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Was soll ich denn twittern? Tipps und Tricks!

Letzte Aktualisierung 21. August 2019

Was soll ich denn twittern? ist die mit Abstand am häufigsten gestellte Frage, die mir gestellt wird, wenn das Thema Twitter auf dem Plan steht.

Wenn Du Dich zum ersten Mal mit Twitter beschäftigst, kann der Gedanke, dass Deine Botschaft nun weltweit über die Twitter-Ticker (Timelines) läuft, ein wenig beängstigend sein. Du willst ja nichts Dummes schreiben.

Hier kann ich Dich beruhigen. Anfangs hast Du ja gar nicht so viele Follower und im Strom der Nachrichten gehen Deine Tweets selbst bei diesen eher unter, als dass sie herausstehen. Zeit genug also, um mutig zu üben.

Wenn Du Dich an die nachfolgenden Twittertipps hältst, kann auch gar nicht viel schief gehen – und die Ideen werden Dir auch nicht ausgehen. Bleib einfach mal gute vier Wochen dabei und Du wirst feststellen, dass Dir das Twittern ganz leicht von der Hand geht.

Mein Twittertipp ganz zu Beginn

Am PC macht Twitter mir nicht halb so viel Spaß wie mit dem Smartphone. Probiere verschiedene Apps aus, denn die originale Twitter-App ist zwar immer besser geworden, andere Apps bieten aber zusätzliche Funktionen, die Du beim Original vielleicht vermisst.

Ich bin ein Android-Nutzer, daher kann ich zu den iOS Apps nicht viel sagen – die meisten der hier genannten gibt es sicher auch für Dein iPhone:

Tweetings ist mein derzeitiger Top-Favorit. Hier kann ich in einer einzigen App mehrere Twitter-Konten betreuen, ich habe schnellen Zugriff auf meine Erwähnungen (wenn jemand einen meiner Nutzernamen verwendet) und mir gefällt besonders gut, dass ich bei dieser App ganz viel an meine Vorlieben anpassen kann (Farben, helles oder dunkles Erscheinungsbild usw.). Besonders schön finde ich die Möglichkeiten zum Antworten, Retweeten und Liken gelöst – und die App verfügt zwar über einen internen Browser, man muss ihn aber nicht nutzen. Da ich Links in Twitter meist nur schnell nach Pocket speichere und nicht sofort die ganzen Artikel lese, ist das für mich eine wichtige Einstellungsmöglichkeit. Update Sommer 2018: Inzwischen bin ich bei der Talon App gelandet. Ich probiere eben zwischendurch gern mal was Neues aus. 

Andere sehr gut bewertete Twitter-Apps sind twicca, Fenix for Twitter und Twidere for Twitter. Sehr lange habe ich mit Tweetcaster gearbeitet (das lustige Vögelchen als Icon hatte mich schnell für sich gewonnen), doch irgendwann lief die App auf meinem Smartphone nicht mehr rund und ich bin umgestiegen.

Natürlich kannst Du auch aus Hootsuite oder Buffer heraus twittern. Probiere einfach mal ein paar Apps aus und experimentiere mit den Funktionen.

Guten Morgen, erst mal Kaffee!

Tweets dieser Art sah man früher viel häufiger auf Twitter als heute. Denn auch Twitter ist nach und nach erwachsener geworden und die Nutzer haben die wirklichen Möglichkeiten dieses Microblogging-Dienstes erkannt. So ein Spruch, wiederkehrend getwittert, kann ein Erkennungszeichen von Dir sein. Dann solltest Du Dir aber gut überlegen, dass Du ihn wirklich täglich verwendest – und dass er natürlich auch gut zu Dir und Deinem Geschäft passt.

Leichter Start mit Kuratieren

Kuratieren eignet sich besonders, wenn Du noch wenig eigene Inhalte hast und Du Deine Followerschar erst noch aufbauen musst. Wenn Du also gerade Deine ersten, mehr oder weniger unbeholfenen Flugversuche in Twitter unternimmst, kannst Du mit dem Kuratieren für interessante Inhalte in Deiner Timeline zu sorgen. Ein schöner Nebeneffekt: Du kannst damit auch andere Twitterer auf Dich aufmerksam machen.

Über die Suchfunktion und Hashtags findest Du schnell Twitterer aus Deiner Branche und zu Deinen Interessen. Denen folgst Du und gruppierst sie in Listen (Du musst ihnen nicht folgen, das Einsortieren in thematisch passende Listen reicht auch aus – willst Du aber den Twitterer auf Dich aufmerksam machen und sowieso eine Beziehung aufbauen, ist das Folgen der richtige Schritt).

Die spannendsten Tweets retweetest Du dann einfach. Mal so, wie sie da stehen, mal kommentierst Du sie.

Ich kuratiere beispielsweise gern Inhalte aus den thematischen Bereichen Marketing und Social Media sowie Internet-Recht und Internet-Sicherheit. Dabei habe ich immer meine Personas im Blick und frage mich, was würde sie interessieren oder was ist wichtig für sie.

Twitter-Rituale mitmachen

Früher oder später wirst Du in Deiner Timeline Tweets finden wie »Einen schönen #FF reitag für @rutm @marketingzauber @toushenne« Hier empfiehlt ein Twitterer seiner Timeline, doch mal den genannten Personen zu folgen.

Das #FF ist die Kurzform für #FollowFriday. Das ist ein Ritual aus der Frühzeit von Twitter, in dem traditionell am Freitag Empfehlungen ausgesprochen werden. Du musst nicht selbst den Twitterern folgen, die Du empfiehlst, obwohl es besser aussieht. Mit den Empfehlungen kannst Du ganz gezielt auch Menschen auf Dich aufmerksam machen, wenn Du möchtest, dass sie Dir folgen. Das klappt nicht immer, aber meistens.

Wie intensiv Du empfiehlst, wen Du in einem Tweet gleichzeitig nennst, das kannst Du ganz unterschiedlich handhaben. Du kannst zum Beispiel thematisch passende Empfehlungen machen: »Folge @tometweetme @toushenne und @networkfindercc für #Twitterinfos«.

Je weniger Personen Du in einem Tweet nennst, desto wertvoller ist die Empfehlung. Achte auch darauf, nicht die ganzen 140 280 Zeichen auszunutzen, damit man Deine Empfehlung auch retweeten und sich im Retweet noch dafür bedanken kann. Mit der Zeit werden Dir noch viele andere Rituale auffallen – wenn Du einmal in einen solchen Kreis aufgenommen wirst, mach ruhig mit. So wird Dein Twittername bekannter und Du baust Beziehungen zu anderen Twitterern auf – und darum geht es ja.

Märkte sind Gespräche – auch auf Twitter

Vielleicht hast Du schon vom sogenannten Cluetrain Manifest gehört. Falls nicht, lies es einmal. Es ist nicht besonders lang und Du erfährst so einiges darüber, wie Social Media Marketing funktioniert – auch wenn das Cluetrain Manifest schon bald zwanzig Jahre alt ist.

Schon in der ersten These »Märkte sind Gespräche« geht es darum, dass Geschäfte gemacht werden, wenn Menschen miteinander kommunizieren. Genau das geschieht auf Twitter; zwar in Kurzform aber in Rekordzeit. Aber Achtung: Du musst Deine Botschaften an die Gespräche Deiner Kunden anpassen. Höre also zunächst genau hin und bringe Dich erst dann ins Gespräch ein. Lies also die ersten Tage auf Twitter erst nur ein wenig mit, auch wenn Twitter Dich nervt und immer wieder zum aktiven Posten auffordert.

Selbstmarketing und Blogbeiträge promoten

Twitter eignet sich besonders gut, um einen breiteren Kreis von Lesern für Dein Blog zu gewinnen. Poste daher regelmäßig Links auf Deine Blogbeiträge. Neue Blogbeiträge kannst Du in den ersten Tagen nach Erscheinen ruhig häufiger auf diese Weise bewerben. Aber auch ältere Beiträge sind es wert, immer wieder getwittert zu werden. Denn nicht jeder Twitter-Nutzer folgt Dir seit der Erstveröffentlichung. Und selbstverständlich liest nicht jeder Deiner Follower alle Deine Tweets. Insofern musst Du auch nicht befürchten, zu spammen oder zu nerven. Wenn Du jeden Tag ein oder zwei Links auf Deine Blogbeiträge postest, sorgt das schon für einen stetigen Zustrom von Lesern, ohne dass Du eine »spammige« Timeline hast.

Auch zum Selbstmarketing eignet sich Twitter prima. Wie kann das aussehen? Beispielsweise, indem Du Erkenntnisse aus der Lektüre eines Fachbuchs mit Deinen Followern teilst. Oder knackige Thesen aus einem Vortrag auf einer Veranstaltung, die Du gerade besuchst. Auch Burkhard Asmuth macht Selbstmarketing, wenn er dieses twittert:

Tweet-Screenshot

Besonders gut eignen sich Messebesuche, Networking-Veranstaltungen, Barcamps oder Online-Konferenzen für diese Form der Tweets. Wenn Du den jeweiligen Hashtag mit in Deine Tweets aufnimmst, kannst Du sicher gehen, dass diese von anderen Besuchern mit aufgenommen und retweetet werden (Du kannst und solltest das natürlich auch tun). So stellst Du wieder Beziehungen her und Ihr lernt Euch möglicherweise sogar persönlich kennen. So ging es mir vor einigen Jahren mit Lars Hahn (@derlarshahn), dessen Tweets ich auf einer Veranstaltung häufiger retweetete. Plötzlich fand ich sinngemäß folgenden Tweet in meiner Timeline: »OK, @rutm, wo sitzt Du?« Danach haben wir uns dann auch im richtigen Leben kennen gelernt.

Einblicke in Dein Leben

Gehe immer davon aus, dass Deine Follower und Deine Kunden sich gerne ein Bild von Dir machen wollen. Somit darfst Du auch auf Deinem geschäftlichen Konto ruhig mal etwas persönlicher werden.

Das ist einer der Gründe, warum ich aufgehört habe, zwischen meinen geschäftlichen und privaten Twitter-Konten zu unterscheiden.

Bist Du großer #Tatort-Fan, dann twittere doch einfach am Sonntag-Abend mit allen anderen fleißig mit. Schlägt Dein Herz für einen Fußball-Verein, dann twittere doch Deine Gedanken zum Spielverlauf. Nutze dafür den jeweiligen Hashtag, zum Beispiel #VfBH96 für ein Spiel Stuttgart gegen Hannover.

Oder kochst Du für Dein Leben gern? Dann teile ruhig mal die Rezepte, die Du gerade gekocht hast. Auf diese Art und Weise habe ich mal eine Bezugsquelle für südafrikanische Wurstwaren in Belgien erfahren. Nicht, dass das für Social Media und Marketing entscheidend wäre – aber so erfährst Du eben auch Dinge, auf die Du nie gekommen wärst.

Es darf also »menscheln« auf Twitter. Wenn Dir das zu persönlich ist, hast Du auch noch viele andere Möglichkeiten.

Twittere doch Tipps aus Deinem Fachgebiet

Sehr viel fachbezogener kannst Du twittern, wenn Du Dich einmal an einem verregneten Sonntag Nachmittag hinsetzt und eine lange Liste von Tipps aus Deinem Fachgebiet aufschreibst.

Ich habe das mal vor einiger Zeit gemacht und heraus gekommen sind über 220 Marketingtipps. Diese twitterte ich lange Zeit (durchnummeriert) werktäglich unter meinem Twitter-Konto @rutm. Mit diesen 220 Tipps kam ich also gut ein Jahr aus. Die Tipps ließen sich gut auf Vorrat planen (zum Beispiel mit der Hootsuite). Leider hat Twitter inzwischen die Regeln geändert und identische Tweets können nun nicht mehr mehrfach getwittert werden. So sehr ich das Eindämmen von Spam begrüße – für mich ist es sehr schade, dass ich diese Tipps nun nicht mehr regelmäßig neu veröffentlichen kann. Somit musst Du Dir überlegen, ob Du nun immer neue Tipps findest oder die bestehenden sprachlich ausreichend abänderst, um sie wieder einmal posten zu können.

In den Tipps kannst Du – wo es passt – auf Deine Webseiten mit Deinem Angebot oder auf Deine Blogbeiträge verlinken. Du kannst aber auch auf Seiten von befreundeten Unternehmern oder auf Seiten aus Deiner Stadt oder Region verlinken – wie es halt gerade passt. Du musst auch nicht jedes Mal einen Link mitschicken. Denke nur daran, Dir einen passenden Hashtag für Deine Tipps auszudenken, damit jemand, der Deinen Tipp nur zufällig mal über einen Retweet liest, eine Chance hat, alle bisher erschienenen Tipps zu finden.

Meine Tipps findest Du unter #Marketingtipp. Natürlich musst Du damit rechnen, dass auch andere sich dieses Hashtags bemächtigen. Aber das ist nicht schlimm, sondern zeigt nur, dass Du eine gute Idee hattest.

Ich plane übrigens die Tipps für den ganzen Monat immer am 1. eines Monats in der Hootsuite. Für mich hat sich die Mittagszeit bewährt, weil dann offenbar viele in ihrer Pause sich gern bei Twitter informieren. Mit einem oder zwei Sonntag Nachmittagen und einer guten halben Stunde Aufwand pro Monat kannst Du so schon viel erreichen.

Sinnsprüche und Bilder

Tipps liegen Dir nicht so sehr? Dann passen vielleicht Sinnsprüche besser zu Deinem Geschäft? Es gibt viele Zitate berühmter und weniger berühmter Menschen, die sich eignen, getwittert zu werden. Wenn es Dir gelingt, nicht die ewig gleichen auszubuddeln, die nahezu jeder über Twitter, Facebook, Instagram und Co. teilt, kannst Du auch damit Deine Timeline unterhalten und gedanklich inspirieren.

Besonders gut kommt es auch an, wenn Du selbst Sprüche oder Bonmots entwickelst. Achte mal darauf, ob Du in Deinen Beratungsgesprächen oder Vorträgen immer wieder die gleichen Sätze sagst, die prägnant auf den Punkt bringen, was Du sagen willst. Einer meiner Standardsprüche ist zum Beispiel:

Klick um zu Tweeten

Du bist ein eher visueller Typ und Deine Kunden auch? Seit einiger Zeit kann man auf Twitter auch direkt Bilder mit in die Tweets einbauen. Gestalte die Sinnsprüche (oder auch Deine Tipps) doch zusätzlich noch als Grafiken und nutze sie nicht nur auf Twitter, sondern beispielsweise auch noch auf Facebook, Instagram und Pinterest. Damit bist Du noch effizienter in Deinen Social Media Aktivitäten. Ein super Programm, das Dich die Grafiken gleich in den richtigen Abmessungen erstellen lässt, ist das online Werkzeug Canva, das Du sogar kostenlos nutzen kannst.

Sinnsprüche auf Twitter

Fragen fragen!

Twitter ist schon ein tolles Marktforschungsinstrument in sich (nutze mal die Suche nach Themen, über die Du mehr wissen willst), aber Du kannst auch direkt mit Deinen Followern interagieren und Fragen stellen.

Du bist unsicher, ob Deine Kunden ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung überhaupt interessant finden würden?

Frage Deine Follower auf Twitter!

Du kannst Dich nicht entscheiden, worüber Du als nächstes Bloggen willst?

Frage Deine Follower!

Du möchtest eine Veranstaltung nicht alleine besuchen?

Frage Deine Follower, wer mitkommt!

Freie Kapazitäten twittern

Der letzte Tipp für heute eignet sich nicht für jede Branche und für jedes Geschäft. Aber wenn Du beispielsweise ein Restaurant hast und normalerweise immer lange im Voraus alle Tische bei Dir reserviert sind, ist es eine gute Idee, nach einer Absage eines Gastes einfach mal den freien Platz zu twittern. Auch wenn Du einen Friseursalon führst oder Masseurin bist, eignet sich diese Form der Tweets.

Wie sieht es bei Dir aus? Magst Du Twitter? Oder ist das gar nichts für Dich? Ich freue mich auf den Austausch mit Dir! Schreib mir gern einen Kommentar!

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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