No gos Facebook - Titelbild Frau mit Popcorn

16 No Gos auf Facebook oder: „Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt!“

Bir­git, sag mal, was sind eigent­lich die größ­ten No Gos auf Face­book, was sollte ich auf kei­nen Fall machen?” — diese Frage höre ich so oft, dass ich jetzt ein­fach mal gesam­melt habe, was mir dazu alles so ein­fällt. Ich war über­rascht, dass es dann doch 16 Punkte wur­den.

Ach­tung, bring etwas Zeit und Pop­corn oder Scho­ko­lade und einen Tee oder Kaf­fee mit, denn die­ser Arti­kel ist lang!

Als ich im ers­ten Quar­tal 1996 meine ers­ten Schritte ins Inter­net unter­nahm, gab es Face­book noch lange nicht. Aber es gab trotz­dem mehr als genug Gele­gen­hei­ten, ins Fett­näpf­chen zu tre­ten. Damals wurde sehr viel schnel­ler und deut­li­cher als heute dar­auf hin­ge­wie­sen, wenn man gegen die Regeln ver­stieß.

Die Regeln, das war die soge­nannte Neti­quette, die noch aus Zei­ten des Use­net stammte.

Diese Regeln der Neti­quette sind so grund­le­gend und zeit­los, dass sie auch heute noch ihre Gül­tig­keit haben. Sie erleich­tern das Mit­ein­an­der in den Social Media unge­mein und sind so etwas wie die 10 Gebote des Inter­net.

Die hier vor­ge­stell­ten No Gos bezie­hen sich auf Face­book, gel­ten über­tra­gen aber auch für viele andere Social Media Netz­werke.

Murmeltiertaktik

Die Mur­mel­tier­tak­tik ist schnell erklärt. Wenn Du die sozia­len Medien für Deine Posi­tio­nie­rung und Dein Mar­ke­ting nut­zen willst, dann agiere nicht wie ein Mur­mel­tier, das ab und zu mal sei­nen Kopf aus der Erde steckt, dann wie­der ver­schwin­det, nach einer Weile aus einem ande­ren Loch schaut, wie­der ver­schwin­det und so wei­ter.

Was Du besser machen kannst

Mar­ke­ting in Social Media all­ge­mein und auf Face­book im beson­de­ren bedeu­tet Kon­ti­nui­tät, gleich­blei­bende Sicht­bar­keit und einen lan­gen Atem. Beson­ders, wenn Du als Solo­pre­neu­rin die­sen Weg für Dich gewählt hast. Große Mar­ken­ar­tik­ler kön­nen sich ein ande­res Vor­ge­hen leis­ten — bekannte Per­sön­lich­kei­ten eben­falls. Aber wenn Du mit­tel- und lang­fris­tig erfolg­reich sein willst, sei nicht wie das Mur­mel­tier son­dern bes­ser wie ein treuer Hund.

Aufforderung zum Seitenlike nach Freundschaftsannahme

Das ist der Klas­si­ker auf Face­book. Du bekommst eine Freund­schafts­an­frage einer Dir unbe­kann­ten Per­son. Du schaust Dir das Pro­fil an und wenn es Dei­nen Kri­te­rien für eine Annahme der Anfrage ent­spricht, klickst Du auf Anneh­men. Unmit­tel­bar auf die Annahme folgt die Auf­for­de­rung, eine Face­book-Seite zu liken. Damit ist natür­lich klar, dass über­haupt kein Inter­esse an einem ech­ten Kon­takt besteht, son­dern die Freund­schafts­an­frage nur gestellt wurde, um ein wei­te­res Sei­ten-Like zu gene­rie­ren.

Offen­sicht­lich gibt es immer noch Men­schen, die die­ses Ver­fah­ren zum Auf­bau von Fans für die eigene Seite emp­feh­len. Zwi­schen­zeit­lich bekomme ich diese Anfra­gen im Halb­stun­den­takt. Klar, dass damit das Gegen­teil des­sen erreicht wird, was gewünscht ist: Die Freund­schaft wird unmit­tel­bar wie­der been­det und ein Like für die eigene Face­book-Seite hat es auch nicht gege­ben.

Allein an den vie­len Reak­tio­nen auf die­sen Post siehst Du, wie sehr das nervt!

Was Du besser machen kannst

Stelle Freund­schafts­an­fra­gen nur an Per­so­nen, an denen Du ein ech­tes Inter­esse der Ver­net­zung hast. Das heißt aus­drück­lich nicht, dass Du ein Inter­esse daran hast, weil der­je­nige Dein Kunde wer­den soll!

Son­dern zunächst ein­mal sollte es um gegen­sei­ti­gen Aus­tausch und Unter­stüt­zung gehen. Viel­leicht hast Du die Per­son in einer Gruppe gese­hen und schätzt ihre Bei­träge. Oder Du hast sie im ech­ten Leben auf einer Ver­an­stal­tung ken­nen gelernt und möch­test den Kon­takt hal­ten. Sol­che “Freund­schaf­ten” sind viel wert­vol­ler als eine rie­sige Freun­des­liste, die Du nur auf­ge­baut hast, damit Hinz und Kunz Deine Face­book-Seite liken. Was Dir sowieso mehr scha­det als nützt. Wie Du bes­ser Fans für Deine Seite gewin­nen kannst, habe ich in einem ande­ren Blog­ar­ti­kel beschrie­ben.

PN direkt nach Freundschaftsannahme

Auf glei­cher Ebene wie das No Go No. 2 ran­giert die­ses No Go. Kaum hast Du die Freund­schaft ange­nom­men, bekommst Du eine Pri­vat­nach­richt (PN) über den Face­book Mes­sen­ger mit einem Ange­bot, oft getarnt als eine “Ein­la­dung”. Oder als ein “herz­li­ches Will­kom­men in mei­nem Netz­werk”.

Die Annahme einer Freund­schaft ist aber kein Opt In für Wer­be­bot­schaf­ten!

Nicht nur ich fühle mich dadurch mas­siv beläs­tigt. Wäh­rend ich bei E-Mails ver­gleichs­weise schmerz­frei bin, finde ich die unauf­ge­for­derte Über­mitt­lung von Wer­bung im Mes­sen­ger als mas­si­ven Ein­griff in meine Pri­vat­sphäre. Auch Kon­takt­ver­su­che im Stil von “Hallo, was machst Du eigent­lich so?” ner­ven nur und steh­len meine Zeit. Mein Pro­fil ist zu 98 Pro­zent öffent­lich, mein gan­zer Lebens­lauf ist dort zu sehen, Face­book-Sei­ten sind ebenso ver­knüpft wie meine Web­sites … da kann sich jeder gern über mich infor­mie­ren.

Was Du besser machen kannst

Nett ist es dage­gen, wenn Du kurz vor oder nach der Freund­schafts­an­frage eine PN sen­dest, in der Du kurz erklärst, woher Ihr Euch viel­leicht kennt oder wie Du auf die Per­son, die Du gern in Dei­nem Netz­werk hät­test, auf­merk­sam gewor­den bist. Dann fällt die Annahme der Anfrage auch deut­lich leich­ter.

Posten in der Chronik nach Freundschaftsannahme

Beson­ders irri­tiert bin ich, wenn ich eine Freund­schafts­an­frage annehme und der­je­nige dann direkt in mei­ner Chro­nik sich dafür bedankt und mög­lichst noch auf seine eigene Face­book-Seite oder seine Ange­bote auf sei­ner Web­site ver­linkt. Hallo, geht’s noch? Ich öffne Dir die Tür und Du bedankst Dich, indem Du Deine Wer­bung an mein Haus klebst?

Was Du besser machen kannst

Lass das ein­fach. So ein­fach ist das.

Fachfragen per PN

Die­ses Pro­blem kennt wohl jeder Unter­neh­mer. Frü­her war das nur auf Fei­er­lich­kei­ten und Ver­eins­tref­fen der Fall: “Ich hab da mal eine kurze Frage …” Heute kom­men diese Fra­gen gern per Face­book Mes­sen­ger oder über ähn­li­che Kanäle wie Whats­App oder Threema.

Der Impuls ist klar: Da steht ein Pro­blem im Raum und Du weißt genau, wer die Lösung kennt. Ist doch nur eine kurze Frage, kann ja nicht so schlimm sein, die mal eben kurz zu beant­wor­ten.

Doch das “mal eben kurz” sum­miert sich, ins­be­son­dere, wenn der­je­nige, den Du fragst, etwas bekann­ter ist. Auch wenn die ein­zelne Ant­wort nur wenige Minu­ten dau­ert, in der Summe kom­men da schnell meh­rere Stun­den zusam­men. Nicht im Monat, son­dern in der Woche oder manch­mal sogar am Tag.

Was Du besser machen kannst

Recher­chiere zunächst, ob Google oder der Blog der Per­son nicht bereits die Ant­wort ken­nen. Stelle nie eine Frage, die Du nicht auch per Google lösen kannst!

Danach schau, ob die Per­son, die Du fra­gen möch­test, nicht eine fach­be­zo­gene Gruppe hat, in der Du die Frage stel­len kannst. Grup­pen gibt es nicht nur auf Face­book, son­dern auch auf XING, Lin­kedIN und als Com­mu­nities auch auf Google+.

Indem Du die Frage in einer Gruppe stellst, ermög­lichst Du auch ande­ren, Dir zu hel­fen. Das ist oft­mals sogar schnel­ler, weil viele Fra­gen immer und immer wie­der gestellt wer­den und es viele Men­schen gibt, die die Ant­wort auf Dein Pro­blem ken­nen. Indem Du die Frage öffent­lich stellst, haben auch andere die Chance, von der Lösung zu erfah­ren und zu ler­nen.

Fragen bei Gruppenmitgliedschaften nicht beantworten

In vie­len Grup­pen musst Du vor der Auf­nahme bis zu drei Fra­gen beant­wor­ten. Damit hilfst Du dem Grup­pen­ad­mi­nis­tra­tor zu ent­schei­den, ob er Dich der Gruppe hin­zu­fü­gen möchte.

Beant­wor­test Du die Fra­gen nicht, machst Du es dem Admin zusätz­lich schwer: Er muss sich über­le­gen, ob er Dich nicht viel­leicht kennt und darum hin­zu­fü­gen möchte. Oder er macht sich die Mühe und schaut sich an, in wel­chen Grup­pen Du noch bist, wie Dein Pro­fil aus­schaut, mit wem Du befreu­det bist.

Außer­dem steht immer im Raum: Wenn schon die Fra­gen nicht beant­wor­tet wer­den — hält die Per­son sich dann auch künf­tig nicht an die Grup­pen­re­geln?

Was Du besser machen kannst

Mach Dir ein­fach den kur­zen Moment der Mühe, die Fra­gen zu beant­wor­ten.

Für die schnelle Aufnahme in die Gruppe bedanken

Glück­li­cher­weise sehe ich das inzwi­schen immer weni­ger. Die meis­ten schei­nen begrif­fen zu haben, dass die

Vie­len Dank für die schnelle Auf­nahme”

Posts in Grup­pen ein­fach völ­lig ohne Mehr­wert und Nähr­wert sind und ande­ren nur die Zeit steh­len. Dadurch brin­gen sie Dir auch keine Sicht­bar­keit oder posi­tive Wahr­neh­mung. Im güns­tigs­ten Fall wer­den diese Posts igno­riert, im schlech­tes­ten Fall scha­den sie Dir.

Was Du besser machen kannst

Ver­zichte ein­fach auf diese Posts. Nutze die Zeit lie­ber, um Dir noch mal die Grup­pen­re­geln anzu­se­hen und schau, was in der letz­ten Zeit in der Gruppe gepos­tet wurde. Kannst Du viel­leicht direkt hel­fen? Dann tu es! Sollst Du Dich in einem Sam­mel­post vor­stel­len, dann mach das gern und dort. Viele Admins und län­ger in der Gruppe befind­li­che Mit­glie­der ler­nen die Neuen gern kurz ken­nen. Das ist auch eine opti­male Mög­lich­keit, um Dei­nen Ele­va­tor-Pitch immer bes­ser wer­den zu las­sen und zu trai­nie­ren.

Unverlangtes Hinzufügen zu Gruppen

Egal, ob Du selbst eine eigene Gruppe hast oder ob Du von einer Gruppe so begeis­tert bist, dass Du unbe­dingt Deine Freunde hin­zu­fü­gen möch­test: Lass das lie­ber!

Wenn ich unver­langt einer Gruppe hin­zu­ge­fügt werde, so fühlt sich das für mich immer an, als ob ich beim Spa­zie­ren­ge­hen gekid­nappt werde. Jemand zerrt mich in sein Wohn­zim­mer, setzt mich auch die Couch und ser­viert mir Kaf­fee und stopft mir Kuchen in den Mund, obwohl ich satt bin und lie­ber Tee und Herz­haf­tes mag. Selbst wenn der Kaf­fee und der Kuchen lecker sind: Ich will jetzt ein­fach nicht (mehr!).

Was Du besser machen kannst

Bist Du von einer Gruppe begeis­tert, dann emp­fiehl sie Dei­nen Freun­den doch in einem eige­nen Post und ver­linke sie. Oder Du nutzt die Mög­lich­keit in ande­ren Grup­pen, an spe­zi­el­len Tagen andere Grup­pen zu emp­feh­len. Dar­über freut sich jeder Grup­pen­ad­min und Deine Freunde erfah­ren so auch davon.

Crossposts

Klar, wenn Du mit einem Pro­blem fest­steckst, möch­test Du schnell eine Ant­wort haben. Je mehr Men­schen von Dei­nem Pro­blem erfah­ren, desto grö­ßer ist die Chance, dass Du auch schnell eine Ant­wort erhältst. Mit soge­nann­ten Cross­posts, also der iden­ti­schen Frage in zwei oder sogar mehr Grup­pen gleich­zei­tig, machst Du Dir keine Freunde!

Warum ist das so?

Weil viele Men­schen in meh­re­ren Grup­pen aktiv sind. Die sehen Deine Frage dann mehr­fach, was ein­fach inef­fi­zi­ent ist. Auch für Dich kann es anstren­gend sein, wenn Du in meh­re­ren Grup­pen gleich­zei­tig zu einem Thema Lösungs­vor­schläge und wei­tere Dis­kus­sio­nen über­wa­chen musst. Häu­fig geschieht dann auch fol­gen­des: Wurde das Pro­blem in einer Gruppe gelöst, ver­waist der Post in den ande­ren Grup­pen. Aber da haben auch schon Men­schen ihre Zeit und Ener­gie hin­ein gesteckt, um Dich zu unter­stüt­zen. Wenn dann nichts mehr von Dir kommt, sorgt das für Ent­täu­schung. Wenn Du dann noch das nächste No Go begehst, das ich Dir gleich vor­stelle, hast Du Dich end­gül­tig ins Fett­näpf­chen gesetzt.

Was Du besser machen kannst

Suche Dir die Gruppe oder das Forum, wo Du Dir am ehes­ten Hilfe erhoffst. Sei etwas gedul­dig und warte ab. Du kannst die Zeit nut­zen, um ande­ren zu hel­fen, wenn Du die Ant­wort auf deren Fra­gen weißt. So bist Du gleich noch für die Com­mu­nity nütz­lich.

Sollte gar keine Hilfe kom­men, so kannst Du fol­gen­des machen: Bear­beite Dei­nen Post und schreibe, dass Du nun in einer ande­ren Gruppe nach Hilfe suchen wirst. Schließe die Kom­men­tare für den Post, so dass hier die Dis­kus­sion nicht wei­ter läuft. Erst dann pos­test Du Deine Frage in einer ande­ren Gruppe.

Löschen von Posts

Das pas­siert immer wie­der: Du stellst eine Frage in einer Gruppe. Es kommt gar keine Ant­wort. Oder die Ant­wor­ten sind nicht das, was Du erwar­tet hast. Viel­leicht, weil die Lösung so ein­fach ist, fühlst Du Dich schlecht, da Du nicht von alleine auf die Lösung gekom­men bist. Oder die Ant­wor­ten las­sen Häme und Spott durch­klin­gen (was eben­falls grob unhöf­lich ist, aber man­che Men­schen müs­sen sich halt auf Kos­ten ande­rer pro­fi­lie­ren — da stehst Du drü­ber!).

Für man­che Men­schen ist das Anlass genug, den Ori­gi­nal-Post wie­der zu löschen. Weil er ihnen pein­lich gewor­den ist.

Andere löschen ihren Post, sobald sie die Lösung für ihr Pro­blem erhal­ten haben.

Aus wel­chen Grün­den auch immer: Das Löschen Dei­ner Posts ist ein wei­te­res No Go in Face­book- und ande­ren Grup­pen. Warum?

Ers­tens ist es grob unhöf­lich den Ant­wor­ten­den gegen­über. Wer eine Frage beant­wor­tet, nimmt sich extra Zeit für Dein Anlie­gen, ver­sucht, zu hel­fen. Und zwar unent­gelt­lich! Die Arbeit macht der­je­nige sich in der Regel nicht, weil ihm lang­wei­lig ist. Son­dern weil es eine Gele­gen­heit ist, seine Exper­tise unter Beweis zu stel­len und so auf sehr ange­nehme und dezente Weise für seine Dienst­leis­tung zu wer­ben.

Zwei­tens könn­ten andere die­selbe Idee haben, den­sel­ben Gedan­ken, die­selbe Frage. Löschst Du aber Dei­nen Post, so sind auch diese Ant­wor­ten, der Lern­ef­fekt für alle Grup­pen­mit­glie­der, gelöscht.

Was Du besser machen kannst

Über­lege Dir gut, ob Du Deine Frage in einer Gruppe stel­len willst. Hast Du wirk­lich alles aus­pro­biert, um Dein Pro­blem zu lösen? Hast Du vor­her mal Google befragt? Auf viele Fra­gen fin­den sich die Ant­wor­ten ganz leicht im Inter­net — zu fast allen Pro­ble­men gibt es Blog­ar­ti­kel oder You­Tube-Videos. Wenn Du dann nichts gefun­den hast — ver­wende in der Gruppe Dei­ner Wahl erst mal die Such­funk­tion. Die Face­book-Suche ist zwar nicht das Gelbe vom Ei, aber das eine oder andere Mal wirft sie doch brauch­bare Ergeb­nisse aus.

Hier fin­dest Du die Such­funk­tion in Face­book-Grup­pen

Hast Du das alles unter­nom­men, so muss Dir Deine Frage auch nicht nach­träg­lich pein­lich sein!

Soll­test Du wirk­lich von ande­ren Grup­pen­mit­glie­der belei­digt wer­den oder Deine Frage lächer­lich gemacht wer­den, so wende Dich an den Admi­nis­tra­tor der Gruppe und bitte um Hilfe. Gerade in gro­ßen Grup­pen kann es sein, dass der Admin die­ses unhöf­li­che Ver­hal­ten nicht mit­be­kom­men hat und dank­bar für den Hin­weis auf diese Per­so­nen ist.

Soll­test Du die Lösung für Dein Pro­blem erhal­ten haben, so kannst Du den Post edi­tie­ren und oben “Gelöst” dar­über schrei­ben und even­tu­ell die Kom­men­tare für den Post schlie­ßen. So macht sich nie­mand mehr unnö­tig die Mühe, die Frage zu beant­wor­ten.

Wenn Du den Hash­tag #Gelöst ver­wen­dest, erleich­tert das sogar die Suche nach Lösun­gen zu den gän­gi­gen Pro­ble­men.

Hilfe per PN anfordern oder anbieten

Gerade in die­sem No Go zeigt sich, ob jemand das “Social” in Social Media auch rich­tig ver­stan­den hat. Foren und Face­book-Grup­pen bie­ten in der Regel kos­ten­lose Hilfe zu allen mög­li­chen The­men. Das heißt aber nicht, dass die Hilfe “umsonst” ist.

Der Grund­ge­danke ist, dass alle pro­fi­tie­ren sol­len. Das heißt, dass hier vier Par­teien pro­fi­tie­ren sol­len. Vier Par­teien?

Ja, natür­lich soll der Fra­gende eine Ant­wort auf sein Pro­blem erhal­ten. Aber auch der Ant­wor­tende hat etwas davon, denn er kann seine Exper­tise unter Beweis stel­len. Außer­dem hat auch die Gruppe selbst etwas davon, denn die gegen­sei­tige Hilfe und Unter­stüt­zung schweißt zusam­men und hilft, Wis­sen zu ver­meh­ren. Last but not least hat auch der Grup­pen­be­trei­ber etwas davon, seine Gruppe ist leben­dig und er hat das Ohr ganz dicht an den Schmerz­punk­ten sei­ner Ziel­gruppe.

Und genau darum sind Bit­ten, man möge doch per PN ant­wor­ten genauso ver­pönt wie Hin­weise, dass man eine Frage gern per PN beant­wor­tet: Denn auf diese Weise pro­fi­tie­ren nicht vier Par­teien son­dern nur zwei!

Gerade, wenn in einer Gruppe Mit­be­wer­ber des Grup­pen­be­trei­bers unter­wegs sind und sich so ver­hal­ten, wird es unschön. Bild­lich gespro­chen set­zen sich die Mit­be­wer­ber an einen vom Admin ange­leg­ten Teich und fischen in des­sen Revier!

Was Du besser machen kannst

Ganz ein­fach: Spar Dir die “bitte Ant­wor­ten per PN” oder “Du hast PN” Posts ganz ein­fach. Kom­mu­ni­ziere trans­pa­rent und zum Wohle aller.

Wenn Du Mit­be­wer­ber des Admins bist, respek­tiere sein Revier und dass Du Dich auf sei­nem Grund und Boden befin­dest. In mei­ner Gruppe habe ich nichts dage­gen, dass meine Mit­be­wer­ber prä­sent sind und mit ihren Ant­wor­ten hel­fen. Weder kann ich immer in der Gruppe aktiv sein, noch habe ich die Ant­wor­ten auf alle Fra­gen — und sehe daher qua­li­fi­zierte Hilfe gern.

Wenn Du Hilfe suchst und diese allein für Dich bean­spruchst, dann sei so fair und suche Dir einen Dienst­leis­ter oder Bera­ter, den Du ange­mes­sen bezahlst.

Werbung nach der Fahrerflucht-Technik

Viele Grup­pen bie­ten die Mög­lich­keit, an bestimm­ten Tagen in bestimm­ten Posts eigene Blog­ar­ti­kel, Free­bies, Chal­len­ges, Pro­dukte oder Dienst­leis­tun­gen, Fan­pages oder Insta­gram-Accounts oder ande­res zu bewer­ben. Meist ist die Mög­lich­keit mit der Auf­for­de­rung ver­bun­den, min­des­tens ein Like oder einen Kom­men­tar zurück zu las­sen.

Das ist nicht ohne Grund so. Wür­den alle nach der Fah­rer­flucht-Tech­nik han­deln, näm­lich ein­fach nur das eigene Ange­bot in die Kom­men­tare zu klat­schen und dann sofort wei­ter zu zie­hen, bekäme nie­mand neue Leser oder Kun­den.

In mei­ner gro­ßen Mar­ke­ting-Zau­ber-Gruppe (bist Du eigent­lich schon Mit­glied?) lege ich ganz beson­de­ren Wert dar­auf, dass unter­ein­an­der wert­schät­zend kom­men­tiert wird. Einer­seits ist das Feed­back, das so alle auf ihre Bei­träge bekom­men kön­nen unglaub­lich hilf­reich. Ande­rer­seits lernt man selbst sehr viel, wenn man sich kon­struk­tiv mit Bei­trä­gen ande­rer aus­ein­an­der setzt und sich fragt, was daran gut oder weni­ger gut gefällt.

Was Du besser machen kannst

Folge den Auf­for­de­run­gen in den Wer­be­posts und lasse Dich dar­auf ein. Es geht hier nicht um Push-Mar­ke­ting son­dern wir befin­den uns hier immer noch in den Social Media! Social bedeu­tet “Mit­ein­an­der” und Social bedeu­tet auch “Gesprä­che”. Erst, wenn ein Aus­tausch zustande kommt, kön­nen alle glück­lich und zufrie­den sein.

Du wirst fest­stel­len: Zwar kos­tet diese Art von Mar­ke­ting dann wesent­lich mehr Zeit, aber es ist auch berei­chern­der für Dich!

Du wirst mer­ken: Wenn Du viel kom­men­tierst und likest, so wirst Du eben­falls viel mehr Kom­men­tare und Likes bekom­men. Ist das der Fall, wer­den mehr Men­schen auf Dein Ange­bot auf­merk­sam. Du kennst das unter dem Spruch: Auf den größ­ten Hau­fen kommt immer noch was drauf! 😉

Da ist dann immer auch ein Inter­es­sent dabei — und das ist doch genau das, was Du Dir eigent­lich wünschst!

Werbeposts nutzen, wenn Du sie siehst

Ja, der Face­book-Algo­rith­mus funk­tio­niert manch­mal auf wun­der­same Weise! Er kann zur Folge haben, dass Du oben genannte Wer­be­posts nicht an dem Tag zu sehen bekommst, an dem sie gepos­tet wur­den und gül­tig sind, son­dern einen oder sogar meh­rere Tage spä­ter.

Das bedeu­tet nicht, dass Du dann da auch noch mit Dei­ner Wer­bung kom­men­tie­ren sollst!

Bei vie­len beob­achte ich die­ses reflex­hafte Ver­hal­ten. Sobald ein Wer­be­post in ihrem News­feed auf Face­book erscheint, wird sofort per Copy and Paste mit der eige­nen Wer­bung kom­men­tiert. Ohne Rück­sicht auf Ver­luste und häu­fig, ohne die Bedin­gun­gen zu lesen.

Ehr­lich, unhöf­li­cher gegen­über dem­je­ni­gen, der groß­zü­gig seine Reich­weite mit Dir zu tei­len bereit ist oder der in sei­ner Gruppe einen extra Raum für Deine Wer­bung bie­tet, kannst Du kaum sein.

Ja, aber ich sehe den Post doch immer erst dann!” Rich­tig. Das ist dann eben so.

Was Du besser machen kannst

Leg Dir eine Liste an! Immer dann, wenn Du ver­spä­tet einen Wer­be­post siehst, schreibst Du Dir die Aktion für den Wochen­tag  auf. Nach einer Weile hast Du eine schöne über­sicht­li­che Liste, an wel­chem Tag wo Wer­be­mög­lich­kei­ten für Dich bestehen und Du kannst sie gezielt auf­ru­fen. So bist Du immer pünkt­lich. Da Regel­mä­ßig­keit im Mar­ke­ting ein ent­schei­den­der Fak­tor ist (so schaffst Du über die Zeit viele Kon­takt­punkte zu Dei­nen Inter­es­sen­ten aber auch in Dei­nem Netz­werk), hast Du hier eine wich­tige Grund­lage für Dei­nen Erfolg gelegt.

Klei­ner Tipp: Ich führe die Liste in Trello! So kann ich sie immer wie­der ver­wen­den und sie bleibt auch schön fle­xi­bel, wenn sich was ändert. Wenn Du es Dir ganz leicht machen willst: Alina Wel­fon­der hat in ihrem Blog­ar­ti­kel zu Face­book-Grup­pen in einer mega-Fleiß­ar­beit ein Trello-Board zusam­men­ge­stellt, das Du nut­zen kannst!

Marktforschung mit Umfragen in fremden Gruppen betreiben

Die Idee ist ver­lo­ckend: Da hast Du eine Gruppe gefun­den, die exakt Dei­ner Ziel­gruppe ent­spricht. Mit einer kur­zen Umfrage könn­test Du so viel über die Wün­sche Dei­ner Ziel­gruppe erfah­ren und gleich­zei­tig auch noch auf Dich und Dein Unter­neh­men auf­merk­sam machen.

Gute Idee? Nein, keine gute Idee! Zumin­dest nicht, wenn Du län­ger in der Gruppe blei­ben möch­test.

Warum denn das schon wie­der nicht?

Weil der Grup­pen­ad­mi­nis­tra­tor die Gruppe in der Regel für seine eige­nen Zwe­cke gegrün­det hat und mit häu­fig erheb­li­chem Auf­wand pflegt und dafür sorgt, dass immer neue Mit­glie­der hinzu kom­men. Auch hier wür­dest Du in einem frem­den Teich fischen. Das kommt nicht gut an.

Was Du besser machen kannst

In mei­nen Augen hast Du zwei Mög­lich­kei­ten:

You hang around — you learn

Ich liebe die­sen Spruch. Weil er ein­fach stimmt: Halte Dich dort auf, wo Deine Ziel­gruppe ist (ergo: In der Face­book-Gruppe Dei­nes Begeh­rens) und lies mit. Dis­ku­tiere sogar mit. Aber mach keine Umfrage in eige­ner Sache. Du wirst mit der Zeit trotz­dem viel her­aus­fin­den.

Frag den Admin

Man­gelt es Dir an Zeit oder ist Dir das Thema wirk­lich enorm wich­tig, dann frag den Admin ein­fach. Erkläre, wozu Du die Ergeb­nisse ver­wen­den willst und wofür Du sie brauchst. Meist sind Admi­nis­tra­to­ren nette Men­schen, die auch Dir zu hel­fen bereit sind. Passt es für den Admin aber nicht, dann sei nicht belei­digt und respek­tiere seine Ent­schei­dung.

Beiträge eigennützig kuratieren

Das Kura­tie­ren von Inhal­ten ande­rer ist eine wun­der­bare Mög­lich­keit, die eige­nen Fans oder Fol­lo­wer mit Infor­ma­tio­nen zu ver­sor­gen, die Du gerade nicht selbst lie­fern kannst. Wider­stehe aber der Ver­su­chung, sol­che Bei­träge für Dein eige­nes Mar­ke­ting zu nut­zen. Was ich meine?

Posts nach dem Schema: “XY hat einen inter­es­san­ten Blog­ar­ti­kel zum Thema ABC geschrie­ben. Ich habe übri­gens auch ein ABC-Ange­bot .…” und dann der Link zu Dei­nem Ange­bot.

Was Du besser machen kannst

Über­lege Dir gut, wel­che Bei­träge Du kura­tierst und wie Du sie anteaserst. Ich kura­tiere gerne aus Berei­chen, die zwar zu mei­nem Thema Social Media Mar­ke­ting gehö­ren, die ich aber selbst nicht abde­cken kann. Das Thema Online- und Mar­ke­ting-Recht ist eines davon. Das ist für meine Fans und Fol­lo­wer wich­tig, ich kann aber aus nahe­lie­gen­den Grün­den nicht selbst dar­über schrei­ben. Wenn Du etwas aus Dei­nem Netz­werk teilst, teile groß­zü­gig und ohne Deine eige­nen Ange­bote gleich mit dran zu hän­gen.

Facebook-Like-Posts zuspammen

Face­book-Like-Posts sind beliebt, bei den Face­book-Sei­ten­be­trei­bern, die sie regel­mä­ßig pos­ten ebenso, wie bei denen, die mit­ma­chen. Den einen brin­gen sie Reich­weite, den ande­ren poten­zi­ell neue Fans. Rich­tig ange­wen­det sind sie für beide sinn­voll, aber es wer­den auch viele Feh­ler gemacht. Ein Feh­ler ist, jeden, des­sen Seite man geliked hat, zum Zurück­li­ken zu ani­mie­ren oder direkt auf­zu­for­dern und beruht auf einem grund­sätz­li­chen Miss­ver­ständ­nis:

Quid pro quo.

Quid pro quo bedeu­tet in die­sem Zusam­men­hang “Wie Du mir, so ich Dir!” Sprich: Wenn ich Dich like, musst Du mich auch liken.

So sehr ich für Fair­ness bin — Face­book funk­tio­niert an die­ser Stelle anders. Warum, das ist schnell und leicht erklärt:

Die höchste Wäh­rung für Sicht­bar­keit auf Face­book (neben Geld) ist die Inter­ak­ti­ons­rate. Logi­scher­weise inter­agiere ich aber nur mit Sei­ten­in­hal­ten, für die ich mich ehr­lich inter­es­siere. Wenn Du also Kin­der­klei­dung nähst und ver­kaufst, kann es sein, dass Du meine Inhalte super hilf­reich fin­dest und meine Face­book-Seite darum likest. Ich dage­gen habe weder Kin­der in dem Alter noch Enkel — und würde nie bei Dir kau­fen.

Wenn Du tie­fer ein­stei­gen willst — ich habe auf Face­book dazu eine län­gere Notiz ver­fasst.

Was Du besser machen kannst

Lass diese sinn­lo­sen “Gern geliked von Link-zu-Dei­ner-Face­book-Seite” Posts ein­fach blei­ben. Du nervst den Face­book-Sei­ten­be­trei­ber, Du nervst die ande­ren Teil­neh­mer und den Face­book-Algo­rith­mus nervst Du auch und Deine Posts wer­den schnel­ler als Spam aus­sor­tiert also Du Copy and Paste sagen kannst.

Fazit

Wow, ganze 16  No Gos — das ist eine ganze Menge und noch lange nicht das Ende! Mich inter­es­siert: Wel­che No Gos auf Face­book gibt es für Dich? Was sollte man kei­nes­falls tun? Schreib mir gern einen Kom­men­tar und erwei­tere diese Liste mit mir!

5/5 (1 Review)

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

follow me on:

Hinterlasse einen Kommentar:

12 comments
Füge Deine Antwort hinzu

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?