Marketing ohne Internet - zum Beispiel mit Außenwerbung

Marketing ohne Internet — Vorteile und Nachteile

Letzte Aktua­li­sie­rung 27. Dezem­ber 2018 

Die Bei­träge, die Du bis­her in die­sem Blog lesen konn­test, haben sich aus­schließ­lich mit den Mög­lich­kei­ten von Online-Mar­ke­ting beschäf­tigt. Für Dein loka­les Unter­neh­men brauchst Du aber auch Mar­ke­ting ohne Inter­net.

So gut, wie die Online-Maß­nah­men zur Kun­den­ge­win­nung funk­tio­nie­ren — es blei­ben Kun­den­grup­pen uner­reicht, die aber trotz­dem zu Dei­ner Ziel­gruppe gehö­ren kön­nen. Noch heute gibt es wei­tere Kreise in der Bevöl­ke­rung, die nicht online und in Social Media sind. Meine Eltern, beide Mitte sieb­zig, gehö­ren zum Bei­spiel dazu. Auch mei­nen Mann wirst Du nicht in den Social Media fin­den. Selbst unter jün­ge­ren Men­schen gibt es Inter­net-Ver­wei­ge­rer, die ein­fach kei­nen Spaß daran haben. Und auch, wenn es manch­mal so erscheint, als ob einige Men­schen nur noch im Inter­net ansprech­bar sind — es stimmt ein­fach nicht.

Wir Mar­ke­ting-Men­schen spre­chen außer­dem immer davon, dass es so-und-so-viele Kon­takte braucht, bis ein Inter­es­sent auch kauft. Die ange­ge­be­nen Zah­len schwan­ken und rei­chen so unge­fähr von sie­ben bis 21. Das stimmt tat­säch­lich, die genaue Zahl ist dabei unwichtig.

Betrachte Dich mal selbst. Wie oft hast Du, nach­dem Du erfah­ren hast, dass in Dei­ner Stadt ein tol­les neues Restau­rant eröff­net hat, gesagt “Wir müs­sen da mal hin­ge­hen!” bevor Du dann tat­säch­lich auch dort geges­sen hast? Viel­leicht ist es Dir jedes Mal, wenn Du mit dem Auto dort vor­bei gefah­ren bist, wie­der ein­ge­fal­len, doch sobald Du Dich über den nächs­ten Auto­fah­rer geär­gert hast, hast Du es garan­tiert schon wie­der vergessen.

Genau so ergeht es Dei­nen Kunden.

Darum ist es wich­tig, dass Du nicht nur die Kla­via­tur des Online-Mar­ke­ting kennst und beherrschst, son­dern auch über Deine Mög­lich­kei­ten im Bereich der tra­di­tio­nel­len Wer­be­maß­nah­men Bescheid weißt. Nur so kannst Du stra­te­gisch und geplant ent­schei­den, was Du davon umset­zen willst und kannst.

Ich schreibe aus­drück­lich “kannst”. Denn ich will hier nicht ver­heim­li­chen, dass tra­di­tio­nelle Wer­be­maß­nah­men oft einen ent­schei­den­den Nach­teil haben: sie sind rela­tiv teuer.

Die Kos­ten müs­sen nicht unbe­dingt finan­zi­el­ler Natur sein. Auch Dein per­sön­li­cher Zeit­ein­satz gehört dazu.

Marketing ohne Internet — traditionelle Methoden

Hier liste ich ein­mal ganz wert­frei, ohne Anspruch auf Voll­stän­dig­keit und ohne beson­dere Rei­hen­folge die wich­tigs­ten Mar­ke­ting-Maß­nah­men ohne Inter­net-Bezug auf:

  • Flyer und Handzettel
  • Pla­kate, City-Light-Pos­ter, Litfass-Säulen
  • Wer­be­briefe (Print-Mai­lings)
  • Visi­ten­kar­ten
  • Bro­schü­ren
  • Fahr­zeug­wer­bung
  • Außen­wer­bung (Fah­nen, Schil­der, Leuchtreklame)
  • Kata­loge
  • Hucke­pack-Wer­bung (zum Bei­spiel Bröt­chen­tü­ten, Piz­za­kar­tons, Hefteinbände)
  • Anzei­gen in der Tages­zei­tung, in kos­ten­lo­sen Zei­tun­gen, in loka­len oder regio­na­len Magazinen
  • Post­kar­ten in der Gastronomie
  • Hör­funk­wer­bung
  • Mes­sen
  • Spon­so­ring (nicht nur im Sport, son­dern auch von loka­len Ver­an­stal­tun­gen wie zum Bei­spiel Gour­met-Ver­an­stal­tun­gen, Musik­fes­ti­vals usw.)
  • Wer­be­ge­schenke
  • Netz­werk-Ver­an­stal­tun­gen und Vereinsmitgliedschaften
  • Geh­weg-Auf­stel­ler
  • Schau­fens­ter-Wer­bung
  • Pro­mo­ti­ons in der Stadt oder auf Veranstaltungen
  • Tag der offe­nen Tür
  • Exe­cu­tive-Clubs und Kun­den­ver­an­stal­tun­gen wie gemein­same Veranstaltungsbesuche
  • Wer­bung im Lokalfernsehen
  • Pra­xis-TV in War­te­zim­mern von Ärz­ten oder Krankenhäusern

Eine ganz schön lange Liste, nicht wahr? Nicht alles eig­net sich für jedes Unter­neh­men und vie­les davon ist unmit­tel­bar vom ver­füg­ba­ren Bud­get abhän­gig. Zu jeder ein­zel­nen Methode könnte ich einen kom­plet­ten Blog­bei­trag schrei­ben — und werde es in Zukunft auch nach und nach tun.

Nachteile von Maßnahmen außerhalb des Internets

Ich bin ein gro­ßer Fan von klas­si­schen Mar­ke­ting-Maß­nah­men, so wie oben auf­ge­lis­tet. Doch sie haben auch ihre Nach­teile — ins­be­son­dere im Ver­gleich mit den Mög­lich­kei­ten, die das Inter­net bietet:

Etli­che der Maß­nah­men funk­tio­nie­ren nach dem Was­ser­spren­ger-Sys­tem im Gar­ten. Wo das Was­ser hin­ge­sprüht wird, wird alles nass. Auch das, was gar nicht so nass wer­den will oder soll. Das nennt man Streu­ver­luste. Berüch­tigt dafür sind Pla­kate am Stra­ßen­rand, Fern­seh- oder auch Hör­funk­wer­bung. Hier wird nach dem Mus­ke­tier-Prin­zip ver­fah­ren (eines für alle) und hat damit oft zur Folge, dass nur ein Bruch­teil der­je­ni­gen, die die Wer­bung wahr­neh­men, auch zu Dei­ner Ziel­gruppe gehört.

Ein wei­te­rer und viel­fach ent­schei­den­der Nach­teil sind die Kos­ten. Druck­kos­ten von Fly­ern sind dank der Online-Dru­cke­reien heute um ein Viel­fa­ches gerin­ger als noch vor rund zehn Jah­ren. Aber die Schal­tungs­kos­ten für Anzei­gen in der Tages­presse bei­spiels­weise sind immer noch sehr hoch — gerade für ein klei­nes Unter­neh­men mit begrenz­tem Mar­ke­ting-Bud­get oft uner­schwing­lich. Da gerade Anzei­gen­wer­bung von ste­ter Regel­mä­ßig­keit lebt, emp­fehle ich Dir, wenn Du Dir das nicht leis­ten kannst oder willst, die Fin­ger davon zu las­sen. Für den Preis einer ein­ma­lig geschal­te­ten Anzeige fährst Du dann bes­ser für ein Wochen­ende in einen Kurz­ur­laub — davon hast Du dann wesent­lich mehr!

Wei­tere Nach­teile lie­gen in der oft man­geln­den Fle­xi­bi­li­tät und Geschwin­dig­keit (vor allem im Ver­gleich zu Online-Maß­nah­men, wo Du jeder­zeit ein­grei­fen kannst). Stellst Du bei­spiels­weise fest, dass Dein Flyer nicht so funk­tio­niert, wie Du Dir das gewünscht hast, dann musst Du erst neue dru­cken las­sen. Bis die Ände­run­gen umge­setzt sind und die neuen Flyer aus der Dru­cke­rei bei Dir sind, ver­ge­hen aber selbst im güns­tigs­ten Fall ein paar Tage. Oder Du möch­test eine ori­gi­nelle und super zu Dei­nem Unter­neh­men pas­sende Wer­be­maß­nahme umset­zen und erfährst dann, dass Du aber nicht nur an einem ein­zi­gen Ort wer­ben kannst, son­dern gleich ein gan­zes Paket buchen musst. Das ist zum Bei­spiel bei der Pla­kat­wer­bung häu­fig der Fall.

Vorteile von Marketing Maßnahmen außerhalb des Internets

Doch diese Nach­teile ein­mal außer Acht gelas­sen haben die tra­di­tio­nel­len Metho­den auch eine ganze Reihe von Vorteilen.

Oft­mals signa­li­sie­ren sie eine höhere Bestän­dig­keit und Wer­tig­keit, als es online-Wer­bung jemals ver­mit­teln könnte. Viele der oben gelis­te­ten Maß­nah­men sind Print­pro­dukte, lie­gen also in gedruck­ter Form vor und Du kannst sie immer dabei haben und ein­set­zen. Die Visi­ten­karte und der Flyer fal­len einem dabei natür­lich sofort ein.

Bei ande­ren Maß­nah­men bist Du selbst der Sym­pa­thie­trä­ger und kannst direkt auf Deine Inter­es­sen­ten ein­wir­ken. Das ist nicht nur beim Besuch von Netz­werk­ver­an­stal­tun­gen so, son­dern auch wenn Du einen Tag der offe­nen Tür oder einen gemein­sa­men Ver­an­stal­tungs­be­such orga­ni­sierst und durch­führst. Dein Gesicht, Dein Umgang mit den Besu­chern, bleibt bes­ser in Erin­ne­rung als jede noch so auf­wen­dig gemachte Bro­schüre und bes­ser als jede Anzeige in auf Face­book oder in Google.

Der Erin­ne­rungs­fak­tor und der Sym­pa­thie­fak­tor sind immens wich­tig bei der Kauf­ent­schei­dung. Klick um zu Tweeten

Viele der oben genann­ten Maß­nah­men und Metho­den för­dern und unter­stüt­zen das Emp­feh­lungs­mar­ke­ting. Das Schöne ist, dass das heute immer noch super funk­tio­niert — Du musst nur dar­auf ach­ten, dass Deine Wer­be­mit­tel auch dafür vor­be­rei­tet und geeig­net sind. Was Du da genau tun kannst, erkläre ich Dir in den kom­men­den Bei­trä­gen ganz genau. Für heute soll ein anschau­li­ches Bei­spiel Dir eine erste Vor­stel­lung ver­mit­teln, was man falsch machen und mit welch ein­fa­chen Mit­teln man es rich­tig machen kann:

Fallbeispiel Café-Eröffnung

Vor nicht allzu lan­ger Zeit sprach ich mit einer Café-Besit­ze­rin, nen­nen wir sie Heike, die sich bit­ter­lich dar­über beklagte, dass sie schon in der Eröff­nungs­phase nicht genug Umsatz machte.

Zur Eröff­nung waren hier alle Tische drin­nen und drau­ßen besetzt, aber die haben nur den einen Kaf­fee für den Gut­schein getrun­ken, nichts geges­sen und waren dann sofort wie­der weg.”

Was hat Heike nun genau falsch gemacht? Einen Gut­schein für einen kos­ten­lo­sen Kaf­fee in der Fuß­gän­ger-Zone rund um das Café zu ver­tei­len war doch eine gute Idee! Die Men­schen wur­den auf die Neu­eröff­nung auf­merk­sam und kamen oft direkt und wenige Minu­ten spä­ter ins Café.

Was hät­test Du anders gemacht?

Heike hat die Gut­scheine alleine gestal­tet — und die sahen auch gar nicht schlecht aus. Alle wich­ti­gen Infos waren dar­auf ent­hal­ten. Aber sie hatte nicht vor­aus­ge­se­hen, dass viele Men­schen wirk­lich Pfen­nig­fuch­ser und Schnäpp­chen­jä­ger sind. Genau so gut hätte sie einen Aus­ru­fer vor das Café stel­len kön­nen, der den gan­zen Tag ruft “Heute kos­ten­lo­ser Kaf­fee!”. Damit hat Heike die Erwar­tungs­hal­tung bei den Men­schen geweckt, dass es bei ihr immer etwas umsonst gibt. Sie hat sie sozu­sa­gen nicht daran gewöhnt, dass sie erst bei ihr etwas kau­fen müssen.

Der Zusatz: “Der zweite Kaf­fee geht aufs Haus” oder “Zu jedem Früh­stück gibt es einen kos­ten­lo­sen Oran­gen­saft” hätte ihr gleich mehr Umsatz in die Kasse gebracht und vor allem auch die rich­ti­gen Kun­den — näm­lich die, die auch bereit sind, für einen gut gemach­ten Kaf­fee in anspre­chen­der Umge­bung zu bezahlen.

Fazit

Ich rate Dir also, immer einen bun­ten Mar­ke­ting-Mix, der die Beson­der­hei­ten Dei­nes Unter­neh­mens berück­sich­tigt, ein­zu­set­zen. Genau so, wie es ein Feh­ler ist, heut­zu­tage nicht im Inter­net zu wer­ben und die vie­len groß­ar­ti­gen Mög­lich­kei­ten dort zu nut­zen, ist es ein Feh­ler, die tra­di­tio­nel­len Metho­den außer Acht zu las­sen und sich nur auf online zu konzentrieren.

Hast Du eine Frage zu die­sem Thema? Oder möch­test Du mir Deine Erfah­run­gen schil­dern oder meine Mei­nung hören? Dann schreib es mir in die Kom­men­tare. Ich freue mich darauf!

Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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