Junger Spatz - Illustration zu Twitter für lokales Marketing

Kann man Twitter für lokales Marketing einsetzen?

Twit­ter für loka­les Mar­ke­ting? Das wider­spricht sich doch eigent­lich, oder? Denn bei Twit­ter geht es ja zunächst ein­mal darum, Reich­weite zu schaf­fen. Das bedeu­tet Streu­ver­luste. Fol­lo­wer kann man schlecht steu­ern, sie kom­men aus ganz Deutsch­land oder sogar aus aller Welt. Man hat nur wenig Text zur Ver­fü­gung und die Tweets sind auch rasend schnell wie­der aus den Time­li­nes der Fol­lo­wer ver­schwun­den. Wie um alles in der Welt soll Twit­ter also für loka­les Mar­ke­ting sinn­voll sein? 

Wenn Du nur ein­fach so, ohne Ziel und Stra­te­gie vor Dich hin twit­terst, heute mal ein Tweet, mor­gen kei­ner, über­mor­gen gleich zwan­zig auf ein­mal, dann wird Twit­ter für Dich nicht funk­tio­nie­ren. Auch, wenn Du immer nur Deine eige­nen Wer­bet­weets sen­dest, so wie auf dem Screen­shot hier, dann kann das nichts wer­den — wer will das denn schon lesen? Und dann auch noch in Dei­nem Ort?

Wie Du Deine lokale Twitter-Aktivität strategisch aufbaust

Follower-Aufbau bei Twitter für lokales Marketing

Gerade wenn Du mit Twit­ter erst anfängst, freust Du Dich über jeden neuen Fol­lo­wer. Aller­dings wirst Du fest­stel­len, dass viele der neuen Fol­lo­wer etwas von Dir wol­len: Näm­lich, dass Du auto­ma­tisch zurück folgst. Das soll­test Du auf kei­nen Fall tun, denn es gibt sehr viele Twit­te­rer, die Dir stra­te­gisch ein paar Tage fol­gen, um ganz gezielt nach weni­gen Tagen wie­der zu ent­fol­gen. Wenn Du das dann ver­passt, ist das schlecht für Deine eigene Fol­lo­wer-Bilanz. Denn um als wert­vol­ler Twit­te­rer zu zäh­len, brauchst Du mehr Fol­lo­wer als Du selbst ande­ren folgst. So stehst Du für wert­volle Inhalte, Kom­pe­tenz und hast eine bes­sere Repu­ta­tion.

Um nun die rich­ti­gen Fol­lo­wer zu fin­den, musst Du selbst aktiv wer­den. Suche gezielt nach Hash­tags zu Dei­nen The­men und Dei­ner Region. Wenn Du aus Dort­mund kommst, so suchst Du bei­spiels­weise nach #Dort­mund, #BvB, #Fuss­ball­mu­seum #ech­te­liebe, #west­fa­len­halle, #ruhr­ge­biet, #ruhr­york, #dort­mun­deru. Dann schaust Du, wer diese Hash­tags ver­wen­det und folgst ihnen ganz gezielt, wenn sie zu Dir pas­sen. Viele wer­den auto­ma­tisch zurück fol­gen. Das ist Deine Chance — wenn Du dann inter­es­sante Inhalte twit­terst (dazu wei­ter unten mehr), wer­den sie meist auch bei Dir blei­ben.

Lege Dir am bes­ten auch gleich eine öffent­li­che Liste an, die Du nach Dei­nem Ort benennst und füge diese Twit­te­rer die­ser Liste hinzu. Das ist einer­seits für Dich hilf­reich, um Dich ganz gezielt nur zu Dei­nem Ort zu infor­mie­ren und ande­rer­seits auch ein Mit­tel der Fol­lo­wer­bin­dung. Fügst Du jeman­den näm­lich einer öffent­li­chen Liste hinzu, wird er dar­über infor­miert. Die meis­ten füh­len sich geschmei­chelt und freuen sich.

Über­haupt sind Lis­ten ein tol­les Werk­zeug zum Fol­lo­wer-Auf­bau. Du kannst Dir eigene the­men­spe­zi­fi­sche Lis­ten anle­gen. Die gehei­men für Deine Recher­che (zum Bei­spiel mit Mit­be­wer­bern, die auch twit­tern, das muss nicht jeder sehen) oder öffent­li­che Lis­ten, mit denen Du auch ganz gezielt Fol­lo­wer anzie­hen kannst.

Schau Dir bei Twit­te­rern, die Du span­nend fin­dest, auch immer deren Lis­ten an. Hier fin­dest Du meist andere Twit­te­rer, auf die Du so von alleine nie gekom­men wärst und denen Du dann auch fol­gen kannst. Du kannst sogar erst die Liste von einem ande­ren Twit­te­rer abon­nie­ren. Mit dem Tool IFTTT kannst Du sogar den Auf­bau von Lis­ten auto­ma­ti­sie­ren.

Twitter-Reichweite strategisch einsetzen

Bei Twit­ter geht es vor allem um Reich­weite. Gehe nicht spar­sam mit Twit­ter um. Folge vie­len und schraube so ganz gezielt Deine Fol­lo­wer­zah­len in die Höhe. Was als Wider­spruch zum loka­len Mar­ke­ting erscheint, ist letzt­lich aber ein wert­vol­les Mar­ke­ting-Instru­ment für Dich. Denn wenn Deine Tweets so inter­es­sant sind, dass sie von Dei­nen Fol­lo­wern ret­wee­tet wer­den, so erhal­ten zum Bei­spiel die Web­adres­sen, auf die Du ver­linkt hast, eine erhöhte Anzahl an so genann­ten »sozia­len Signa­len«. Google wer­tet auch diese aus und zieht sie in das Ran­king Dei­ner Sei­ten mit ein.

Außer­dem hat ja auch jeder Dei­ner Fol­lo­wer wie­der Fol­lo­wer — mit gro­ßer Wahr­schein­lich­keit auch sol­che aus Dei­ner Region. So kommst Du in deren Time­line, obwohl Du sie noch gar nicht kann­test — und sie Dich nicht. Ein Hand­wer­ker aus der Nähe von Karls­ruhe hat Twit­ter schon vor vie­len Jah­ren als Mar­ke­ting-Instru­ment für sich ent­deckt und ist damit schließ­lich weit über seine Region hin­aus bekannt gewor­den. Wenn Du den Maler­meis­ter Deck noch nicht kennst, dann folge ihm auf Twit­ter und lerne von jeman­dem, der das Netz­werk wirk­lich ver­stan­den hat.

Um Deine Bezie­hun­gen zu ande­ren Twit­te­rern zu pfle­gen und so Deine Reich­weite zu erhö­hen, emp­fehle ich Dir drin­gend, bei bestimm­ten Twit­ter-Ritua­len mit­zu­ma­chen. Der #Fol­low­Fri­day, kurz #ff gehört auf jeden Fall dazu. Hier emp­fiehlt man sei­nen Fol­lo­wern ganz gezielt andere Fol­lo­wer. Stelle Deine Emp­feh­lungst­weets klug zusam­men. Dazu habe ich einen eige­nen Bei­trag geplant, denn das würde hier zu weit füh­ren, die­ses im Detail zu erklä­ren. So viel vorab: Du darfst auch Twit­te­rer emp­feh­len, die Dir noch nicht zurück fol­gen …

Twitters Schnelligkeit nutzen

Twit­ter ist bekann­ter­ma­ßen schnell. Spä­tes­tens nach weni­gen Minu­ten sind Deine Tweets schon wie­der aus den Time­li­nes Dei­ner Fol­lo­wer ver­schwun­den. Was Dir zunächst als Nach­teil erschei­nen mag, ist durch­aus vor­teil­haft. Denn wenn Du viel twit­terst und etwas auf zeit­li­chen Abstand ach­test, wirst Du nicht als Spam­mer und Dau­er­wer­ber wahr­ge­nom­men.

Die Schnel­lig­keit von Twit­ter ist aber auch eine Her­aus­for­de­rung für Dich. Du soll­test näm­lich mög­lichst regel­mä­ßig über den Tag ver­teilt twit­tern. Da Du Dich natür­lich nicht den gan­zen Tag mit Twit­ter beschäf­ti­gen kannst (irgend­wann musst Du ja auch mal Dein Geschäft füh­ren) kannst Du Twit­ter auch über spe­zi­elle Tools ein­set­zen, wie Hootsuite, Buf­fer oder Tweet­deck. Auch dazu wird in den kom­men­den Wochen ein eige­ner Bei­trag erschei­nen.

Twitter: Die Mischung macht’s

Achte beson­ders auch dar­auf, was Du twit­terst. Reine Wer­bet­weets, voll auto­ma­ti­siert »raus­ge­hauen«, ohne Kom­mu­ni­ka­tion mit Dei­nen Fol­lo­wern sind der sichere Weg ins Abseits. Nie­mand mag Dir wirk­lich fol­gen und genervt wirst Du nach weni­gen Wochen oder schon Tagen das Vögel­chen nicht mehr füt­tern — und Dein Twit­ter-Account wird wie einst das Tama­got­chi ohne Beach­tung eines stil­len Todes ster­ben.

So sollte Dein Twit­ter-Pro­fil nicht gefüllt sein.

Doch was inter­es­siert Deine Leser? Womit unter­hältst Du Deine Fol­lo­wer? Unter­hal­ten? Ja, Du hast rich­tig gele­sen: Wirb nicht nur, infor­miere nicht nur, son­dern unter­halte Deine Leser­schaft. Warum? Nie­mand (außer viel­leicht so ver­rückte Mar­ke­ting-Bera­ter wie ich) sieht und liest frei­wil­lig Wer­bung. Aber Unter­hal­tung suchen alle.

Hier also stichpunktartig ein paar Ideen, was Du so twittern kannst

  • Twit­tere Hin­weise auf Dei­nen neuen Blog­bei­trag.
  • Twit­tere Ankün­di­gun­gen und Neu­ig­kei­ten aus Dei­ner Stadt oder Region. Du kannst hier immer auch ret­wee­ten.
  • Twit­tere Deine (Sonder-)Angebote.
  • Twit­tere Ange­bote befreun­de­ter Unter­neh­mer aus Dei­nem Ort.
  • Biete exklu­sive Rabatte für Deine Fol­lo­wer, nur ein­zu­lö­sen vor Ort (denn Du möch­test ja auch neue Kun­den gewin­nen).
  • Biete, sofern das zu Dei­nem Unter­neh­men passt, auch Sup­port zu Pro­ble­men an. Die Deut­sche Tele­kom macht das bei­spiels­weise mit @telekom_hilft sehr erfolg­reich.
  • Twit­tere doch mal live Deine Erleb­nisse, wenn Du Deine Ein­käufe im Groß­markt machst oder eine Fach-Messe besuchst.
  • Oder twit­tere ganz spon­tan, mit Dei­nem Mobil­te­le­fon, wenn Du gerade ein lus­ti­ges oder erfreu­li­ches Erleb­nis mit einem Kun­den hat­test. Frag den Kun­den, ob er bereit ist, ein Tes­ti­mo­nial abzu­ge­ben und sei­nen Namen durch Dich nen­nen zu las­sen.
  • Stelle Fra­gen an Deine Fol­lo­wer, zum Bei­spiel, wenn Du über­legst ein neues Pro­dukt oder eine neue Dienst­leis­tung in Dein Sor­ti­ment auf­zu­neh­men.
  • Gib exklu­sive Pre­views oder Ankün­di­gun­gen her­aus, die Du aus­schließ­lich über Twit­ter bekannt gibst.
  • Oder Du twit­terst freie Kapa­zi­tä­ten, was sich beson­ders anbie­tet, wenn Du zum Bei­spiel ein Restau­rant oder einen Fri­seur­sa­lon führst.

Spä­tes­tens jetzt hast Du bestimmt auch noch eigene Ideen, die genau zu Dei­nem Ange­bot und Dei­nen poten­zi­el­len Kun­den pas­sen, die Du über Twit­ter errei­chen willst. Schreib sie Dir schnell auf, denn Ideen sind flüch­tig. Nutze dafür zum Bei­spiel Ever­note oder Google Noti­zen, so kannst Du bei Bedarf schnell dar­auf zurück grei­fen.

Und wie twit­tert Mar­ke­ting-Zau­ber?

Unter @marketingzauber twit­tere ich auch erst seit weni­gen Wochen. Für die­ses Konto stehe ich genau wie Du noch am Anfang. Wenn Du schauen willst, wie ich seit vie­len Jah­ren Twit­ter erfolg­reich als Mar­ke­ting-Instru­ment für mich ein­setze, schaue ein­fach auf mein Konto @rutm. Wenn Du magst, folge mir doch ein­fach.

Fazit zu Twitter als lokales Marketing-Instrument

Du siehst, Twit­ter ist auch ein ernst zu neh­men­des Mar­ke­ting-Instru­ment für Deine regio­na­len Mar­ke­ting-Maß­nah­men. Du musst den Ein­satz von Twit­ter aller­dings stra­te­gisch ange­hen. Die ers­ten Anwei­sun­gen hast Du in die­sem Bei­trag erhal­ten. Aber es gibt natür­lich noch viel mehr Tipps, die ich zu Twit­ter habe. Wenn Du noch Fra­gen zu Twit­ter hast, schreib sie mir doch in die Kom­men­tare. Ich werde sie ent­we­der direkt beant­wor­ten oder in meine Bei­träge zu Twit­ter in den kom­men­den Wochen auf­neh­men.

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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