Suchmaschinenoptimierung Tipps - es geistern noch alte durchs Netz

Suchmaschinenoptimierung Tipps — Was Du nicht (mehr) für SEO tun solltest

Am Niko­laus­tag habe ich beim Pizza MeetUp des Grün­de­rin­nen­zen­trums in Dort­mund den anwe­sen­den Unter­neh­me­rin­nen Tipps zum Thema Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung gege­ben. Bei der Beant­wor­tung der Fra­gen fiel mir wie­der auf, dass immer noch einige Metho­den durch die Köpfe geis­tern, die ein­fach nicht (mehr) funk­tio­nie­ren.

Darum stelle ich Dir heute Tipps zur Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung vor, die ver­al­tet sind und sich über­holt haben, die noch nie funk­tio­niert haben oder die sogar schäd­lich für Deine Web­site sind. Denn es ist genau so wich­tig zu wis­sen, was nicht (mehr) funk­tio­niert, wie das, was Du tun soll­test. So ver­mei­dest Du, ver­se­hent­lich fal­schen Metho­den auf den Leim zu gehen.

Mehrere Keywords im Meta-Bereich hinterlegen

Im Quell­text einer Web­site las­sen sich im Kopf­be­reich meh­rere soge­nannte “Meta-Anga­ben” machen. Wäh­rend die Angabe descrip­tion (also “Beschrei­bung”) immer noch eine gewisse Rele­vanz hat und bei Google zur Dar­stel­lung des Such­ergeb­nis­ses ver­wen­det wer­den kann, ist die Angabe key­words schon lange, lange über­flüs­sig.

Warum ist das so?

Vor vie­len, vie­len Jah­ren wurde diese Angabe tat­säch­lich von den Such­ma­schi­nen (und so auch von Google) aus­ge­wer­tet. Sie wurde zur Bestim­mung der Posi­tio­nie­rung (dem soge­nann­ten Ran­king) her­an­ge­zo­gen. Eigent­lich eine coole und ein­fa­che Sache: Man sagt im Quell­text einer Web­seite ein­fach, wofür man die­sen Text geschrie­ben hat und auf­grund wel­cher Such­an­frage man in den Ergeb­nis­sen erschei­nen möchte.

Das ist aber sehr aka­de­misch gedacht — und funk­tio­nierte noch nicht mal in der Früh­zeit des Inter­nets rich­tig. Warum? Weil es “fin­dige” Web­mas­ter gab, die ein­fach immer ihre Sei­ten anzei­gen las­sen woll­ten. Egal, ob es zur Such­an­frage passte — oder eben auch nicht.

Suchmaschinen-Spamming

Weil die­ses Such­ma­schi­nen-Spamming so ein­fach war, haben es auch viele gemacht. In der Hoff­nung, dass sie durch das Ein­tra­gen hun­der­ter Key­words eben auch mög­lichst viele Leser auf ihre Web­seite len­ken könn­ten. Nur haben diese Spam­mer zu kurz gedacht: Was nüt­zen viele Besu­cher, wenn sie nicht das fin­den, was sie suchen?! Sie sind dann ratz­fatz wie­der weg.

Da Google über die Anzei­gen (Google Adwords) Geld ver­die­nen wollte, war das nicht ziel­füh­rend. Denn nur, wenn die Such­ma­schine mög­lichst nütz­li­che und rele­vante Ergeb­nisse lie­fert, wird sie immer wie­der ver­wen­det. Darum hat Google bereits 2009 offi­zi­ell auf­ge­hört, diese Angabe aus­zu­wer­ten.

Auch wenn Dein Con­tent Manage­ment Sys­tem Dir wei­ter­hin die Mög­lich­keit bie­tet, die Anga­ben für “meta: key­words” zu machen — lass die­sen Bereich ein­fach frei. Der Google Robo­ter schaut ihn sich gar nicht mehr an!

Jetzt mag es Men­schen geben, die Dir sagen, ja, Google nicht, aber andere Such­ma­schi­nen. Das mag sogar stim­men.

Für Deine Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung ist das aber nicht rele­vant.

Warum nicht?

Schau Dir ein­fach mal bei Sta­tista den Markt­an­teil von Google an. Dann wird Dir sehr schnell klar, dass es sich nicht lohnt, für eine andere Such­ma­schine als Google zu opti­mie­ren.

Übri­gens, wenn Du in Wor­d­Press das SEO Plugin von Yoast ver­wen­dest: Das Fokus-Key­word, das Du dort ein­tra­gen kannst, hat nichts mit der Meta-Angabe “key­words” zu tun. Die Angabe die­ses Fokus-Key­words hilft ledig­lich dem Plugin, seine Arbeit zu machen. Es wird in kei­ner Weise an Google wei­ter gege­ben und “macht” auch keine auto­ma­ti­sche Opti­mie­rung für Deine Seite.

Eine möglichst häufige Wiederholung des Keywords im Text

Wie oft sollte denn ein Key­word nun in einem Blog­ar­ti­kel vor­kom­men?” werde ich regel­mä­ßig gefragt.

Meine Ant­wort: So oft, wie es nötig ist. So wenig wie mög­lich.

Es gab ein­mal Zei­ten, da wurde emp­foh­len, das Key­word oder die Key­word-Phrase zu einem bestimm­ten Pro­zent­an­teil im Text immer wie­der zu wie­der­ho­len. Es gab mal Zei­ten, da wur­den sogar bis zu 7 % der Gesamt­zahl an Wör­tern als Key­word-Wie­der­ho­lung emp­foh­len!

Damit die Tools funk­tio­nier­ten, die Dir das aus­ge­rech­net haben, musste das Key­word auch ohne Rück­sicht auf gram­ma­ti­sche Beu­gung im Text ver­wen­det wer­den. Syn­onyme (andere Wör­ter mit glei­cher Bedeu­tung) durf­ten nicht benutzt wer­den. Dafür legte man lie­ber eine wei­tere Seite mit fast iden­ti­schem Inhalt aber eben dem ande­ren Key­word an. Das war eben­falls eine ziem­lich doofe Idee, die mit Goo­g­les Rank Brain glück­li­cher­weise keine Wir­kung mehr zeigt.

Ehr­lich, sol­che Texte magst Du nicht lesen!

Key­word-Stuf­fing wird inzwi­schen auch von Google abge­straft — und darum soll­test Du sol­chen Emp­feh­lun­gen kei­nes­falls fol­gen. Auch die neuere WDF*IDF-Formel bringt Dich Dei­nem Ziel, Dei­nen Text für Google zu opti­mie­ren, kei­nes­falls wei­ter. Warum das so ist, habe ich aus­führ­lich in mei­nem Arti­kel Brau­che ich noch Key­words für die Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung beschrie­ben.

Mein hei­ßes­ter Tipp für Dich an die­ser Stelle: Schreibe einen ordent­lich les­ba­ren Text für Deine mensch­li­chen Leser, nicht für den Google-Robo­ter! Google ist inzwi­schen seman­tisch bereits so stark, dass der­ar­tige Ver­ren­kun­gen nicht mehr erfor­der­lich sind!

Eintrag Deiner Website in Link-Verzeichnissen und Branchenbüchern

Rich­tig ist: Links, die von außen auf eine Dei­ner Web­sei­ten füh­ren, hel­fen dem Ran­king Dei­ner Seite.

Falsch ist: Ein­träge in Link-Ver­zeich­nisse und Bran­chen­bü­chern hel­fen dem Ran­king Dei­ner Web­site.

Frü­her war auch das eine gän­gige Methode der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung, die immer noch fröh­lich durch die Gegend geis­tert.

Ich erin­nere mich noch an Anrufe, die ich kurz nach mei­ner Grün­dung 2003 erhielt: “Wir tra­gen Ihre Web­seite in hun­derte von Such­ma­schi­nen und Ver­zeich­nis­sen ein.” Das war damals schon frag­wür­dig und eher Spamming und ich habe es auch damals schon dan­kend abge­lehnt.

Doch woher stammt die Idee eigent­lich, so für eine bes­sere Posi­tio­nie­rung bei Google zu sor­gen?

Gerade in den frü­hen Jah­ren (Google erblickte 1998 das Licht der Welt) hatte die Such­ma­schine es schwer, zu ent­schei­den, wel­che Inhalte für die Leser nütz­lich und rele­vant sind. Die Idee des WWW und auch die Erfin­der von Google ent­stam­men der aka­de­mi­schen Welt. Und da gilt der­je­nige beson­ders viel, des­sen Publi­ka­tio­nen mög­lichst häu­fig zitiert und als Quelle her­an­ge­zo­gen wer­den. Folg­lich sind Sei­ten, die viele Links von ande­ren erhal­ten, wich­ti­ger als andere Sei­ten.

Das macht Google genauso.

Linkfarmen sind schlecht für Dich!

Lei­der kamen auch hier wie­der Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rer auf die Idee, dass man durch soge­nannte Link­far­men ja prima für viele Links auf die Sei­ten ihrer Kun­den sor­gen kann. Sie haben flei­ßig Sites im Inter­net ange­legt, die zwar nie­mand ernst­haft besucht und benutzt hat, die aber auf ganz viele Sei­ten ver­linkt haben.

Aus die­ser Zeit stammt auch noch die Idee, eine “Link-Seite” auf der eige­nen Web­site anzu­le­gen und dort zum Bei­spiel auf Web­sites befreun­de­ter Unter­neh­mer zu ver­lin­ken. Zwi­schen­zeit­lich hat Google dann mal ver­sucht, den Wert der Links von außen zu bewer­ten und zu bemes­sen, indem Links an Wert ver­lo­ren, je mehr Links auf einer Web­seite zu fin­den waren.

Die letz­ten, die heut­zu­tage noch durch die Gegend ren­nen und Dir weis­ma­chen wol­len, dass Du mit einem (natür­lich kos­ten­pflich­ti­gen) Ein­trag in ihrem Ver­zeich­nis für ein bes­se­res Ran­king bei Google sor­gen kannst, sind die Anbie­ter von Online-Bran­chen­bü­chern. Spar Dir das Geld für einen Ein­trag dort. Über­lass diese Anbie­ter dem Geist der ver­gan­ge­nen Weih­nacht … 😉

Denn über­leg mal:

Wann hast Du das letzte Mal ein Online-Bran­chen­buch ver­wen­det, um ein Unter­neh­men zu fin­den? Und wann hast Du das letzte Mal Google zu die­sem Zweck ver­wen­det? Eben!

Linktausch

Immer wie­der bekomme ich Anfra­gen, ob ich nicht auf einen Blog­ar­ti­kel ver­lin­ken mag und im Tausch würde ich dann auch einen Link zurück erhal­ten. Das sei doch gut für unser gemein­sa­mes Ran­king bei Google.

Eine gute Idee? Nicht.

Ein sol­cher Linktausch min­dert die Glaub­wür­dig­keit der Link-Rele­vanz bei Google. Das “wie Du mir, so ich Dir”-Prinzip funk­tio­niert hier eben lei­der  nicht. Oft ver­lin­ken dann die Anfra­ger auch nur von einer ein­zi­gen Seite auf Dei­nen Bei­trag, auf der sich noch hun­derte ande­rer Links befin­den. Nicht beson­ders hilf­reich (siehe den vor­he­ri­gen Abschnitt) und von sehr ein­sei­ti­gem Nut­zen.

Das heißt nicht, dass Du nicht mal mit einem ande­ren Blog­ger einen sol­chen Linktausch vor­neh­men sollst, wenn Ihr fest­ge­stellt habt, dass der jeweils andere Arti­kel eine super Ergän­zung zum eige­nen dar­stellt. Das habe ich auch schon gemacht und wenn es nicht dau­ernd und in jedem Arti­kel vor­kommt, ist es auch nicht schäd­lich.

Möglichst viele Links mit dem exakten Keyword im Linktext

Der soge­nannte Anker-Text war (!) mal ein wich­ti­ges Ran­king-Kri­te­rium und so haben viele ver­sucht, Links auf ihre Sei­ten und Bei­träge mit dem exak­ten Key­word, auf das sie opti­miert haben, zu erhal­ten. Auch diese Stra­te­gie wurde von den “pro­fes­sio­nel­len” Such­ma­schi­nen-Opti­mie­rern schnell miss­braucht. So kam es, dass Google das Ran­king für die Sei­ten her­ab­stufte, die eine unna­tür­lich hohe Zahl an Backlinks mit dem exak­ten Key­word als Anker­text her­ab­ge­stuft.

Verwendung einer Keyword-Domain, die möglichst genau auf die Suchanfrage passt

Auch das ist eine Opti­mie­rungs­me­thode, die frü­her mal mehr Wir­kung hatte als heute.

Goo­g­les Algo­rith­mus wird von Jahr zu Jahr intel­li­gen­ter. Frü­her funk­tio­nierte die Bewer­tung, ob ein Inhalt oder eine Domain rele­vant war auf­grund eines ein­fa­chen Zei­chen-Abgleichs. Wurde nach “mar­ke­ting” gesucht und kam “mar­ke­ting” in der Domain vor, so war die Site für den Begriff rele­vant.

Je mehr die Domain dem gesuch­ten Begriff ent­sprach, desto rele­van­ter stufte Google sie ein. Darum waren dann auch sol­che Domains wie “zahnarzt-bonn.de” oder “friseur-castrop-rauxel.de” unglaub­lich beliebt. Erin­nerst Du Dich noch an den Auf­schrei in den Medien, dass die Domains knapp wür­den?

Dann hat Google sei­nen Algo­rith­mus geän­dert und seit­dem ist eine Key­word-Domain wie­der nur einer von über 200 Fak­to­ren, die das Ran­king einer Web­seite beein­flus­sen.

Fazit zu meinen Suchmaschinenoptimierung Tipps

Noch heute geis­tern viele “Opti­mie­rungs­me­tho­den” aus der Ver­gan­gen­heit durch das Inter­net und die Stamm­ti­sche. Wenn Du Dich bis­her noch nicht mit dem Thema Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung aus­ein­an­der gesetzt hast, habe ich abschlie­ßend noch drei Tipps für Dich:

  1. Lies mei­nen Bei­trag Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung — Grund­la­gen für Anfän­ger
  2. Wenn Du nach Infor­ma­tio­nen zum Thema goog­lest, schränke die Such­ergeb­nisse auf das letzte Jahr oder noch kür­zer ein. Google ver­än­dert stän­dig etwas und die Metho­den, die vor eini­gen Jah­ren noch erfolg­reich waren, sind heute nutz­los oder schäd­lich.
  3. Such­ma­schi­nen­op­ti­mie­rung ist keine ein­ma­lige Sache, son­dern ein Pro­zess — und wenn Du es ernst meinst, soll­test Du immer ver­su­chen, auf dem Lau­fen­den und dem neu­es­ten Stand zu blei­ben. Leicht ver­ständ­li­che wei­ter­füh­rende Infor­ma­tio­nen zum Thema fin­dest Du bei Jonas Tiet­gen von WP-Nin­jas.

Hast Du bis­her mit den vor mir vor­ge­stell­ten ver­al­te­ten Metho­den ver­sucht, Deine Web­site für Google zu opti­mie­ren? Was war für Dich neu? Oder wuss­test Du das alles schon? Schreib mir gern einen Kom­men­tar.

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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