Recurpost - Angriff auf den Kraken Edgar

Recurpost — Angriff auf den Kraken Edgar

Recur­post ist ein Pla­nungs­tool für Social Media. Mit die­sem Bei­trag — und den noch fol­gen­den drei Bei­trä­gen — setze ich meine Reihe aus dem ver­gan­ge­nen Jahr fort.

Bereits vor­ge­stellt habe ich diese Tools:

Jetzt geht es also wei­ter mit Recur­post, Social Pilot, eClin­cher und CoSche­dule. Zum Abschluss der Reihe gibt es dann noch einen Ver­gleich aller vor­ge­stell­ten Tools. Das sind natür­lich nicht alle Tools, die es der­zeit auf dem Markt gibt, in mei­nen Augen aber die, die Du ken­nen soll­test um zu ent­schei­den, ob und wel­che Du davon ein­set­zen möch­test.

Übri­gens: Scomp­ler bezie­hungs­weise Scribble­Live habe ich bewusst nicht in diese Liste mit auf­ge­nom­men, da seine Stär­ken in der Redak­ti­ons­pla­nung lie­gen und — zumin­dest mir — die Pla­nungs­funk­tio­nen ein­fach zu unhand­lich sind.

Recurpost — der unbekannte Rivale

Als ich im ver­gan­ge­nen Jahr Edgar vor­ge­stellt habe, habe ich das Tool auch noch selbst genutzt, war gedank­lich aber bereits dabei, mich davon zu ver­ab­schie­den. Warum? Weil ich es ein­fach zu teuer fand. Dabei hatte ich Edgar noch zum Schnäpp­chen­preis von monat­lich 49 US-Dol­lar lizen­siert. Zwar habe ich ein­fach nur gegen­ge­rech­net, wie viel Zeit mich die­ses Tool spart und damit war der Preis durch­aus okay, aber böse bin ich mei­nem Geld schließ­lich auch nicht. Zwi­schen­zeit­lich ver­langte Mee­tEd­gar gar 79 US Dol­lar — inzwi­schen scheint der Preis aber wie­der auf das alte Maß zurück gefal­len zu sein.

Umso begeis­ter­ter war ich jeden­falls, als ich her­aus­fand, dass es mit Recur­post einen Klon und Her­aus­for­de­rer von Edgar gibt, der nicht nur in der Stan­dard­ver­sion unbe­grenzt lange kos­ten­los nutz­bar ist, son­dern mit dem Medium-Ver­trag zu 25 US Dol­lar monat­lich gerade mal die Hälfte von Edgar kos­tet. Also habe ich Edgar wie­der gekün­digt und bin erst ein­mal zu Recur­post Stan­dard gewech­selt. Denn ich kannte Recur­post nicht und hatte auch noch nie davon gehört, bis ich in einer Face­book-Gruppe zufäl­lig dar­auf stieß.

Ein gutes Vier­tel­jahr habe ich Recur­post auf Zuver­läs­sig­keit und Bedien­bar­keit getes­tet, bevor ich dann vor kur­zem den Ent­schluss gefasst habe, zu einen kos­ten­pflich­ti­gen Zugang zu nut­zen.

Welche Plattformen bedient Recurpost?

Mit Recur­post kannst Du der­zeit (nur) drei soziale Netz­werke mit Inhal­ten beschi­cken:

  • Face­book
  • Twit­ter
  • Lin­kedIn

Auf meine Nach­frage per Twit­ter schrieb mir Recur­post am 9. Juni 2017 dass in Kürze Google+ dazu kom­men werde.

Was ist nun das Besondere an Recurpost?

Recur­post bie­tet Dir als Pla­nungs­tool ganz ähn­lich wie Edgar die Mög­lich­keit, Deine (Blog-)Posts immer wie­der in Deine Netz­werke zu pos­ten, ohne dass Du Dich dau­ernd darum küm­mern musst.

Das spart immens Zeit und erhöht Deine Sicht­bar­keit. Denn Du musst ja immer beden­ken, dass nicht jeder sieht, was Du pos­test. Face­book schränkt die Reich­weite Dei­ner Posts künst­lich ein. Ja, das machen die, um mehr Wer­be­kun­den zu gene­rie­ren (schließ­lich will eine Platt­form wie Face­book auch unter­hal­ten wer­den) — aber auch, weil Du gar nicht alles ver­ar­bei­ten könn­test, was Dir da sonst durch die Time­line rau­schen würde.

Darum ist es nicht nur legi­tim, son­dern auch klug, zum Bei­spiel ältere Blog­bei­träge immer wie­der auf Dei­ner Face­book-Seite zu recy­clen. Denn einer­seits sehen die Posts gerade mal rund 10 Pro­zent Dei­ner Fans, ande­rer­seits kom­men ja hof­fent­lich auch immer neue Fans dazu (falls nicht, lies bitte mei­nen Bei­trag zur Fan­ge­win­nung hier).

Und auch auf Twit­ter und Lin­kedIn macht es Sinn, ältere Bei­träge immer mal wie­der zu pos­ten, denn Twit­ter ist ein sehr schnel­les und kurz­le­bi­ges Medium und Lin­kedIn-Nut­zer sind oft nur kurz auf ihrer Time­line aktiv. Google+ musst Du für Dich selbst ent­schei­den. Nach­dem ich mal ein gro­ßer Fan war, tum­mel ich mich da kaum noch — ob ich es da für sinn­voll erach­ten werde, dort regel­mä­ßig meine Blog­bei­träge erneut zu pos­ten — da bin ich mir noch nicht einig.

Wie sieht denn Recurpost nun aus?

So sieht ein Pos­ting Plan auf Recur­post bei­spiels­weise aus

Ähn­lich wie andere Pla­nungs­tools basiert Recur­post auf einer Art fes­tem Stun­den­plan, einem “Sen­de­schema”. Schön finde ich, dass hier auch eine Mög­lich­keit besteht, eine “best time” ein­zu­stel­len, so dass nicht immer zum exakt glei­chen Zeit­punkt gepos­tet wird.

In mei­nem Screen­shot siehst Du das Pos­ting Sche­dule für mein Twit­ter Pro­fil. Dort fal­len Dir die drei ver­schie­de­nen Far­ben auf, die sich auf die Inhalts­bi­blio­the­ken (Con­tent Library) bezie­hen, die Du anle­gen kannst. Magenta sind meine Mar­ke­ting-Tipps, die ich auf Twit­ter poste, Blau meine Blog­posts, die ich auch auf Twit­ter immer wie­der poste und grün Inhalte, die ich von ande­ren kura­tiere — wobei ich das Kura­tie­ren lie­ber mit ande­ren Tools mache, Social Pilot näm­lich und auch Post Plan­ner.

In der Con­tent Library (Inhal­te­bi­blio­thek) kannst Du ver­schie­dene Biblio­the­ken für Deine Posts anle­gen.

Dies ist die Inhal­te­bi­blio­thek von Recur­post

Aus die­ser Inhal­te­bi­blio­thek wer­den nun die Posts in den Stun­den­plan (Sche­dule) ein­ge­fügt und Du hast ein selbst­stän­dig pos­ten­des Sys­tem.

Und hier siehst Du einige der für Twit­ter geplan­ten Blog­posts

Was mir besonders gut an Recurpost gefällt

Du kannst Recur­post ziem­lich lange kos­ten­frei nut­zen. Bedin­gung: Du beschränkst Dich nur auf Deine Blog­bei­träge, solange, bis Du 100 Bei­träge ein­ge­pflegt hast und wenn Dir das genügt, auf immer und ewig — sofern es das im Inter­net gibt).

Es gibt aber noch eine ganze Menge mehr, was mir an Recur­post gefällt:

Die Anwen­dung ist ins­ge­samt sehr über­sicht­lich und obwohl nur auf Eng­lisch ver­füg­bar sehr ein­fach zu bedie­nen. Durch den vie­len Weiß­raum wirkt sie nie­mals über­la­den.

Der Dienst funk­tio­niert rei­bungs­los und zuver­läs­sig. Ein­mal ein­ge­rich­tet, muss man sich nur noch sel­ten darum küm­mern. Ob Du nun ein­mal die Woche Dei­nen neuen Blog­bei­trag in die Con­tent Library ein­pflegst oder das ein­mal im Monat für bei­spiels­weise die vier letz­ten Bei­träge auf ein­mal machst — da kommt es gar nicht so sehr drauf an.

Das Ver­än­dern der Stun­den­pläne (Sche­du­les) funk­tio­niert sehr ein­fach.

Durch einen Klick auf den Shuf­fle But­ton kannst Du die Rei­hen­folge, in der Deine Posts abge­ar­bei­tet wer­den, ganz bequem durch­mi­schen, so dass — wenn ein­mal alle Posts durch sind — nicht ein­fach alles wie­der von vorn in der­sel­ben Rei­hen­folge beginnt. Ich mische alle vier Wochen, wenn ich die Bei­träge des letz­ten Monats frisch ein­ge­pflegt habe, alles ein­mal durch.

Das Hoch­la­den “in bulk”, also viele Bei­träge auf ein­mal, ist eben­falls mög­lich. Ich habe das aller­dings nicht gemacht und lie­ber indi­vi­du­ell pro Blog­bei­trag einen neuen Anrei­ßer-Text erstellt.

Du kannst jeder­zeit in den Pos­ting-Ablauf ein­grei­fen, einen Post nach oben schie­ben, als nächs­ten Post ter­mi­nie­ren oder auch löschen. Es ist sogar mög­lich, Posts im Vor­aus zu pla­nen oder ein Ver­fall-Datum mit­zu­ge­ben.

Sehr prak­tisch finde ich auch, dass Du eine ganze Library dupli­zie­ren kannst und dann für ein ande­res Social Media Netz­werk nur noch ein wenig anpas­sen musst.

Hast Du eine Library geöff­net, fin­dest Du auch einen But­ton, um die Aus­lie­fe­rung kom­plett zu pau­sie­ren.

Was mir an Recurpost weniger gut gefällt

Was mir an Recur­post weni­ger gut gefällt, sind in mei­nen Augen Kin­der­krank­hei­ten. Diese wer­den sicher bald aus­ge­merzt.

Wenn Du einen Link ein­gibst, musst Du nach der Ein­gabe und vor dem Spei­chern des Posts die Enter-Taste drü­cken — sonst holt sich Recur­post nicht den Titel, das Vor­schau­bild und den Vor­schau­text von Wor­d­Press. Da habe ich eine Weile gebraucht, um dar­auf zu kom­men.

Wäh­rend des Lade­vor­gangs dreht sich ein grauer Punkt — warte ab, bis er sich nicht mehr dreht und die Vor­schau ist da.

Dann kann es manch­mal sein, dass die Umlaute in der Vor­schau nicht rich­tig ange­zeigt wer­den. Du kannst das per Hand edi­tie­ren, aber es ist läs­tig. Ich habe das schon an den Sup­port gemel­det.

Ebenso habe ich an den Sup­port gemel­det, das aktu­ell die Reports (Berichte) für meine Posts nicht funk­tio­nie­ren und keine Inter­ak­tio­nen mit mei­nen Posts ange­zeigt wer­den — obwohl ich weiß, dass es Inter­ak­tio­nen gab. Das finde ich schon ein gra­vie­ren­de­res Pro­blem und bestärkt mich darin, auf even­tu­elle Preis­vor­teile zu ver­zich­ten und lie­ber monat­lich zu zah­len und dafür schnell wech­seln zu kön­nen.

Ein wei­te­rer Punkt ist der Sup­port selbst. Die­sen habe ich in der ver­gan­ge­nen Woche (vor sechs Tagen) wegen der Pro­bleme mit den Umlau­ten und den feh­len­den Reports ange­schrie­ben (über E-Mail) und keine Ant­wort erhal­ten. Auch über das Kon­takt­for­mu­lar kam zunächst keine Reak­tion. Erst als ich heute “eska­liert” habe und auch mein Pro­blem an Recur­post get­wit­tert habe, kam eine Ant­wort:

Eine Ent­schul­di­gung (dann auch per Mail) und das Ver­spre­chen, dass man sich um diese Pro­bleme küm­mern werde. Ein­deu­tig Abzüge in der B-Note … hier hat Recur­post noch echt nach­zu­ho­len.

Kosten und Fazit

Recur­post hat nicht so ein pfif­fi­ges Mar­ke­ting wie Edgar und kommt ins­ge­samt schlich­ter daher. Die Funk­tio­na­li­tät ist aber durch­aus ver­gleich­bar. Anders als Edgar mit einem gerade mal 30-tägi­gen Test­zeit­raum (für den man bereits seine Kre­dit­karte ange­ben muss und der voll berech­net wird, wenn man bei Edgar bleibt — es gibt nur das Geld zurück, wenn man inner­halb der 30 Tage Test kün­digt!) kann man Recur­post mit dem kos­ten­freien Stan­dard­ver­trag solange nut­zen, wie man möchte — solange man mit den Beschrän­kun­gen bei der Anzahl der Sozia­len Netze, der vor­ge­plan­ten Posts und den täg­li­chen Posts leben kann. Die 25 US Dol­lar für den Medium-Ver­trag finde ich ange­mes­sen — ins­be­son­dere, wenn man bedenkt, wie viel Zeit einem die­ses Tool erspa­ren kann.

Bis ich 1000 Posts bei­sam­men habe, dürfte noch eine Weile ver­ge­hen (und man kann ja auch mal wie­der zwi­schen­durch aus­mis­ten). Aber wer weiß: Das Bes­sere ist der Feind des Guten und ich habe meine Augen auch schon auf ein wei­te­res ähn­li­ches Tool gewor­fen, das sogar zusätz­lich noch Insta­gram, Pin­te­rest und Google+ (dafür aber kein Lin­kedIn) bedient…

Wie sieht es aus, wirst Du Recur­post ein­mal aus­pro­bie­ren und ihm eine Chance geben? Oder bist Du viel­leicht über­zeug­ter Edgar-Nut­zer und magst gar nicht mehr wech­seln? Schreib mir gerne einen Kom­men­tar!

 

 

 

 

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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