No gos Facebook - Titelbild Frau mit Popcorn

16 No Gos auf Facebook oder: „Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“

Letzte Aktualisierung 3. Juni 2020

„Birgit, sag mal, was sind eigentlich die größten No Gos auf Facebook, was sollte ich auf keinen Fall machen?“ – diese Frage höre ich so oft, dass ich jetzt einfach mal gesammelt habe, was mir dazu alles so einfällt. Ich war überrascht, dass es dann doch 16 Punkte wurden.

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Als ich im ersten Quartal 1996 meine ersten Schritte ins Internet unternahm, gab es Facebook noch lange nicht. Aber es gab trotzdem mehr als genug Gelegenheiten, ins Fettnäpfchen zu treten. Damals wurde sehr viel schneller und deutlicher als heute darauf hingewiesen, wenn man gegen die Regeln verstieß.

Sozusagen die 10 Gebote des Internets

Die Regeln, das war die sogenannte Netiquette, die noch aus Zeiten des Usenet stammte.

Diese Regeln der Netiquette sind so grundlegend und zeitlos, dass sie auch heute noch ihre Gültigkeit haben. Sie erleichtern das Miteinander in den Social Media ungemein und sind so etwas wie die 10 Gebote des Internets.

Die hier vorgestellten No Gos beziehen sich auf Facebook, gelten übertragen aber auch für viele andere Social Media Netzwerke.

Murmeltiertaktik

Die Murmeltiertaktik ist schnell erklärt. Wenn Du die sozialen Medien für Deine Positionierung und Dein Marketing nutzen willst, dann agiere nicht wie ein Murmeltier, das ab und zu mal seinen Kopf aus der Erde steckt, dann wieder verschwindet, nach einer Weile aus einem anderen Loch schaut, wieder verschwindet und so weiter.

Was Du besser machen kannst

Marketing in Social Media allgemein und auf Facebook im besonderen bedeutet Kontinuität, gleichbleibende Sichtbarkeit und einen langen Atem. Besonders, wenn Du als Solopreneurin diesen Weg für Dich gewählt hast. Große Markenartikler können sich ein anderes Vorgehen leisten – bekannte Persönlichkeiten ebenfalls. Aber wenn Du mittel- und langfristig erfolgreich sein willst, sei nicht wie das Murmeltier sondern besser wie ein treuer Hund.

Aufforderung zum Seitenlike nach Freundschaftsannahme

Das ist der Klassiker auf Facebook. Du bekommst eine Freundschaftsanfrage einer Dir unbekannten Person. Du schaust Dir das Profil an und wenn es Deinen Kriterien für eine Annahme der Anfrage entspricht, klickst Du auf Annehmen. Unmittelbar auf die Annahme folgt die Aufforderung, eine Facebook-Seite zu liken. Damit ist natürlich klar, dass überhaupt kein Interesse an einem echten Kontakt besteht, sondern die Freundschaftsanfrage nur gestellt wurde, um ein weiteres Seiten-Like zu generieren.

Offensichtlich gibt es immer noch Menschen, die dieses Verfahren zum Aufbau von Fans für die eigene Seite empfehlen. Zwischenzeitlich bekomme ich diese Anfragen im Halbstundentakt. Klar, dass damit das Gegenteil dessen erreicht wird, was gewünscht ist: Die Freundschaft wird unmittelbar wieder beendet und ein Like für die eigene Facebook-Seite hat es auch nicht gegeben.

Screenshot No Go auf Facebook
Allein an den vielen Reaktionen auf diesen Post siehst Du, wie sehr das nervt!

Was Du besser machen kannst

Stelle Freundschaftsanfragen nur an Personen, an denen Du ein echtes Interesse der Vernetzung hast. Das heißt ausdrücklich nicht, dass Du ein Interesse daran hast, weil derjenige Dein Kunde werden soll!

Sondern zunächst einmal sollte es um gegenseitigen Austausch und Unterstützung gehen. Vielleicht hast Du die Person in einer Gruppe gesehen und schätzt ihre Beiträge. Oder Du hast sie im echten Leben auf einer Veranstaltung kennen gelernt und möchtest den Kontakt halten. Solche „Freundschaften“ sind viel wertvoller als eine riesige Freundesliste, die Du nur aufgebaut hast, damit Hinz und Kunz Deine Facebook-Seite liken. Was Dir sowieso mehr schadet als nützt. Wie Du besser Fans für Deine Seite gewinnen kannst, habe ich in einem anderen Blogartikel beschrieben.

PN direkt nach Freundschaftsannahme

Auf gleicher Ebene wie das No Go No. 2 rangiert dieses No Go. Kaum hast Du die Freundschaft angenommen, bekommst Du eine Privatnachricht (PN) über den Facebook Messenger mit einem Angebot, oft getarnt als eine „Einladung“. Oder als ein „herzliches Willkommen in meinem Netzwerk“.

Die Annahme einer Freundschaft ist aber kein Opt In für Werbebotschaften! Auch wenn manche meiner „Zunftkollegen“ dieses Vorgehen empfehlen – es ist falsch, es nervt und es ist keine gute Social Media Strategie.

Nicht nur ich fühle mich dadurch massiv belästigt.

Während ich bei E-Mails vergleichsweise schmerzfrei bin, finde ich die unaufgeforderte Übermittlung von Werbung im Messenger als massiven Eingriff in meine Privatsphäre. Auch Kontaktversuche im Stil von „Hallo, was machst Du eigentlich so?“ nerven extrem und stehlen meine Zeit. Mein Profil ist zu 98 Prozent öffentlich, mein ganzer Lebenslauf ist dort zu sehen, Facebook-Seiten sind ebenso verknüpft wie meine Websites … da kann sich jeder gern über mich informieren.

Was Du besser machen kannst

Nett ist es dagegen, wenn Du kurz vor oder nach der Freundschaftsanfrage eine PN sendest, in der Du kurz erklärst, woher Ihr Euch vielleicht kennt oder wie Du auf die Person, die Du gern in Deinem Netzwerk hättest, aufmerksam geworden bist. Dann fällt die Annahme der Anfrage auch deutlich leichter.

Posten in der Chronik nach Freundschaftsannahme

Besonders irritiert bin ich, wenn ich eine Freundschaftsanfrage annehme und derjenige dann direkt in meiner Chronik sich dafür bedankt und möglichst noch auf seine eigene Facebook-Seite oder seine Angebote auf seiner Website verlinkt. Hallo, geht’s noch? Ich öffne Dir die Tür und Du bedankst Dich, indem Du Deine Werbung an mein Haus klebst?

Was Du besser machen kannst

Lass das einfach. So einfach ist das.

Fachfragen per PN

Dieses Problem kennt wohl jeder Unternehmer. Früher war das nur auf Feierlichkeiten und Vereinstreffen der Fall: „Ich hab da mal eine kurze Frage …“ Heute kommen diese Fragen gern per Facebook Messenger oder über ähnliche Kanäle wie WhatsApp oder Threema.

Der Impuls ist klar: Da steht ein Problem im Raum und Du weißt genau, wer die Lösung kennt. Ist doch nur eine kurze Frage, kann ja nicht so schlimm sein, die mal eben kurz zu beantworten.

Doch das „mal eben kurz“ summiert sich, insbesondere, wenn derjenige, den Du fragst, etwas bekannter ist. Auch wenn die einzelne Antwort nur wenige Minuten dauert, in der Summe kommen da schnell mehrere Stunden zusammen. Nicht im Monat, sondern in der Woche oder manchmal sogar am Tag.

Was Du besser machen kannst

Recherchiere zunächst, ob Google oder der Blog der Person nicht bereits die Antwort kennen. Stelle nie eine Frage, die Du nicht auch per Google lösen kannst!

Danach schau, ob die Person, die Du fragen möchtest, nicht eine fachbezogene Gruppe hat, in der Du die Frage stellen kannst. Gruppen gibt es nicht nur auf Facebook, sondern auch auf XING und LinkedIN.

Indem Du die Frage in einer Gruppe stellst, ermöglichst Du auch anderen, Dir zu helfen. Das ist oftmals sogar schneller, weil viele Fragen immer und immer wieder gestellt werden und es viele Menschen gibt, die die Antwort auf Dein Problem kennen. Indem Du die Frage öffentlich stellst, haben auch andere die Chance, von der Lösung zu erfahren und zu lernen.

Fragen bei Gruppenmitgliedschaften nicht beantworten

In vielen Gruppen musst Du vor der Aufnahme bis zu drei Fragen beantworten. Damit hilfst Du dem Gruppenadministrator zu entscheiden, ob er Dich der Gruppe hinzufügen möchte.

Beantwortest Du die Fragen nicht, machst Du es dem Admin zusätzlich schwer: Er muss sich überlegen, ob er Dich nicht vielleicht kennt und darum hinzufügen möchte. Oder er macht sich die Mühe und schaut sich an, in welchen Gruppen Du noch bist, wie Dein Profil ausschaut, mit wem Du befreundet bist.

Außerdem steht immer im Raum: Wenn schon die Fragen nicht beantwortet werden – hält die Person sich dann auch künftig nicht an die Gruppenregeln?

Was Du besser machen kannst

Mach Dir einfach den kurzen Moment der Mühe, die Fragen zu beantworten.

Für die schnelle Aufnahme in die Gruppe bedanken

Glücklicherweise sehe ich das inzwischen immer weniger. Die meisten scheinen begriffen zu haben, dass

„Vielen Dank für die schnelle Aufnahme“

in Gruppen einfach völlig ohne Mehrwert und Nährwert ist und anderen nur die Zeit stiehlt. Diese Posts bringen Dir auch keine Sichtbarkeit oder positive Wahrnehmung. Im günstigsten Fall werden diese Posts ignoriert, im schlechtesten Fall schaden sie Dir.

Was Du besser machen kannst

Verzichte einfach auf diese Posts. Nutze die Zeit lieber, um Dir noch mal die Gruppenregeln anzusehen und schau, was in der letzten Zeit in der Gruppe gepostet wurde. Kannst Du vielleicht direkt helfen? Dann tu es! Sollst Du Dich in einem Sammelpost vorstellen, dann mach das gern und dort. Viele Admins und länger in der Gruppe befindliche Mitglieder lernen die Neuen gern kurz kennen. Das ist auch eine optimale Möglichkeit, um Deinen Elevator-Pitch immer besser werden zu lassen und zu trainieren.

Unverlangtes Hinzufügen zu Gruppen

Egal, ob Du selbst eine eigene Gruppe hast oder ob Du von einer Gruppe so begeistert bist, dass Du unbedingt Deine Freunde hinzufügen möchtest: Lass das lieber!

Wenn ich unverlangt einer Gruppe hinzugefügt werde, so fühlt sich das für mich immer an, als ob ich beim Spazierengehen gekidnappt werde.

Jemand zerrt mich in sein Wohnzimmer, setzt mich auch die Couch und serviert mir Kaffee und stopft mir Kuchen in den Mund, obwohl ich satt bin und lieber Tee und Herzhaftes mag. Selbst wenn der Kaffee und der Kuchen lecker sind: Ich will jetzt einfach nicht (mehr!).

Was Du besser machen kannst

Bist Du von einer Gruppe begeistert, dann empfiehl sie Deinen Freunden doch in einem eigenen Post und verlinke sie. Oder Du nutzt die Möglichkeit in anderen Gruppen, an speziellen Tagen andere Gruppen zu empfehlen. Darüber freut sich jeder Gruppenadmin und Deine Freunde erfahren so auch davon.

Crossposts

Klar, wenn Du mit einem Problem feststeckst, möchtest Du schnell eine Antwort haben. Je mehr Menschen von Deinem Problem erfahren, desto größer ist die Chance, dass Du auch schnell eine Antwort erhältst. Mit sogenannten Crossposts, also der identischen Frage in zwei oder sogar mehr Gruppen gleichzeitig, machst Du Dir keine Freunde!

Warum ist das so?

Weil viele Menschen in mehreren Gruppen aktiv sind. Die sehen Deine Frage dann mehrfach, was einfach ineffizient ist. Auch für Dich kann es anstrengend sein, wenn Du in mehreren Gruppen gleichzeitig zu einem Thema Lösungsvorschläge und weitere Diskussionen überwachen musst. Häufig geschieht dann auch folgendes: Wurde das Problem in einer Gruppe gelöst, verwaist der Post in den anderen Gruppen. Aber da haben auch schon Menschen ihre Zeit und Energie hinein gesteckt, um Dich zu unterstützen. Wenn dann nichts mehr von Dir kommt, sorgt das für Enttäuschung. Wenn Du dann noch das nächste No Go begehst, das ich Dir gleich vorstelle, hast Du Dich endgültig ins Fettnäpfchen gesetzt.

Was Du besser machen kannst

Suche Dir die Gruppe oder das Forum, wo Du Dir am ehesten Hilfe erhoffst. Sei etwas geduldig und warte ab. Du kannst die Zeit nutzen, um anderen zu helfen, wenn Du die Antwort auf deren Fragen weißt. So bist Du gleich noch für die Community nützlich.

Sollte gar keine Hilfe kommen, so kannst Du folgendes machen: Bearbeite Deinen Post und schreibe, dass Du nun in einer anderen Gruppe nach Hilfe suchen wirst. Schließe die Kommentare für den Post, so dass hier die Diskussion nicht weiter läuft. Erst dann postest Du Deine Frage in einer anderen Gruppe.

Löschen von Posts

Das passiert immer wieder: Du stellst eine Frage in einer Gruppe. Es kommt gar keine Antwort. Oder die Antworten sind nicht das, was Du erwartet hast. Vielleicht, weil die Lösung so einfach ist, fühlst Du Dich schlecht, da Du nicht von alleine auf die Lösung gekommen bist. Oder die Antworten lassen Häme und Spott durchklingen (was ebenfalls grob unhöflich ist, aber manche Menschen müssen sich halt auf Kosten anderer profilieren – da stehst Du drüber!).

Für manche Menschen ist das Anlass genug, den Original-Post wieder zu löschen. Weil er ihnen peinlich geworden ist.

Andere löschen ihren Post, sobald sie die Lösung für ihr Problem erhalten haben.

Aus welchen Gründen auch immer: Das Löschen Deiner Posts ist ein weiteres No Go in Facebook- und anderen Gruppen. Warum?

Erstens ist es grob unhöflich den Antwortenden gegenüber. Wer eine Frage beantwortet, nimmt sich extra Zeit für Dein Anliegen, versucht, zu helfen. Und zwar unentgeltlich! Die Arbeit macht derjenige sich in der Regel nicht, weil ihm langweilig ist. Sondern weil es eine Gelegenheit ist, seine Expertise unter Beweis zu stellen und so auf sehr angenehme und dezente Weise für seine Dienstleistung zu werben.

Zweitens könnten andere dieselbe Idee haben, denselben Gedanken, dieselbe Frage. Löschst Du aber Deinen Post, so sind auch diese Antworten, der Lerneffekt für alle Gruppenmitglieder, gelöscht.

Was Du besser machen kannst

Überlege Dir gut, ob Du Deine Frage in einer Gruppe stellen willst. Hast Du wirklich alles ausprobiert, um Dein Problem zu lösen? Hast Du vorher mal Google befragt? Auf viele Fragen finden sich die Antworten ganz leicht im Internet – zu fast allen Problemen gibt es Blogartikel oder YouTube-Videos. Wenn Du dann nichts gefunden hast – verwende in der Gruppe Deiner Wahl erst mal die Suchfunktion. Die Facebook-Suche ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber das eine oder andere Mal wirft sie doch brauchbare Ergebnisse aus.

Suchfunktion in Facebook-Gruppen
Hier findest Du die Suchfunktion in Facebook-Gruppen

Hast Du das alles unternommen, so muss Dir Deine Frage auch nicht nachträglich peinlich sein!

Solltest Du wirklich von anderen Gruppenmitglieder beleidigt werden oder Deine Frage lächerlich gemacht werden, so wende Dich an den Administrator der Gruppe und bitte um Hilfe. Gerade in großen Gruppen kann es sein, dass der Admin dieses unhöfliche Verhalten nicht mitbekommen hat und dankbar für den Hinweis auf diese Personen ist. Du kannst auch Posts und Kommentare über eine Funktion direkt melden.

Solltest Du die Lösung für Dein Problem erhalten haben, so kannst Du den Post editieren und oben „Gelöst“ darüber schreiben und eventuell die Kommentare für den Post schließen. So macht sich niemand mehr unnötig die Mühe, die Frage zu beantworten.

Wenn Du den Hashtag #Gelöst verwendest, erleichtert das sogar die Suche nach Lösungen zu den gängigen Problemen.

Hilfe per PN anfordern oder anbieten

Gerade in diesem No Go zeigt sich, ob jemand das „Social“ in Social Media auch richtig verstanden hat. Foren und Facebook-Gruppen bieten in der Regel kostenlose Hilfe zu allen möglichen Themen. Das heißt aber nicht, dass die Hilfe „umsonst“ ist.

Der Grundgedanke ist, dass alle profitieren sollen. Das heißt, dass hier vier Parteien profitieren sollen. Vier Parteien?

Ja, natürlich soll der Fragende eine Antwort auf sein Problem erhalten. Aber auch der Antwortende hat etwas davon, denn er kann seine Expertise unter Beweis stellen. Außerdem hat auch die Gruppe selbst etwas davon, denn die gegenseitige Hilfe und Unterstützung schweißt zusammen und hilft, Wissen zu vermehren. Last but not least hat auch der Gruppenbetreiber etwas davon, seine Gruppe ist lebendig und er hat das Ohr ganz dicht an den Schmerzpunkten seiner Zielgruppe.

Und genau darum sind Bitten, man möge doch per PN antworten genauso verpönt wie Hinweise, dass man eine Frage gern per PN beantwortet: Denn auf diese Weise profitieren nicht vier Parteien sondern nur zwei!

Gerade, wenn in einer Gruppe Mitbewerber des Gruppenbetreibers unterwegs sind und sich so verhalten, wird es unschön. Bildlich gesprochen setzen sich die Mitbewerber an einen vom Admin angelegten Teich und fischen in dessen Revier!

Was Du besser machen kannst

Ganz einfach: Spar Dir die „bitte Antworten per PN“ oder „Du hast PN“ Posts ganz einfach. Kommuniziere transparent und zum Wohle aller.

Wenn Du Mitbewerber des Admins bist, respektiere sein Revier und dass Du Dich auf seinem Grund und Boden befindest. In meiner Gruppe habe ich nichts dagegen, dass meine Mitbewerber präsent sind und mit ihren Antworten helfen. Weder kann ich immer in der Gruppe aktiv sein, noch habe ich die Antworten auf alle Fragen – und sehe daher qualifizierte Hilfe gern.

Wenn Du Hilfe suchst und diese allein für Dich beanspruchst, dann sei so fair und suche Dir einen Dienstleister oder Berater, den Du angemessen bezahlst.

Werbung nach der Fahrerflucht-Technik

Viele Gruppen bieten die Möglichkeit, an bestimmten Tagen in bestimmten Posts eigene Blogartikel, Freebies, Challenges, Produkte oder Dienstleistungen, Fanpages oder Instagram-Accounts oder anderes zu bewerben. Meist ist die Möglichkeit mit der Aufforderung verbunden, mindestens ein Like oder einen Kommentar zurück zu lassen.

Das ist nicht ohne Grund so. Würden alle nach der Fahrerflucht-Technik handeln, nämlich einfach nur das eigene Angebot in die Kommentare zu klatschen und dann sofort weiter zu ziehen, bekäme niemand neue Leser oder Kunden.

In meiner großen Marketing-Zauber-Gruppe (bist Du eigentlich schon Mitglied?) lege ich ganz besonderen Wert darauf, dass untereinander wertschätzend kommentiert wird. Einerseits ist das Feedback, das so alle auf ihre Beiträge bekommen können unglaublich hilfreich. Andererseits lernt man selbst sehr viel, wenn man sich konstruktiv mit Beiträgen anderer auseinander setzt und sich fragt, was daran gut oder weniger gut gefällt.

Was Du besser machen kannst

Folge den Aufforderungen in den Werbeposts und lasse Dich darauf ein. Es geht hier nicht um Push-Marketing sondern wir befinden uns hier immer noch in den Social Media! Social bedeutet „Miteinander“ und Social bedeutet auch „Gespräche“. Erst, wenn ein Austausch zustande kommt, können alle glücklich und zufrieden sein.

Du wirst feststellen: Zwar kostet diese Art von Marketing dann wesentlich mehr Zeit, aber es ist auch bereichernder für Dich!

Du wirst merken: Wenn Du viel kommentierst und likest, so wirst Du ebenfalls viel mehr Kommentare und Likes bekommen. Ist das der Fall, werden mehr Menschen auf Dein Angebot aufmerksam. Du kennst das unter dem Spruch: Auf den größten Haufen kommt immer noch was drauf! 😉

Da ist dann immer auch ein Interessent dabei – und das ist doch genau das, was Du Dir eigentlich wünschst!

Werbeposts nutzen, wenn Du sie siehst

Ja, der Facebook-Algorithmus funktioniert manchmal auf wundersame Weise! Er kann zur Folge haben, dass Du oben genannte Werbeposts nicht an dem Tag zu sehen bekommst, an dem sie gepostet wurden und gültig sind, sondern einen oder sogar mehrere Tage später.

Das bedeutet nicht, dass Du dann da auch noch mit Deiner Werbung kommentieren sollst!

Bei vielen beobachte ich dieses reflexhafte Verhalten. Sobald ein Werbepost in ihrem Newsfeed auf Facebook erscheint, wird sofort per Copy and Paste mit der eigenen Werbung kommentiert. Ohne Rücksicht auf Verluste und häufig, ohne die Bedingungen zu lesen.

Ehrlich, unhöflicher gegenüber demjenigen, der großzügig seine Reichweite mit Dir zu teilen bereit ist oder der in seiner Gruppe einen extra Raum für Deine Werbung bietet, kannst Du kaum sein.

„Ja, aber ich sehe den Post doch immer erst dann!“ Richtig. Das ist dann eben so.

Was Du besser machen kannst

Leg Dir eine Liste an! Immer dann, wenn Du verspätet einen Werbepost siehst, schreibst Du Dir die Aktion für den Wochentag  auf. Nach einer Weile hast Du eine schöne übersichtliche Liste, an welchem Tag wo Werbemöglichkeiten für Dich bestehen und Du kannst sie gezielt aufrufen. So bist Du immer pünktlich. Da Regelmäßigkeit im Marketing ein entscheidender Faktor ist (so schaffst Du über die Zeit viele Kontaktpunkte zu Deinen Interessenten aber auch in Deinem Netzwerk), hast Du hier eine wichtige Grundlage für Deinen Erfolg gelegt.

Kleiner Tipp: Ich führe die Liste in Trello! So kann ich sie immer wieder verwenden und sie bleibt auch schön flexibel, wenn sich was ändert.

Marktforschung mit Umfragen in fremden Gruppen betreiben

Die Idee ist verlockend: Da hast Du eine Gruppe gefunden, die exakt Deiner Zielgruppe entspricht. Mit einer kurzen Umfrage könntest Du so viel über die Wünsche Deiner Zielgruppe erfahren und gleichzeitig auch noch auf Dich und Dein Unternehmen aufmerksam machen.

Gute Idee? Nein, keine gute Idee! Zumindest nicht, wenn Du länger in der Gruppe bleiben möchtest.

Warum denn das schon wieder nicht?

Weil der Gruppenadministrator die Gruppe in der Regel für seine eigenen Zwecke gegründet hat und mit häufig erheblichem Aufwand pflegt und dafür sorgt, dass immer neue Mitglieder hinzu kommen. Auch hier würdest Du in einem fremden Teich fischen. Das kommt nicht gut an.

Was Du besser machen kannst

In meinen Augen hast Du zwei Möglichkeiten:

You hang around – you learn

Ich liebe diesen Spruch. Weil er einfach stimmt: Halte Dich dort auf, wo Deine Zielgruppe ist (ergo: In der Facebook-Gruppe Deines Begehrens) und lies mit. Diskutiere sogar mit. Aber mach keine Umfrage in eigener Sache. Du wirst mit der Zeit trotzdem viel herausfinden.

Frag den Admin

Mangelt es Dir an Zeit oder ist Dir das Thema wirklich enorm wichtig, dann frag den Admin einfach. Erkläre, wozu Du die Ergebnisse verwenden willst und wofür Du sie brauchst. Meist sind Administratoren nette Menschen, die auch Dir zu helfen bereit sind. Passt es für den Admin aber nicht, dann sei nicht beleidigt und respektiere seine Entscheidung.

Beiträge eigennützig kuratieren

Das Kuratieren von Inhalten anderer ist eine wunderbare Möglichkeit, die eigenen Fans oder Follower mit Informationen zu versorgen, die Du gerade nicht selbst liefern kannst. Widerstehe aber der Versuchung, solche Beiträge für Dein eigenes Marketing zu nutzen. Was ich meine?

Posts nach dem Schema: „XY hat einen interessanten Blogartikel zum Thema ABC geschrieben. Ich habe übrigens auch ein ABC-Angebot ….“ und dann der Link zu Deinem Angebot.

Was Du besser machen kannst

Überlege Dir gut, welche Beiträge Du kuratierst und wie Du sie anteaserst. Ich kuratiere gerne aus Bereichen, die zwar zu meinem Thema Social Media Marketing gehören, die ich aber selbst nicht abdecken kann. Das Thema Online- und Marketing-Recht ist eines davon. Das ist für meine Fans und Follower wichtig, ich kann aber aus naheliegenden Gründen nicht selbst darüber schreiben. Wenn Du etwas aus Deinem Netzwerk teilst, teile großzügig und ohne Deine eigenen Angebote gleich mit dran zu hängen.

Facebook-Like-Posts zuspammen

Facebook-Like-Posts sind beliebt, bei den Facebook-Seitenbetreibern, die sie regelmäßig posten ebenso, wie bei denen, die mitmachen. Den einen bringen sie Reichweite, den anderen potenziell neue Fans. Richtig angewendet sind sie für beide sinnvoll, aber es werden auch viele Fehler gemacht. Ein Fehler ist, jeden, dessen Seite man geliked hat, zum Zurückliken zu animieren oder direkt aufzufordern und beruht auf einem grundsätzlichen Missverständnis:

Quid pro quo.

Quid pro quo bedeutet in diesem Zusammenhang „Wie Du mir, so ich Dir!“ Sprich: Wenn ich Dich like, musst Du mich auch liken.

So sehr ich für Fairness bin – Facebook funktioniert an dieser Stelle anders. Warum, das ist schnell und leicht erklärt:

Die höchste Währung für Sichtbarkeit auf Facebook (neben Geld) ist die Interaktionsrate. Logischerweise interagiere ich aber nur mit Seiteninhalten, für die ich mich ehrlich interessiere. Wenn Du also Kinderkleidung nähst und verkaufst, kann es sein, dass Du meine Inhalte super hilfreich findest und meine Facebook-Seite darum likest. Ich dagegen habe weder Kinder in dem Alter noch Enkel – und würde nie bei Dir kaufen.

Wenn Du tiefer einsteigen willst – ich habe auf Facebook dazu eine längere Notiz verfasst.

Was Du besser machen kannst

Lass diese sinnlosen „Gern geliked von Link-zu-Deiner-Facebook-Seite“ Posts einfach bleiben. Du nervst den Facebook-Seitenbetreiber, Du nervst die anderen Teilnehmer und den Facebook-Algorithmus nervst Du auch und Deine Posts werden schneller als Spam aussortiert also Du Copy and Paste sagen kannst.

Fazit

Wow, ganze 16  No Gos – das ist eine ganze Menge und noch lange nicht das Ende! Mich interessiert: Welche No Gos auf Facebook gibt es für Dich? Was sollte man keinesfalls tun? Schreib mir gern einen Kommentar und erweitere diese Liste mit mir!

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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