Letzte Aktualisierung 16. März 2026
Die perfekte Blogartikel-Länge gibt es nicht – und das ist eine gute Nachricht. Ein Blogbeitrag sollte so lang wie nötig und so kurz wie möglich sein. Aktuell (2026) gilt eine Länge von bis zu 1.300 Wörtern als ideal, weil KI-Suchbots längere Texte oft nicht vollständig erfassen. Wichtiger als die Wortanzahl ist aber, dass Du die Frage Deiner Leserin vollständig beantwortest – mit Deiner Meinung, Deiner Erfahrung und Deinem eigenen Stil.
Das war meine Zusammenfassung für Eilige. Du hast es gar nicht so eilig? Dann lies weiter!
Wie viele Wörter darf ein Blogartikel haben?
Wie lang sollen meine Artikel im Blog sein? Das ist eine der Fragen, die ich am häufigsten höre – in meinen Seminaren, im Marketing-Zirkel, in meinen Mails.
Ich verstehe die allgemeine Verunsicherung. Denn die Antworten, die man dazu findet, widersprechen sich:
„Mindestens 300 Wörter!" – „Nein, mindestens 1.000!" – „Mach ruhig 3.000 oder mehr, dann rankt es besser!" – „In Zeiten von KI braucht es keine langen Artikel mehr."
Was stimmt denn nun?
Ich gehe das mit Dir Schritt für Schritt durch.
Zuerst die kurze Antwort zur optimalen Länge
Ein Blogbeitrag sollte so lang sein, wie er sein muss, um die Frage Deiner Leserin oder Deines Lesers zu beantworten. Nicht kürzer. Nicht länger.
Wann ist er fertig? Wenn Du alles gesagt hast, was zu einem Thema gesagt werden muss.
Was Google bei Blogbeiträgen wichtig war und ist
Für Google als "Suchmaschine" zählten bislang nicht nur Keywords oder eine bestimmte Wortzahl, sondern Nützlichkeit und Relevanz für die Suchanfrage, also der Mehrwert für den Leser.
Das war die letzten Jahre so. Und ich bin überzeugt, dass es auch in Zukunft so bleiben wird – zumindest vom Grundprinzip der Suchmaschinenoptimierung. Denn ab jetzt kommt das neue Nutzerverhalten noch ins Spiel. Viele gehen nicht mehr auf Google, sondern geben ihre Frage in eine Chatbox beim KI-Tool ihrer Wahl ein. Und dann ist Schluss mit den "zehn blauen Links", denn die Antwort kommt vorgefertigt und umfassend, relevant und nützlich wie aus der Pistole geschossen. Da wird nicht mehr auf Links geklickt. Dazu gleich weiter unten noch mehr.
Gehen wir jetzt aber erstmal davon aus, dass zumindest eine Weile auch noch auf Suchergebnis-Links geklickt wird. Denn: Auch wenn Du und ich den Eindruck haben, dass nun "alle" nur noch KI zur Suche nutzen – dem ist nicht so. Noch (März 2026) hält Google einen Anteil von 90 Prozent aller Suchanfragen (aber durch die prominente Platzierung des AI Overviews am Anfang werden die Nutzer gerade sehr auf KI getrimmt).
Viele Leserinnen und Leser entscheiden sehr schnell, ob ein Artikel es wert ist. Sie scannen, scrollen zum Fazit, schauen, ob der Text leicht zu überfliegen ist.
Dabei kommt es nicht unbedingt auf super einfache Sprache mit ultrakurzen Sätzen und Absätzen an. Dein Text muss zu Deiner Zielgruppe passen. Ist die schon etwas älter und lesegewohnt (ich schreibe bewusst nicht: „gebildeter"), dann dürfen die Sätze und Absätze durchaus etwas länger sein.
Trotzdem: Kurze Abschnitte, klare Zwischenüberschriften (korrekt ausgezeichnet als H2 oder H3) und deutlich erkennbarer Mehrwert, gepaart mit einem guten Lesefluss, halten Deine Leserinnen und Leser auf Deinem Artikel.
Eine hohe Verweildauer wurde von Google immer honoriert – und wird es sicher auch in Zukunft. Ich kann mir außerdem auch vorstellen, dass die "Rankings" noch eine Weile intern bei Google Bestand haben werden und aus denen die Antworten für die AI Overviews generiert werden. Da aufzutauchen ist dann insofern noch gut und wichtig, weil immerhin die Quellen als klickbare Links mit beigefügt werden. SEO ist also noch nicht tot, aber es wird anders.
Wie ändert sich die ideale Länge durch die KI-Suche?
Früher (also bis vor etwa wenigen Jahren) hieß es: „länger rankt besser!" Und so kam es, dass einige Beiträge von 5.000, 7.000 oder gar 10.000 Wörtern und mehr geschrieben wurden. Aber das hat sich dramatisch geändert.
Inzwischen durchforsten neben dem normalen Google-Suchmaschinen-Bot auch die Bots von Google Gemini, ChatGPT, Anthropics Claude, Perplexity, Microsofts CoPilot und noch einige andere mehr das Netz.
Was viele nicht wissen:
Auch diese Bots brauchen für ihre Sucharbeit ziemlich viel Energie. Das kostet die Tool-Anbieter richtig Geld. Und darum beschränken sie sich bei längeren Texten oft auf die Einleitung und das Ende – die Mitte wird oft einfach ignoriert. Ich habe gelesen, dass aktuell (2026) Texte, die länger als ca. 1.260 Wörter sind, dieses Problem haben. Das hat etwas mit der Anzahl der Token zu tun (grob kannst Du Dir die Tokenzahl als Anzahl der Silben in einem Text vorstellen), die die Bots für das Scrapen (also: Einsammeln) der Texte aufwenden.
Wichtig ist also, dass Du Deine Texte gut strukturierst – die Zwischenüberschriften korrekt auszeichnest, wo möglich auch strukturierte Daten nach Schema.org verwendest, also alles tust, damit der Inhalt gut ausgelesen werden kann.
Dazu kommt: Den KI-Tools fehlt die Ebene "Meinung und Erfahrung". Die kannst noch – da bin ich überzeugt, dass sich das ändern wird – nur Du mitliefern. Und das wird die geheime Zutat sein, die Leserinnen und Leser künftig noch auf Deine Website und Deinen Blog holen wird. Die Basics und Fakten gibt es in den KI-Tools. Die Einordnung, Einschätzung und Erfahrung – das gesamte Päckchen gibt es nur bei Dir persönlich.
Doch niemand weiß, wie lange das noch so bleiben wird. Im Chat können KI-Tools inzwischen sehr lange Texte verarbeiten – bis zu 1 Million Token. Aber die Bots sind da noch spartanischer unterwegs. Bei dem aktuellen Tempo kann diese Info in ein, zwei Jahren schon überholt sein.
Darum sage ich aktuell vor allem: Schreib Blogbeiträge so lang wie nötig und so kurz wie möglich, um ein Thema nützlich und relevant zu behandeln.
Darf ich die meine Blogartikellänge mit anderen vergleichen?
Ja, auf jeden Fall! Du darfst das nicht nur, Du solltest das auch unbedingt tun. Man nennt das Recherche. Wenn Du Beiträge Deiner Mitbewerber und Kollegen liest, dann lernst Du gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen dazu:
- Was betrachten sie als wichtig?
- Wie machen sie ihre Beiträge nützlich und relevant?
- Geben sie zusätzliche Informationen in Form von Fotos, Schaubildern, Infografiken, Audios und Videos dazu?
- Wie bauen sie ihre Texte auf?
- Hast Du etwas vergessen, worüber mehrere Mitbewerber schreiben? Dann musst Du auch darüber schreiben.
- Vor allem aber: Wie viele Wörter brauchen sie eigentlich, um das Thema zu behandeln?
Wurde schon alles mal geschrieben? Ja, definitiv – und davon solltest Du Dich bei Deinem Content-Marketing nicht entmutigen lassen. Denn, wie ich oben schon schrieb: Deine Einordnung, Deine Meinung, Deine Perspektive – das macht Deine Expertise aus, nicht nur bloßes Faktenwissen.
Außerdem kannst Du dann gleich auf passende Beiträge verlinken – wenn Du eine Information übernimmst und auf die Quelle verweist, wenn in einem Beitrag einer Kollegin ein Gedanke weiter ausgeführt wird, zu dem Du selbst nichts aus eigener Erfahrung sagen kannst, oder auch um Dich zu distanzieren. Das Internet lebt von Links. Baue keine Sackgassen. Die Bots mögen die übrigens auch nicht. Aber: Verlinke nicht auf Teufel komm raus (auch nicht intern übrigens), sondern setze Deine Links mit Bedacht.
Schreibe und veröffentliche regelmäßig Content
Was ist besser? Kurz und häufig oder lang und selten?
Den besten Erfolg hast Du, wenn Du regelmäßig veröffentlichst. Ich sage das aus Erfahrung, denn ich habe immer wieder diese Regel gebrochen und musste dafür mit Einbrüchen beim Traffic bezahlen – also bei den Besucherzahlen als auch bei den Kundenaufträgen. Das ist keine Korrelation, dahinter steckt tatsächlich eine Kausalität. Auch wenn die Besucherzahlen durch die KI-Suche jetzt im freien Fall zu sein scheinen (Google verspricht uns ja schon seit einem Jahr zwar sinkende Impressions, aber eine höhere Qualität der Besucher – für einige trifft das zu, für andere nicht), ist meine Einschätzung, dass regelmäßiges Veröffentlichen auch in Zukunft der richtige Weg ist.
Warum sollte es auch anders sein? Es wird Nachschub an gutem und frischem Content gebraucht. Auch für die KI-Tools. Irgendwoher müssen die ihr Wissen ja beziehen. Und wenn Du das Spiel mitspielen willst, dann musst Du liefern.
Die gute Nachricht ist, dass Du keine Monsterartikel mehr schreiben musst, sondern stattdessen kurze Beiträge verfassen kannst. Kürzer geht zwar auch nicht unbedingt immer schneller (wussten schon viele Autoren von Cicero über Goethe und Mark Twain bis zu Birgit Schultz 😉 ), meistens aber schon. Dieser Beitrag ist tatsächlich auch "etwas länger" – ich muss mich da selbst noch umgewöhnen. Aber ich arbeite daran.
Überlege Dir eine gute Struktur: ein längerer, aber oberflächlicherer Cornerstone- (bzw. Pillar-) Beitrag zum Hauptthema, und dazu passende verlinkte Beiträge, die tiefer gehen, aber jeweils nur ein Teilthema behandeln. Bleib für fünf bis 15 Beiträge bei einem Hauptthema, bevor Du wechselst. Schreibe nicht zu breit. Ich habe diesen Fehler über lange Jahre selbst gemacht, weil ich Sorge hatte, als One Trick Pony zu gelten. Dafür darf ich jetzt jede Menge Beiträge löschen, die nicht zu meinem Kernthema Content Marketing passen.
Regelmäßig veröffentlichen bringt Dich zum Erfolg – und das wird leichter, wenn Du kurze Blogartikel schreibst. Tipps zum Zeitmanagement beim Bloggen findest Du hier.
Ach ja, eins noch: Kein Blogbeitrag ist in Blei gegossen. Aktualisiere ihn, wenn nötig – und er darf anfangs ruhig ein Rohling sein, aus dem nach und nach ein Text-Diamant wird. Schiele nicht mehr nach dem Ranking – das wird über kurz oder lang sowieso keine relevante Kennzahl mehr sein.
Fazit zur optimalen Länge eines Blogartikels
Wenn Du Dir nach der Lektüre dieses Beitrags merkst, dass ein Blogbeitrag so lang wie nötig aber so kurz wie möglich sein sollte, dann habe ich viel erreicht. Hast Du dann noch im Kopf, dass ungefähr 1.300 Wörter aktuell im Jahr 2026 eine Art magische Grenze für die Gesamterfassung eines Beitrags sind, dann ist das super.
Wahrscheinlich denkst Du jetzt: Ok, cool, aber dieser Beitrag ist ja auch länger. Richtig. Aber er hat am Anfang eine „Zusammenfassung für Eilige" und am Ende dieses Fazit – in beiden steht das Wichtigste.
In Kürze noch mal:
Beantworte die Frage Deiner Zielgruppe so umfassend wie möglich. Lass weg, was nichts zum Thema beiträgt. Schreibe mit einem eigenen Stil, den man auch wiedererkennen kann. Und dann veröffentliche, beobachte, lerne daraus und von vorn. Rinse and repeat, sagt die Engländerin dazu.
Wenn Dich die Frage nach der Länge gerade davon abhält, überhaupt zu schreiben: Schreibe in kurzen Abschnitten. Auch mal nur 15 Minuten zwischendurch. Setze diese Abschnitte später zu einem Beitrag zusammen. Täglich 15 Minuten und 300 Wörter ergibt nach einer Woche auch einen Blogbeitrag!
Der beste Blogartikel ist der, der veröffentlicht wurde.
Wenn Du beim Thema Bloggen und Content Marketing Unterstützung suchst, dann lass uns doch mal miteinander reden – und wir schauen gemeinsam, ob und wie ich Dir helfen kann.

Hey Birgit,
toller Artikel! Ich mag den umfassenden Blick, den Du auf das Thema wirfst. Allerdings bin ich nicht so überzeugt, was das Thema "Optimierung für KI-Bots" angeht, auch was die Länge eines Blogbeitrags angeht. (Stichwort GEO)
Ich finde, das Thema wird mega gehypt und denke, es ist ein Irrglaube, dass GEO wirklich Besucher generieren kann/wird, wie es Suchergebnisse von Google tun. Laut einem Artikel von Sascha Lobo im Spiegel (Der Klick stirbt) entsteht bei ChatGPT pro 1500 Chatanfragen/Prompts nur 1 Klick. Bei Claude soll es sogar nur 1 Klick pro 60.000 (kein Tippfehler!) Chat-Anfragen sein. Leider liefert Lobo keine Quellenangabe mit.
Alles in allem finde ich, dass jeder Text vor allem für Leser geschrieben werden sollte, auch was die Länge angeht. Tatsächlich habe ich festgestellt, dass das die beste (und am einfachsten zu merkende) SEO-Strategie ist, die es gibt.
Liebe Grüße
Lars
Hallo Lars,
herzlichen Dank für Deinen Kommentar und Deine Gedanken zu dem Thema. Vielleicht muss ich da meinen Beitrag noch mal überarbeiten, um das klar zu stellen: "Klicks" werden deutlich weniger – krass weniger – ich merke es ja selbst. Aber GEO "kann" tatsächlich Besucher generieren, wenn wir als Experten empfohlen werden. Das ist für kleine Unternehmen (Marken) und insbesondere für Solopreneure ungleich schwerer als für die Big Brands dieser Welt – aber nicht unmöglich. Immer wieder berichten mir Kundinnen, dass sie selbst Kundenanfragen hatten, weil "Chatty" sie empfohlen hat. Dafür gilt es Content zu erstellen.
Content sollte, wie ich immer sage, für Mensch UND Maschine geschrieben und aufbereitet werden. Dann passt es.
Herzliche Grüße
Birgit