst in einem Webinar gesehen, nachdem ich schon OptimizePress lizensiert hatte. Trotzdem habe ich mich sofort dafür entschieden und nicht bereut. Die Vorlagen von Thrive sind sehr hübsch, werden kontinuierlich erweitert und mit dem Thrive Composer zu arbeiten ist um ein Vielfaches schneller, flexibler und angenehmer als mit OptimizePress.

Kostenfreie Landingpage-Anbieter

Mittlerweile gibt es auch eine Reihe kostenfreier Landingpage-Anbieter. Ich habe sie alle nicht getestet und kenne sie nicht aus eigener Anschauung. Außerdem sind sie nur auf Englisch verfügbar. Wenn das aber kein Problem und Dein Budget sehr knapp ist, schau sie Dir doch einfach einmal an, bevor Du zu einem kostenpflichtigen Angebot greifst:

Außerdem gibt es nnoch Elementor, mit dem ich bisher nur wenig experimentiert habe, das mir aber gut gefällt

Was ist sonst noch zu beachten?

Auch bei der Erstellung Deiner Landingpages musst Du Einiges beachten. Björn Tantau hat hier einen Evergreen-Artikel verfasst, den zu lesen ich Dir wärmstens empfehle: Zur erfolgreichen Landing Page in zehn Schritten. Und wenn Du etwas Inspiration brauchst, so findest Du bei t3n 38 Beispiele für richtig gute Landingpages.

Zusammenfassung

Landingpages bieten Dir so viele Vorteile, wenn Du online Anzeigen schaltest, dass Du keinesfalls den Fehler machen solltest, einfach nur auf Deine Startseite, Deinen Shop oder eine normale Angebotsseite auf Deiner Website zu verlinken.

Für die Gestaltung hast Du viele Möglichkeiten, gerade am Anfang ist es aber hilfreich, wenn Du Vorlagen, sogenannte Templates, verwendest, die dafür sorgen, dass Du nichts Wichtiges vergisst. Diese sind – je nach Anbieter – auch auf optimale Conversion getestet. Das heißt, dass Dir hier schon ein Stück weit die Testphase abgenommen wurde – es ist bekannt, dass sie normalerweise gut funktionieren. Dennoch solltest Du auch eigene Tests durchführen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie eine andere Farbe eines „Bestellen“-Buttons oder ein anderer Linktext den Erfolg einer Landingpage beeinflussen können! Wie Deine Zielgruppe reagiert, erfährst Du erst durch eigene Versuchsreihen.

Hast Du noch weitere Fragen zu Landingpages? Dann schreib sie mir als Kommentar und ich beantworte sie gerne.

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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