Erfahrungen & Bewertungen zu Rat & Tat Marketing Birgit Schultz - Marketing-Zauber Wir oder ich? Wie rede ich am besten über mein Unternehmen?
Ich oder wir? Julius Cäsar

Wir oder ich? Wie rede ich am besten über mein Unternehmen?

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Wir oder ich?

Ob Solo­pre­neu­rin oder Ein­zel­un­ter­neh­mer — nicht nur auf der “Über mich”-Seite stellt sich die Frage, wie Du am bes­ten über Dein Unter­neh­men redest. Sagst Du “wir” oder “ich”? Meine Emp­feh­lung lau­tet ein­deu­tig “ich”. Warum das so ist, erfährst Du in die­sem Bei­trag.

Bist Du Dein Unternehmen?

Wie Du über Dein Unter­neh­men sprichst, zeigt, wie Du dazu stehst. Liebst und lebst Du was Du tust, dann fällt die Ent­schei­dung sicher­lich leicht und Du ent­schei­dest Dich für “ich”. Ins­be­son­dere dann, wenn Du Dich bereits ent­schie­den hast, als Solo­pre­neu­rin, das heißt, Du allein und ohne Mit­ar­bei­ter oder Team, Deine Fähig­kei­ten in den Dienst ande­rer Men­schen zu stel­len.

Wenn Deine Pläne aber so aus­se­hen, ein Unter­neh­men auf­zu­bauen, in dem viele Mit­ar­bei­ter ihren Teil zum Gan­zen bei­tra­gen, so wird es Dir auch in der Anfangs­phase, wäh­rend Du tat­säch­lich noch alles alleine machst, schwer­fal­len, von “ich” zu reden. An die­ser Stelle ist das “wir” dann auch tat­säch­lich ange­bracht, denn schließ­lich ist es nur eine Frage der Zeit, bis aus dem “ich” tat­säch­lich ein “wir” wird.

Die Ver­wen­dung für eines die­ser bei­den klei­nen Wört­chen hat grö­ßere Aus­wir­kun­gen, als Du viel­leicht denkst. Einer­seits in der Art der Kun­den, die Du anziehst. Ande­rer­seits aber auch, wie Du Dein Unter­neh­men selbst siehst, es aus­baust und ver­mark­test.

So beob­achte ich, dass Unter­neh­me­rin­nen, die zwar allein ihr Busi­ness füh­ren und von “wir” spre­chen, mit einer gewis­sen Distanz zu ihrem eige­nen Pro­jekt auf­tre­ten. Über die vie­len Jahre, in denen ich nun auch Exis­tenz­grün­de­rin­nen und Exis­tenz­grün­der beglei­tet habe, gaben die am schnells­ten auf, die — obwohl allein — von “wir” spra­chen.

Letzt­lich ist es wohl die Ein­stel­lung, die dann dazu führt, dass nur “im” eige­nen Unter­neh­men gear­bei­tet wird (exakt so, wie ein ange­stell­ter Mit­ar­bei­ter) und nicht “am” und “mit” dem eige­nen Unter­neh­men.

Wir oder ich? — Größe lockt

Natür­lich ist es ver­lo­ckend, sich grö­ßer und damit schein­bar erfolg­rei­cher zu machen, als man tat­säch­lich ist. Das ist ein nach­voll­zieh­ba­rer Impuls, schließ­lich wis­sen wir alle, dass Erfolg Erfolg anzieht. Aber ist das wirk­lich so — oder ein Trug­schluss?

Wie wür­dest Du als Kunde reagie­ren, wenn Du Dich für eine PR-Bera­tung ent­schie­den hast, die auf ihrer Web­site auf­tritt, als ob sie einen gan­zen Pulk von Spe­zia­lis­ten beschäf­tigt und Du bei dem Ver­such, diese tele­fo­nisch zu errei­chen, immer nur auf dem AB lan­dest? Wo ist denn die Dame am Emp­fang die ganze Zeit? Warum sprichst Du immer nur mit der Geschäfts­füh­rung? Und warum schickt Dir die Geschäfts­füh­rung immer per­sön­lich die Texte zur Frei­gabe per E‑Mail? Spä­tes­tens jetzt wird Dir klar, die PR-Bera­tung besteht aus einer ein­zi­gen Per­son. Und unab­hän­gig von der Qua­li­tät der Leis­tung — das Ver­trau­ens­ver­hält­nis ist gestört. Wer weiß, was da noch alles nicht stimmt?

Ihre Majestät lässt bitten …

Gerade auch, wenn ich die Unter­neh­me­rin, die von ihrem Unter­neh­men immer im “wir” spricht viel­leicht sogar per­sön­lich kenne (bei­spiels­weise über ein Unter­neh­mens­netz­werk) , wirkt das “wir” auf mich immer wie der Majes­täts­plu­ral. Nun bin ich zwar auch ein Freund des Spruchs “Hin­fal­len, auf­ste­hen, Krön­chen rich­ten, wei­ter­ma­chen!”, den­noch wir­ken sol­che For­mu­lie­run­gen immer sehr befremd­lich auf mich.

Asterix und die Trabantenstadt

Auch nicht viel bes­ser als der Majes­täts­plu­ral ist das unper­sön­li­che Reden über sich selbst in der drit­ten Per­son. Das ist beson­ders beliebt auf Web­sites (spe­zi­ell den Über mich Sei­ten), aber auch in Fly­ern oder Bro­schü­ren.

Kennst Du den Comic Aste­rix und die Tra­ban­ten­stadt? Da gibt es eine Stelle, die liebe ich seit Jahr­zehn­ten: Es gibt dort eine Szene, in der ein Römer mit Julius Cäsar spricht. Der Dia­log geht in mei­ner Erin­ne­rung etwa so:

Römer: “Er ist groß­ar­tig”
Cäsar: “Wer?”
Römer: “Na, Ihr!”
Cäsar: “Ach er!”

Diese Szene bringt die ganze Absur­di­tät, in die­ser Art über sich selbst zu spre­chen, auf den Punkt.

Aber halt! wirst Du jetzt als auf­merk­same Lese­rin sagen. Das machst Du doch auch. Ja, es gibt eine ein­zige Stelle, wo ich das für sinn­voll erachte und auch genau so umsetze: In der soge­nann­ten Autoren-Box am Ende eines Blog­ar­ti­kels. Ich habe mich darum dafür ent­schie­den, damit bei Gast­blog-Bei­trä­gen auf die­ser Site eine ein­heit­li­che Art der Beschrei­bung des jewei­li­gen Blog­gers umge­setzt wer­den kann. An allen ande­ren Stel­len wirst Du sehen, dass ich von mir immer nur in der “Ich-Form” spre­che — und das im Übri­gen auch auf der Seite von Rat & Tat Mar­ke­ting, die ja schon viel län­ger besteht.

Darf die das?

Als ich mich vor über drei­zehn Jah­ren selbst­stän­dig gemacht habe, war ich schon einige Jahre als Mar­ke­ting-Lei­te­rin tätig — und auch, wenn ich anfangs nicht per­sön­lich haft­bar war für Rechts­feh­ler, so haben doch die letz­ten Monate, in denen ich auch Pro­ku­ris­tin war, mei­nen Sinn für das Thema “Mar­ke­ting und Recht” noch wei­ter geschärft. Und ohne jetzt hier eine Rechts­be­leh­rung vor­zu­neh­men (das kann und darf ich ja gar nicht) — ver­weise ich in der Frage ob “wir” oder “ich” für Ein­zel­un­ter­neh­me­rin­nen ange­bracht ist, auch auf das Gesetz gegen den unlau­te­ren Wett­be­werb.

Nach mei­nem Kennt­nis­stand ist es bis­lang noch nicht geahn­det oder abge­mahnt wor­den, wenn eine Unter­neh­me­rin von ihrem Ein­zel­un­ter­neh­men im Plu­ral spricht. Aber es ver­stößt den­noch gegen den §5 UWG, der irre­füh­rende geschäft­li­che Hand­lun­gen unter­sagt. Den genauen Wort­laut kannst Du unter der Ver­lin­kung nach­le­sen.

Wir oder ich? Authentizität schlägt Größe

Men­schen bauen Ver­trauen zu Per­so­nen auf, nicht zu Fir­men oder Insti­tu­tio­nen. Oder nur sehr, sehr müh­sam — ich ver­traue zum Bei­spiel Ama­zon in der Hin­sicht, dass ich dort zuver­läs­sig belie­fert werde und pro­blem­los etwas zurück schi­cken kann. Das hat mir die­ser Online-Han­del in vie­len Jah­ren, in denen ich dort Kunde bin, immer wie­der bewie­sen. Aber auch Ama­zon hat ver­stan­den, wie wich­tig es für die Kun­den ist, auch mal einen mensch­li­chen Ansprech­part­ner zu haben — der Rück­ruf-Ser­vice, wenn man Hilfe braucht, ist inzwi­schen vor­bild­lich. In der Anfangs­zeit gab es den aber nicht und es war unmög­lich, bei Ama­zon einen Anruf zu machen.

Darum also mein Fazit zu der Frage, ob “ich” oder “wir” für Solo­pre­neu­rin­nen ange­mes­sen ist: Lass ein­fach die Fin­ger vom “wir”, auch wenn das für Dich anfangs “natür­li­cher” klingt. Spä­tes­tens im Impres­sum fällt der ganze Schwin­del näm­lich auf. Wenn Du sym­pa­thisch und authen­tisch auf­tre­ten willst, ist das “Ich” immer die Per­son Dei­ner Wahl.

Wie hast Du das Thema “Wir oder ich?” für Dich gelöst? Schreib es mir gern in die Kom­men­tare!

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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