Junger Spatz - Illustration zu Twitter für lokales Marketing

Kann man Twitter für lokales Marketing einsetzen?

Letzte Aktualisierung 20. August 2019

Twitter für lokales Marketing? Das widerspricht sich doch eigentlich, oder? Denn bei Twitter geht es ja zunächst einmal darum, Reichweite zu schaffen. Das bedeutet Streuverluste. Follower kann man schlecht steuern, sie kommen aus ganz Deutschland oder sogar aus aller Welt. Man hat nur wenig Text zur Verfügung und die Tweets sind auch rasend schnell wieder aus den Timelines der Follower verschwunden. Wie um alles in der Welt soll Twitter also für lokales Marketing sinnvoll sein? 

Wenn Du nur einfach so, ohne Ziel und Strategie vor Dich hin twitterst, heute mal ein Tweet, morgen keiner, übermorgen gleich zwanzig auf einmal, dann wird Twitter für Dich nicht funktionieren. Auch, wenn Du immer nur Deine eigenen Werbetweets sendest, so wie auf dem Screenshot hier, dann kann das nichts werden – wer will das denn schon lesen? Und dann auch noch in Deinem Ort?

Wie Du Deine lokale Twitter-Aktivität strategisch aufbaust

Follower-Aufbau bei Twitter für lokales Marketing

Gerade wenn Du mit Twitter erst anfängst, freust Du Dich über jeden neuen Follower. Allerdings wirst Du feststellen, dass viele der neuen Follower etwas von Dir wollen: Nämlich, dass Du automatisch zurück folgst. Das solltest Du auf keinen Fall tun, denn es gibt sehr viele Twitterer, die Dir strategisch ein paar Tage folgen, um ganz gezielt nach wenigen Tagen wieder zu entfolgen. Wenn Du das dann verpasst, ist das schlecht für Deine eigene Follower-Bilanz. Denn um als wertvoller Twitterer zu zählen, brauchst Du mehr Follower als Du selbst anderen folgst. So stehst Du für wertvolle Inhalte, Kompetenz und hast eine bessere Reputation.

Um nun die richtigen Follower zu finden, musst Du selbst aktiv werden. Suche gezielt nach Hashtags zu Deinen Themen und Deiner Region. Wenn Du aus Dortmund kommst, so suchst Du beispielsweise nach #Dortmund, #BvB, #Fussballmuseum #echteliebe, #westfalenhalle, #ruhrgebiet, #ruhryork, #dortmunderu. Dann schaust Du, wer diese Hashtags verwendet und folgst ihnen ganz gezielt, wenn sie zu Dir passen. Viele werden automatisch zurück folgen. Das ist Deine Chance – wenn Du dann interessante Inhalte twitterst (dazu weiter unten mehr), werden sie meist auch bei Dir bleiben.

Lege Dir am besten auch gleich eine öffentliche Liste an, die Du nach Deinem Ort benennst und füge diese Twitterer dieser Liste hinzu. Das ist einerseits für Dich hilfreich, um Dich ganz gezielt nur zu Deinem Ort zu informieren und andererseits auch ein Mittel der Followerbindung. Fügst Du jemanden nämlich einer öffentlichen Liste hinzu, wird er darüber informiert. Die meisten fühlen sich geschmeichelt und freuen sich.

Überhaupt sind Listen ein tolles Werkzeug zum Follower-Aufbau. Du kannst Dir eigene themenspezifische Listen anlegen. Die geheimen für Deine Recherche (zum Beispiel mit Mitbewerbern, die auch twittern, das muss nicht jeder sehen) oder öffentliche Listen, mit denen Du auch ganz gezielt Follower anziehen kannst.

Schau Dir bei Twitterern, die Du spannend findest, auch immer deren Listen an. Hier findest Du meist andere Twitterer, auf die Du so von alleine nie gekommen wärst und denen Du dann auch folgen kannst. Du kannst sogar erst die Liste von einem anderen Twitterer abonnieren. Mit dem Tool IFTTT kannst Du sogar den Aufbau von Listen automatisieren.

Twitter-Reichweite strategisch einsetzen

Bei Twitter geht es vor allem um Reichweite. Gehe nicht sparsam mit Twitter um. Folge vielen und schraube so ganz gezielt Deine Followerzahlen in die Höhe. Was als Widerspruch zum lokalen Marketing erscheint, ist letztlich aber ein wertvolles Marketing-Instrument für Dich. Denn wenn Deine Tweets so interessant sind, dass sie von Deinen Followern retweetet werden, so erhalten zum Beispiel die Webadressen, auf die Du verlinkt hast, eine erhöhte Anzahl an so genannten »sozialen Signalen«. Google wertet auch diese aus und zieht sie in das Ranking Deiner Seiten mit ein.

Außerdem hat ja auch jeder Deiner Follower wieder Follower – mit großer Wahrscheinlichkeit auch solche aus Deiner Region. So kommst Du in deren Timeline, obwohl Du sie noch gar nicht kanntest – und sie Dich nicht. Ein Handwerker aus der Nähe von Karlsruhe hat Twitter schon vor vielen Jahren als Marketing-Instrument für sich entdeckt und ist damit schließlich weit über seine Region hinaus bekannt geworden. Wenn Du den Malermeister Deck noch nicht kennst, dann folge ihm auf Twitter und lerne von jemandem, der das Netzwerk wirklich verstanden hat.

Um Deine Beziehungen zu anderen Twitterern zu pflegen und so Deine Reichweite zu erhöhen, empfehle ich Dir dringend, bei bestimmten Twitter-Ritualen mitzumachen. Der #FollowFriday, kurz #ff gehört auf jeden Fall dazu. Hier empfiehlt man seinen Followern ganz gezielt andere Follower. Stelle Deine Empfehlungstweets klug zusammen. Dazu habe ich einen eigenen Beitrag geplant, denn das würde hier zu weit führen, dieses im Detail zu erklären. So viel vorab: Du darfst auch Twitterer empfehlen, die Dir noch nicht zurück folgen …

Twitters Schnelligkeit nutzen

Twitter ist bekanntermaßen schnell. Spätestens nach wenigen Minuten sind Deine Tweets schon wieder aus den Timelines Deiner Follower verschwunden. Was Dir zunächst als Nachteil erscheinen mag, ist durchaus vorteilhaft. Denn wenn Du viel twitterst und etwas auf zeitlichen Abstand achtest, wirst Du nicht als Spammer und Dauerwerber wahrgenommen.

Die Schnelligkeit von Twitter ist aber auch eine Herausforderung für Dich. Du solltest nämlich möglichst regelmäßig über den Tag verteilt twittern. Da Du Dich natürlich nicht den ganzen Tag mit Twitter beschäftigen kannst (irgendwann musst Du ja auch mal Dein Geschäft führen) kannst Du Twitter auch über spezielle Tools einsetzen, wie Hootsuite, Buffer oder Tweetdeck.

Twitter: Die Mischung macht’s

Achte besonders auch darauf, was Du twitterst. Reine Werbetweets, voll automatisiert »rausgehauen«, ohne Kommunikation mit Deinen Followern sind der sichere Weg ins Abseits. Niemand mag Dir wirklich folgen und genervt wirst Du nach wenigen Wochen oder schon Tagen das Vögelchen nicht mehr füttern – und Dein Twitter-Account wird wie einst das Tamagotchi ohne Beachtung eines stillen Todes sterben.

Beispiel eines schlechten Twitter-Profils
So sollte Dein Twitter-Profil nicht gefüllt sein.

Doch was interessiert Deine Leser? Womit unterhältst Du Deine Follower? Unterhalten? Ja, Du hast richtig gelesen: Wirb nicht nur, informiere nicht nur, sondern unterhalte Deine Leserschaft. Warum? Niemand (außer vielleicht so verrückte Marketing-Berater wie ich) sieht und liest freiwillig Werbung. Aber Unterhaltung suchen alle.

Hier also stichpunktartig ein paar Ideen, was Du so twittern kannst

  • Twittere Hinweise auf Deinen neuen Blogbeitrag.
  • Twittere Ankündigungen und Neuigkeiten aus Deiner Stadt oder Region. Du kannst hier immer auch retweeten.
  • Twittere Deine (Sonder-)Angebote.
  • Twittere Angebote befreundeter Unternehmer aus Deinem Ort.
  • Biete exklusive Rabatte für Deine Follower, nur einzulösen vor Ort (denn Du möchtest ja auch neue Kunden gewinnen).
  • Biete, sofern das zu Deinem Unternehmen passt, auch Support zu Problemen an. Die Deutsche Telekom macht das beispielsweise mit @telekom_hilft sehr erfolgreich.
  • Twittere doch mal live Deine Erlebnisse, wenn Du Deine Einkäufe im Großmarkt machst oder eine Fach-Messe besuchst.
  • Oder twittere ganz spontan, mit Deinem Mobiltelefon, wenn Du gerade ein lustiges oder erfreuliches Erlebnis mit einem Kunden hattest. Frag den Kunden, ob er bereit ist, ein Testimonial abzugeben und seinen Namen durch Dich nennen zu lassen.
  • Stelle Fragen an Deine Follower, zum Beispiel, wenn Du überlegst ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung in Dein Sortiment aufzunehmen.
  • Gib exklusive Previews oder Ankündigungen heraus, die Du ausschließlich über Twitter bekannt gibst.
  • Oder Du twitterst freie Kapazitäten, was sich besonders anbietet, wenn Du zum Beispiel ein Restaurant oder einen Friseursalon führst.

Spätestens jetzt hast Du bestimmt auch noch eigene Ideen, die genau zu Deinem Angebot und Deinen potenziellen Kunden passen, die Du über Twitter erreichen willst. Schreib sie Dir schnell auf, denn Ideen sind flüchtig. Nutze dafür zum Beispiel Evernote oder Google Notizen, so kannst Du bei Bedarf schnell darauf zurück greifen.

Und wie twittert Marketing-Zauber?

Unter @marketingzauber twittere ich natürlich auch. Wenn Du schauen willst, wie ich seit langen Jahren Twitter erfolgreich als Marketing-Instrument für mich einsetze, schaue einfach auf mein Konto @rutm. Inzwischen ist es ruhiger auf meinen Twitter-Konten geworden. Meine Zielgruppe ist auf Twitter nicht so aktiv, wie ich es mir wünschen würde. Daher konzentriere ich mich mehr auf die Kanäle, wo sich meine potenziellen Kunden lieber aufhalten. Aber aufgeben mag ich Twitter deswegen noch lange nicht.

Fazit

Du siehst, Twitter kann ein ernst zu nehmendes Marketing-Instrument für Deine regionalen Marketing-Maßnahmen sein. Du musst den Einsatz von Twitter allerdings strategisch angehen. Die ersten Anweisungen hast Du in diesem Beitrag erhalten. Aber es gibt natürlich noch viel mehr Tipps, die ich zu Twitter habe. Wenn Du noch Fragen zu Twitter hast, schreib sie mir doch in die Kommentare. Und wenn Du keine Zeit für einen Kommentar hast, hinterlasse doch gerne schnelle fünf Sterne für diesen Beitrag!

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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