Krone richten - Online Business leichter

Wie Du Dir Dein Online-Marketing leichter machst

Letzte Aktualisierung 2. September 2020

Susanne war genervt. Genervt vom Online-Business, von dem sie sich so viel versprochen hatte.

„Ich wollte schnell Kunden für mein Coaching finden, Menschen helfen – und jetzt vergeude ich so viel Zeit mit Online-Marketing und es funktioniert trotzdem nicht.“

So in etwa klingt nicht nur Susannes Aufschrei, sonder der von vielen, vielen anderen, denen ich in den letzten Jahren in Foren, Gruppen und natürlich auch als meinen Kunden geholfen habe.

Das Problem, dass „alles so lange dauert“ liegt aber vielfach nicht am Online-Marketing oder den Tools. Auch nicht an den Prozessen oder dass die Reichweite immer weiter sinkt.

Das Problem liegt tiefer. Es liegt in den Grundkenntnissen und in Deiner Grundeinstellung (Neudeutsch, im Mindset).

Was für Grundkenntnisse?

Sei mir nicht böse, wenn ich hier jetzt ein paar deutliche Wort rede – nicht alles mag in jedem einzelnen Punkt auf Dich persönlich zutreffen, aber je mehr dieser Punkte Du in Dir vereinst, desto schwerer wirst Du Dich damit tun, mit Deinem Online-Marketing erfolgreich zu sein.

Fehlende Englisch-Kenntnisse

Leider hatte nicht jeder Englisch in der Schule und nicht jeder war gut darin. Das verstehe ich bestens. Und ich verstehe auch gut, dass die Unsicherheit, die aus mangelnden Sprachkenntnissen in der Bedienung von Tools und Apps entstehen kann, einen ganz schön hemmt. Ich weiß noch sehr gut, wie schwer ich mich getan habe, als ich meiner Spanischlehrerin die Bedienung des Computers auf Spanisch erklären sollte. Aber schon nach kurzer Zeit gingen mir die Wörter el ordenador (Computer), la pantalla (Bildschirm) und descargar (herunterladen) ganz locker von den Lippen.

Meist brauchst Du also gar nicht so viele Vokabeln, um eine App oder ein Programm sicher bedienen zu können. Mit einer Vokabelliste hast Du nach kürzester Zeit drauf, was Du wissen musst. Und da sich die meisten Begriffe in den meisten Apps immer wieder finden, wird es mit der Zeit immer leichter.

Schlecht gestellte Fragen

Niemand – nicht Deine Idole im Online-Business und auch nicht ich – kann und weiß alles einfach so. Dahinter stecken viel Fleiß und Arbeit, die Bereitschaft zu lernen, Ratschläge anzunehmen und vor allem: Fragen zu stellen. Immer und immer wieder. Zu allem, was Du nicht verstehst.

Die Fragen richtig zu stellen ist aber auch eine Kunst und ich verstehe, dass man manchmal noch so wenig von einem Thema weiß, dass man noch nicht mal weiß, wie man seine Frage richtig stellt. Darum hier ein paar Hinweise:

Mach Screenshots – aber richtig!

Ein Screenshot ist kein Foto!

Gehörst Du zu denen, die statt eines ordentlichen Screenshots ein Foto eines Monitors posten? Ehrlich, das geht gar nicht.

Abgesehen vom Moiré-Effekt, der es schwer macht, Texte zu lesen, sind oft Stellen einfach zu dunkel. Durch die perspektivische Verzerrung, weil die Smartphone-Kamera nicht rechtwinklig zum Bildschirm gehalten wird, sind manche Dinge schlecht erkennbar.

Lerne, wie Du einen richtigen Screenshot machst. Das geht super einfach mit Zusatzprogrammen wie SnagIt (beliebt bei Mac-Nutzern) oder PicPick (mein Mittel der Wahl) oder einer Chrome-Extension wie Nimbus Screenshot.

Zeig mir alles, Baby!

Du weißt, wo Du genau den Screenshot gemacht hast. Aber wenn Du den Ausschnitt zu eng wählst, müssen die Menschen, die Dir helfen wollen, erst rätseln, in welchem Zusammenhang denn genau diese Ansicht zu sehen ist. Versorge sie mit etwas mehr Kontext – dann geht die Beantwortung Deiner Frage auch schneller und Du findest mehr bereitwillige Helfer.

Leg den Finger aufs Problem!

Nicht unbedingt den Finger – aber markiere die Stelle, wo Du das Problem hast oder wo Du etwas nicht verstanden hast mit einem farbigen Kringel oder Pfeil. Gib Dir beim Fragen etwas Mühe, denn Mühe machen sich auch die, die Dir helfen wollen.

Beschreibe dein Problem genau

Beschreibe so genau wie möglich Dein Problem und formuliere eine eindeutige Frage. Sage genau, was Du suchst oder wissen willst. Nichts ist ärgerlicher für den Beantworter als wenn er feststellen muss, dass er viel Zeit und Energie in die Darstellung einer Lösung investiert hat, die gar nicht gefragt war.

Beispiele für schlechte Fragen und wie Du besser fragst

Schlecht: Seit drei Tagen geht die App XYZ nicht mehr. Was mache ich falsch?

Besser: Seit drei Tagen werden in der App XYZ keine Daten mehr angezeigt und die Tortendiagramme werden nicht mehr aktualisiert. Ich habe bereits a, b und c gemacht, aber das Ergebnis verändert sich nicht. Beim Googlen mit der Suchanfrage „app xyz zeigt keine daten mehr“ konnte ich nichts finden.

So ist die Frage präzise. Es ist klar, was genau nicht funktioniert und was bisher unternommen wurde, um das Problem selbst zu beheben oder den Fehler schon mal weiter eingrenzen zu können.

Schlecht: Ich suche ein Tool um Texte für ein Video zu animieren.

Besser: Ich suche ein Tool, um Videos für IGTV mit animierten Texten versehen zu können. Ich arbeite mit Windows und dem Schnittprogramm XYZ. Ich weiß, dass es damit geht, aber das ist mir zu umständlich. Ich suche eine einfache App für mein Android Smartphone, mit der ich das schneller erledigen kann.

So ist klar, dass Du bereits eine Lösung kennst und auf der Suche nach etwas ganz konkretem und schnellerem bist. Sonst hätte ich nämlich wahrscheinlich genau das Programm empfohlen, das bereits vorhanden ist.

Schlecht: Was ist Camtasia?

Besser: Stelle solche Fragen nicht in Foren oder Facebook-Gruppen!

Gehe direkt nach Google und tippe genau diese Worte dort ein. Statt mehrere Minuten oder gar Stunden auf eine Antwort zu warten bekommst Du von Google die Antwort in wenigen Sekunden. So schonst Du die Ressourcen der Menschen, die bereit sind, Dir kostenlos Hilfestellung zu geben. So hältst Du die Threads von überflüssigen Kommentaren frei.

Solche Fragen zu stellen, deren Antwort Du in Sekunden ergooglen kannst, ist – mit Verlaub – ein Zeichen von Faulheit und mangelnder Wertschätzung. Bedenke immer, dass Du in der Regel kostenlose Unterstützung erhältst und keine von einem Arbeitgeber bezahlten Support-Mitarbeiter am anderen Ende sitzen.

Fehlende elementare Kenntnisse der Bedienung Deines Computers

Ganz gleich, ob Du mit einem Windows PC oder einem Mac arbeitest: Du solltest die Grundlagen der Bedienung kennen. Und zwar richtig gut und ohne darüber nachdenken zu müssen.

Schreibe 10-fingrig!

Elementar ist das Blindschreiben mit 10 Fingern. Wenn Du das noch nicht kannst, lerne es!

Ich habe mir das Blindschreiben 2008 selbst mit einem Programm beigebracht. Weil ich zu der Zeit ein Buch geschrieben habe und mir das Tippen zu langsam ging. Obwohl ich damals mit meinem 5-Finger-Adler-System auch so um die 200 Anschläge pro Minute geschafft habe.

Das ist jetzt nicht soooo langsam, aber ich musste dabei immer auf die Tastatur schauen und habe meine Tippfehler nicht direkt gesehen.

Nach nur sechs Wochen Lernen und Üben konnte ich 10-fingrig blind schreiben und schaffe seitdem um die 300 Anschläge pro Minute.

Chefsekretärinnen lächeln darüber vielleicht müde, aber für mich war dies ein Evolutionssprung. Bedeutete dieses doch, dass ich in derselben Zeit wie vorher 30 Prozent mehr Text produzieren konnte. Wow! Dafür habe ich jeden Abend etwa eine Stunde gelernt und geübt. Das war eine super investierte Zeit, die ich noch zusätzlich zu meiner Arbeit als Beraterin und dem Schreiben des Buches gerne „geopfert“ habe – meistens erst abends zwischen 22 und 23 Uhr, weil vorher keine Zeit war. Ich möchte diese Fähigkeit heute nicht mehr missen.

Das Programm, mit dem ich gelernt habe, hatte einen blöden Namen (Tippkönigin), war aber jeden einzelnen Cent wert. Sogar ein Vielfaches davon. Es ist schon lange nicht mehr weiterentwickelt worden, darum verlinke ich es hier nicht. Eine gute – sogar kostenlose – Alternative ist Tipp 10, das ich Dir hier wärmstens ans Herz lege. Du kannst natürlich auch einen Kurs an der VHS belegen. Egal wie, lerne das 10-fingrige Tastschreiben!

Tastaturkürzel

Außerdem gehört zu den elementaren Grundkenntnissen, dass Du die wichtigsten Tastaturkürzel beherrschst und auch täglich anwendest. Mit Tastaturkürzeln bist Du so unglaublich viel schneller als mit der Maus. Tastaturkürzel funktionieren programmübergreifend, so dass Du nicht jedes Programm neu lernen musst.

Die wichtigsten allgemeinen Tastaturkürzel sind

  • Strg/Cmd + a  (alles markieren)
  • Strg/Cmd + z (letzten Schritt rückgängig machen – geht auch mehrfach!)
  • Strg/Cmd + y (rückgängig gemachten Schritt doch wieder machen)
  • Strg/Cmd + c (markierte Stelle kopieren)
  • Strg/Cmd + x (markierte Stelle ausschneiden)
  • Strg/Cmd + v (kopierten oder ausgeschnittenen Inhalt einfügen
  • Alt/Cmd + Tab (zwischen geöffneten Anwendungen wechseln)
  • Win + . (hier kenne ich kein Äquivalent auf dem Mac, Fenster mit Emojis öffnen)
  • Strg/Cmd + b (markierten Text fett setzen)
  • Strg/Cmd + i (markierten Text kursiv setzen)
  • Strg/Cmd + s (Dokument speichern)
  • Wortweises Springen in einem Text mit Strg/Cmd und den Cursortasten rechts oder links
  • Schnelles Markieren mit der Maus: Doppelklick zum Wort markieren, 3-fach-Klick zum Absatz markieren

Speziell im Browser:

  • Strg/Cmd + t (neuen Tab öffnen)
  • Strg/Cmd  + Shift + t (zuletzt geschlossenen Tab wiederherstellen – geht auch mehrfach!)

Kennst Du alle Grundeinstellungen Deiner Programme? Insbesondere Deinen Browser solltest Du richtig gut kennen.:

  • Wo werden heruntergeladene Dateien abgespeichert? Das kannst Du in den Einstellungen übrigens auch selbst festlegen.
  • Mit welchen Erweiterungen kannst Du den Browser noch nützlicher machen?
  • Wie verwaltest Du Deine Lesezeichen?
  • Wie öffnest Du einen versehentlich geschlossenen Tab?
  • Wie löschst Du Cache und Cookies (und warum ist das manchmal sinnvoll?)

Werden gezippte Dateien beim Herunterladen automatisch entpackt? Das ist beim Safari am Mac so und sorgt immer wieder für Probleme bei der Installation heruntergeladener WordPress Plugins.

Fehlende Grundkenntnisse zu digitalen Bildern

Wir Menschen sind Augentiere. Reine Textposts in den Social Media sind in der Regel nicht halb so erfolgreich wie Posts mit Bildern. Manche Kanäle (Pinterest, Instagram) kannst Du ohne Bilder gar nicht nutzen. Da Du Fotos selten so verwenden kannst, wie sie aus Deiner Kamera kommen oder wie Du sie aus einer Stockdatenbank heruntergeladen hast, musst Du sie bearbeiten.

Also mache Dich vertraut mit den Unterschieden zwischen Pixelgrafiken und Vektorgrafiken. Mit den Unterschieden zwischen den verschiedenen Formaten JPG, PNG, GIF (das sind die wichtigsten fürs Web, kennen solltest Du noch mehr, nämlich TIF, PSD, EPS, AI). Mache Dich auch vertraut mit dem Unterschied zwischen der Dateigröße und der Bildgröße. Für das eine sind Kilo- und Megabyte relevant, für das andere Pixelmaße.

Wenn Du schon dabei bist, lerne am besten auch noch die Gestaltgesetze und ein bisschen Goldener Schnitt kann auch nicht schaden. Ein Raster sorgt für ein professionell aussehendes Design – den Blick dafür kannst Du auch schulen.

Fehlende Grundkenntnisse in der Pflege Deiner Website

Ganz egal, ob Du mit WordPress arbeitest oder mit Drupal, Joomla, Contao, mit Jimdo, Wix, einem anderen Baukasten: Lerne alles, was Du zur täglichen Pflege und Bedienung wissen musst.

Woher Du die Infos bekommen kannst? Es gibt Online-Dokumentationen und Hilfe-Dateien. Es gibt Foren und Facebook-Gruppen – lies einfach mit, auch wenn Du selbst (noch) keine Fragen stellst. Du kannst Bücher kaufen und lesen. Du kannst Online-Kurse machen. Aber Du musst selbst aktiv werden. Wie ich immer zu sagen pflege:

Fünf Stunden des Ausprobierens können fünf Minuten Handbuchlesen ersetzen.

Birgit Schultz

Da ist viel Wahrheit drin, auch wenn es so ironisch flapsig daher kommt. Ich spreche aus Erfahrung. Learning by doing ist toll, wenn Du Erfahrung hast. Es ist aber pure Zeitverschwendung, wenn Du noch ganz am Anfang stehst. Und es ist ebenfalls pure Zeitverschwendung, wenn Du versuchst, mit einer App oder einem Programm etwas zu tun, wofür es nicht gemacht wurde. Klar kannst Du mit einer Zange einen Nagel in die Wand hauen. Aber mit einem Hammer geht es besser.

Ergo:

Klar kannst Du beispielsweise mit Word einen Flyer erstellen – aber mit einem Spezialprogramm (Adobe Indesign, Affinity Publisher) geht es einfach schneller und besser.

Da ich ein großer Fan von WordPress bin, hier exemplarisch, was Du unbedingt können solltest:

  • Aktualisierung Deines Templates
  • Aktualisierung und Installation von Plugins im Backend
  • Installation, Aktualisierung und Löschen von Plugins per FTP
  • Bedienung des Gutenberg-Editors
  • Hochladen und löschen von Medien und Finden des URLs
  • Setzen von Links
  • Einbinden von Grafiken
  • Erstellen und Anpassen von Menüs
  • HTML-Grundkenntnisse
  • CSS-Grundkenntnisse
  • Grundkenntnisse der Nutzergewohnheiten und aktuelle Trends

Investiere in deine Ausstattung

Schlechte Werkzeuge haben schon so manchen Traum vom eigenen Business zerstört. Kaufe Dir immer das Allerbeste, das Du Dir gerade leisten kannst!

Hardware: Monitor

Je weniger Grundkenntnisse in der Bedienung Deines Computers und der Programme Du hast, desto größer sollte Dein Monitor sein!

Wieso das?

Weil Du oft in Apps, die im Browser laufen, gar nicht alles angezeigt bekommst, wenn das Fenster zu klein ist. Das ist beispielsweise bei Google Docs so. Aber auch in Word siehst Du nicht alle Menüpunkte und Icons auf kleinen Monitoren. Die Benutzung des Facebook Werbeanzeigenmanagers ist schon auf einem 15″ Monitor eine Qual – auf einem 13″ Macbook wirst Du damit nicht glücklich. Vor allem dann nicht, wenn Du schon etwas länger jung bist und wegen der beginnenden Altersweitsichtigkeit die Auflösung herabgesetzt hast, damit die Schrift größer ist.

Nutze Deinen großen Monitor aber auch richtig. Wenn Du weiterhin jedes Programm im Vollbild laufen lässt, verschenkst Du Potenzial. Ordnest Du Deine geöffneten Fenster aber sinnvoll an, kannst Du schnell zwischen Programmen wechseln und hast sogar direkt vor Augen, woran Du gerade arbeitest.

Solange, bis Du mindestens einen großen Monitor hast (ich habe zwei und erwäge die Anschaffung eines dritten oder eines noch größeren Curved Monitors) lerne, wie Du schnell zwischen den geöffneten Anwendungen hin und her schalten kannst ohne mit der Maus auf eine größere Wanderschaft gehen zu müssen. Mit Alt + Tab beziehungsweise Cmd + Tab wechselst Du zwischen ihnen in Blitzesschnelle hin und her.

Hardware: Smartphone

Unsere Smartphones sind vollwertige kleine Computer, mit denen sich bereits unglaublich viel machen lässt. Ich schätze die Freiheit, die mein Smartphone mir bietet und habe die Entscheidung, mir ein richtig gutes zuzulegen nicht bereut.

Vorher passte immer was nicht: Akkulaufzeit, Kamera, Display-Größe, Videoqualität … Kaufst Du hier billig, wirst Du vieles nicht vernünftig mobil machen können. Und was mobil alles möglich ist, das habe ich in einem zweiteiligen Blogbeitrag hier und hier beschrieben.

Software – immer alles für lau?

Ganz ehrlich: Auch ich bin meinem Geld nicht böse und freue mich, wenn ich es sparen kann. Aber wenn Du mit Deinem Business – und indirekt mit einem Programm, das Du geschäftlich verwendest, Geld erwirtschaften willst, dann musst Du es auch den Anbietern der Software, die Dir so nützlich ist, zugestehen.

Wie oft habe ich schon Tipps zu wirklich guten Programmen gegeben und bekam dann die Reaktion: „Aber das kostet ja was!“

Ja, das tut es. Und ich zahle gerne dafür, wenn ich ein Programm regelmäßig einsetze. Denn ich möchte, dass es den Entwicklern gut geht und mir das Programm noch möglichst lange und immer top aktuell mit immer neuen tollen Funktionen zur Verfügung steht. Ich möchte, dass der Entwickler gutes Geld dafür bekommt und nicht gezwungen ist, sein Programm vielleicht an jemanden zu verkaufen, der keine redlichen Absichten verfolgt. Alles schon vorgekommen!

Deine Grundeinstellung – oder alles doof?

Wenn Du im Online-Business und mit Deinem Online-Marketing erfolgreich sein willst, ist auch Deine Grundeinstellung zu verschiedenen Schlüsselelementen und Schlüsselqualifikationen von immenser Bedeutung. Wenn Du hier nicht Dein Mindset anpasst und die Möglichkeiten, die sich Dir bieten, offen für Dich annimmst, wirst Du ehrlich gesagt nicht aus dem Quark kommen. Schauen wir uns mal im einzelnen an, was mir immer wieder auffällt:

Selbstverantwortung ist doof

Als Angestellte hattest Du es zwar auch nicht leicht, aber wenn Du nicht gerade mindestens Abteilungsleiterin warst, kam es bei Deiner Arbeit in erster Linie darauf an, dass Du Anweisungen befolgt und Aufgaben erledigt hast. Jetzt, selbstständig mit einem Online-Business, sieht es auf einmal anders aus. Du musst ständig selbst die Verantwortung übernehmen. Nicht nur gegenüber Deinen Kunden, sondern auch gegenüber Dir selbst. Und vor allem für Dein Marketing. Du trägst die Verantwortung dafür, was Du für Dein Marketing machst, wie oft, wann und wie intensiv Du umsetzt was Du (hoffentlich) geplant hast. Wenn Du nicht auch noch Anhängerin der nächsten Grundeinstellung bist.

Planung ist doof

Gerade wenn Du gern spontan und kreativ bist, klingt das Wort „Planung“ ganz schrecklich in Deinen Ohren. Du fühlst Dich eingeengt und schnappst schon bei dem Gedanken, nicht aus dem Flow agieren zu können, nach Luft. Kann ich verstehen – ich bin selbst eine kreative Seele und gehe gerne mit dem Moment.

Aber ich kann mir das erlauben, weil ich alles plane: Meine Projekte, mein Marketing, meine Umsatzziele, meine Quartale, Wochen und Tage. Daraus habe ich ein Gerüst gebaut, bei dem ich immer den Überblick habe, was ansteht und was getan werden muss. Für mich und natürlich auch für meine Kunden. Innerhalb meiner Planung bin ich aber kreativ und locker – da kann ich nun in geschütztem Raum kreativ werden und auch mal was gegeneinander austauschen – in der Gewissheit, immer noch auf Kurs zu sein und nicht von meiner Route abzuweichen.

Jeder Stratege weiß: Im ersten Moment einer Schlacht ist die Planung bereits hinfällig, aber ohne Planung wäre die Schlacht bereits vorher verloren. Was so martialisch klingt, trifft auch aufs Marketing zu – wir müssen immer flexibel bleiben und dürfen auch unsere Pläne ändern. Gefährlich wird es nur, wenn wir planlos loslegen. Zum Planen gehört auch die Zielfestlegung. Nur wer sein Ziel vor Augen hat, kann es auch erreichen.

Marketing ist doof

Ach ja, das höre ich regelmäßig, seit ich mich 2003 als Marketing-Beraterin selbstständig gemacht und Kurse und Seminare gegeben habe.

Abgesehen davon, dass hier vielfach Marketing mit Werbung gleichgesetzt wird und Werbung nur einen Teil des Marketings ausmacht: Wenn Du Dich nicht mit Werbung im einzelnen und Marketing im Ganzen anfreunden kannst, wenn Du das Gefühl hast, dass hier manipuliert wird und etwas Schlechtes gemacht wird, dann versuchst Du besser gar nicht erst, Online-Marketing zu machen und so Deine Kunden zu finden.

Die Vorstellung, dass nur aufgrund von Empfehlungen und Mundpropaganda die Kunden zu Dir kommen werden ist zwar eine schöne Vorstellung – aber auch eine hoffnungslos romantische. Und nur in sehr seltenen Fällen funktioniert das Leben so. Und das Online-Business funktioniert ganz anders.

Verkaufen ist doof

Dieses Mindset hätte mir selbst fast das Genick gebrochen. Ich habe dazu bereits einen ausführlichen Blogbeitrag geschrieben – darum fasse ich mich hier kurz: Verstehe Dich als Vermittler zwischen Deinem Angebot und dem passenden Kunden und es fühlt sich nicht mehr wie Verkaufen an, sondern wie Beraten! Und wenn Du dann erfolgreich verkaufst, fühlt es sich auch noch richtig klasse an!

Technik ist doof

Ich verspreche Dir, wenn Du die oben beschriebenen Grundlagen in der Bedienung Deines Computers und Smartphones im Griff hast, dann verliert „die Technik“ ihren Schrecken. Ohne „Technik“ kein Online-Business und kein Online-Marketing. Das ist die harte und unumstößliche Wahrheit.

Wenn Du da keinen Bock darauf hast, suche Dir entweder jemanden, der das alles für Dich macht (von dem Du dann aber auch abhängig bist und der Dich unter Umständen recht viel Geld kosten wird) oder lerne es zu lieben (dabei kann ich Dir helfen! Komm zu mir in den Marketing-Zauber-Zirkel und Du wirst sehen, das ist alles kein Hexenwerk und auch keine Raketenwissenschaft). Du könntest es auch einfach bleiben lassen – aber nein, das ist kein ernstgemeinter Rat von mir! 😉

Social Media ist doof

Auch wenn es gerade wieder etliche von den SUHR-Marketern versprechen – ohne Social Media wird es schwer, Dein Online-Business bekannt zu machen.

SUHR, das steht für „schnell und hektisch reich im Internet“ und ja, die Methoden funktionieren. Wenn Du das nötige Kleingeld hast, über Monate vielstellige Summen in Facebook- und andere Ads zu stecken, kannst Du Dir das ganze organische Social Media Marketing sparen.

Wenn Du zum Beispiel Facebook aus welchen Gründen auch immer ablehnst, dann ist Facebook nicht der richtige Ort für Dich, um dort Deine Kunden zu suchen und zu finden. Gleiches gilt natürlich auch für alle anderen Kanäle. Findest Du Twitter blöd, dann lass es. Wirst Du mit LinkedIn oder XING nicht warm – dann bleib da weg. Instagram und Pinterest nerven Dich, weil sie zu viel Zeit brauchen? Dann verzichte auf sie als Kanäle für Deine Kommunikation.

Aber wenn Du Dich entscheidest, diese für Deine Kommunikation, Deine Werbung und Deine Dienstleistung einzusetzen, dann nöle dort nicht rum, wie doof alles ist.

Online Business – alles doof!

Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Ob Du nun Live Videos doof findest, Stories nicht magst, Dich davor fürchtest, Sichtbarkeit zu erlangen und Dich über Klarnamenpflicht auf Facebook und die Impressumspflicht auf Deiner Website aufregst. Ob Du nun gerne geregelte Arbeitszeiten und freie Wochenenden hättest und es nicht gut findest, immer online sein zu müssen:

Das ist alles in Ordnung.

Du musst es nicht mögen.

Aber dann musst Du auch akzeptieren, dass ein Online-Business und Online-Marketing wahrscheinlich nicht das Richtige für Dich sind. Mit „Wasch mich aber mach mich nicht nass“ kommst Du hier keinen Zentimeter vorwärts – egal wie viele Kurse Du kaufst oder Coachings Du machst.

Dir fehlt das dicke Fell

Um im Online-Business erfolgreich zu sein, brauchst Du ein dickes Fell.

„Mimimimi“ kommt bei niemandem gut an  – weder bei Deinen Fans, noch Kunden, noch Lieferanten, Dienstleistern, Netzwerkkollegen oder Mitbewerbern. Klar, manchmal will nichts richtig klappen und dann muss man sich auch mal auskotzen. Aber das machst Du am besten bei Deiner Familie, Deiner Mastermind-Gruppe, Deinem Tandem-Buddy oder in Deinem Tagebuch. Social Media sind definitiv der falsche Ort dafür.

Zum „Dicken Fell“ gehört auch, nicht jedes Wort in einem Kommentar auf die Goldwaage zu legen und Dich sofort von jedermann angegriffen zu fühlen. Gehe davon aus, dass die meisten es gut mit Dir meinen und genau das wird dann auch passieren.

Besonders wenn die Technik Dir einen Streich spielt, Facebook mal wieder völlig spinnt oder Deine sorgfältig geplante Anzeigenkampagne sich als Rohrkrepierer erweist: Nimm es am besten nie persönlich und handle nach dem Spruch: „Keep calm! And carry on!“ Oder auf Deutsch: Wieder aufstehen, Krönchen richten und weitermachen. Denn Kontinuität und Ausdauer zahlen sich in jedem Fall aus.

Die meisten Menschen überschätzen, was sie in einem Tag schaffen können und unterschätzen, was sie in einem Jahr leisten können. Das Ziel vor Augen, mit vielen kleinen und machbaren Etappen, wirst Du Deinem Erfolg immer näher kommen.

Fazit

Wenn es bei manchen so leicht aussieht, wie sie ihr Online Business führen, wenn jede Online-Marketing-Maßnahme zu gelingen scheint, dann liegt es unter anderem auch daran, dass sie diese Grundkenntnisse entweder bereits mitgebracht haben oder sich die Mühe gemacht haben, diese möglichst schnell zu lernen.

Wenn Du das Gefühl hast, mit Deinem Online-Business auf der Stelle zu treten und sich Dein Online-Marketing anfühlt, als ob du durch ein frisch gepflügtes lehmiges Feld stapfst, dann prüfe, wo Dir Grundlagen fehlen oder Dir Dein Mindset im Weg steht.

Susanne hat sich übrigens entschieden, ihre Grundeinstellung zu verändern und lernt nun mit Begeisterung die Grundlagen. Mit jedem kleinen Schritt, den sie macht, stellt sie fest, dass ihre Sichtbarkeit wächst, dass ihre Angebote sich besser verkaufen und dass ihr das Online-Business richtig viel Spaß macht.

Wie sieht es bei Dir aus? Hast Du Dich in einigen Punkten wiedererkannt? Hast Du diese Punkte bereits selbst überwinden können oder arbeitest Du noch daran? Wenn Du magst, teile gerne Deine Erfahrungen und Erkenntnisse in einem Kommentar mit mir.

Und wenn Du gerade wenig Zeit hast, freue ich mich über schnelle 5 Sterne, wenn Dir dieser Beitrag gefallen und ein paar neue Impulse gegeben hat.

4.8/5 (32 Reviews)

Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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