Schreiben Workflow Titelbild - Junge Frau mit Laptop

So schreibe ich — mein kompletter Workflow

Die­ser Blog­ar­ti­kel ist ein Arti­kel außer der Reihe, denn er ist Teil der Blog­pa­rade von Eva Las­pas auf ihrem Blog Aka­de­mie Schrei­ben ler­nen.

Und so unter­schei­det sich die­ser Arti­kel von den meis­ten ande­ren Arti­keln auf die­sem Blog. Anhand der Unter­schiede, die ich Dir nun schil­dere, zeige ich Dir, wie ich nor­ma­ler­weise schreibe. Dabei erfährst Du mei­nen kom­plet­ten Work­flow, von der Aus­wahl im Redak­ti­ons­plan bis zur Ver­öf­fent­li­chung.

Redaktionsplan

Nor­ma­ler­weise folge ich mei­nem Redak­ti­ons­plan für die Arti­kel, die ich regel­mä­ßig in die­sem Blog ver­öf­fent­li­che. Der große Redak­ti­ons­plan befin­det sich in Scomp­ler, für das jeweils aktu­elle Jahr habe ich einen “Kurz­zeit­re­dak­ti­ons­plan” in Trello.

Mein Redak­ti­ons­plan ist dabei durch­aus fle­xi­bel. Wenn ich fest­stelle, dass ein Thema gerade in der Luft liegt, oder aus mei­ner Face­book-Gruppe, dem Mas­ter­mind-Zir­kel oder ande­ren Anfra­gen einen Impuls bekomme, dann gebe ich dem schon mal nach. Oder ich betei­lige mich an einer Blog­pa­rade, denn die­ser Bei­trag stand natür­lich nicht im Redak­ti­ons­plan — Abwei­chung Nr. 1!

Keyword-Recherche

Am Anfang mei­nes Schreib­pro­zes­ses steht die Key­word-Recher­che. Auch wenn ich weiß, über wel­ches Thema ich schrei­ben will, so weiß ich doch nicht unbe­dingt, wie danach genau gesucht wird. Als “schnell und dre­ckig” Key­word-Tool nutze ich gern ein­fach nur die Vor­schlags­funk­tion von Google. Will ich wei­ter in die Tiefe gehen, ist der KWfin­der mein Mit­tel der Wahl. Auch in Uber­sug­gest und Ans­wert­he­pu­blic schaue ich gern mal rein.

Abwei­chung Nr. 2 — für die­sen Arti­kel habe ich keine Key­word-Recher­che gemacht!

Mindmap

Eine Mind­map hilft mir, mich in mein Thema hin­ein­zu­fin­den.

Steht die Mind­map, steht der Blog­ar­ti­kel!

Ich habe fest­ge­stellt, dass ich wesent­lich ziel­ge­rich­te­ter Schreibe, wenn ich meine Gedan­ken zu einem Thema vor­her auf diese Weise struk­tu­riere. Das Span­nende: Die ein­zel­nen Hauptäste der Mind­map bil­den dann die spä­te­ren Zwi­schen­über­schrif­ten H2. Die Unter­äste wer­den ent­we­der zu Tei­len des Tex­tes oder — wenn die Gedan­ken tie­fer gehen — eben­falls zu Zwi­schen­über­schrif­ten. Dann meist als H3 Über­schrif­ten.

Die­sen Arti­kel schreibe ich gerade ohne Mind­map — ich kenne mei­nen Schreib­pro­zess so gut, dass ich da keine Mind­map zur Struk­tu­rie­rung brau­che — also: Abwei­chung Nr. 3!

Inkubationsphase 1

Danach folgt die wich­tige Inku­ba­ti­ons­phase. Im Regel­fall sieht es so aus, dass ich sams­tags blogge. Sams­tags habe ich Zeit und Ruhe dafür, kein Tele­fon klin­gelt, ich habe keine Ter­mine und keine Ver­pflich­tun­gen. Direkt nach dem Aus­schla­fen setze ich mich dafür gern auf die Couch und beginne mit der Mind­map. Danach folgt dann das Früh­stück, das Teil der Inku­ba­ti­ons­phase ist.

Heute habe ich nach dem Auf­ste­hen keine Mind­map erstellt, ich habe direkt gefrüh­stückt und bin danach zum Skiz­zie­ren und Foto­gra­fie­ren in den Rom­berg­park in Dort­mund gefah­ren. In gewis­ser Weise war die­ser kleine Aus­flug schon ein wenig die Inku­ba­ti­ons­phase für die­sen Arti­kel, denn zwi­schen­durch habe ich immer mal wie­der daran gedacht und über­legt, wie ich den Arti­kel auf­bauen will. Aber eigent­lich habe ich die Inku­ba­ti­ons­phase über­sprun­gen. Keine Mind­map, keine Inku­ba­ti­ons­phase — also Abwei­chung No. 4.

Schreibzeit

Tat­säch­lich schreibe ich regu­lär meine Blog­ar­ti­kel sams­tags unge­fähr zwi­schen 11 und 15 oder 16 Uhr. Das hat sich so ein­ge­pen­delt und für mich bewährt. Durch den Aus­flug an die­sem unge­wöhn­lich war­men und schö­nen Okto­ber­tag habe ich diese Zeit heute anders genutzt und so ist es nun schon nach 20 Uhr, wäh­rend ich die­sen Arti­kel ver­fasse. Abwei­chung No. 5.

Schreibvorgang

Ich habe fest­ge­stellt, dass ich in einem exter­nen Edi­tor schnel­ler und effi­zi­en­ter schreibe. Wenn ich direkt im Word­Press schreibe, habe ich ja den Brow­ser geöff­net und hier ist für mich die Ablen­kungs­ge­fahr zu groß. Ich nutze gern ablen­kungs­freie Edi­to­ren wie den iAWri­ter, Write! oder Wri­te­M­on­key und schätze auch dunkle Hin­ter­gründe und Schreib­ma­schi­nen­schrift beim Schrei­ben. Bei­des bie­tet mir der Edi­tor von Word­Press auch im Fokus­mo­dus nicht. Auch die­sen Arti­kel ver­fasse ich zunächst im iAWri­ter.

Länge der Beiträge

Ich gehe den Din­gen gern auf den Grund. Darum sind meine Arti­kel auch rela­tiv lang. Die meis­ten haben so um die 1500 Wör­ter, es gibt aber auch wel­che, die wesent­lich län­ger sind. Bei­spiels­weise mein letz­ter Bei­trag zu den No Gos auf Face­book, der über 3500 Wör­ter lang gewor­den ist.

Für den aktu­el­len Arti­kel habe ich mir vor­ge­nom­men, mich ein­mal etwas kür­zer zu fas­sen (gelun­gen! unter 1200 Wör­ter). Denn die­ser Gast­ar­ti­kel erscheint wegen des Endes der Blog­pa­rade außer­plan­mä­ßig zwi­schen­durch. Wäh­rend ich in den ers­ten zwei Jah­ren von Mar­ke­ting-Zau­ber wöchent­lich gebloggt habe, ist der Rhyth­mus im Jahr 2018 vier­zehn­tä­gig. Also, Abwei­chung No. 6.

Inkubationsphase 2

Ist der erste Ent­wurf ver­fasst, so lasse ich den Text ruhen. Wenn irgend­wie mög­lich, ruht er für bis zu 24 Stun­den bis zum nächs­ten Tag. Mit fri­schem Blick finde ich dann Tipp­feh­ler und auch Gram­ma­tik­feh­ler wesent­lich schnel­ler.

Diese Schritte werde ich auch für die­sen Arti­kel vor­neh­men, hier gibt es also auch keine Abwei­chung.

Suchmaschinenoptimierung 1

Ist der Arti­kel dann in Word­Press ange­legt, beginnt die erste Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung. Diese besteht darin, dass ich den Text für Google so schmack­haft wie mög­lich mache. Ich lasse mich dabei vom SEO-Plugin von Yoast unter­stüt­zen, nehme aber nicht alle Vor­schläge für bare Münze. Die wich­tigs­ten Eck­punkte sind:

  • Opti­mie­rung der Zwi­schen­über­schrif­ten
  • Erstel­lung der Meta-Descrip­tion
  • Hin­zu­fü­gen eines Titel­bil­des
  • Erstel­len inter­ner Ver­lin­kun­gen
  • Hin­zu­fü­gen von exter­nen Links
  • Zuwei­sen von einer oder meh­re­ren Kate­go­rien

Auch für die­sen Arti­kel habe ich die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung 1 durch­ge­führt — denn das sind die essen­ti­el­len Grund­la­gen, die für jeden Text im Inter­net wich­tig sind.

Suchmaschinenoptimierung 2

Anschlie­ßend folgt die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung 2. Dafür recher­chiere ich mit dem WDF*IDF Tool, ob ich auch wirk­lich alle wich­ti­gen Begriffe und Unter­the­men in mei­nem Arti­kel ver­wen­det und ange­spro­chen habe.

Außer­dem schaue ich nach, ob ich ein Key­word viel­leicht zu oft ver­wen­det habe und ob ich es nicht durch Syn­onyme erset­zen kann.

Wenn es mir wirk­lich wich­tig ist, mit einem Arti­kel bei Google gut zu ran­ken, unter­nehme ich noch wei­tere Schritte, schaue mir dafür die Arti­kel auf den Plät­zen 1 bis 3 an und ver­su­che, mei­nen Arti­kel bes­ser zu machen als diese. Für meine Her­zens­ar­ti­kel, bei denen ich damit rechne, dass sie auf Google gar nicht gesucht wer­den, über­springe ich die­sen Schritt schon mal.

Da die­ser Arti­kel über die Blog­pa­rade Auf­merk­sam­keit erfah­ren wird (hof­fent­lich! 😉 )werde ich diese Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung 2 über­sprin­gen. Zum regu­lä­ren Vor­ge­hen also Abwei­chung No. 7.

Letzte Korrekturphase

Bevor ich meine Blog­ar­ti­kel dann als “fer­tig” betrachte, folgt noch ein letz­ter Kor­rek­tur­gang. Zu die­sem Zeit­punkt habe ich den Arti­kel bereits unge­fähr zehn Mal gele­sen. Dabei sind mir dann schon eine Reihe von Tipp­feh­lern, unglück­li­chen For­mu­lie­run­gen und Gram­ma­tik­feh­ler auf­ge­fal­len, die ich kor­ri­giere, sobald ich sie sehe.

Für mich ist es hilf­reich, den Text in unter­schied­li­chen For­ma­tie­run­gen zu lesen. Da ich ein visu­el­ler Mensch bin, sieht ein Text schnell “rich­tig” für mich aus, weil ich nur noch das “Bild” des Tex­tes erfasse. Dadurch, dass ich in ver­schie­de­nen Sta­dien in ver­schie­de­nen Edi­to­ren arbeite, sehe ich den Text jedes Mal “neu”. Diese Phase werde ich natür­lich auch für die­sen Text ein­bauen — ich möchte mich ja nicht vor Eva und Dir bla­mie­ren! 😉

Fazit

Ich weiß, dass jeder einen ande­ren Schreib­pro­zess hat. Sicher ist mei­ner auf­wen­dig, durch­aus zeit­in­ten­siv und nicht für jeder­mann geeig­net. Aber mit die­sem mehr­stu­fi­gen Pro­zess kann ich sicher­stel­len, dass meine Arti­kel Dir als Leser ebenso gefal­len wie Google — und das ist es mir wert. Merkst Du eine Abwei­chung zu mei­nen ande­ren Bei­trä­gen? War Dir die Schil­de­rung mei­nes Schreib­pro­zes­ses hilf­reich? Dann hin­ter­lasse mir gern einen Kom­men­tar!

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Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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