Tagging in ActiveCampaign & Co.

Tagging in ActiveCampaign & Co. – so einfach geht’s!

Tagging in ActiveCampaign bietet vielfältige Möglichkeiten für die Verwaltung und Ansprache Deiner Newsletter-Kontakte. Im Gegensatz zu einem listenbasierten System wie etwa Mailchimp bietet das Tagging viele Vorteile, die ich bereits in einem Blogartikel beschrieben habe.

In Kurzform: Mit Tags vergibst Du jedem Abonnenten eine Art Etikett. Ein Abonnent kann beliebig viele Tags haben. Er befindet sich trotzdem nur ein einziges Mal in Deiner Liste. In Deiner einzigen (!) Liste.

Listenbasierte Systeme funktionieren dagegen so: In Listen, die Du Dir wie Visitenkartenkästchen vorstellen kannst, brauchst Du für jede Liste einen extra Eintrag für den Abonnenten. Das bedeutet, dass Du manche Interessenten mehrfach im System hast, sogenannte Dubletten. Willst Du immer nur einen Teil anschreiben, ist das kein Problem. Willst Du aber mal alle auf einmal anschreiben, so bekommen einige Abonnenten Deine Mail mehrfach. Das zu verhindern, ist manchmal unmöglich oder sehr aufwändig. Da viele Newsletter-Anbieter auch nach Anzahl der Kontakte abrechnen, ist dieses Verfahren außerdem unnötig teuer.

Als ich im März 2016 mit ActiveCampaign begann, habe ich die Tags einfach on the go entwickelt und dementsprechend chaotisch hat sich mein System dann entwickelt. Mit der Zeit habe ich dann bemerkt, dass ich selbst nicht mehr wusste, wofür ich welche Tags vergeben hatte.

Damit Du diese Fehler nicht machen musst und gleich richtig einsteigen kannst, habe ich diesen Artikel geschrieben. So dürfte Dir einiges an Nachbearbeitung Deiner Tags erspart bleiben.

Mein intuitives Tagging am Anfang

Verschiedene Wege führen in meine Newsletter-Liste für meine Zaubersprüche (die Du auch hier abonnieren kannst) – und mir war klar, dass ich gerne nachvollziehen wollte, woher meine Leserinnen und Leser kommen und welche Interessen sie haben. Darum musste es auch ein tagbasiertes System sein.

Denn einerseits habe ich bereits von Anfang an geplant, für bestimmte Angebote auch nur bestimmte Interessenten anzuschreiben und andererseits ist mir als Marketing-Mensch natürlich die Bedeutung von möglichst umfassenden Informationen über meine Leser wichtig. Nur so kann ich mein eigenes Marketing optimieren und nur so kann ich die Angebote machen, die auch wirklich von Interesse sind. Damit vermeide ich, am Markt vorbeizuplanen.

Obwohl (oder weil?) ich in anderen Programmen und Diensten wie Pocket oder EverNote schon sehr lange Tags verwende, habe ich mir anfangs überhaupt keine Gedanken über ein System gemacht.

Dumm von mir. Sehr dumm.

Denn so habe ich nun eine Reihe von Tags in der Form von 1. webinar, 2. webinar, 3. webinar …

Toll, ganz toll!

Nicht.

Denn was genau ich im jeweiligen Webinar für ein Thema behandelt habe, das kann ich zwar noch nachvollziehen, aber dafür müsste ich genau nachsehen, wann ich diesen Tag vergeben habe und welche Folien ich zum jeweiligen Termin verwendet habe. Wie umständlich!

Nach einiger Zeit wurde ich dann schon schlauer, zumal ich bemerkt hatte, dass die Tags in ActiveCampaign relativ lang und sogar mit Leerzeichen versehen sein dürfen. So kam ich dann auf Tagging in diesem Stil:

20170527 Webinar Facebook-Anzeigen

Das vorangestellte Datum in umgekehrter Notation hilft beim Sortieren, mit dem Schlüsselwort Webinar weiß ich, dass der Abonnent ein Webinar-Teilnehmer war und nicht etwa über das Ribbon oder ein Pop-Up oder ein bestimmtes Freebie zu mir gefunden hat. Und mit dem letzten Teil weiß ich nun auch das Thema, für das sich der Abonnent interessiert. Das ist schon viel besser.

Aber noch lange nicht optimal. Es geht noch besser, noch präziser!

Auf dieses System bin ich durch ein Dokument auf der Website The Active Marketer gestoßen, auf der Barry Moore noch viele weitere Tipps zum Marketing mit (unter anderem) ActiveCampaign und ThriveThemes gibt.

Im Kern funktioniert das so:

Optimiertes Tagging für ActiveCampaign

Mein verbessertes System war schon auf dem richtigen Weg, krankte aber daran, dass ich schlecht die verschiedenen Tag-Typen erkennen konnte. Mir fehlte ein optischer Hinweis zur schnellen Erkennung. Dafür verwendet Barry Moore GROSSBUCHSTABEN. Als ich das das erste Mal sah, dachte ich nur: Genial! Und so einfach!

Hier mal ein paar Beispiele, wie ich die Tags nach dem optimierten Tagging System nun in ActiveCampaign verwende:

  • THEMA: Landingpages
  • AKTION: Bestellung
  • LEAD: Twitter Kompaktseminar
  • KUNDE: Mastermind-Zirkel
  • FREEBIE: Persona-Charakterbogen

Wird Dir das System schon klar?

Mit Großbuchstaben stelle ich den Tag-Typen voran. So weiß ich auf einen Blick, ob es sich um das Thema handelt, für das sich der Abonnent interessiert oder ob er sich ein Freebie heruntergeladen hat. Das Datum muss ich gar nicht in den Tag integrieren, das kann ich ja als eigenen Tag vergeben, wenn ich der Meinung bin, dass das wichtig ist. Über die Kombination mehrerer Tags kann ich so auch für eine Aktion sehr präzise nachvollziehen, woher der Abonnent kommt. Und da für jede Handlung, die der Abonnent vornimmt, die Tags auch kombiniert werden, kann es beispielsweise sein, dass ein Abonnent folgende Tags erhalten hat:

THEMA: Landingpages, THEMA: Twitter, THEMA: Social Media Strategie, AKTION: Webinar, FREEBIE: E-Mail-Liste

Damit weiß ich schon eine ganze Menge über sie oder ihn und kann perfekt maßgeschneiderte Angebote versenden.

Um die Übersicht zu behalten, welche Tags und Tag-Typen Du verwendest, lege Dir am besten eine Tabelle an, on in Excel, Google Calc oder einem anderen System ist dabei unwichtig. Hier hinterlegst Du die wichtigsten Infos.

Lege Dir die Spalten

Tag – Zweck – Automation

an und fülle sie für jeden neuen Tag aus. Dadurch, dass Du auch eine Spalte für die Automationen einrichtest, kannst Du in Deiner Tabelle sehr schnell sehen, welche Tags was „triggern“ und musst nicht in ActiveCampaign selbst die einzelnen Automationen durchsuchen. Eine clevere, einheitliche Benennung hilft Dir aber auch hier.

Noch mehr Tipps zum Tagging in ActiveCampaign

Tags ausmisten und überarbeiten

Solltest Du auch schon länger mit einem tagbasierten System arbeiten und ähnlich wie ich ein suboptimales System haben, dann ist das keine Katastrophe, denn Du kannst nachträglich noch alles überarbeiten und optimieren.

So kannst Du Tags, deren Zweck Dir entfallen ist, gefahrlos entfernen. Die Kontakte werden dadurch nicht gelöscht! Du kannst thematisch ähnlich Tags über die Funktion „Merge“ in ActiveCampaign auch zusammenführen. Eine sehr praktische Sache!

Gestalte die Namen Deiner neuen Tags aussagekräftig. Sie müssen nicht super kurz sein, bedenke aber, dass sehr lange Tags auch wieder unübersichtlich werden.

Tags Kontakten zuweisen

In ActiveCampaign kannst Du auf verschiedene Weise Tags Deinen Kontakten zuweisen. Du kannst Tags per

  • Eintrag in ein Formular hinzufügen
  • Wenn Dein Leser auf einen Link in einem Newsletter klickt
  • Du kannst allen in Deiner Liste befindlichen Kontakten in einem Rutsch einen Tag zuweisen und
  • es ist auch möglich, einzelnen Kontakten manuell einen Tag zu vergeben.

Der Voldemort-Tag oder ein Tag, den alle haben

Von Henning Klocke habe ich den Tipp bekommen, allen Kontakten in der Liste einen speziellen Tag zuzuweisen, kurz: ein Tag, den alle haben. Für mich klingt das ein wenig wie „Du weißt schon, wer“ – darum ist das für mich der Voldemort-Tag.

Über den Voldemort-Tag kannst Du dann später in den Automationen für Deine Freebies sehr leicht filtern, ob Dein Kontakt bereits in Deiner Liste ist oder nicht. Ist er es nicht, so muss er den kompletten Double-Opt-In-Prozess durchlaufen. Ist er aber bereits in Deiner Liste, wäre das erneute Durchlaufen des Double-Opt-Ins ziemlich doof. Denn viele glauben, sie würden den Newsletter dann doppelt erhalten und brechen den Prozess ab, bekommen so nicht Dein Freebie und sind unzufrieden.

Mit dem Voldemort-Tag kannst Du aber in der Automation für ein Freebie festlegen, dass diejenigen, die den Tag schon haben, direkt ihr Freebie bekommen und nicht noch einmal den kompletten Anmeldeprozess mit Double-Opt-In durchlaufen müssen. Klingt vielleicht kompliziert, ist es aber nicht- wenn man erst mal weiß, wie es geht. Dabei helfen Dir auch die …

Tags in zwei Stufen

Wenn Du verschiedene Freebies auf Deiner Website anbietest, arbeite am besten mit zweistufigen Tags.

Was ist das schon wieder?

Du kannst bereits bei der Bestellung eines Freebies einen Tag vergeben, etwa FREEBIE: Persona-Charakterbogen. Mit diesem Tag startest Du dann Deine Automation, bei der Du bestehenden Abonnenten direkt das Freebie auslieferst. Wer noch nicht den Volemort-Tag hat, braucht aber zusätzlich noch den Tag FREEBIE: Persona-Charakterbogen bestätigt, den der (neue) Abonnent erst nach Abschluss des Double-Opt-Ins bekommt.

Wie das im einzelnen aussehen kann, zeige und erkläre ich Dir in einem der nächsten Beiträge in den kommenden Wochen.

Fazit zum Tagging für ActiveCampaign & Co.

Anfangs mögen Dir Tags und das Arbeiten damit vielleicht kompliziert erscheinen, aber im Grunde ist es ganz einfach. Wenn Du Dir selbst ein festes Regelschema für die Benennung erstellst und Dich auch daran hältst, sind Tags keinesfalls unübersichtlicher als das Arbeiten mit mehreren Listen. Ihre große Stärke entfalten Tags aber vor allem dann, wenn Du mit Automationen arbeitest. Und da auch die mit ActiveCampaign sehr einfach und mit einem visuellen Editor zu erstellen sind, spricht nichts gegen ihren Einsatz.

Wie hat Dir mein Beitrag gefallen? Hast Du schon systematisch Deine Tags benannt oder wirst Du nun – ebenso wie ich – alles neu strukturieren? Schreib mir gern einen Kommentar!

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

follow me on:

Hinterlasse einen Kommentar:

8 comments
Füge Deine Antwort hinzu