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Newsletter schreiben – wie Liebesbriefe

Letzte Aktualisierung 19. Januar 2019

Newsletter schreiben wie Liebesbriefe? Wie geht das zusammen? Hast Du schon mal darüber nachgedacht, dass da ein Zusammenhang bestehen könnte?

Bevor ich in meinen Vergleich einsteige, möchte ich noch kurz auf den Begriff »Newsletter« eingehen. Wenn ich von einem Newsletter rede, meine ich immer eine regelmäßige Aussendung eines Schreibens per E-Mail. Im Grunde sind Newsletter aber schon viel, viel älter und seit den 1980ern auch als Direkt-Mailings oder Direkt-Marketing bekannt.

Direkt-Mailings wurden damals natürlich noch nicht per E-Mail versendet, sondern als gedruckte Briefe per Post. Als ich Anfang der 1990er Jahre ins Marketing einstieg, waren sie ein ganz heißes Thema. Zu dieser Zeit waren Soft- und Hardware endlich so weit, dass man die Briefe so personalisieren konnte, dass sie nicht nach Massenpost aussahen. Zumindest nicht auf den ersten flüchtigen Blick.

Newsletter schreiben in früheren Zeiten

Mit zusätzlichen Elementen wie Antwortpostkarten, Aufklebern, Beilegern in Form von Flyern und vielen kleinen Gimmicks (wie zum Beispiel gerollten Losen, die man durch den Umschlag ertasten konnte), versuchte man, die Öffnungsraten dieser Werbebriefe zu steigern und Rückmeldungen von den Empfängern zu erhalten (wenn diese schon nicht gleich bestellen wollten). Das war im Bereich des Marketings damals so neu und aufregend, dass es 1994 Prognosen gab, in zehn Jahren würde alles Marketing nur noch Direktmarketing sein.

Das Internet hat diese Prognose dann ganz schnell zunichte gemacht.

Jedenfalls hatten die Marketer damals schon die selben Probleme wie heute: Wie bringt man die Empfänger zum Öffnen des Briefs und zum Lesen?

Meine persönliche Erfahrung aus über zwanzig Jahren Werbetexten für Mailings ist, dass Du Deine Leser dann erreichst, wenn Du Deine Werbebriefe wie Liebesbriefe formulierst.

Damit meine ich jetzt natürlich nicht, dass Du sie parfümieren und mit selbst gemalten Herzchen versehen sollst. 🙂 Obwohl … Emojis kommen durchaus gut an!

Vor allem aber Du solltest beim Schreiben mit Deinem ganzen Herzblut dabei sein. Damit Dir das gelingt und Du Dir Deine Angebetete (sprich: Empfängerin) auch gut vorstellen kannst, ist es hilfreich, wenn Du im Vorfeld eine Persona für Deine Empfänger entwickelt hast. Wie das geht, habe ich Dir in meinem Beitrag Persona erstellen leicht gemacht beschrieben. Wenn Du Deine Persona wirklich liebst, wirst Du auch beim Schreiben keine Problem haben.

Newsletter schreiben wie Liebesbriefe – so geht’s

Vergleichen wir einmal die Ziele, die Liebesbriefe und Newsletter gemeinsam haben.

  • Wir wollen die Aufmerksamkeit des Empfängers erlangen.
  • Dann wollen wir Interesse an der eigenen Person erzeugen.
  • Wir versuchen, uns im besten Licht darzustellen,
  • wir zählen unsere Qualitäten auf
  • und haben als Ziel ein einen Besuch (Neudeutsch: Date) – was natürlich synonym auch für Verkauf stehen kann.

Das passt ziemlich genau, nicht wahr?

Wie machen wir das nun bei einem Newsletter mit geschäftlichem Hintergrund?

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Die Aufmerksamkeit erlangen

Um die Aufmerksamkeit zu erlangen, haben wir als Newsletter-Versender nicht viele Möglichkeiten.

Den Empfänger zum Öffnen zu bewegen ist der schwierigste Teil überhaupt.

Spam-Versender versuchen es gerade in der jüngsten Zeit vermehrt, mit blinkenden Herzchen, Sternchen oder anderen Motiven in der Betreffzeile neben den anderen Betreffzeilen aufzufallen. Hier wollen wir uns als seriöse Versender nun wirklich nicht einreihen. Probiere aus, ob das auch für Deine Zielgruppe gut passt.

Du hast folgende Optionen:

Spam-Mails im Posteingang

Spam Mails in meinem Google-Postfach

  1. Du verwendest eine immer gleich bleibenden Betreffzeile, die quasi zum Markenzeichen Deines Newsletters wird. Ich habe mich ursprünglich für diesen Weg entschieden und für Marketing-Zauber in die Betreffzeile »Zaubersprüche« aufgenommen.Nach etlichen Tests habe ich herausgefunden, dass ohne diesen Marker die Öffnungsrate besser ist. Also verwende ich keinen solchen mehr.
  2. Du verwendest eine immer wechselnde Betreffzeile, die bereits auf den Inhalt des Newsletters eingeht. Diese sollte nicht zu lang sein, da viele E-Mail-Programme und Webmailer sie dann abschneiden und unvollständig anzeigen. Sie sollte neugierig machen und den Leser dazu animieren, den Newsletter zu öffnen. Das ist gar nicht so leicht. Wenn Du diese Methode anwendest, achte unbedingt darauf, dass Dein Absender-Name dem Empfänger einzuordnen hilft, von wem er diese E-Mail erhält.

Etwas, das eigentlich gut funktionieren sollte, nämlich bereits die Betreffzeile zu personalisieren und den Empfänger mit seinem Namen anzusprechen, empfehle ich nicht mehr, da diese Methode leider auch oft von Spam-Versendern angewendet wird.

Einige Newsletterdienste bieten die Möglichkeit an, einen kurzen Vorschautext zu hinterlegen. Auch das ist eine gute Option. Denn auch wenn nicht jedes Mailprogramm diesen Text beim Empfänger anzeigt, bei denen, die diese Funktion haben, kann dieser kurze Text dazu führen, dass die E-Mail auch geöffnet wird.

Wo wir gerade dabei sind: Hast Du die Zaubersprüche schon abonniert? 😉 Dann ist jetzt hier die Gelegenheit dazu:

Interesse erzeugen

Interesse willst Du nicht unbedingt an Deiner eigenen Person erzeugen, aber doch an Deinem Unternehmen und Deinen Angeboten. Dafür ist es hilfreich, wenn Du Dir im Vorfeld immer Gedanken zum Nutzen Deines Angebots für Deinen potenziellen Kunden machst. Nur ganz wenige Menschen kaufen »Features«, aber alle sind auf der Suche nach Vorteilen. Ganz klassische Vorteile, die immer funktionieren, sind sehr grundlegend: Zeit oder Geld sparen, wieder gesund werden, oder beispielsweise auch der Langeweile entfliehen. Versuche immer, möglichst positiv zu formulieren und nicht mit negativen Assoziationen zu arbeiten.

Mehrwert bieten

Damit Deine Leser immer wieder Deinen Newsletter öffnen, bietest Du am besten in jedem Newsletter auch Mehrwert. Das können Denkanstöße sein, Tipps, Linktipps oder andere Kostproben Deiner Arbeit.

Im besten Licht darstellen

Dazu gehören ein paar Punkte, die leider immer wieder vergessen werden. Nicht jeder Newsletter muss ein aufwendiges Layout haben. Oft funktionieren auch Newsletter sehr gut, die aussehen, wie eine ganz normale E-Mail.

Achten solltest Du aber auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik, logische Absätze und eine insgesamt ansprechende Gestaltung.

Qualitäten aufzählen

Dieser Punkt gehört in eine Reihe mit dem vorgenannten »Interesse erzeugen«. Damit ist nicht gemeint, dass Du Dein Leistungsangebot mit allen Unterpunkten aufzählst. Vielmehr solltest Du neugierig machen und zum Klicken auf Deine Angebotsseite (Landingpage) verlocken. Wenn Du bereits Kundenmeinungen hast, kannst Du auch davon mal welche einstreuen. Indem Du die Vorteile herausstellst, versuchst Du beim Leser den Wunsch, Dein Angebot wahrzunehmen, zu wecken.

Einen Besuch vereinbaren

Das meint in diesem Fall den Besuch Deiner Landingpage.

Mache den Besuch im Brief schmackhaft. Das Leckerli kann beispielsweise ein Rabattcode sein, den Du exklusiv für Deine Newsletter-Empfänger anbietest. Oder ein Frühbucher-Angebot. Oder ein anderes Goodie: beispielsweise eine Zusatzleistung, die ein normaler Kunde nicht erhält.

Direkt einen Kaufabschluss in Deiner E-Mail wirst Du nur in ganz seltenen Fällen erreichen können. Ich rate eher davon ab, das zu versuchen. Da müssen Deine Leser schon echte Fans von Dir sein, damit das funktioniert. Zumindest am Anfang, wenn Du Deine Leser noch nicht so gut kennst, solltest Du besser die Finger davon lassen.

AIDA – alles Oper oder was?

Wenn Du Dich schon etwas mit dem Thema Marketing befasst hast, wird Dir auffallen, dass die Stufen, die ich hier beschreibe, recht gut auf das klassische AIDA-Modell in der Werbung passt. Die vier Buchstaben stehen für Attention (Aufmerksamkeit), Interest (Interesse), Desire (Wunsch) und Action (Handlung). Also genau die Schritte, die ich hier gerade vorgestellt habe. Der Vorteil des Akronyms AIDA ist, dass man es sich gut merken kann. So vergisst Du keinen der wichtigen Schritte, wenn Du Deinen Newsletter schreibst.

Müssen Newsletter immer per Mail gesendet werden?

Eine gute und hochwertige Mailing-Liste aufzubauen ist für Unternehmen, die lokal und nicht (nur) im Internet tätig sind, genau so wichtig wie für Unternehmen, die ihre Kunden im Internet suchen. Doch das ist nicht immer einfach, schließlich müssen die potenziellen Interessenten erst einmal davon überzeugt werden, Dir auch ihre E-Mail-Adresse zu überlassen. Wenn Du aber schon eine Kundenkartei mit den Hausanschriften Deiner Kunden hast, kannst Du sie auch heute noch mit Briefen per Post anschreiben. Das ist zwar um ein Vielfaches teurer, kann sich aber für bestimmte Branchen ganz besonders lohnen. Sehr beliebt ist auch das Marketing mit Grußkarten, über das ich in diesem Artikel ausführlich geschrieben habe.

Ergänzung: Eine gute Übersicht, was man beim Schreiben von Newslettern noch beachten sollte, findest Du im Beitrag 10 Tipps für einen guten Newsletter von Christian Allner.

Möchtest Du mehr über das Thema Newsletter-Marketing und das Schreiben erfahren? Dann schreib mir doch einen Kommentar und teile mir mit, was Dich besonders interessiert. Wenn Dir der Artikel gefallen hat, gib mir doch bitte auch fünf Sternchen! Danke!

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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