Online Business 2024

Von Birgit Schultz


Letzte Aktua­li­sie­rung 13. März 2024 

Sind Online-Kurse, gar das ganze Online Busi­ness am Ende? 

Zum Jah­res­be­ginn 2024 hat meine geschätzte Kol­le­gin Marit Alke zu die­ser Frage einen Pod­cast ver­öf­fent­licht und einen Face­book-Post erstellt. Sehr kri­tisch wirft sie einen Blick auf die Ent­wick­lung der letz­ten Jahre. Sie ana­ly­siert, dass das Geschäfts­mo­dell mit Online-Kur­sen, Grup­pen­pro­gram­men, Mem­ber­ships usw. bei vie­len zäh zu lau­fen scheint. Ihr Fazit: der Pro­dukt­le­bens­zy­klus sei nun in einer Sät­ti­gungs- oder gar Nie­der­gangs­phase ange­kom­men. Sie sieht das Online-Kurs-Busi­ness, viel­leicht sogar das Online Busi­ness als sol­ches in der Krise.

Ihrer Mei­nung nach sind die Zei­ten, in denen man als Solo-Selbst­stän­dige damit gutes Geld ver­die­nen kann, 2024 vor­bei … außer bei denen, die eben (so wie sie oder ich) genau die­sen Selbst­stän­di­gen zur Seite ste­hen und ihre Dienst­leis­tun­gen anbie­ten. Oder jenen, denen es in der Ver­gan­gen­heit gelun­gen ist, für ihre Nische eine treue Fol­lower- und Kund­schaft aufzubauen.

Produktlebenszyklus von Online-Kursen

Da ich die­sen Bei­trag schreibe, kannst Du Dir den­ken, dass ich das anders sehe. 

Im Gegen­teil, ich bin der Mei­nung, dass es jetzt erst so rich­tig los geht mit dem Online-Busi­ness-Thema und – der ZFU und dem Fer­nUSG zum trotz – Online-Kursen. 

Warum?

Weil der Pro­dukt­le­bens­zy­klus eben für "Pro­dukte" gilt – und zwar für ganz bestimmte, ein­zelne Pro­dukte. Aber er gilt nicht für Kon­zepte oder Medien. 

Ich erkläre es mal am Bei­spiel Buch.

Bücher sind (wenn man die Schrift­rol­len mit dazu nimmt und nicht nur das "gedruckte" Buch) Jahr­tau­sende alt. Aber den­noch wer­den heut­zu­tage mehr Bücher gele­sen denn je. Ist das Buch als sol­ches schon am Ende sei­nes Pro­dukt­le­bens­zy­klus ange­kom­men? Ganz bestimmt nicht. 

Für ein­zelne Titel aber wie­derum gilt der Pro­dukt­le­bens­zy­klus. Wahr­schein­lich nie­mand liest heute noch Kon­sa­lik- oder Sim­mel-Romane. Die hat­ten ihre Zeit, aber schon in den spä­ten 1980ern waren sie am Ende ihres Lebens­zy­klus­ses angelangt.

Andere Bücher sind zeit­los. Ich denke da an Shake­speare, Goe­the oder auch den Herrn der Ringe von Tolkien. 

zeitlose klassiker
Nur Klas­si­ker sind zeit­los – alle ande­ren Bücher unter­lie­gen dem Produktlebenszyklus

Viel­leicht ist irgend­wann sogar mal das gedruckte Buch am Ende. Aber als E‑Book wird es defi­ni­tiv weiterleben.

Oder nimm Filme!

Gerade mal gute 100 Jahre alt als Medium. Es gab einen rasan­ten Auf­stieg in der Popu­la­ri­tät bis dann in den spä­ten 1960ern und 1970ern der Kino­film auf­grund der Ver­brei­tung des Fern­se­hens einen Nie­der­gang erlebte. Die Kinos star­ben, wur­den in kleine "Schach­tel-Kinos" auf­ge­teilt und fris­te­ten ein trau­ri­ges Dasein.

Aber im Fern­se­hen gab es wei­ter­hin durch­aus inter­es­sante Pro­duk­tio­nen, Serien wur­den immer popu­lä­rer. Dann, ab den 1990ern wur­den neue Mul­ti­plex-Kinos gebaut und war das Kino wie­der im Auf­wind, um … mit Corona wie­der in eine Krise zu geraten. 

Doch das ist das Pro­blem des Kinos als Ort des Kon­sums – nicht des Medi­ums Film als solchem. 

Mit Net­flix, Prime und Co. hat sich der Kon­sum nur wie­der in den hei­mi­schen Raum zurück gezo­gen. Der Film ist immer noch da. 

Entwicklung des Online Business

Genau so ver­hält es sich mit dem Online-Busi­ness. Nur heute sind die Pro­zesse schneller.

Vor 2020 gab es über einen Zeit­raum von etwas mehr als 10 Jah­ren einen ste­ten Auf­stieg. Je brei­ter die Inter­net-Zugänge wur­den, je mehr Strea­ming-Tech­no­lo­gie erreich­bar wurde, je mobi­ler das Inter­net wurde, je mehr Anbie­ter für die Online-Zah­lungs­ab­wick­lung, je mehr Soft­ware-Anbie­ter Lösun­gen für die Erstel­lung von "Con­tent" jeg­li­cher Art auf dem Markt erschie­nen – desto popu­lä­rer wur­den Online-Ange­bote in Form von Kur­sen, Mit­glie­der­be­rei­chen und 1:1‑Beratungen.

Und auch kun­den­sei­tig wuchs die Akzep­tanz, explo­dierte (fast zwangs­läu­fig) gerade wäh­rend der Lock­downs in der Corona-Pandemie. 

Dazu kam, dass uns ins­be­son­dere Face­book und Lin­ke­dIn sogar kos­ten­los enorme Reich­wei­ten bescher­ten. Das funk­tio­nierte noch zu den auch von Marit beschrie­be­nen "Gold­grä­ber­zei­ten". Von unge­fähr 2014 bis 2018 war es im Online-Busi­ness leicht, Geld zu verdienen.

Phase der Marktbereinigung für Online-Angebote

Und ja, jetzt, rund 10 Jahre spä­ter, befin­den wir uns gerade in einer Phase der Marktbereinigung. 

Und das ist auch gut so.

Denn wäh­rend des Hypes kamen auch viele schlechte Ange­bote auf den Markt.

Da wären einer­seits die, denen Qua­li­tät egal war und die nur das schnelle Geld wollten.

Und da waren ande­rer­seits jene, die es ein­fach nicht bes­ser konn­ten, aber aus der Not her­aus ein­fach mal gemacht haben. 

Darum schauen die Kun­den heute genauer hin. 

Sie kau­fen nicht ein­fach nur, weil jemand laut "hier, hier, hier!" schreit.

Darum ist es schwie­ri­ger geworden.

Dazu kommt noch die all­ge­meine Ver­un­si­che­rung durch die glo­ba­len Ereig­nisse (ich nenne hier exem­pla­risch nur kurz den Ukraine-Krieg, die Ent­wick­lung der Ener­gie­kos­ten und die Infla­tion, die Ereig­nisse in Israel im Okto­ber 2023 und und und) – da sind die Kun­den, ins­be­son­dere, wenn es sich um Pri­vat­kun­den han­delt, mit den Aus­ga­ben nicht mehr so schnell dabei. 

Den­noch.

Wir erle­ben keine Sät­ti­gung. Wir erle­ben eine Evolution!

Und die ist gut.

Schlechtes wird verschwinden

Online-Kurse von schlech­ter Qua­li­tät, mit einem Man­gel an Sorg­falt und Didak­tik schnell dahin gerotzt ("Du musst nur einen Schritt vor Dei­nen Kun­den sein …"), die ein­fach nur Know how aus ande­ren Kur­sen oder Büchern wie­der­käuen – deren Tage sind glück­li­cher­weise gezählt. 

Online-Bera­tun­gen, für die Mond­preise auf­ge­ru­fen wer­den (ich rede hier von Stun­den­sät­zen von 1000 Euro oder mehr – gerade erst ist mir wie­der so ein Ange­bot ins Post­fach gese­gelt): deren Tage sind hof­fent­lich auch bald gezählt. 

Und auch Mit­glie­der­be­rei­che, in denen sich die Mit­glie­der in ers­ter Linie selbst coa­chen und wenig bis gar kein Input vom Betrei­ber kommt – ja, auch die sind gezählt. 

Die Ursache der Misere der Online-Kurse

Man muss es lei­der so deut­lich sagen:

In der "Gold­grä­ber-Zeit" war auch viel Mist dabei. Da wur­den in kür­zes­ter Zeit Online-Kurse zusam­men gekloppt, die ein­fach kei­nen Mehr­wert boten. Die didak­tisch an das Schul­fern­se­hen der Drit­ten Pro­gramme in den frü­hen 1970er Jahre erin­ner­ten. Die mit lang­wei­li­gen und unglaub­lich lan­gen Videos ("die­ser Kurs ent­hält über 200 Stun­den Video-Mate­rial!"), die Käu­fer ermü­det und gelang­weilt haben. 

via GIPHY

Auch ich erin­nere mich noch an einen Pin­te­rest-Kurs, bei dem der Kurser­stel­ler mich in einem Video genö­tig hatte, fünf Minu­ten einem lang­sam anwach­sen­den Lade­bal­ken zuzu­se­hen. Die Mög­lich­keit vor­zu­spu­len war deaktiviert … 🙈

Dazu kommt wei­ter­hin, dass viele Kun­den, egal, ob aus dem Geschäfts- oder Pri­vat­be­reich, viel mehr Kurse gekauft haben, als sie dann auch tat­säch­lich kon­su­mie­ren konn­ten und letzt­lich absol­viert haben. Es gibt nicht nur Regale unge­le­se­ner Bücher, es gibt auch Fest­plat­ten bzw. Online-Zugänge nicht absol­vier­ter Online-Kurse. 

Da über­legt man sich jeden Neu­kauf sehr gut.

Viele Kurse haben trotz ihrer Länge auch ein­fach viel zu wenig Inhalt fürs viele Geld geboten. 

Denn man­che Kurser­stel­ler haben den Preis eher nach ihrem Auf­wand berech­net als nach dem Wert für den Kunden.

Wer lie­ber liest als sich durch lange Videos oder Audios zu quä­len, der wird inzwi­schen viel­leicht lie­ber wie­der zu einem Buch grei­fen, das mehr Gehalt bei nur einem Zehn­tel oder noch weni­ger des auf­ge­ru­fe­nen Prei­ses kostet. 

Ich bin zwar immer noch der Mei­nung, dass ein didak­tisch gut auf­be­rei­te­ter Kurs mit einem gesun­den Medi­en­mix und vie­len kon­kre­ten Auf­ga­ben zur Umset­zung sehr, sehr wert­voll sein kann – aber inzwi­schen musst Du Deine poten­zi­el­len Käu­fer erst mal davon über­zeu­gen, dass Du das auch lie­fern kannst. 

Die Ursache, warum sich viele aus dem Online Business verabschieden

Weil es bei eini­gen so leicht­fü­ßig aus­sieht und auch immer erklärt wurde, dass man doch "mit Leich­tig­keit 6‑stellig" wer­den könne (nicht im Jahr, im Monat! 😂), haben das viele geglaubt, die ein­fach (noch) nicht die rich­ti­gen Vor­aus­set­zun­gen und Kennt­nisse fürs Online-Busi­ness mit­ge­bracht haben und deren Geschäfts­idee viel­leicht auch nicht beson­ders ori­gi­nell war. 

Die sich dann auf­ge­rie­ben haben, in kür­zes­ter Zeit zu ler­nen, was eigent­lich meh­rere Jahre erfordert. 

Als ich mich Anfang 2003 selbst­stän­dig gemacht habe, hieß es noch: Bis sich ein Geschäft zuver­läs­sig trägt, dau­ert es min­des­tens drei Jahre – eher fünf. Warum sollte das heute und online anders sein?

Vor allem dann, wenn ver­sucht wird, ein Online-Busi­ness fast ohne Start­ka­pi­tal auf­zu­bauen – was ich bei vie­len aus den Berei­chen Trai­ning, Coa­ching und Bera­tung so gese­hen habe.

Grund­sätz­lich ist es weder ein Makel noch schlimm, wenn Du nur wenig Start­ka­pi­tal hast und per Boot­strap­ping (Selbst­fi­nan­zie­rung) ver­suchst, ein erfolg­rei­ches Online-Busi­ness auf­zu­bauen – aber es dau­ert eben seine Zeit. Wenn Du nahezu ohne Start­ka­pi­tal beginnst, ist es viel­leicht eine Option, Dein Online-Busi­ness erst als Neben­ein­kom­men aufzubauen.

Exkurs: Fallstudie Online-Kurs Ernährungsberatung

Neh­men wir als Bei­spiel einen Online-Kurs zum Thema Ernäh­rungs­be­ra­tung und Abneh­men. Ein ech­ter Klas­si­ker. Ebenso wie über Mar­ke­ting-Bera­ter kann man über Ernäh­rungs­be­ra­ter ja sagen: Wirf einen Stein und triff einen … ! Es gibt sie wie Sand am Meer. 

Jetzt hat die Kurser­stel­le­rin, nen­nen wir sie Andrea, jah­re­lange Exper­tise im Bereich Ernäh­rungs­be­ra­tung und Gewichts­ma­nage­ment – aber eben offline. 

ernaehrungsberaterin
Off­line jah­re­lange Exper­tise – online: null!

Andrea war für einen gro­ßen Diät­pro­gramm-Anbie­ter frei­be­ruf­lich tätig, hat sich wei­ter­ge­bil­det, hat Semi­nare gege­ben, Ein­zel­be­ra­tun­gen durch­ge­führt und damit zwar kein Ver­mö­gen, aber ein gutes Zubrot zum Fami­li­en­ein­kom­men verdient. 

Dann kam Corona. 

Knall auf Fall keine Ein­nah­men mehr. 

Eine Lösung musste her. 

Klar: Andrea ging ins Online-Business. 

Was ihr fehlte, waren:

  • Mar­ke­ting-Kennt­nisse – denn das hatte vor­her ihr Diät­pro­gramm-Anbie­ter über­nom­men. Dadurch erga­ben sich unter ande­rem Fra­gen wie: Wie posi­tio­niere ich mich? Wie ver­mittle ich, wel­chen Mehr­wert mein Ange­bot hat? Wie ent­wickle ich eigene Pro­dukte? Was soll auf meine Web­site? Wie erstellt man eine Web­site über­haupt? Wie bloggt man? Wie geht E‑Mail-Mar­ke­ting? Wie bekommt man Men­schen in den News­let­ter? Wie nimmt man einen Pod­cast auf? Mache ich einen You­Tube-Chan­nel? Und so weiter. 
  • Ver­triebs­kennt­nisse - denn für gut gefüllte Semi­nar-Abende sorgte der Anbie­ter. Ver­kaufs­ge­sprä­che hatte sie nie füh­ren müs­sen. Texte für eine Landing­page nie erstellt. Was ist über­haupt eine Landingpage?!
  • Didak­ti­sche Kennt­nisse – viele der Folien und Semi­nar-Module waren vom Anbie­ter vor­ge­ge­ben. Wir waren zwar alle mal in der Schule, haben viel­leicht auch ein Stu­dium absol­viert, aber wie man Wis­sen didak­tisch sinn­voll, medi­en­ge­recht auf­be­rei­tet und wei­ter gibt … das muss man auch erst ein­mal lernen. 
  • Tech­ni­sche Kennt­nisse: Hier geht's jetzt rich­tig los. Foli­en­prä­sen­ta­tio­nen, Videos auf­neh­men und schnei­den, Work­books erstel­len, Kurs-Soft­ware, News­let­ter-Anbie­ter, Zah­lungs­an­bie­ter und und und. 

Dazu kamen bei Andrea dann noch Mindset-Probleme: 

Wer­bung? Bäh, bei Fern­seh­wer­bung ver­lasse ich das Wohn­zim­mer und bei Radio­wer­bung drehe ich kurz auf "Aus". 

Ver­kau­fen? Bäh, das ist doch unan­stän­dig, da fühle ich mich, als ob ich mich pro­sti­tu­ie­ren würde. Ver­mark­ten muss doch auch anders gehen!

Sicht­bar­keit? Anflug von Panik! Ich soll meine Adresse ins Impres­sum der Web­site stel­len?! Ich muss auf Face­book mein Gesicht im Pro­fil­bild und mei­nen ech­ten Namen ange­ben? No way!

Regel­mä­ßi­ges Pos­ten, Kom­men­tie­ren und in Grup­pen aktiv sein? Ich will doch meine eigent­li­che Arbeit machen und beraten!

Und das ganze Wis­sen musste sie alles unter Zeit­druck ler­nen. Den Minds­hift um 180 Grad mal eben so hin­le­gen. Denn spä­tes­tens in sechs Mona­ten wollte sie doch wie die ande­ren 6‑stellig sein, wenn schon nicht im Monat, dann wenigs­tens im Jahr!

Klar, dass das nicht funk­tio­nie­ren konnte!

Und so ver­las­sen wir nun die (fik­tive aber den­noch lebens­nahe) Fall­stu­die und Andrea und wen­den uns der Frage zu:

Wie kann dann Online Business heute noch funktionieren? 

Alle, die wei­ter im Online-Busi­ness bestehen wol­len, egal ob mit 1:1- oder Grup­pen­be­ra­tun­gen, mit Online-Kur­sen oder mit Mit­glie­der­be­rei­chen, soll­ten sich dar­über klar sein, dass es ohne ein soli­des Fun­da­ment an Grund­kennt­nis­sen und Fähig­kei­ten nicht geht.

Es geht auch nicht darum, dar­über mal in einem Blog­ar­ti­kel oder Buch zu lesen. 

Es geht darum, die­ses Wis­sen zu inha­lie­ren, zu üben und täg­lich umzusetzen.

Oder anders aus­ge­drückt: Lerne den gan­zen Pro­zess, der fürs Online-Busi­ness wich­tig ist – und lerne ihn zu lieben. 

Denn was Du hier machst, das ist kein Sprint. Das ist Dau­er­lauf. Jahr­ein, jahraus. 

Wenn Du das ver­stan­den hast, ja, dann kannst Du durchstarten.

Brillanz in Deinem Fachbereich ist Pflicht

Damit ist nicht nur gemeint, dass Du Dich in Dei­nem Fach­be­reich wirk­lich sehr, sehr gut aus­ken­nen soll­test (falls Du das Bril­lanz-Qua­drat nicht kennst: Du soll­test Dich im Bril­lanz-Qua­dran­ten mit Dei­nem Wis­sen bewe­gen, nicht "nur" im Exzel­lenz- oder gar nur im Kompetenz-Bereich. 

brillanzquadrat
Das Bril­lanz-Qua­drat ist ein hilf­rei­ches Tool bei der Positionierung

Die Kun­den erwar­ten Qua­li­tät – und die musst Du ihnen lie­fern. Und das kannst Du nicht, wenn Du nur mal vier Wochen­end-Fort­bil­dun­gen zu irgend­ei­nem Thema gemacht und drei Bücher gele­sen hast. 

Wert­voll für die Kun­den ist bei einem Online-Kurs nicht das, was sie auch in einem Buch lesen oder einem belie­bi­gen Blog­bei­trag ergoo­geln kön­nen. Wert­voll sind Deine Erfah­run­gen und Deine Auf­be­rei­tung des Wis­sens, so dass es für den Kun­den anwend­bar wird. 

Handwerkszeug beherrschen ist Pflicht

Das habe ich lei­der zu oft erle­ben müs­sen. Men­schen, die ins Online-Busi­ness ein­stei­gen woll­ten, aber nicht mal die grund­le­gendste Bedie­nung ihres Rech­ners, Tablets und Smart­phones beherr­schen. Die nicht in der Lage sind, einem Zoom-Mee­ting bei­zu­tre­ten. Die ange­sichts der Kom­ple­xi­tät eines News­let­ter-Tools zutiefst ver­un­si­chert und ver­zwei­felt sind. 

Das ist am Anfang auch kein Wunder. 

Aber zu erwar­ten, das alles in weni­gen Mona­ten oder gar nur Wochen ler­nen und beherr­schen zu kön­nen, das ist Illusion.

Wer Dir das ver­spricht, der ist nicht ehr­lich zu Dir. 

Eine tragfähige Geschäftsidee ist Pflicht

Du kannst noch so bril­lant sein in dem, was Du tust: Wenn es Dir nicht gelingt, poten­zi­elle Kun­den davon zu über­zeu­gen, dass Deine Geschäfts­idee, Dein Ange­bot, wenn auch nicht ein­zig­ar­tig, so doch etwas Beson­de­res ist (durch Deine Per­sön­lich­keit, Dei­nen Metho­den­mix, durch Deine spe­zi­elle Art, Inhalte zu ver­mit­teln), und wird es Dir nicht gelin­gen, ein erfolg­rei­ches Online Busi­ness aufzubauen.

Zu Dei­ner trag­fä­hi­gen Geschäfts­idee gehört auch eine Vor­stel­lung davon, wie Du Deine Pro­dukt­lei­ter auf­bauen willst. Bist Du rein bera­tend tätig und ver­kaufst nur Online Deine Zeit, dann kannst Du Dein Online-Busi­ness nicht wirk­lich ska­lie­ren. Ska­lie­ren heißt in die­sem Fall, dass Du auch Ange­bote machst, die Dir Umsatz, bes­ser noch Gewinn ver­schaf­fen, wenn Du nicht arbeitest. 

Nachts, am Wochen­ende, im Urlaub oder wenn Du mal krank wirst. 

Dazu gehört in mei­nen Augen eine gesunde Mischung von 1:1‑Angeboten (weil die gerade zum Start schnell und ein­fach umzu­set­zen sind), viel­leicht einem Mit­glie­der­be­reich (wenn das zu Dei­nem Thema passt – aber vor­sich­tig: Ein Mem­ber­ship macht mehr Arbeit, als nur ein paar Semi­nare zu geben und ein paar Fra­gen zu beant­wor­ten), Online­kurse (wenn es sich um reine Selbst­lern­kurse han­delt, sind die wun­der­bar ska­lier­bar, bei betreu­ten Selbst­lern­kur­sen, die ihre Vor­teile haben, natür­lich nur bedingt). 

Außer­dem kannst Du noch an einen Online-Shop mit "Digi­ta­len Pro­duk­ten" ver­schie­dens­ter Art den­ken oder auch an Affi­liate Mar­ke­ting, das Dir eine zusätz­li­che Ein­nah­me­quelle sein kann. 

Man­che spre­chen auch davon, sich ein pas­si­ves Ein­kom­men auf­zu­bauen. Pas­siv ist das tat­säch­lich nicht im min­des­ten – aber zeit­ver­setzt passt schon sehr gut. 

Marketing ist Pflicht

Als Anfän­ger im Online-Busi­ness hast Du alle Hände voll zu tun. In mei­nen Augen die wich­tigste Auf­gabe über­haupt (wie könnte es anders sein 😉). Viele Unter­neh­men schei­tern ein­fach an einem schlech­ten Mar­ke­ting, weil sie gar nicht erst ver­ste­hen, was alles zum Mar­ke­ting gehört und nur an Wer­bung denken. 

Birgit Schultz
In mei­nen Augen die wich­tigste Auf­gabe einer jeden Solo­pre­neu­rin: Marketing!

Dabei sind es gar nicht mal die krea­ti­ven Ideen, die im Jahr 2024 wich­tig sind, um ein Online-Busi­ness zu star­ten. Son­dern ein grund­le­gen­des Ver­ständ­nis, was zum Mar­ke­ting gehört und an wel­chen Stell­schrau­ben Du nach und nach dre­hen kannst und musst. 

Hast Du schon mal von den 4 P im Mar­ke­ting gehört? Die ste­hen für Pro­duct, Price, Pro­mo­tion und Place. Oder auf Deutsch: Pro­dukt, Preis, Wer­bung und Vertrieb. 

Deine Pro­dukte oder Dienst­leis­tun­gen, also Deine Ange­bote müs­sen zu Dir, Dei­nen Fähig­kei­ten (auch tech­nisch zur Umset­zung) und Dei­ner Ziel­gruppe pas­sen. Glei­ches gilt für die Preisgestaltung. 

Klar, dass ich nicht die ganze Palette jetzt hier in einem – zuge­ge­ben schon recht lan­gen – Blog­bei­trag auch nur anrei­ßen kann. Aber wenn Du mit einem eige­nen Online-Busi­ness Dein Geld online ver­die­nen und Kun­den gewin­nen willst, dann kommst Du um Mar­ke­ting, sehr viel Arbeit an Dei­nem Mar­ke­ting, und noch mehr Mar­ke­ting nicht herum. 

Kun­den zu gewin­nen ist online nicht leich­ter als offline. 

Die Arbeit an Dei­nem Mar­ke­ting beginnt mit Dei­ner Posi­tio­nie­rung. Du musst die Pro­dukte ent­wi­ckeln und die Preise fest­le­gen. Du musst Deine Marke auf­bauen. Du musst regel­mä­ßig für Deine Sicht­bar­keit sor­gen. Das kann über Social Media gesche­hen. Aber auch über Con­tent Mar­ke­ting. Hier kannst Du über­le­gen, ob es Dir eher liegt, mit einem Blog, einem You­Tube-Chan­nel oder einem Pod­cast zu starten. 

Damit Deine Inhalte auch kon­su­miert wer­den, brauchst Du Traf­fic. Du musst aber Inter­es­sen­ten nicht nur anzie­hen, Du musst auch über viele Kon­takt­punkte eine Bezie­hung zu ihnen auf­bauen. Erst dann kann die soge­nannte Con­ver­sion, der Kauf erfolgen. 

Das alles gelingt nicht in weni­gen Wochen oder zwei, drei Mona­ten. Wenn Du über ein kom­for­ta­bles Bud­get ver­fügst, kann es schnel­ler gehen – weil Du Leis­tun­gen oder Influen­cer ein­kau­fen und Anzei­gen schal­ten kannst. Weil Du jeman­den damit beauf­tra­gen kannst, Deine Bei­träge zu schrei­ben. Ist das nicht der Fall, dau­ert es eben in der Regel min­des­tens drei Jahre, bis Du daran den­ken kannst, regel­mä­ßig und zuver­läs­sig online Geld zu ver­die­nen und Deine Pro­dukte zu verkaufen. 

Sind also Online-Kurse, gar das ganze Online-Business am Ende?

Mei­ner Mei­nung nach – ganz im Gegen­teil. Wie oben geschrie­ben, wir ste­hen am Anfang einer Evo­lu­tion. Und ist das nicht toll?! Wir erle­ben sie haut­nah mit!

Wich­tig sind Qua­li­tät und bei allen Ent­wick­lun­gen (ins­be­son­dere in Sachen Künst­li­cher Intel­li­genz) ganz vorn mit dabei zu bleiben.

Wich­tig ist, dass Du vor der Erstel­lung Dei­ner Online-Kurse und ande­ren Online-Ange­bote Markt­for­schung betreibst und nur das anbie­test, was auch eine Chance bei einer aus­rei­chend gro­ßen Ziel­gruppe hat. Viel zu oft wurde in der Ver­gan­gen­heit ein­fach im stil­len Home­Of­fice vor sich hin pro­du­ziert und das gran­dios an den Wün­schen der Ziel­kun­den vorbei.

Wich­tig ist vor allem auch, dass Du eine rea­lis­ti­sche Erwar­tungs­hal­tung an die mög­li­chen Ein­nah­men ent­wi­ckelst. Ja, ein­zelne Solo­pre­neu­rin­nen und Solo­pre­neure ragen da her­aus. Schaust Du aber genau hin, ist das oft keine Ein­zel­leis­tung mehr, son­dern eine Team­leis­tung. Als Solo­pre­neu­rin ganz allein ist das – zumin­dest am Anfang – so nicht machbar.

Wenn Du dann noch akzep­tierst, dass Du die ers­ten drei, manch­mal vier oder fünf Jahre Lehr­geld zah­len wirst, mal bes­sere und mal schlech­tere Erfah­run­gen sam­melst und mal mehr und mal weni­ger Ein­nah­men erzielst, dann kannst Du es schaf­fen, Dich im Online-Busi­ness zu eta­blie­ren, auch wenn Du nicht aus dem Bereich Mar­ke­ting im wei­te­ren Sinne kommst. 

Auf jeden Fall ist es mög­lich, mit einem Online-Busi­ness ein sta­bi­les und regel­mä­ßi­ges Ein­kom­men zu erzie­len, von dem Du bequem und sor­gen­frei leben kannst. 

Was kannst Du jetzt tun?

Eine wich­tige Grund­lage für das Mar­ke­ting von Solo-Unter­neh­me­rin­nen im Online-Busi­ness ist und bleibt das Con­tent Mar­ke­ting.

Auch das wird sich mas­siv in den kom­men­den Jah­ren ver­än­dern. Viel­leicht dau­ert es noch vier oder fünf Jahre. Wahr­schein­lich kommt die Ver­än­de­rung aber schneller.

Denn die in der Regel mit­tel­mä­ßi­gen Texte, die Tools wie ChatGPT, Claude, Bard oder wie sie alle hei­ßen, erzeu­gen, wer­den immer mehr werden. 

Doch nicht nur das. 

Auch die Such­ma­schi­nen wer­den bestimmte Such­an­fra­gen künf­tig mit­hilfe von KI direkt beant­wor­ten. Das heißt, sie lei­ten die Leser gar nicht mehr bis zu Dei­ner Web­site. Das bedeu­tet, dass sich SEO (Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung), wie wir sie heute ken­nen wie­der ein­mal deut­lich ver­än­dern wird. 

Was die KI-Tools aber nicht kön­nen und lange nicht kön­nen werde: sich in deine Wunsch­kun­den hin­ein­ver­set­zen und genau die Bei­träge schrei­ben, die zum Kauf führen. 

Infor­ma­tio­nen, die die SEO-Tools lie­fern, so zu inter­pre­tie­ren, dass danach nicht stumpf irgend­wel­che Inhalte zum hun­derts­ten Mal wie­der­ge­käut wer­den, son­dern dar­aus Texte erstellt wer­den, die die Leser anzie­hen wie die Mot­ten das Licht (äh, umge­kehrt!) und die mit dem Porte­mon­naie in der Hand bei Dir anklopfen. 

Wenn Du wis­sen willst, wie Du mit Dei­nen Blog­bei­trä­gen auch in Zukunft noch Lese­rin­nen und Leser anzie­hen kannst, dann lass uns mit­ein­an­der reden.  

Und wenn Du Deine Mei­nung zu dem gan­zen Thema mit mir und den ande­ren Lese­rin­nen und Lesern hier auf dem Blog tei­len möch­test, dann schreibe gerne einen Kommentar.

Wer schreibt hier?

Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing.

Dafür setze ich mein praktisches Know how aus 30 Jahren Marketing-Erfahrung, 20 Jahren Selbstständigkeit und sieben Jahren Online-Business ein. Seit 1996 nutze ich das Internet zu Marketing-Zwecken.

Ich habe unendlich viel Geduld und die Gabe, auch komplizierte Sachverhalte und Abläufe einfach erklären zu können. Lass uns gerne mal miteinander sprechen. Den Link findest Du im Menü unter "Für Dich".

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  1. Liebe Bir­git,

    vie­len dank für die­sen Arti­kel. Du sprichst mir aus der Seele. 

    So wie du unter­stütze ich Men­schen im Online­busi­ness in einem spe­zi­el­len Bereich, näm­lich mit der Tech­nik, damit sie sich auf ihre Kern­auf­ga­ben kon­zen­trie­ren können. 

    In mei­ner Arbeit sind mir vor allem Qua­li­tät, Ser­vice und Bezie­hung (gute Zusam­men­ar­beit) wich­tig. Infos gebe ich – unter ande­rem in mei­nen Online­kur­sen – kurz und kna­ckig wei­ter. Men­schen wol­len keine end­lo­sen Videos, son­dern Ergeb­nisse und die in kur­zer Zeit, denn Zeit ist unser höchs­tes Gut!

    Genau sol­che Men­schen wie dich, braucht die Online-Busi­ness-Welt heut­zu­tage.❤️

    Herz­li­che Grüße
    Beatrice

  2. Liebe Bir­git,

    das beru­higt mich sehr, wie du die Zukunft der Online-Kurse siehst. Und was die Bedeu­tung von Mar­ke­ting und die erfor­der­li­che Lern­kurve angeht: emp­finde ich abso­lut genauso. Danke, für die­sen tol­len Beitrag .

    1. Vie­len Dank, liebe Elke. Heute mor­gen habe ich mich noch mit David in mei­ner Gruppe aus­ge­tauscht: Solange nicht jeder in unse­rer Straße Online-Kurse nutzt, ist da noch lange keine Markt­sät­ti­gung in Sicht.
      Herz­li­che Grüße
      Birgit

  3. Vie­len Dank, Bir­git, für deine Einschätzung.

    Ich fand Marits Gedan­ken zum Ster­ben der Online-Bran­che durch­aus inter­es­sant, freue mich aber, in dei­nem Bei­trag meine eigene Denk­weise wiederzufinden.

    Also, bevor ich jetzt alles Wis­sen, Pro­dukte und die Erfah­run­gen der letz­ten Jahre in die Tonne kloppe, bleibe ich mir selbst treu und mache ein­fach mit dem wei­ter, dass mir immer noch Spaß macht 

    Viele Grüße
    Anette

    1. Lie­ben Dank für Dei­nen Kom­men­tar, Anette! Bleib Dir treu, das ist als Selbst­stän­dige sowieso das Allerwichtigste.
      ✨ Zau­ber­hafte Grüße
      Birgit

  4. Danke, Bir­git!
    Sehr aufschlussreich.

    Vor allem hast du gut rüber gebracht, wie viele Aspekte das Online-Unter­neh­mer­tum beinhaltet:
    Eigene (fach­li­che) Expertise,
    Tools & Tech­nik mit allem Drum und Dran,
    und Marketing 

    Eigent­lich total logisch!
    Braucht doch jeder klas­si­sche Unter­neh­mer auch.
    Gott sei Dank brau­chen wir keine Maschi­nen­hal­len, kei­nen Rie­sen-Fuhr­park und dergleichen 😉

    1. Liebe Elwine,
      ja, das wird gerne ver­ges­sen, wenn über hohe Tool-Kos­ten geklagt wird. Danke, dass Du die­sen Aspekt noch erwähnt hast.
      Herz­li­che Grüße
      Birgit

  5. Liebe Bir­git,

    danke für dei­nen Bei­trag. Das Online-Busi­ness ist auf dem Vor­marsch und wird sich auch in die­sem Jahr erwei­tern. Es ist rich­tig, dass man in Bezug auf sein Online-Busi­ness das anbie­ten sollte, was man auch wirk­lich an den Kun­den ver­kau­fen möchte. Je trans­pa­ren­ter, desto besser!:)

    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Herz­li­chen Dank für Dei­nen Kom­men­tar, liebe Bar­bara, so ist es.
      ✨ Zau­ber­hafte Grüße
      Birgit

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