Junge Frau beim Podcast-Einsprechen: Was ist eigentlich ein Podcast? Und warum könntest Du einen brauchen?

Was ist ein Podcast und warum?

Letzte Aktualisierung 27. September 2020

Auch wenn ich in meinem Netzwerk mittlerweile das Gefühl habe, dass jeder Zweite einen eigenen Podcast hat, treffe ich doch immer wieder auf Menschen, die vielleicht den Begriff schon einmal gehört haben, aber nicht so genau wissen, was das eigentlich ist. In diesem Beitrag erkläre ich, was ein Podcast überhaupt ist, schildere Dir, wie ich selbst zum Podcasten gekommen bin und gebe Dir eine ganze Reihe von Argumenten, warum Du vielleicht auch Deinen eigenen Podcast starten solltest.

Was ist ein Podcast? Netflix zum Hören!

Ein Podcast ist wie eine aufgezeichnete Radiosendung, die man zeitversetzt über das Internet hören kann. Das Hören ist direkt über eine Webseite oder mit Hilfe einer speziellen App möglich.

Ähnlich wie ein Blog ist ein Podcast also ein Medium, in dem mehr oder weniger regelmäßig neue Inhalte veröffentlicht werden. Man spricht auch von Audioblogging. Ohne Internet sind weder Blogs noch Podcasts möglich.
Heutzutage kann jeder mit ein paar wenigen technischen Hilfsmitteln einen eigenen Podcast veröffentlichen. In der Regel kannst Du Podcasts kostenlos hören, es gibt aber auch kostenpflichtige, beispielsweise zum Thema Sprachenlernen.

Neben Unternehmern und Unternehmen, Privatpersonen und Künstlern aller Art gibt es inzwischen auch professionell produzierte Podcasts von den großen etablierten Medien (Radiosender beispielsweise). Diese verändern natürlich auch die Hörgewohnheiten. Die Qualität der Produktion hat sich immer weiter professionalisiert.

Jedenfalls kann jeder, der einen Podcast hören möchte, aus einer riesigen Zahl aus Podcasts wählen. Im deutschsprachigen Raum soll es inzwischen Podcasts in 5-stelliger Höhe geben – das klingt nach viel, aber da ist ganz sicher auch noch Platz für Deinen!

Meine persönliche Podcast-Geschichte

Irgendwann in den Jahren 2001 oder 2002 gelangte der Musik-Player iTunes auf meine Festplatte. Die Zeitschrift c’t, die ich damals abonniert hatte und regelmäßig verschlang, hatte darüber berichtet. Die genaue Anfangsgeschichte der ersten Podcasts und wie es zu dem Namen kam, kannst Du in der Wikipedia nachlesen.

Damals hatte ich Podcasts noch nicht auf dem Schirm.

Im Sommer 2006 gewann ich dann einen iPod! Und da fiel mir zu ersten Mal die Rubrik „Podcast“ in iTunes auf. Zwar gab es damals fast ausschließlich amerikanische Podcasts, aber das hielt mich nicht ab, in diese neue Welt einzutauchen.

Das Hören war etwas umständlich, erst mussten die einzelnen Folgen in iTunes heruntergeladen werden und anschließend auf den iPod transferiert. Dennoch war ich fasziniert und von fortan Hörer.

Als ich 2011 mein erstes Smartphone kaufte, kam dann natürlich auch eine App zum Hören von Podcasts darauf. Mittlerweile gab es auch mehr deutschsprachige Podcasts. Ich hörte immer mehr und zwischendurch blitzte auch mal der Gedanke auf, dass es doch toll wäre, einen eigenen zu haben.

Als ich 2012 den Podcast der Schreibdilettanten entdeckte, war ich schon so angefixt, dass ich bei Marcus und Axel nachfragte, wie sie denn ihre Aufnahmen machen würden. Die Antwort kam: Mit einem Diktiergerät. Das war schnell gekauft, aber dann waren mir doch die technischen Hürden für die Veröffentlichung zu hoch.

Als ich 2016 mit Marketing-Zauber startete, war mir sofort klar, dass ich nun endlich auch einen Podcast wollte. Damals hörte ich schon bei Gordon Schönwälders Podcast über Podcasts (Den Podcast-Helden-Podcast) mit und es war klar, dass die technischen Hürden inzwischen viel geringer waren.

Das würde ich schaffen!

Aber zunächst einmal wollte ich meinen Blog an den Start bringen und mein Mitgliedsprogramm, den Marketing-Zauber-Zirkel. Für den Herbst war dann der eigene Podcast geplant. Ich mache es kurz: Der Start verschob sich aus verschiedenen Gründen mehrfach, bis ich im März 2019 endlich damit an den Start ging.

Welche Gründe sprechen für einen Podcast?

Ein Podcast kann ein sinnvolles und vor allem auch wirksames Instrument Deiner Content Marketing Strategie sein.

Warum ist das so?

Darauf gibt es mehr als eine Antwort!

Podcasts kannst Du mobil konsumieren

Wir alle verbringen sowieso schon viel zu viel Zeit vor Bildschirmen. Da ist es schön, mal ein Medium zu haben, das ohne auskommt. Darum werden Podcasts nicht nur zu Hause oder am Arbeitsplatz am PC konsumiert, sondern vor allem auch unterwegs im Auto, beim Spazierengehen oder beim Sport oder auch bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (vergleiche Folie 18 dieser Studie) Ich höre sie Podcasts beim Autofahren, Spazierengehen und beim Bügeln. Als ich noch ein Abo fürs Fitness-Studio hatte, habe ich gerade auch dort sehr gerne und viel Podcasts gehört.

Podcasts bestätigen Deinen Experten-Status

Mit Podcasts verhält es sich ähnlich wie mit dem Bloggen: Wenn Du regelmäßig Inhalte zu Deinem Thema veröffentlichst, stellst Du damit Dein Know how und Deinen Experten-Status unter Beweis.

Podcasts machen Dich als Person nahbar

Der Sender WDR2 hat in seiner Eigenwerbung für Hörfunkwerbung schon seit langen Jahren einen Claim, der auch perfekt auf Podcasts für Dein Eigenmarketing passt: „Geht ins Ohr, bleibt im Kopf!“

Dichter kommst Du an Deine Interessenten kaum ran! Gerade, wenn Du persönliche Dienstleistungen erbringst, kann das ein wichtiger Faktor der Vertrauensbildung sein. Nur Deine Stimme und Dein Hörer – intimer geht es kaum!

Als Hörerin erlebe ich diesen Effekt immer wieder, wenn ich plötzlich auf einer Veranstaltung die Menschen persönlich treffe, deren Podcasts ich schon höre. Mir fällt die Kontaktaufnahme dann viel leichter, weil „ich kenne ja diesen Menschen schon!“. 🙂 Da ist mir dann sogar (fast) egal, dass das umgekehrt nicht der Fall ist. 😉

Der Wettbewerb ist auch schon da!

Ich behaupte mal, es gibt kein Thema, zu dem es nicht schon einen Podcast gibt. Das sollte Dich aber nicht abhalten, einen eigenen Podcast zu starten (und regelmäßig neue Folgen zu veröffentlichen). Denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft – und wenn Dein Thema schon vertreten ist, so heißt das, dass bei den Hörern auch Bedarf besteht!

Podcast-Folgen sind schnell und einfach erstellt

Klar, auch hier muss man sich ein wenig einarbeiten. Wie bei allem, was neu ist, braucht die Erstellung einer einzigen Podcast-Folge anfangs richtig viel Zeit und geht dann aber immer schneller von der Hand. Derselbe Inhalt, als Podcast-Folge erstellt, braucht viel, viel weniger Zeit als ein Blogartikel.

Als Beispiel: Die reine Schreibzeit meiner Blogartikel beträgt so um drei Stunden für 2000 Wörter. Diese 2000 Wörter kann ich aber in ungefähr 30 Minuten locker einsprechen. Klar, dann kommt noch das Schneiden und die Aufbereitung der Shownotes dazu – aber auch den Blogartikel muss ich ja noch „schön“ machen – und das braucht auch seine Zeit.

Die Popularität von Podcasts steigt aktuell jährlich

Als ich 2006 anfing, Podcasts zu hören, war das noch eine Sache für ein paar Eingeweihte und Nerds. Den ersten Schub brachten die iPods von Apple (nach denen ja auch der Begriff Podcast geschaffen wurde – vorher sprach man eher von Audioblogs). Das iPhone mit der integrierten Podcast-App brachte dann den nächsten Hörerschub. Plötzlich musste man die Podcasts nicht erst am PC herunterladen und dann auf den MP3-Player überspielen, sondern nun war es möglich, Podcast auch mobil im Streaming zu hören.

Wie praktisch!

Klar, dass auch für Android Smartphones schnell Apps verfügbar waren, die dasselbe ermöglichten. Trotzdem scheinen Android-Nutzer bisher noch mit dem Medium etwas zu fremdeln. Inzwischen hat auch Google eine eigene Podcast-App veröffentlicht – und damit wird es auch für weniger experimentierfreudige Nutzer leichter, Podcasts als Medium für sich zu entdecken.

Ein weiterer Schub für die zunehmende Popularität kam dann durch die Möglichkeit, Autoradios per Bluetooth mit dem Smartphone zu verbinden. Als ich 2016 ein neues Auto bekam, war mir diese sogenannte Connect-Ausstattung wichtiger als alle anderen Aussstattungsmerkmale (bis auf Klima-Anlage und Sitzheizung vielleicht 😉 ).

Neben den großen Medienhäusern haben auch andere populäre Audio-Dienste inzwischen Podcasts für sich entdeckt. So Spotify, Deezer, Audible und kürzlich (2020) auch Amazon!

Wie viel „Musik“ in Podcasts steckt, zeigt Dir im Übrigen auch dieser Artikel von Ubermetrics. Und wenn dieser Artikel Dich noch nicht überzeugen konnte, das hier sagt die Wirtschaftswoche zu Podcasts.

Auch Deine Zielgruppe hört Podcasts!

Glaubst Du nicht? Doch, die Zahlen der ARD-Studie Spot On aus dem Jahr 2018 besagen genau das:

Von 70 Millionen Menschen in Deutschland im Alter von über 14 Jahren kennt über die Hälfte (39 Millionen) den Begriff „Podcast“ und über 20 Millionen (also fast 30 Prozent) haben in den 12 Monaten vor der Befragung einen Podcast gehört.

Diese Zahlen zeigen vor allem eines: Die Zahl der potenziellen Hörer ist bereits riesig (20 Millionen, um genau zu sein. Das findest Du wenig? Vergleiche mal: Australien hat gerade mal 23 Millionen Einwohner!). Gleichzeitig ist da noch viel Luft nach oben!

Wie cool ist das denn?!

Bei 20 Millionen Hörern (inzwischen dürften es noch ein paar mehr sein), ist Deine Zielgruppe garantiert auch dabei!

Fast alle Altersgruppen hören Podcasts!

In der Spot On Studie wird zwar betont, dass Podcast-Hörer tendenziell jünger sind, aber ich lese die Zahlen anders. Dort steht:

  • 31 Prozent aller Podcast-Hörer sind 14 bis 29 Jahre alt
  • 40 Prozent aller Hörer sind 30 bis 49 Jahre alt
  • 29 Prozent aller Hörer sind älter als 50 Jahre!

Während die klassische Werbeindustrie natürlich auf die sogenannte „werberelevante Zielgruppe“ starrt (meiner Meinung nach sowieso ein falsches Konstrukt) und betont, dass 71 Prozent aller Hörer jünger sind als 50 Jahre, sehe ich eher, dass fast dieselbe Zahl (69 Prozent) aller Hörer älter ist als 30 Jahre.

Wie praktisch, dass das genau dem Alter meiner Zielgruppe und wahrscheinlich auch Deiner Zielgruppe entspricht!

Podcast-Hörer haben Geld!

Laut benannter Studie haben 35 Prozent aller Hörer von Podcasts ein Haushaltsnettoeinkommen von über 3000 Euro netto im Monat. Bei Nichthörern haben das nur 20 Prozent!

Muss nun jeder einen Podcast haben?

Nein, ganz sicher nicht.

Musst Du einen Podcast haben?

Nun, darauf habe ich zwei Antworten:

Ja, Du musst einen Podcast haben

Wenn Du eine Möglichkeit suchst, Deine Reichweite zu erhöhen, neue Kundenkreise zu erschließen und Dich von anderen Kanälen wie Facebook und Co. unabhängiger zu machen, ja, dann solltest Du einen Podcast in Erwägung ziehen. Die Gründe im Detail habe ich Dir ja weiter oben genannt.

Nein, Du musst keinen Podcast haben

Wenn Du selbst nur ungern oder gar keine Podcasts hörst, solltest Du ganz bestimmt keinen eigenen starten. Nur, wenn Du das Medium selbst kennst und magst, wirst Du auch einen überzeugenden Podcast erschaffen können.

Das heißt jetzt nicht, dass Du täglich mehrere Stunden Podcasts hören musst. Aber wenn Du selbst nur mal ab und zu „alibihalber“ in den einen oder anderen Podcast reinhörst, wird es Dir schwer fallen, mit dem Medium richtig warm zu werden.

Außerdem:

Wenn Du Dich bereits vor Kunden kaum retten kannst, brauchst Du vielleicht keinen Podcast.

Wenn Du überhaupt nicht gerne redest und vor allem, wenn Du nichts über Dein Unternehmen zu erzählen hast, brauchst Du ebenfalls keinen Podcast.

Wenn Du gerne alle Eier in einen Korb legst (und beispielsweise nur bloggst), brauchst Du ebenfalls keinen Podcast.

Und wenn Du absolut technikfeindlich bist, solltest Du es vielleicht wirklich besser lassen (damit meine ich, dass Du nicht in der Lage bist, ein paar Formularfelder auf einer Webseite auszufüllen und immer Word öffnest, wenn Du ein Bild bearbeiten willst – wenn Du das nicht machst, bist Du auch nicht absolut technikfeindlich).

Alles zu Deiner Zeit

Jetzt, genau jetzt, ist nach meinem Verständnis ein wunderbarer Moment, mit einem Podcast zu beginnen:

Das Medium ist etabliert genug, um nicht ein kleines Nischendasein zu fristen. Es gibt zwar bereits viele Podcasts, aber noch sind die Anbieterzahlen nicht unüberschaubar.

Klar, die Ansprüche der Hörer an die Qualität der Produktion allgemein steigt gerade, weil auch immer mehr Medienprofis Podcasts anbieten – aber gerade im Business-Umfeld zählen derzeit Authentizität und Nähe noch mehr als eine perfekte Audioqualität oder ein professioneller Sprecher.

Im Gegenteil:

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit auf Facebook eine Diskussion mitverfolgt, bei der eine Marketing-Kollegin von mir geradezu angefeindet wurde, weil sie ihren Podcast nicht selbst sprach sondern von einem professionellen Sprecher hatte lesen lassen.

Aber, wie Du an meiner eigenen Podcast-Geschichte sehen kannst:

Der Moment zum Start muss auch für Dich der richtige sein. Hier bringt es nichts, überstürzt einen Podcast-Start hinzulegen, zwar mit viel Elan zu starten, dann aber festzustellen, dass Deine Ressourcen doch nicht reichen und Du Deinen Podcast sterben lassen musst.

Obwohl, auch das muss nicht sein: Ein Podcast muss nicht Woche für Woche eine neue Folge liefern. Auch meinen Podcast kann ich gerade aus Zeitgründen nicht weiterführen – aber er wird wieder kommen!

Übrigens – klar, ich hätte mich auch selbst ohne Hilfe in die ganze Technik reinwurschteln können. Ich bin aber super froh, mir das Bundle von Gordon Schönwälders drei Selbstlernkursen gegönnt zu haben. So wusste ich in jedem Moment, was ich genau zu tun hatte. Die Kurse sind kurz und übersichtlich, die einzelnen Lektionen nicht zu lang und angenehm auf den Punkt. Wenn Du nun Blut geleckt hast und auch einen eigenen Podcast haben möchtest, Dir die ganze Technik aber noch irgendwie ein Buch mit sieben Siegeln ist – dann klicke auf diesen Link und hole Dir das Bundle!*

(Sternchen-Links sind wie immer Werbelinks, bei denen Du nicht mehr zahlst, ich aber eine Provision erhalte)

Fazit

Als begeisterte langjährige Podcast-Hörerin war mein eigener Podcast schon lange überfällig (nebenbei: Bist Du schon Abonnentin? Nicht? Dann aber fix!). Mir macht aber nicht nur das Hören Spaß, sondern auch das Produzieren. Dazu bin ich davon überzeugt, dass ich hier ein weiteres Instrument in mein Marketing-Orchester aufgenommen habe, das mir weitere Kundenkreise erschließt und auch zur Interessentenbindung beiträgt.

Natürlich braucht ein neuer Podcast gerade anfangs auch ein eigenes Marketing, doch mit der Zeit wird sich auch dieser Aufwand rentieren. Das gilt für meinen Podcast genau so wie für Deinen.

Jetzt interessiert mich:

Wie stehst Du zu Podcasts? Bist Du bereits Podcast-Fan? Podcastest Du vielleicht schon viel länger als ich und sagst mir, dass ich Dir gerade einen langen Bart erzählt habe? Oder stehst Du Podcasts eher skeptisch gegenüber? Wie immer freue ich mich über Deinen Kommentar – und wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, auch über schnelle 5-Sterne gleich hier.

4.8/5 (6 Reviews)

Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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