Schreiben Workflow Titelbild - Junge Frau mit Laptop

So schreibe ich – mein kompletter Workflow

Letzte Aktualisierung 4. September 2019

Dieser Blogartikel ist ein Artikel außer der Reihe, denn er ist Teil der Blogparade von Eva Laspas auf ihrem Blog Akademie Schreiben lernen.

Und so unterscheidet sich dieser Artikel von den meisten anderen Artikeln auf diesem Blog. Anhand der Unterschiede, die ich Dir nun schildere, zeige ich Dir, wie ich normalerweise schreibe. Dabei erfährst Du meinen kompletten Workflow, von der Auswahl im Redaktionsplan bis zur Veröffentlichung.

Redaktionsplan

Normalerweise folge ich meinem Redaktionsplan für die Artikel, die ich regelmäßig in diesem Blog veröffentliche. Der große Redaktionsplan befindet sich in Scompler, für das jeweils aktuelle Jahr habe ich einen „Kurzzeitredaktionsplan“ in Trello.

Mein Redaktionsplan ist dabei durchaus flexibel. Wenn ich feststelle, dass ein Thema gerade in der Luft liegt, oder aus meiner Facebook-Gruppe, dem Mastermind-Zirkel oder anderen Anfragen einen Impuls bekomme, dann gebe ich dem schon mal nach. Oder ich beteilige mich an einer Blogparade, denn dieser Beitrag stand natürlich nicht im Redaktionsplan – Abweichung Nr. 1!

Keyword-Recherche

Am Anfang meines Schreibprozesses steht die Keyword-Recherche. Auch wenn ich weiß, über welches Thema ich schreiben will, so weiß ich doch nicht unbedingt, wie danach genau gesucht wird. Als „schnell und dreckig“ Keyword-Tool nutze ich gern einfach nur die Vorschlagsfunktion von Google. Will ich weiter in die Tiefe gehen, ist der KWfinder mein Mittel der Wahl. Auch in Ubersuggest und Answerthepublic schaue ich gern mal rein.

Abweichung Nr. 2 – für diesen Artikel habe ich keine Keyword-Recherche gemacht!

Mindmap

Eine Mindmap hilft mir, mich in mein Thema hineinzufinden.

Steht die Mindmap, steht der Blogartikel!

Ich habe festgestellt, dass ich wesentlich zielgerichteter Schreibe, wenn ich meine Gedanken zu einem Thema vorher auf diese Weise strukturiere. Das Spannende: Die einzelnen Hauptäste der Mindmap bilden dann die späteren Zwischenüberschriften H2. Die Unteräste werden entweder zu Teilen des Textes oder – wenn die Gedanken tiefer gehen – ebenfalls zu Zwischenüberschriften. Dann meist als H3 Überschriften.

Diesen Artikel schreibe ich gerade ohne Mindmap – ich kenne meinen Schreibprozess so gut, dass ich da keine Mindmap zur Strukturierung brauche – also: Abweichung Nr. 3!

Inkubationsphase 1

Danach folgt die wichtige Inkubationsphase. Im Regelfall sieht es so aus, dass ich samstags blogge. Samstags habe ich Zeit und Ruhe dafür, kein Telefon klingelt, ich habe keine Termine und keine Verpflichtungen. Direkt nach dem Ausschlafen setze ich mich dafür gern auf die Couch und beginne mit der Mindmap. Danach folgt dann das Frühstück, das Teil der Inkubationsphase ist.

Heute habe ich nach dem Aufstehen keine Mindmap erstellt, ich habe direkt gefrühstückt und bin danach zum Skizzieren und Fotografieren in den Rombergpark in Dortmund gefahren. In gewisser Weise war dieser kleine Ausflug schon ein wenig die Inkubationsphase für diesen Artikel, denn zwischendurch habe ich immer mal wieder daran gedacht und überlegt, wie ich den Artikel aufbauen will. Aber eigentlich habe ich die Inkubationsphase übersprungen. Keine Mindmap, keine Inkubationsphase – also Abweichung No. 4.

Schreibzeit

Tatsächlich schreibe ich regulär meine Blogartikel samstags ungefähr zwischen 11 und 15 oder 16 Uhr. Das hat sich so eingependelt und für mich bewährt. Durch den Ausflug an diesem ungewöhnlich warmen und schönen Oktobertag habe ich diese Zeit heute anders genutzt und so ist es nun schon nach 20 Uhr, während ich diesen Artikel verfasse. Abweichung No. 5.

Schreibvorgang

Ich habe festgestellt, dass ich in einem externen Editor schneller und effizienter schreibe. Wenn ich direkt im WordPress schreibe, habe ich ja den Browser geöffnet und hier ist für mich die Ablenkungsgefahr zu groß. Ich nutze gern ablenkungsfreie Editoren wie den iAWriter, Write! oder WriteMonkey und schätze auch dunkle Hintergründe und Schreibmaschinenschrift beim Schreiben. Beides bietet mir der Editor von WordPress auch im Fokusmodus nicht. Auch diesen Artikel verfasse ich zunächst im iAWriter.

Länge der Beiträge

Ich gehe den Dingen gern auf den Grund. Darum sind meine Artikel auch relativ lang. Die meisten haben so um die 1500 Wörter, es gibt aber auch welche, die wesentlich länger sind. Beispielsweise mein letzter Beitrag zu den No Gos auf Facebook, der über 3500 Wörter lang geworden ist.

Für den aktuellen Artikel habe ich mir vorgenommen, mich einmal etwas kürzer zu fassen (gelungen! unter 1200 Wörter). Denn dieser Gastartikel erscheint wegen des Endes der Blogparade außerplanmäßig zwischendurch. Während ich in den ersten zwei Jahren von Marketing-Zauber wöchentlich gebloggt habe, ist der Rhythmus im Jahr 2018 vierzehntägig. Also, Abweichung No. 6.

Inkubationsphase 2

Ist der erste Entwurf verfasst, so lasse ich den Text ruhen. Wenn irgendwie möglich, ruht er für bis zu 24 Stunden bis zum nächsten Tag. Mit frischem Blick finde ich dann Tippfehler und auch Grammatikfehler wesentlich schneller.

Diese Schritte werde ich auch für diesen Artikel vornehmen, hier gibt es also auch keine Abweichung.

Suchmaschinenoptimierung 1

Ist der Artikel dann in WordPress angelegt, beginnt die erste Suchmaschinenoptimierung. Diese besteht darin, dass ich den Text für Google so schmackhaft wie möglich mache. Ich lasse mich dabei vom SEO-Plugin von Yoast unterstützen, nehme aber nicht alle Vorschläge für bare Münze. Die wichtigsten Eckpunkte sind:

  • Optimierung der Zwischenüberschriften
  • Erstellung der Meta-Description
  • Hinzufügen eines Titelbildes
  • Erstellen interner Verlinkungen
  • Hinzufügen von externen Links
  • Zuweisen von einer oder mehreren Kategorien

Auch für diesen Artikel habe ich die Suchmaschinenoptimierung 1 durchgeführt – denn das sind die essentiellen Grundlagen, die für jeden Text im Internet wichtig sind.

Suchmaschinenoptimierung 2

Anschließend folgt die Suchmaschinenoptimierung 2. Dafür recherchiere ich mit dem WDF*IDF Tool, ob ich auch wirklich alle wichtigen Begriffe und Unterthemen in meinem Artikel verwendet und angesprochen habe.

Außerdem schaue ich nach, ob ich ein Keyword vielleicht zu oft verwendet habe und ob ich es nicht durch Synonyme ersetzen kann.

Wenn es mir wirklich wichtig ist, mit einem Artikel bei Google gut zu ranken, unternehme ich noch weitere Schritte, schaue mir dafür die Artikel auf den Plätzen 1 bis 3 an und versuche, meinen Artikel besser zu machen als diese. Für meine Herzensartikel, bei denen ich damit rechne, dass sie auf Google gar nicht gesucht werden, überspringe ich diesen Schritt schon mal.

Da dieser Artikel über die Blogparade Aufmerksamkeit erfahren wird (hoffentlich! 😉 )werde ich diese Suchmaschinenoptimierung 2 überspringen. Zum regulären Vorgehen also Abweichung No. 7.

Letzte Korrekturphase

Bevor ich meine Blogartikel dann als „fertig“ betrachte, folgt noch ein letzter Korrekturgang. Zu diesem Zeitpunkt habe ich den Artikel bereits ungefähr zehn Mal gelesen. Dabei sind mir dann schon eine Reihe von Tippfehlern, unglücklichen Formulierungen und Grammatikfehler aufgefallen, die ich korrigiere, sobald ich sie sehe.

Für mich ist es hilfreich, den Text in unterschiedlichen Formatierungen zu lesen. Da ich ein visueller Mensch bin, sieht ein Text schnell „richtig“ für mich aus, weil ich nur noch das „Bild“ des Textes erfasse. Dadurch, dass ich in verschiedenen Stadien in verschiedenen Editoren arbeite, sehe ich den Text jedes Mal „neu“. Diese Phase werde ich natürlich auch für diesen Text einbauen – ich möchte mich ja nicht vor Eva und Dir blamieren! 😉

Fazit

Ich weiß, dass jeder einen anderen Schreibprozess hat. Sicher ist meiner aufwendig, durchaus zeitintensiv und nicht für jedermann geeignet. Aber mit diesem mehrstufigen Prozess kann ich sicherstellen, dass meine Artikel Dir als Leser ebenso gefallen wie Google – und das ist es mir wert. Merkst Du eine Abweichung zu meinen anderen Beiträgen? War Dir die Schilderung meines Schreibprozesses hilfreich? Dann hinterlasse mir gern einen Kommentar!

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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