Erfahrungen & Bewertungen zu Rat & Tat Marketing Birgit Schultz - Marketing-Zauber Wirbst Du noch oder spammst Du schon? Marketing-Zauber
Werbung oder Spam - Pawlowscher Hund

Wirbst Du noch oder spammst Du schon?

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Gerade lese ich zum zwei­ten Mal das kleine aber sehr emp­feh­lens­werte Büch­lein Show Your Work! von Aus­tin Kleon [Wer­be­link]. In Kapi­tel 7 schreibt Aus­tin über “mensch­li­chen Spam” und dass eben diese nicht zuhö­ren, aber selbst erzäh­len wol­len.

Was mich zu die­sem Bei­trag inspi­riert hat, denn schon seit län­ge­rem fällt mir vie­ler­orts ein dazu pas­sen­des, ganz bestimm­tes Ver­hal­ten auf. Bevor ich da näher drauf ein­gehe, beleuchte ich aber erst ein­mal die fol­gende Frage:

Magst Du lie­ber hören als lesen? Bit­te­schön!

Was macht eigentlich ein wertvolles Angebot aus?

Goog­lest Du nach “Kri­te­rien guter Wer­bung”, so wirst Du mit 13 Mil­lio­nen Such­ergeb­nis­sen belohnt. Ein Thema also, das vie­len auf den Nägeln brennt und des­sen sich auch schon sehr viele ange­nom­men haben.

Ich unter­scheide hier immer zwi­schen dem Inhalt und der Ver­brei­tung (Pro­mo­tion). Bei den Inhal­ten sind die Kri­te­rien klar:

Kriterien guter Werbung

Gute Wer­bung

  • kennt die Bedürf­nisse der Ziel­gruppe
  • ver­spricht deren Erfül­lung und
  • löst eine Hand­lung, näm­lich den Kauf, aus.

Das ist also die erste Haus­auf­gabe, die Du zu erle­di­gen hast — und ich weiß, dass schon das nicht für jede ein­fach umzu­set­zen ist. Sollte Deine Wer­bung also nicht wie gewünscht funk­tio­nie­ren, fang unbe­dingt an die­ser Stelle noch ein­mal an, Dich mit Dei­nem Ange­bot aus­ein­an­der zu set­zen. Prüfe, ob Du nicht bereits hier etwas opti­mie­ren kannst.

Ein Bei­spiel aus der Ver­gan­gen­heit:

Als das Inter­net noch in den Kin­der­schu­hen steckte (in den frü­hen und mitt­le­ren 1990ern) war ich noch Abon­nen­tin der hie­si­gen Tages­zei­tung. Ins­be­son­dere mon­tags gab es in der Regel viele Bei­le­ger (Pro­spekte), die ich nor­ma­ler­weise durch “Aus­schüt­teln” der Zei­tung als ers­tes ent­sorgte.

Bis zu dem Moment, an dem über das Wochen­ende meine Wasch­ma­schine kaputt gegan­gen war. Online bestel­len oder auch nur infor­mie­ren war noch nicht — und so habe ich sehn­süch­tig auf die Bei­le­ger am Mon­tag­mor­gen gewar­tet. So wurde der läs­tige Spam, den ich auch noch selbst durch den Weg zum Alt­pa­pier-Con­tai­ner ent­sor­gen musste, plötz­lich zur wert­vol­len Infor­ma­tion.

Die Wahr­neh­mung von Wer­bung kann dem­nach sehr unter­schied­lich sein, je nach Situa­tion, in der sich der Bewor­bene befin­det, wird Wer­bung mög­li­cher­weise auch gar nicht als “Wer­bung” oder gar Spam, son­dern als wert­volle Infor­ma­tion emp­fun­den. Das ist immer dann der Fall, wenn ein aku­ter Bedarf gege­ben ist.

Zu Spam wird Wer­bung also immer dann, wenn sie weder nütz­lich noch rele­vant ist. Wenn sie also an unpas­sen­der Stelle im unpas­sen­den Moment erfolgt. Davon gibt es erstaun­lich viele Mög­lich­kei­ten …

Möglichkeiten zur Promotion in den Social Media

Für uns Solo­pre­neu­rin­nen sind Social Media end­lich ein­mal Kanäle, auf denen wir reelle Chan­cen haben, unsere Ziel­kun­den auch in grö­ße­rer Zahl zu errei­chen, als wenn wir uns nur auf loka­len Netz­werk­tref­fen in unse­rer Region tum­meln oder zu hor­ren­den Prei­sen Anzei­gen in der Lokal­zei­tung schal­ten kön­nen.

Die ver­schie­de­nen Wege, die ich Dir hier gleich auf­zeige, funk­tio­nie­ren — aber sie funk­tio­nie­ren unter­schied­lich gut und Du musst über­le­gen, wo und wie Du da Deine Ener­gie hin­ein ste­cken kannst und willst. Und sehr schnell kannst Du hier auch unge­wollt zum Spam­mer wer­den.

Newsletter und Messenger-Nachrichten

Hier gilt, wenn Du immer nur eigene Wer­bung ver­brei­test, lau­fen Dir die Abon­nen­ten davon. Du musst Dir also schon eine gute Con­tent Mar­ke­ting Stra­te­gie über­le­gen. Außer­dem ist es gar nicht (mehr) so leicht, Deine Lis­ten mit (neuen) Lesern zu fül­len. Die DSGVO mit dem Kopp­lungs­ver­bot hat ihren Teil dazu bei­getra­gen, aber viele unse­rer Ziel­kun­den sind auch News­let­ter- und sons­tige Ange­bote ein­fach leid und mel­den sich kon­se­quent von allem ab. Wer nicht — wie ich — an der Angst, etwas zu ver­pas­sen, lei­det (neu­deutsch: Fomo — Fear of mis­sing out), mel­det sich kon­se­quent von den meis­ten Ange­bo­ten ab und gar nicht mehr für neue an.

Spezielle Werbegruppen auf Facebook

Gibst Du in die Grup­pen­su­che bei Face­book den Begriff “Wer­bung” ein, fin­dest Du sehr schnell Grup­pen wie “Wer­bung für alles und jeden”, “Wer­be­gruppe nur für Frauen”, “Wer­bung Semi­nar­ankün­di­gun­gen” und so wei­ter und so fort.

Der Vor­teil, wenn Du in die­sen Grup­pen Deine Wer­bung pos­test: Sie stört hier nie­man­den.

Der Nach­teil: Sie hat hier auch kaum Wir­kung. Zu breit gestreut sind die Inhalte, zu wenig Inter­ak­tion fin­det statt. Hier hast Du den klas­si­schen Fall eines Ver­käu­fer­markts, dem die Käu­fer feh­len. Denn:

Nie­mand schal­tet frei­wil­lig das Wer­be­fern­se­hen ein. Klick um zu Twee­ten

Das stimmt nicht ganz, wie der große Erfolg von Ver­kaufs­sen­dern wie QVC, HSE24 oder Son­nen­klar TV zeigt. Aber: Hier wird eben nicht nur Wer­bung gemacht, son­dern es wird auch unter­hal­ten, es wer­den Bedürf­nisse geweckt — und sofort erfüllt. Der Erfolg fußt vor allem dar­auf, dass hier eine Ziel­gruppe ganz gezielt ange­spro­chen wird, die ers­tens kein Inter­net nutzt und viel freie Zeit hat — näm­lich bei­spiels­weise meine Mut­ter und Schwie­ger­mut­ter … Ohne das Sen­de­schema, bestimmte Pro­dukte zu bestimm­ten Zei­ten zu bewer­ben und ohne die teil­weise künst­li­che Ver­knap­pung würde das ganze aber nicht funk­tio­nie­ren.

Wenn Du noch ganz am Anfang Dei­ner Online-Selbst­stän­dig­keit stehst, kön­nen diese Grup­pen eine Chance sein. Ich selbst habe sie in der Anfangs­zeit von Mar­ke­ting-Zau­ber genutzt und in sel­te­nen Fäl­len (blin­des Huhn und so wei­ter), poste ich da ab und zu auch mal noch ein Ange­bot. In der Regel steht der Auf­wand aber in kei­nem Ver­hält­nis zum Ertrag.

Posten von Werbung direkt in Gruppen

Abge­se­hen davon, dass das meis­tens ver­bo­ten ist und in der Regel mit dem Grup­pen­aus­schluss geahn­det wird: Hier besteht ein mas­si­ves Rele­vanz­pro­blem. Die bes­ten Kar­ten hat hier immer noch die Admine, denn die darf das 😉 und wenn sie ihre Mit­glie­der sorg­fäl­tig aus­wählt, dann dürf­ten die Ange­bote für die Mit­glie­der auch wirk­lich rele­vant sein.

Die Pro­ble­ma­tik für die­ses Vor­ge­hen liegt im rela­tiv hohen Ein­satz von Zeit und Ideen, die es benö­tigt, eine eigene Gruppe (Com­mu­nity) auf­zu­bauen und bei der Stange zu hal­ten. Ich spre­che aus Erfah­rung. Meine Gruppe kos­tet mich locker eine Stunde täg­lich, manch­mal mehr!

Oft genug habe ich in den letz­ten Jah­ren schon Grup­pen gese­hen, die für die Admins aus wel­chem Grund auch immer ihren Reiz ver­lo­ren, dann an andere Per­so­nen über­ge­ben wur­den, die sich dann die Beine aus­rei­ßen, um dort für Inter­ak­tion und Wachs­tum zu sor­gen und es ein­fach nicht schaf­fen, weil sie eben nicht die ursprüng­li­che Grup­pen­grün­de­rin sind. Ich kenne selbst nur ein ein­zi­ges Bei­spiel, bei dem es eini­ger­ma­ßen funk­tio­niert hat — und das war sehr pro­fes­sio­nell von bei­den Per­so­nen vor­be­rei­tet.

Posten von Angeboten auf den eigenen Seiten und Profilen

Hier bist Du Haus­her­rin, hier darfst Du sein. Aber das bedeu­tet noch lange nicht, dass Du hem­mungs­los per­ma­nent Deine eigene Wer­bung raus­hauen soll­test. Denn das geht garan­tiert schief. Wer die eigene Face­book-Seite, das eigene Lin­kedIn- oder Twit­ter-Pro­fil oder was auch immer als rei­nen Push-Wer­be­ka­nal ver­steht, wird es schwer haben, Reich­weite auf- und aus­zu­bauen. Sind die Posts all­ge­mein zu werb­lich, bleibt die Inter­ak­tion aus — und ohne Inter­ak­tion keine Reich­weite der Posts! Ohne Reich­weite … null Wir­kung!

Spezielle Werbeposts an bestimmten Tagen

Auch in mei­ner Mar­ke­ting-Zau­ber-Gruppe (bist Du Solo­pre­neu­rin und noch kein Mit­glied? — dann bitte hier ent­lang!) habe ich mon­tags eine Mög­lich­keit geschaf­fen, für die eige­nen Ange­bote zu wer­ben. Im Grund­satz besteht auch hier das­selbe Pro­blem wie in den Wer­be­grup­pen: Die Ange­bote sind zu belie­big, ins­ge­samt schauen hier in der Regel nur die­je­ni­gen rein, die selbst etwas anzu­bie­ten haben.

Warum ich trotz­dem so einen Post Woche für Woche anbiete? Weil ich (meis­tens) die Kom­men­tare in die­sem Post mode­riere. Meine Anfor­de­rung an die Teil­neh­mer ist, dass sie sich auch die Kom­men­tare (und damit die Ange­bote) der ande­ren anschauen, sich ihre Mei­nung bil­den, über­le­gen, was sich hier bes­ser machen ließe und kon­struk­tive Kri­tik hin­ter­las­sen sol­len. Klar, dass sich bei der Beschäf­ti­gung mit den Ange­bo­ten der ande­ren auch durch­aus mal Kauf­trans­ak­tio­nen erge­ben. Auch das ist erwünscht.

Ob diese Wer­be­posts funk­tio­nie­ren, liegt also auch am Enga­ge­ment der Admins — und an der Bereit­schaft der Grup­pen­mit­glie­der, den Regeln zu fol­gen. In mei­ner Gruppe klappt es an man­chen Tagen traum­haft gut, an ande­ren wie­der gar nicht.

Ganz beson­ders schlimm wird es, wenn gar nicht mehr dar­auf geach­tet wird, was in einem Tages­post gerade gefragt ist. Ich habe selbst schon Fälle erlebt, die kannst Du Dir kaum aus­den­ken! So habe ich eine bestimmte Rubrik, den “Boost für Dein Busi­ness”, die immer mitt­wochs dran ist. Hier habe ich mitt­ler­weile 13 ver­schie­dene Auf­ga­ben zusam­men­ge­stellt. Diese sol­len den Mit­glie­dern mei­ner Gruppe hel­fen, regel­mä­ßig für ihr Mar­ke­ting um die Ecke zu den­ken, neue Wege zu gehen und natür­lich auch durch ihre Kom­men­tare an die­sem Tag auf sich auf­merk­sam zu machen.

Was da so zwi­schen­zeit­lich abgeht!

Nicht nur, dass die Auf­ga­ben ver­spä­tet kom­men­tiert wer­den (ja, Face­books Algo­rith­mus spült den Post oft erst Tage in die Time­li­nes, aber da bin ich dia­man­t­hart … gepos­tet wer­den darf nur am ange­ge­be­nen Tag)!

Nein, die Auf­ga­ben wer­den teil­weise auch kom­plett igno­riert und dann ein­fach ein Stan­dard-Wer­be­post plat­ziert.

Da wird nicht mehr gele­sen und auch nicht mehr rich­tig hin­ge­schaut. In einer Art pawlow’schem Reflex wird nach dem Hit-and-Run-Prin­zip (Anhauen, Umhauen, Abhauen), ein­fach — bitte ent­schul­dige meine Worte — der eigene Scheiß ohne Rück­sicht auf Ver­luste raus­ge­kotzt. Das geht auch in ande­ren Grup­pen so weit, dass, ver­gisst ein Admin ein­mal, sei­nen Wer­be­post pünkt­lich zur Ver­fü­gung zu stel­len, ein­fach ein älte­rer Post raus­ge­sucht und darin kom­men­tiert wird. Wie respekt­los geht’s eigent­lich noch?!

Haupt­sa­che raus mit dem Scheiß! Und Haupt­sa­che, schnell wie­der weg — denn ich hab’ ja keine Zeit!

Kin­ners, so funk­tio­niert das nicht!

Wieso glau­ben diese Per­so­nen (ich bin mir sicher, liebe Lese­rin, lie­ber Leser, dass Du das nicht machst), dass sich irgend­wer für diese Posts inter­es­siert, wenn sie sich selbst nicht für die ande­ren inter­es­sie­ren?

Da wird das “Social” in Social Media kom­plett ver­ges­sen!

Ja, das kann pas­sie­ren, wenn man den eige­nen vir­tu­el­len Assis­ten­ten (VA) nicht sau­ber brieft. Aber allein schon der Ein­satz eines VA zeugt schon von Miss­ach­tung des Prin­zips. Der VA wird da zum Bot degra­diert — und wenn wir nur VAs kom­men­tie­ren las­sen, sehen auch bes­ten­falls VAs unsere Kom­men­tare. Von Lern­ef­fekt oder ech­tem Net­wor­king keine Spur!

Du merkst, wie sehr mich das ärgert, nicht?

Fazit — wer nicht wirbt, stirbt — aber das Wie entscheidet!

Wenn Du Dich für den Weg des orga­ni­schen Mar­ke­tings ent­schei­dest, dann gehe ihn mit allen Kon­se­quen­zen. Diese Kon­se­quen­zen hei­ßen:

  • Zeit - unter­schätze den zeit­li­chen Auf­wand nicht, wenn Du es rich­tig machen und nicht dele­gie­ren willst
  • Ideen - ohne ori­gi­nelle Ideen, wie Du auf Deine Ange­bote in dem Über­an­ge­bot, das über­all herrscht, auf­merk­sam machen kannst, geht es nicht!
  • Mut - habe auch den Mut, ein­mal neue Wege zu ver­su­chen, etwas anders zu machen, als andere. Pro­vo­ziere, sei humor­voll, sei krea­tiv anders.
  • Aus­dauer - lass Dich nicht ent­mu­ti­gen, wenn ein­mal etwas nicht auf Anhieb und mal nicht wie gewohnt funk­tio­niert
  • Respekt - für die Regeln derer, bei denen Du zu Gast bist und wo Du Deine Wer­bung plat­zie­ren darfst. Ich biete gerne eine Platt­form für Dich und andere, aber nur, wenn Ihr Euch an meine Regeln hal­tet und das nicht für selbst­ver­ständ­lich hin­nehmt.

Jetzt inter­es­siert mich:

Wie sieht es bei Dir aus?

Ach­test Du pein­lich genau dar­auf, die Vor­ga­ben der jewei­li­gen Gast­ge­ber für Deine Wer­bung zu respek­tie­ren, oder ist es Dir egal. Womit machst Du die bes­ten Erfah­run­gen für den Erfolg Dei­ner orga­ni­schen Mar­ke­ting-Maß­nah­men in den Social Media? Was funk­tio­niert gut für Dich, was weni­ger gut?

Ich freue mich auf die Dis­kus­sion mit Dir! Und wenn Du nur wenig Zeit hast — über schnelle 5 Sterne für die­sen Bei­trag!

5/5 (16 Reviews)

Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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