Suchmaschinenoptimierung (SEO) Grundlagen - Tafel mit diesem Text

Suchmaschinenoptimierung (SEO) Grundlagen für Anfänger

Letzte Aktualisierung 19. September 2020

Bei Google auf Seite 1 gefunden werden – das ist nicht nur der Traum eines jeden Website-Betreibers, es ist auch eine pure Notwendigkeit, wenn man online Kunden auf sich aufmerksam machen will.

Suchmaschinenoptimierung, kurz SEO genannt, ist ein umfangreiches Themengebiet, auf das sich inzwischen viele Unternehmen spezialisiert haben. Das zeigt die Bedeutung, die das Thema hat. Und es zeigt auch, dass die Umsetzung einiges an Spezialwissen erfordert.

Doch schon mit wenigen Grundlagen lässt sich viel erreichen. Die wichtigsten SEO- oder Suchmaschinenoptimierung Grundlagen möchte ich Dir in diesem Artikel vorstellen. Du wirst sehen, dass es gar nicht so schwer ist, einen Blogbeitrag oder eine Webseite für die Suchmaschine Google zu optimieren.

Plugins sorgen nicht automatisch für Suchmaschinenoptimierung

Wenn Du mit einer eigenen WordPress-Installation arbeitest, hast Du vielleicht schon von sogenannten SEO-Plugins gehört. Diese Plugins optimieren allerdings nicht Deine Beiträge und Seiten für Dich, sondern helfen Dir lediglich dabei – in Form einer intelligenten Checkliste.

Die bekanntesten und beliebtesten sind das SEO Plugin by Yoast, wpSEO und relativ neu auch RankMath.

Wenn Du zum Yoast SEO Plugin oder zu RankMath wissen möchtest, empfehle ich Dir die Blogartikel von Jonas Tietgen Die Yoast SEO Anleitung für Blogger und 12 Gründe, das WordPress SEO Plugin RankMath zu nutzen.

Nebenbei: SEO ist die englische Kurzform für „Search Engine Optimization“ und wird auch im deutschen Sprachraum viel verwendet.

Suchmaschinenoptimierung verstehen

Um einen Text suchmaschinenoptimieren zu können, muss man zumindest ein wenig verstehen, wie Suchmaschinen funktionieren und worauf sie achten.

Eigentlich sollte ich schreiben: Wie Google funktioniert und worauf Google achtet. Denn in Deutschland hat Google einen Marktanteil von über 96 Prozent! Die restlichen Prozent verteilen sich auf Bing und Yahoo und Suchmaschinen wie DuckDuckGo  oder ixquick.

Im Folgenden konzentriere ich mich also auf Google – denn was hier funktioniert, funktioniert auch für den Rest (zumindest gut genug).

Außerdem solltest Du wissen, dass man nicht »mit seiner Site« bei Google auf die erste Seite gelangen kann, sondern immer nur mit einer einzelnen Seite.

Site ist übrigens kein Tippfehler, sondern meint die Gesamtheit Deiner Seiten. Seite ist natürlich eine einzelne Seite. Das kann eine sogenannte »statische« Seite sein, die immer über das Hauptmenü sichtbar ist, oder auch ein Blogbeitrag.

Die Sache mit den Keywords

Außerdem kannst Du nicht ganz global bei Google auf Seite 1 gelangen, sondern immer nur für spezielle Suchwörter (Keywords im folgenden genannt).

Je kürzer das Keyword ist, desto schwerer wird es, sich damit nach vorn zu kämpfen, denn desto mehr Konkurrenz gibt es für das Keyword und desto mehr »Fehltreffer« kann man haben. Denke nur an die Teekesselchenwörter wie zum Beispiel »Hochdruck«, »Krebs« oder »Kreuz«.

Das haben die meisten Nutzer von Google inzwischen auch erkannt und suchen nach längeren Wortkombinationen. Die Ergebnisse, die Google ihnen dafür ausliefert, sind in der Regel wesentlich besser und führen schneller zum gewünschten Ergebnis.

Diese längeren Keywords nennt man in der Fachsprache long tail keywords. Long tail ist sehr schön bildlich und heißt so viel wie »langer Schwanz«. Ein long tail keyword ist zum Beispiel »grundlagen suchmaschinenoptimerung für anfänger«.

Inzwischen ist Google auch so intelligent, dass Du Fragen in normalem Satzbau stellen kannst. Zum Beispiel: „was muss ich bei seo beachten“. Insbesondere, wenn Du mit der Spracheingabe auf Deinem Smartphone suchst, bieten sich solche „natürlichen Formulierungen“ an.

SEO – das ist Nützlichkeit und Relevanz

Insgesamt zieht Google weit über 200 Faktoren heran, nach denen die Positionierung erfolgt. Die kannst und willst Du als Solopreneurin gar nicht alle kennen und beim Schreiben berücksichtigen.

Sehr viel wichtiger ist aber folgendes: Google berücksichtigt insbesondere die Nützlichkeit und die Relevanz einer Internet-Seite. Zusätzlich gehen die Klicks auf die Suchergebnisse und die Verweildauer auf der Seite in die Bewertungen mit ein.

Wie misst Google nun Nützlichkeit und Relevanz? Ein wichtiges Element ist die Länge eines Beitrags. Daher kommt die Faustregel, dass ein Beitrag nicht kürzer als 300 Wörter sein sollte, denn unter dieser Wortzahl kann man ein Thema – und sei es noch so eng gefasst – kaum umfassend behandeln.

Dann hast Du vielleicht auch gehört, dass ein Beitrag besser 1000 oder gar 2000 Wörter oder sogar noch mehr umfassen sollte.

Nicht jeder mag so lange Beiträge lesen.

Trotzdem haben Messungen gezeigt, dass lange Beiträge häufiger geteilt und geliked werden. Über Zwischenüberschriften, Worthervorhebungen, Aufzählungen und Zusammenfassungen machst Du auch längere Beiträge den Lesern schmackhaft, die nicht so gern lange Texte lesen und diese mehr überfliegen.

Die richtigen Keywords recherchieren

Bevor Du einen Text schreibst, überlegst Du Dir natürlich, worüber Du schreiben willst und was Du mit Deinem Beitrag erreichen möchtest. Wenn Dir das klar ist, beginnst Du mit der Keyword-Recherche. Das bedeutet, dass Du schaust, wonach die Menschen eigentlich suchen, also, was sie interessiert oder wissen wollen.

Denn was nützt Dir der schönste suchmaschinenoptimierte Text, wenn niemand wissen will, was darin steht?

Das einfachste und schnellste Werkzeug dafür ist die Vorschlagsfunktion in der Google-Suche selbst. Diese vermittelt Dir schon mal einen ersten Eindruck.

Genauer wird es, wenn Du Spezialwerkzeuge dafür einsetzt. Die reichen von kostenfrei (Google Keyword-Planer in Google Adwords kannst Du kostenlos nutzen, indem Du Dich bei Google Adwords anmeldest, auch ohne Anzeigen schalten zu wollen) bis richtig teuer. Neben diesen beiden setze ich gern KeywordTool.io UbersuggestKeywordPro und Keywordtools.org ein.

Du optimierst Deinen Text am besten nur für ein (long tail) Keyword. Das bedeutet aber nicht, dass Du nun das Keyword immer wieder in derselben Form verwenden musst. Du darfst durchaus Synonyme und grammatische Flexionen verwenden. Aber Dein Hauptkeyword solltest Du schon an den relevanten Stellen platzieren. Diese sind:

  • die Hauptüberschrift (der Title oder auch die H1 Überschrift)
  • den Permalink (= den URL der Seite)
  • der Anfang des Beitrags oder der Seite
  • die Zwischenüberschriften (H2 und H3)
  • die ALT-Tags der Fotos, die Du in Deinen Beitrag einbindest
  • die Meta-Description im Kopf des Quellcodes

Keyword-Dichte ist out

Auch wenn dieser Wert in den Plugins immer noch angegeben wird und viele Beiträge zur Suchmaschinenoptimierung sich mit der Keyword-Dichte befassen. Im Grunde ist das Thema out.

Nimm die Hinweise ähnlich wie die Angaben zur Textlänge als Faustwerte, die Dir helfen sollen, die Relevanz Deines Artikel beim Schreiben im Auge zu behalten. Eine bessere Methode als die reine prozentuale Angabe ist die Messung des sogenannten WDF*IDF Werts, der die Keyword-Dichte in Proportion zur Textlänge berücksichtigt.

Die Formel ist relativ kompliziert (zumindest für einen Nicht-Mathematiker wie mich), aber es gibt online Tools wie zum Beispiel www.wdfidf-tool.com oder onpage-tool.de – wenn Du die Formel einmal selbst sehen möchtest, kannst Du Dir diesen kurzen Abschnitt auf onpage.org  dazu durchlesen.

Was ist sonst noch wichtig für die Suchmaschinenoptimierung?

Weitere Faktoren, die Google zeigen, dass Dein Text für das Thema, über das Du schreibst, nützlich und relevant ist, sind folgende Elemente:

Beitragsbild

Dein Beitrag sollte mindestens über ein Bild verfügen, besser noch mehrere Bilder im Text. Hier bietet der sogenannte ALT-Tag eine schöne Möglichkeit, Dein Keyword zu »verstecken«.

Doch gehe damit vorsichtig um: Der ALT-Tag dient Nutzern von reinen textbasierten Browsern als Information, was auf einem Bild zu sehen ist. Das kommt Dir merkwürdig vor? Nun, sehbehinderte oder blinde Menschen nutzen beispielsweise spezielle Software, die ihnen die Webseiten vorliest. Der Text im ALT-Tag wird ihnen vorgelesen. Was hier steht, sollte also auch für diese Nutzer Sinn machen. Nutze den ALT-Tag nicht zum Spammen!

Auch der Dateiname ist wichtig. Statt ein Bild mit DSC-20010112210500.png zu benennen, verwende dafür besser einen Dateinamen wie „seo-001.png“.

Verlinkungen

Das Internet lebt von Links. Ohne Links werden Deine Seiten nicht gefunden. Ohne Links wird jede Seite zur Sackgasse im Internet. Das Internet lebt von einer Kultur des Teilens und Vernetzens.

Das wird auch von Google so gesehen – von daher sind nicht nur eingehende Links auf Deine Seiten gern gesehen, sondern auch ausgehende Links von Deiner Seite. Außerdem liebt Google auch Links innerhalb Deiner Site – weil Du damit den Besuchern Deine Inhalte besser zugänglich machst.

Was ist nicht (mehr) wichtig?

Seitenbeschreibung mit Keyword

Die Seitenbeschreibung (Meta-Description) hatte einmal eine sehr viel höhere Bedeutung als heute. Mit der Seitenbeschreibung kannst Du den Text im Suchergebnis von Google (dem Snippet) beeinflussen. Aber nur, wenn Google auch findet, dass die Info darin für den Suchenden gerade hilfreich ist. Ansonsten nimmt Google einfach Teile Deiner Webseite und stellt mal was zusammen.

Meta-Keywords

Früher hat man im Kopf des Quellcodes, dem sogenannten Meta-Bereich, auch die Keywords eingetragen. Da diese Möglichkeit aber schnell missbraucht wurde (manche »Suchmaschinenoptimierer« trugen dort hunderte von Keywords ein, auch solche, die mit dem Inhalt des Textes auf der Seite nicht viel zu tun hatten), hat Google schon vor langer Zeit aufgehört, diese auszuwerten.

Tipps zum Weiterlesen rund um SEO

Das sind nun meine wichtigsten Grundlagentipps zur Suchmaschinenoptimierung für Dich. Damit kommst Du bei umkämpften Keywords natürlich nicht automatisch auf Seite 1, aber Du wirst schon einen guten Teil des Weges geschafft haben. Beim Tanz würde man von »Pflicht« reden – der Rest (auf dem Weg zur Spitze) ist die »Kür«.

Wenn Du tiefer in die Thematik einsteigen möchtest, empfehle ich Dir die SEO-Grundlagen-Serie von WordPress-Ninjas und die Beiträge zum SEO-Texten auf Chimpify. Beide sind für Anfänger gut verständlich geschrieben und helfen Dir, tiefer in die Thematik einzusteigen. Bei Blogmojo findest Du 29 Tipps , die Du sofort umsetzen kannst.

Auch in meinem Newsletter, den Zaubersprüchen, findest Du immer mal wieder Hinweise zum Thema Suchmaschinenoptimierung. Hier geht’s zum Abo.

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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