Ungleiche Zwillinge als Illustration für WordPress.org und WordPress.com

WordPress.com und WordPress.org – zwei ungleiche Zwillinge

Letzte Aktualisierung 1. Juni 2019

Vielen der Unterschied zwischen WordPress.com und WordPress.org gar nicht klar. Dabei ist er gravierend.

Während WordPress.com eine fertige Bloglösung ist, die (fast) keinerlei Vorkenntnisse erfordert, findest Du auf WordPress.org lediglich die Software WordPress, die Du auf einem eigenen Server(platz) installieren musst, bevor sie funktioniert.

Schon seit mehr als zehn Jahren sind fertige Blog- und Homepage-Lösungen sehr beliebt. Da gibt es neben WordPress.com beispielsweise auch Blogger.com, twoday.net, Jimdo, Wix und Lösungen der Provider wie 1&1.

WordPress.com

Vorteile von WordPress.com

In meinen Augen haben diese Baukästen und so auch WordPress.com durchaus ihre Berechtigung: für Hobbyprojekte! Wenn es darum geht, mal eben schnell ohne viel Aufwand eine Website zu zimmern, um die Familie über eine Reise zu informieren, um die süßen kleinen Katzenbabys zu präsentieren, die seit kurzem das Haus bevölkern oder um gemeinsam mit Freunden das Wissen über ein gemeinsames Hobby zusammen zu tragen – toll!

Niemand muss groß die Bedienung erlernen, alles funktioniert automatisch, keiner muss sich um Datensicherung oder Updates kümmern – und das alles völlig kostenfrei! Auch für Bildungszwecke (wie bloggt man?) ist das nicht schlecht – obwohl sich das Backend (also die Verwaltungsoberfläche im Hintergrund) von WordPress.org immer mehr von der in einer WordPress.org-Installation entfernt. Das war früher mal nahezu identisch und sieht inzwischen leider doch ziemlich anders aus.

Doch wenn es um den professionellen geschäftlichen Einsatz geht, stoßen diese Lösungen schnell an ihre Grenzen.

Nachteile von WordPress.com

So gibt es (in der kostenfreien Variante) keine eigene Domain. Die Adresse hat die Form meinblog.wordpress.com. Sieht nicht besonders professionell aus und Du hast außerdem keine Möglichkeit, E-Mails an Deiner Domain zu empfangen und musst in der Regel auf einen Freemailer wie web.de, gmx.de oder gmail.com ausweichen. Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich habe immer das Gefühl, nicht an eine „richtige“ Firma zu schreiben, wenn ich an autohaus-mueller-meier-schulze@gmx.net (Adresse frei erfunden!) schreiben muss.

Dir stehen maximal 3 GB Speicherplatz zur Verfügung. Das scheint erst einmal viel zu sein, aber je nachdem, was Du mit Deinem Blog vor hast kann das doch mal schnell eng werden.

In der kostenlosen Version kannst Du keine MP3-Dateien (Stichwort Podcast) und auch keine Videodateien hochladen (ob das überhaupt sinnvoll ist, sei dahin gestellt, aber es geht eben nicht). Du hast nur eine beschränkte Auswahl von Themes (das sind die Designvorlagen zur Gestaltung), die Du auch nur beschränkt anpassen kannst (wenn Du da mehr willst, musst Du schon in die Tasche greifen).

Außerdem gibt es Werbeeinblendungen, die Du nur bedingt steuern kannst und Du profitierst nicht selbst von den Einnahmen (falls es Deine Idee ist, Deinen Blog auf diese Weise zu monetarisieren).

Du kannst keine Plugins installieren, die ein professionelles Online-Marketing erst ermöglichen. Das heißt, die Möglichkeiten, einen eigenen Newsletter zu integrieren, Dir die Suchmaschinenoptimierung zu erleichtern, Landingpages zu gestalten, geschützte Mitgliederbereiche einzurichten, Google Analytics zu nutzen – alles das und noch einiges mehr bleibt dir verwehrt oder ist allenfalls kostenpflichtig möglich. Das Geld, das Du dafür aber in die Hand nehmen musst, liegt etwa genau so hoch wie die Hosting-Kosten bei einem Internet-Provider – oder sogar höher!

Der wichtigste Nachteil von WordPress.com (und allen anderen Baukausten-Systemen auch) ist aber dieser:

Du hast keinerlei Hoheit über Deine eigenen Inhalte!

Wichtigster Nachteil von WordPress.com: Du hast keine Hoheit über Deine Inhalte! Klick um zu Tweeten

Immer wieder liest man über Blogs, die plötzlich vom Anbieter ohne Angabe von Gründen vom Netz genommen wurden.

Und was passiert mit Deiner Website, Deinem Blog, wenn der Anbieter insolvent geht oder verkauft wird?!

Hier einfach mal ein paar Links zu Artikeln, die darüber berichten:

So etwas kann jederzeit wieder passieren!

Der Link im t3n-Artikel zu Homepage-Baukästen  zum Anbieter Pikock führt inzwischen zu orson.io – und der Artikel stammt aus dem April 2015 – ist also noch gar nicht so alt!

WordPress.org

Die Vorteile von WordPress.org

Mit einem sogenannten „selbstgehosteten Blog“ auf der Basis der Software, die Du kostenlos auf WordPress.org herunter lädst, startest Du Deinen Blog natürlich sofort mit Deiner eigenen Domain.

Mit zu den ersten „Übungen“ sollte gehören, Dir zwei eigene E-Mail-Adressen mit dieser Domain einzurichten: Eine öffentliche wie info@ oder kontakt@, die Du auch für das Impressum verwendest und einer nicht öffentlichen, die Du für Deine Kundenkommunikation einsetzt und die Deinen Namen oder Deine Initialen beinhaltet – zum Beispiel birgit@ oder bs@. Geschäftlich musst Du dann keine Freemailer-Adresse mehr einsetzen.

Natürlich bist Du völlig frei in der Gestaltung Deines Blogs und Deiner Website.

Du kannst kostenfreie Themes verwenden (obwohl ich das nicht empfehle) und jedes beliebige WordPress-Theme lizensieren und anpassen (lassen). Du kannst Dir sogar einen Theme-Programmierer suchen, der Dir Dein eigenes Theme erstellt – was allerdings nicht so ganz billig ist – und in meinen Augen bei den vielen Tausend Themes, die es gibt, auch nicht erforderlich ist.

Du kannst (aber solltest nicht) jedes beliebige Plugin für WordPress installieren und nutzen – viele davon absolut kostenfrei. Du hast keine Einschränkungen bei dem, was Du auf Deinen Blog hochlädst, weder im Dateiformat noch in der Größe (in Abhängigkeit vom Vertrag Deines Webhosters allerdings).

Es gibt keine Werbeeinblendungen und Du hast selbst vollen Zugriff auf alle Deine Dateien und die Datenbank. Willst Du also mal den Webhoster wechseln, so ist das problemlos machbar.

Kurz gefasst: Mit einer WordPress.org-Installation hast Du alle Möglichkeiten und alle Freiheiten.

WordPress installieren ist übrigens überhaupt nicht schwer! Im Grunde ist es wie das Befolgen eines Kochrezeptes. Und solange Du Dich genau an die einzelnen Schritte hältst, kann auch nichts schief gehen. Selbst wenn (Du einen Fehler gemacht haben solltest) – notfalls fängst Du einfach von vorn an und hast höchstens eine Stunde Deines Lebens mit Lernen verbracht.

Vorteile einer WordPress.org-Installation: Du hast die volle Hoheit über Deine Inhalte! Klick um zu Tweeten

Der wichtigste Vorteil ist aber der: Du hast die alleinige Hoheit über Deine Inhalte! Solange Du Deine Inhalte regelmäßig sicherst (Backups sind oberste Blogger-Pflicht!) kann Dir niemand von heute auf morgen Deine Inhalte wegnehmen!

Nachteile von WordPress.org

Ich wäre nicht ich, wenn ich Dir nicht auch ganz offen die Nachteile nennen würde, oder?! 🙂

Je nachdem, wie „technikaffin“ Du bist, kann es schon Nachteile bei einer WordPress-Installation für Dich geben.

Du musst die Software selbst installieren und administrieren (aktuell halten und sichern). Das erfordert etwas Einarbeitung, wenn Du keinerlei Vorkenntnisse hast. Oder Du musst für diese Aufgaben jemanden beauftragen – was wiederum mit Kosten verbunden ist.

Du hast außerdem Kosten für den Webhoster (wobei die vergleichsweise gering sind und – wenn Du ein Baukastensystem zumindest mit eigener Domain nutzen willst – ungefähr in gleicher Höhe sowieso anfallen).

Das ist es dann aber auch schon.

Vergleich von WordPress.com und WordPress.org

Die Vor- und Nachteile habe ich gegenüber gestellt und Du kannst sie  ->>hier als PDF herunterladen<<-.

Fazit

Ein selbstgehosteter WordPress-Blog ist für ein professionelles Online-Marketing für Dein Unternehmen in meinen Augen die bessere Wahl gegenüber einem Blog-System oder einem Homepage-Baukasten-System.

Neben der freien Gestaltung und der Einbindung von hilfreichen Zusatzprogrammen (Plugins), die in dieser Form nur für WordPress zur Verfügung stehen, ist es insbesondere die Hoheit über Deine eigenen Inhalte, die Du so sicher stellen kannst. Deine eigenen Inhalte sind aber Dein Kapital. Sie sind das, was Dein Unternehmen (auch) ausmacht. Nicht auszudenken, wenn die plötzlich gelöscht und unwiderbringlich dahin sind!

Und noch ein letzter Tipp von mir zum Abschluss

Wenn Du noch ganz am Anfang stehst und noch gar nichts hast, widerstehe der Versuchung, erst einmal mit einem Blogsystem oder einem Baukasten anzufangen um dann „später“ einmal zu wechseln.

Abgesehen davon, dass „später“ oft nicht der richtige Zeitpunkt ist, gibst Du mit diesem Vorgehen alle Rankings in den Suchmaschinen auf (oder wirst die nur sehr aufwendig und damit teuer von einem Spezialisten „retten“ lassen können) – alles, was Du aufgebaut hast an Links, die auf Deine Inhalte verweisen und Dir Besucher auf Deiner Website bringen, wird mit einem Wechsel dahin sein.

Also machst Du es besser gleich richtig, auch wenn es scheinbar mehr Aufwand an Kosten und eine steilere Lernkurve bedeutet.

Was meinst Du dazu? Wie sind Deine Erfahrungen? Welche Überlegungen stellst Du derzeit an? Schreib mir gerne einen Kommentar – ich freue mich darauf!

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Über den Autor Birgit Schultz

Ich bin Birgit Schultz von Marketing-Zauber und ich unterstütze Solopreneurinnen (Einzelunternehmer) bei ihrem Online- und Social Media Marketing. Mein Fokus liegt auf dem strategischen und effizienten Einsatz von Social Media und Content Marketing für die Erhöhung von Bekanntheit, Reichweite und Reputation. Denn nur wer Dich kennt, kann bei Dir kaufen!

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