Social Media Monitoring - Boot als Illustration

Warum Du auch als Solopreneurin ein Social Media Monitoring brauchst

Letzte Aktualisierung 11. Juni 2019

Social Media Monitoring? Was ist denn das schon wieder? Und das soll ich jetzt auch noch brauchen? Ich sehe Dich förmlich die Stirn runzeln.

Wenn Du Social Media nicht nur zu Freizeitzwecken, sondern für das Marketing Deines Unternehmens einsetzt, brauchst Du eine Strategie.

Darüber habe ich bereits zwei Blogbeiträge geschrieben. Hier kannst Du in einem Social Media Strategie Fallbeispiel nachlesen, welche Empfehlungen ich dem Fotografen Roland gegeben habe und hier, wie meine eigene Social Media Strategie aussieht.

Für Deine Strategie ist es wichtig, dass Du Dir Ziele setzt. Warum?

Wenn man nicht weiß, welchen Hafen man ansteuert, ist kein Wind günstig. Das wussten bereits die alten Römer, denn dieser Spruch stammt im Original (Ignoranti quem portum petat nullus suus ventus est.) von Seneca, dem Jüngeren – einem römischen Dichter aus dem 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung.

Und Deine Zielerreichung kannst Du nur bestimmen, wenn Du Deine Erfolge misst.

Grundlagen der Erfolgsmessung

Social Media Monitoring

Es gibt zwei wichtige Säulen der Überwachung Deiner Social Media Aktivitäten und Deiner Social Media Präsenz. Die eine ist ist das sogenannte Monitoring und bezieht sich darauf, wie über Dein Unternehmen gesprochen wird. Es sind in der Regel Texte in Form von Kommentaren oder Forenposts, die sich auf Dein Unternehmen beziehen. Hier kannst Du Dir den Überblick nur selbst verschaffen, indem Du zumindest passiv da präsent bist, wo über Dein Unternehmen gesprochen wird. Ich dokumentiere das für mich in der Regel mit Screenshots, die ich in ein OneNote-Notizbuch einfüge. Da ich viel in den Social Media aktiv bin, habe ich ein gutes Gespür darüber, wie und bei wem Marketing-Zauber ankommt, und auch, bei wem vielleicht nicht. (Update November 2017 – inzwischen habe ich mich von Microsoft-Produkten getrennt und mache das in Evernote).

Screenshot Buzz zu Marketing-Zauber
So dokumentiere ich mit Screenshots in einem OneNote Notizbuch Aussagen über Marketing-Zauber.

Das ist in Ordnung und kein Grund zur Besorgnis.

Du kannst nicht jedem gefallen und es auch nicht jedem Recht machen.

Wer nicht zu meiner Zielgruppe gehört muss Marketing-Zauber nicht mögen.

Schwieriger wird es, wenn meine Zielgruppe mit Unmut oder Ablehnung auf mein Angebot oder meine Posts reagiert. Bis jetzt ist das noch nicht vorgekommen – aber ich habe ein Auge darauf.

Da Du nicht überall sein kannst, kannst Du auch Dein Netzwerk bitten, Dich zu informieren, wenn irgendwo über Dein Unternehmen oder auch Dich persönlich gesprochen wird und Du es nicht mitbekommst. Mitglieder Deiner Mastermind-Gruppe eignen sich besonders dafür (wenn Du eine hast – falls nicht, empfehle ich Dir, schnell eine zu suchen oder selbst zu gründen).

Klar, dass Du diese Form des Monitorings kontinuierlich durchführen solltest. Auch klar, dass es hier schwer ist, die Daten auszuwerten. Du kannst aber überlegen, ob Du nicht Muster erkennen kannst, beispielsweise, dass immer im Zusammenhang mit bestimmten Themen oder zu bestimmten Zeiten über Dein Unternehmen gesprochen wird. Wenn Dir solche Muster auffallen, kannst Du sie auswerten, Deine Schlüsse daraus ziehen und – Deine Strategie danach ausrichten.

Social Media Analytics

Social Media Analytics ist das, was man normalerweise meint, wenn man allgemein von Social Media Monitoring spricht. So ist es auch bei mir. Wenn ich Social Media Monitoring sage, meine ich normalerweise die Analyse der zur Verfügung stehenden statistischen Informationen.

Diese Werte solltest Du regelmäßig erheben, für Dich dokumentieren und archivieren. Diese Säule des Monitorings beschäftigt sich mit Zahlen wie Likes, Shares, Retweets, Interaktionen und so weiter.

Smarte Ziele setzen

Ganz im Sinne von Seneca musst Du also schauen, wo Du stehst und dann festlegen, wohin Du willst. Und zwar bis wann. Erst dann kannst Du Dir überlegen, wie Du da hin kommst und Deinen Kurs festlegen.

Am besten legst Du dafür smarte Ziele fest.

Ein Ziel ist smart, wenn es spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert ist.

Vorgehensweise für Dein Social Media Monitoring

Ziele und Anforderungen definieren

Zunächst definierst Du Deine Ziele und Deine Anforderungen.

Da ein Jahr als Planungszeitraum gerade in der schnelllebigen Social Media Welt wirklich lang ist und Dir wahrscheinlich auch die Ausgangs-Datenbasis fehlt, empfehle ich, ganz mutig mal den Blick in die Glaskugel zu werfen und ein ambitioniertes Ziel festzulegen. Wenn Du das dann nicht erreichst, bist Du möglicherweise weiter gekommen als mit einem zu zaghaften Ziel.

Wenn Du beispielsweise 1000 Fans haben willst – und dann nur 750 schaffst, ist das trotzdem ein toller Erfolg.

Besser jedenfalls, als 500 Fans anzustreben und dann letztlich nur bei 550 rauszukommen.

Das sieht zwar auf dem Papier toll aus – Ziel um 10% übertroffen! – aber das absolute Ergebnis ist nicht halb so gut wie im ersten Fall. Wieso funktioniert das? Weil Du Dich nicht mehr anstrengst, wenn Du Dein Ziel erreicht hast oder in der Nähe siehst. Du wirst kreativer, Du setzt alles in Bewegung, um Dein hoch gestecktes Ziel doch noch zu erreichen. Ich spreche hier aus eigener Erfahrung!

Realistischere Ziele lege ich immer für das nächste Quartal fest, basierend auf den Zahlen des letzten Quartals und auf den Planungen, die ich für das kommende Quartal habe.

Tool-Auswahl

Überlege Dir im Vorfeld, wie und womit Du Deine Zahlen ermitteln und vor allem auch dokumentieren willst.

Mein Tipp:

Nutze gerade zu Beginn die „Bordmittel“, das heißt, die Zahlen, die Dir Facebook, Twitter und Co. direkt zur Verfügung stellen.

Besser, Du verwendest einfache Werkzeuge, die keinen hohen Lernaufwand haben und Dich nicht von Deinem Tagesgeschäft abhalten. Später, wenn Du Klarheit hast, welche Zahlen und Informationen für Dich überhaupt relevant sind, kannst Du auch mal einen Blick auf externe Tools werfen.

Datensammlung

Pflege die gesammelten Daten am Anfang einfach nur in Excel oder Google Tabellen ein. Das reicht für unsere Zwecke als Solopreneurinnen meist schon aus. Habe dabei nicht den Anspruch, alles zur Verfügung stehende Datenmaterial erfassen zu wollen, sondern überlege Dir, welche Infos für Dich auch in einem oder zwei Jahren noch relevant sind. Sonst lohnt sich die Mühe nicht. Du bist ja kein hauptberuflicher Social Media Manager, sondern Du willst für und mit Deinen Kunden und Klienten arbeiten.

Zusammenführung und Analyse

Nimm das Thema Social Media Monitoring auf jeden Fall in Deine To Do Liste mit auf.

Für mich hat sich folgendes bewährt:

  • Einmal wöchentlich schau ich mir die Zahlen und Entwicklung der letzten Woche an. Hier schreibe ich auch nichts auf. Das dient dazu, ein Gefühl dafür zu entwickeln, welche Art von Posts gut funktionieren und was meine Fans und Follower besonders mögen.
  • Einmal monatlich erfasse ich dann die Zahlen des vergangenen Monats. Diese Zahlen gehen in eine Tabelle und zeigen mir, ob ich für meine smarten Ziele auf dem richtigen Weg bin.
  • Am Ende eines Quartals schau ich, ob ich meine Quartalsziele erreicht oder übertroffen habe.
  • Und einmal im Jahr mache ich dann einen großen Rückblick und die Gesamtbestandsaufnahme.

Bordmittel zum Social Media Monitoring

Exemplarisch werfe ich hier mal ein paar Schlaglichter auf die von den einzelnen Netzwerken und Plattformen zur Verfügung gestellten Daten und beschränke mich dabei auf die bekanntesten.

Ausgezeichnetes Zahlenmaterial stellt Dir Facebook zur Verfügung. Gehe dafür auf Deiner Seite auf Statistiken Insights und lass Dich links durch das Untermenü zu den verschiedensten Statistiken und Auswertungen führen. Allerdings kannst Du visuell aufbereitet nur auf die Daten der letzten 28 Tage zurück greifen. Rohdaten kannst Du im Excel oder CSV-Format auch für länger zurück liegende Zeiträume herunterladen, musst dann aber selbst die visuelle Aufbereitung übernehmen.

Auch Twitter bietet seit letztem Jahr einige Statistiken von Haus aus, an die man sonst eher über Drittanbieter kam. Mit der Adresse analytics.twitter.com kommst Du, wenn Du in Twitter eingeloggt bist, im Menüpunkt Analytics an aufbereitetes Zahlenmaterial. Auch hier ist das Zahlenmaterial begrenzt auf die letzten 30 beziehungsweise 60 Tage.

Wenn Du in Instagram zu Instagram Business wechselst, stellt Dir auch Instagram einige Statistikinformationen zusammen. Ich hadere etwas mit der umständlichen Frickelei auf dem Smartphone oder Tablet, denn im Browser am PC bekommst Du keinen Zugriff darauf. Komfortabel geht in meinen Augen anders.

Auf Pinterest erhältst Du ebenfalls nur Statistik-Informationen, wenn Du Dein Konto in ein Geschäftskonto umwandelst. Dann bekommst Du Informationen über die durchschnittliche Zahl von Aufrufen und Betrachtern pro Tag, Zielgruppenreichweite, eigene Aktivitäten, Pinaufrufe, Gemerkte Pins, Klicks, Gefällt mirs und das eine oder andere mehr.

XING wiederum schickt ja wöchentlich einen persönlichen Newsletter, in dem einige Zahlen enthalten sind (Premium). Fand ich früher irgendwie besser. Da XING für mich als Netzwerk aber immer mehr an Bedeutung verliert (ich habe es früher viel genutzt, bin seit 2003 dabei, als es noch OpenBC hieß) jammere ich dem aber nicht so wirklich hinterher.

In der kostenfreien Version ist auch LinkedIn ziemlich geizig, was das Bereitstellen von Zahlenmaterial betrifft. Immerhin reichen hier die Profilansichten 90 Tage zurück.

Auf YouTube heißen die Statistiken ganz googletypisch „Analytics“ und hier bekommst Du richtig viele Infos, von der Echtzeitansicht über Berichte zur Wiedergabezeit, Zuschauerbindung, Demografie, Wiedergabeorte und Geräte, Bewertungen und Kommentare bis zu Berichten über Interaktion. Bei YouTube kannst Du mindestens die Daten des gesamten vergangenen Jahres abrufen.

Auch Vimeo hat ein Statistik Dashboard, das aber an Vielfalt der statistischen Informationen mit YouTube nicht mithalten kann. Dafür stehen Dir aber alle Daten seit Beginn Deiner Mitgliedschaft bei Vimeo zur Verfügung.

Natürlich gibt es auch unzählige externe Tools, die Dir helfen, Dein Zahlenmaterial zu überwachen. Einige davon werde ich Dir in einem der kommenden Blogbeiträge vorstellen.

Fazit

Es ist nicht nur ungemein spannend, zu beobachten, wie sich Dein Unternehmen in den Social Media entwickelt, es ist auch wirklich wichtig. Sich durch das Zahlenmaterial zu wühlen kann auch richtig Spaß machen, Du solltest nur nicht Dein Ziel aus den Augen verlieren:

Nämlich klare Ziele festlegen und anhand der Statistikinformationen messen, wie weit Du diese Ziele schon erreicht hast.

Schon mit „Bordmitteln“ lässt sich insbesondere für uns Solopreneurinnen und Einzelunternehmer bei den meisten Netzwerken einiges an Informationen zusammentragen. Wichtig ist, dass Du das regelmäßig machst und Deine Entwicklung dokumentierst. Wenn Du das tust, werden Deine Zahlen mit der Zeit zu einem wichtigen Steuerungsinstrument. Und ist der Wind dann mal nicht ganz der richtige, kannst Du immer noch gegen den Wind kreuzen, um wieder auf Kurs zu kommen. 🙂

Hast Du schon ein Social Media Monitoring für Dich eingerichtet? Wie oft schaust Du nach Deinen Zahlen und misst, ob Du auf dem richtigen Kurs bist? Hast Du überhaupt smarte Ziele für Dein Unternehmen festgelegt – oder „wurschtelst“ Du so tagein tagaus vor Dich hin und hast oft das Gefühl, das bringt doch alles nichts? Schreibe mir gern einen Kommentar und teile mir Deine Erfahrungen mit!

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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